❌

Normale Ansicht

Snapchat: Gelöscht ist nicht gleich gelöscht

09. Dezember 2024 um 15:16

Das ist Snapchat

Snapchat ist ein Messenger, mit der man sich Nachrichten in Form von Bildern und kurzen Video-Clips zuschicken kann. Es hat auch eine Textchat-Funktion. Das Besondere an Snapchat ist, dass die Nachrichten nach kurzer Zeit vom Gerät des Empfängers verschwinden.

Nach eigenen Angaben hat die App mehr als 443 Millionen aktive Nutzer*innen täglich (Stand Dezember 2024). Sie ist vor allem unter Jugendlichen sehr beliebt, die Nutzungsbedingungen sehen ein Mindestalter von 13 Jahren vor.

2016 änderte das 2011 gegründete Unternehmen aus Kalifornien seinen Namen von Snapchat Inc. zu Snap Inc. Seit Januar 2019 sind Fotos und Videos bei Snapchat Ende-zu-Ende-verschlüsselt, allerdings nicht die Textnachrichten. Die Firma sagte zwar 2019 auf einer Cybersecurity-Konferenz, dass sie daran arbeite, auch den Chat zu verschlüsseln. Allerdings scheint das Feature immer noch nicht implementiert zu sein.

Der Dienst verdient Geld durch spezielle Werbeformate: Firmen können gegen Bezahlung sogenannte „Discover-Channels“ einrichten, Werbung in Form von „Stories“ verbreiten oder eigene Foto-Filter anbieten.

Verschwinden Nachrichten restlos?

Snapchat löscht private Nachrichten, sobald beide Chattenden sie angesehen und den Chat verlassen haben. In Einzelkonversationen ist es auch möglich, sie so einzustellen, dass Nachrichten erst nach 24 Stunden verschwinden. Wenn die Snaps nicht angesehen werden, werden sie nach 31 Tagen vom Snapchat-Server gelöscht. Nachrichten an Gruppenchats werden nach 7 Tagen gelöscht, auch wenn noch nicht alle Gruppenmitglieder sie angesehen haben.

Wann genau es welche Inhalte löscht, erklärt Snapchat auf seinen Supportseiten: Wann löscht Snapchat Snaps und Chats?

Daneben gibt es – ähnliche wie bei Instagram – Storys, die 24 Stunden lang im eigenen Kanal sichtbar sind und die man innerhalb dieser Zeit beliebig oft anschauen kann. Sie bestehen aus Videos, Bildern und Animationen, die untertitelt und bearbeitet werden können. Man kann festlegen, wer die Storys sehen kann: Von der ganzen Welt bis zu bestimmten Kontakten ist alles möglich.

Die Bilder werden nicht nur auf dem Gerät, sondern auf den Servern von Snapchat in den USA gespeichert. Dort bleiben sie so lange, bis sie von den Nutzer*innen abgerufen werden oder die Anzeigedauer abgelaufen ist.

Wenn die Nachrichten „verschwinden“, werden sie allerdings nicht gleich vom Gerät gelöscht. Je nach Betriebssystem wird zunächst nur der Dateiname so verändert, dass der Foto-Manager einen Snap nicht mehr als Foto erkennt. Mit etwas technischem Hintergrundwissen und zusätzlichen Apps lassen sich die Snaps aber wiederherstellen.

Man kann Nachrichten in Chats unter bestimmten Umständen auch speichern. Darüber erhält der andere Nutzer aber eine Meldung. Auch Screenshots sind möglich, aber auch hier bekommt der Konversationspartner eine Benachrichtigung.

Trotz der Flüchtigkeit gilt also auch bei Snapchat: Bevor man etwas versendet, sollte man sich ganz sicher sein, dass man damit leben kann, wenn dieses Bild – aus welchen Gründen auch immer – doch länger im Umlauf bleibt.

Filter und Gesichtserkennung

Beliebt ist Snapchat vor allem wegen der Spaßfilter, mit denen Nutzer*innen Bilder bearbeiten können. Diese Filter heißen bei Snapchat „Linsen“. Mit ihnen kann man Portraits animieren und zum Beispiel eine Hundezunge hinzufügen. Dafür scannt Snapchat das Gesicht und legt dann eine Schablone darüber.

Die Snapchat-Hilfeseiten erklären, dass die Funktionen, die es verwendet, um Linsen korrekt auf dem Gesicht zu platzieren, „in manchen Ländern oder Staaten […] als biometrische Daten betrachtet werden.“

Aus einem Patent, das Snapchat 2016 laut dem Magazin Business Insider (Aktualisierung 10.2023: Beitrag auf Business Insider nicht mehr verfügbar) angemeldet hat, geht hervor, dass die Firma schon an Technologien zur Gesichtserkennung arbeitete. Ob und wann diese zum Einsatz kommt, ist unklar.

Snap Map: Freunde orten

Im Juni 2017 führte Snapchat die Funktion Snap Map ein. Dort kann man auf einer Karte Snaps aus der Umgebung ansehen und schauen, wo sich die eigenen Freunde befinden und was sie machen. Dabei kann man festlegen, wer den eigenen Aufenthaltsort auf der „Snap Map“-Karte sieht. So kann man nur ausgewählten Freunden, allen, oder niemandem („Ghost Mode“) den eigenen Standort freigeben.

Der Aufenthaltsort wird jedoch nicht nur dann übertragen, wenn man einen Snap postet – sondern jedes Mal, wenn man die App öffnet. Freigeschaltete Kontakte können also immer sehen, wo man sich befindet, wenn die App gerade läuft.

Hat man die App acht Stunden nicht geöffnet, verschwindet man laut Firmenangaben von der Karte.

My AI

Seit Frühjahr 2024 taucht in den Chats der Nutzer My AI auf. Das ist ein Chatbot, der laut Snapchat mithilfe der „großen Sprachmodelle wie den GPT-Modellen von OpenAI und den Gemini-Modellen von Google“ funktioniert. Man kann My AI zum Beispiel fragen, wissenschaftliche Themen auf einfache Weise zu erklären, einem ein paar Algebra-Grundlagen beizubringen, oder Ratschläge zum perfekten Geschenken für „den Geburtstag des superbesten Freundes“ anzubieten. Das sind alles Vorschläge, die Snapchat explizit auf seinen Introseiten macht.

Snapchat löscht das Gespräch mit My AI nicht automatisch, sondern man muss die Daten eigenständig entfernen. Ebenfalls weiß My AI immer, wo man sich befindet, auch wenn man eigentlich im Geist-Modus unterwegs ist. Das kann man nur verhindern, indem man in den Einstellungen des Smartphones der App vollständig verbietet, den Standort zu verwenden. Dann kann man ihn allerdings bei Snapchat überhaupt nicht mehr teilen.

Kritik gibt es auch, dass man My AI nicht aus der Chatliste entfernen kann – das geht nur, wenn man Snapchat+, also die Bezahlversion von Snapchat, verwendet.

Wie bei allen Chatbot-Modellen, sind die mitgeteilten Infos nicht immer zuverlässig. So sagt Snapchat auf den Hilfeseiten: „Dennoch ist es möglich, dass die Antworten von My AI voreingenommene, falsche, schädliche oder irreführende Inhalte enthalten. Da My AI eine sich weiterentwickelnde Funktion ist, solltest du die Antworten von My AI immer unabhängig überprüfen, bevor du dich auf einen Rat verlässt.“

Journalisten haben in Tests My AI dazu bekommen, ihnen Tipps zu geben, wie sie den Konsum von Rauschmitteln verheimlichen können, obwohl sie sich als Minderjährige ausgegeben haben. Gerade was den Jugendschutz angeht, scheint My AI also problematisch zu sein.

Snapchat für Eltern: Family Center

Über das sogenannte Family Center können Eltern die Unterhaltungen ihrer Kinder im Teenageralter beaufsichtigen. Dabei können sie nicht auf die Inhalte der Kinder zugreifen, aber sehen, mit wem diese sprechen.

Folgende Überwachungsmöglichkeiten gibt es:

  • Eltern können sehen mit welchen Freunden oder Gruppen die Teenager in den letzten sieben Tagen gechattet haben. Eer eigentliche Inhalt der Unterhaltungen wird (Snaps und Nachrichten) nicht angezeigt.
  • sie sehen eine vollständige Liste der Gruppenmitglieder in Gruppenchats, an denen ihr Kind Teenager teilgenommen hat und die in den letzten sieben Tagen aktiv waren;
  • sie können eine vollständige Liste der bestehenden Freunde ihrer Teenager sehen;
  • sie können bestimmte Inhalte in den Registerkarten „Storys“ und „Spotlight“ beschränken;
  • sie können My AI deaktivieren;
  • sie können kontrollieren, dass der Geburtstag ihres Kindes richtig ist.

US-Verbraucherschutz prüft Snapchat

2014 warf die amerikanischen Verbaucherschutzbehörde Federal Trade Commission Snapchat vor, Nutzer*innen zu täuschen und ihr Datenschutzversprechen zu brechen, indem sie anders mit Informationen und Snaps umging als erklärt.

Der Dienst habe sich ohne das Wissen oder das Einverständnis der iOS-App-Nutzer*innen mithilfe der Funktion „Freunde finden“ Zugang zu Adressbuch- und Standortdaten verschafft. Auch habe Snapchat diese Funktion nicht richtig abgesichert, sodass Angreifer Zugang zu Telefonnummern und Namen von 4,6 Millionen Nutzer*innen gehabt hätten.

Die Behörde stellte bei der Prüfung des Dienstes auch grobe Fehler in Sachen Datensicherheit fest: Aus der App gelöschte Bilder und Videos blieben etwa im Dateisystem des Empfängergeräts gespeichert, wo man sie problemlos auslesen und kopieren kann.

Insgesamt wurde eine ganze Liste an Vorwürfen bestätigt. Zusätzlich zu den Auflagen, ihre Praxis zu ändern und mehr Transparenz zu schaffen, wurde 2014 ein unabhängiger Sachverständiger eingesetzt. Er soll die App für die folgenden 20 Jahre kontrollieren – das heißt bis 2034.

Das sagt die Datenschutzerklärung

Snapchat erklärt verständlich und auf Deutsch, welche Daten das Unternehmen wofür sammelt und wie es sie weitergibt. Das Unternehmen speichert einerseits alle Daten, die man selbst angibt und über den Dienst versendet („Daten, die du uns freiwillig gibst“). Dazu gehören auch Telefonnummer, E-Mail-Adresse und das Geburtsdatum; diese Informationen fragt Snapchat bei der Anmeldung ab.

Wer Inhalte in Live-Storys, lokalen Storys oder anderen Crowdsourcing-Inhalten sendet, gewährt Snap Inc. und deren Geschäftspartner*innen das Recht, diese Inhalte uneingeschränkt zu nutzen und zu verkaufen. Dabei dürfen sie auch den Namen der Nutzer*innen veröffentlichen. Natürlich speichert Snapchat auch Verbindungs- und Metadaten – also wer wann was an wen sendet, welche Snaps man ansieht und so weiter.

Zudem erhebt die App bestimmte Informationen über das Gerät, zum Beispiel, die Art des Geräts und des Betriebssystems. Die Daten benutzt Snapchat, um die Services zu verbessern, zur Analyse der Nutzung, aber auch für personalisierte Werbung. Snapchat lässt sich das Recht einräumen, die Daten an Dritte weiterzugeben, etwa an Partnerunternehmen, Diensteanbieter und Händler, an Strafverfolgungsbehörden und Ähnliches.

Kennen Sie schon unseren Newsletter? Einmal im Monat schicken wir Ihnen aktuelle mobilsicher-Lesetipps direkt ins Postfach. Hier gehts zur Anmeldung.

Der Beitrag Snapchat: Gelöscht ist nicht gleich gelöscht erschien zuerst auf mobilsicher.de.

Anleitung: Ortungsdienste auf dem iPhone richtig einstellen

07. Dezember 2024 um 08:45

Viele Apps und iPhone-Funktionen können den Standort des Geräts abrufen, um bestimmte Dienste anzubieten, beispielsweise um Geschäfte anzuzeigen oder zu navigieren. Ob und zu welchem Zweck der Standort Ihres iPhones abgerufen werden kann, entscheiden Sie selbst.

Die Screenshots dieser Anleitung haben wir auf einem iPhone 11 mit iOS 15.2 erstellt.

Ortungsdienste aufrufen

Das Menü für die Ortungsdienste finden Sie über den Pfad Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit > Ortungsdienste.

Ortungsdienste einstellen

An dieser Stelle können Sie die Ortungsdienste komplett ausschalten. Außerdem können Sie Ihren Standort für andere Nutzer freigeben und Zugriffsrechte für einzelne Apps festlegen (siehe unten).

Hinweis: Wenn Sie die Ortungsdienste des iPhones deaktivieren, kann über die Mobilfunkmasten, mit denen sich Ihr Handy im laufenden Betrieb verbindet, immer noch grob bestimmt werden, wo sie sich aufhalten. Diese Information können in der Regel nur die Mobilfunkanbieter (zum Beispiel Telekom, Vodafone) abrufen.

Wie der Aufenthaltsort von iPhones und Android-Geräten technisch bestimmt werden kann, erfahren Sie hier: Handy orten – welche Möglichkeiten gibt es?

Standort freigeben

Der Menüpunkt Standort teilen erlaubt es externen Apps wie „Nachrichten“ oder „Freunde suchen“, anderen Personen den eigenen Standort anzuzeigen.

Ist die Standortfreigabe aktiviert, wird der Knopf grün angezeigt. Wenn sie nicht wollen, dass Apps die Standortfreigabe nutzen, müssen Sie den Schieberegler nach links bewegen.

Ortungsfunktion für Apps

Beim Menüpunkt Ortungsdienste sehen Sie eine Liste mit den Apps, die auf Ortungsdienste zugreifen wollen. Sie können jeder App einzeln den Zugriff erlauben oder verbieten. Tippen Sie dazu einfach auf die jeweilige App. Mehr zu den Systemdiensten erklären wir weiter unten.

Hier sollten Sie genau überlegen, welche App das Recht haben soll, auf die Ortungsfunktion zuzugreifen. Karten- und Navigations-Apps wie Google Maps können Sie ohne Ortungsfunktion nur eingeschränkt nutzen. Foto-Apps dagegen müssen nicht unbedingt wissen, wo Sie sich befinden.

Optionen für Apps

Apps unter iOS können unterschiedliche Optionen für die Zugriffsrechte auf Ortsdaten erfragen.

Es stehen die Optionen Nie, Beim Verwenden der App oder Nächstes Mal fragen zur Auswahl. Durch Tippen auf die jeweiligen Felder können Sie die Zugriffsrechte verändern.

Unter den drei Optionen steht eine kurze Erklärung, wozu die Ortungsdienste von der jeweiligen App genutzt werden. Bei der Einstellung, welche App welche Zugriffsrechte bekommt, sollten Sie sich genau überlegen, ob Sie die Funktionalitäten wirklich brauchen, die die App mit den Ortungsdiensten bietet.

Die Ortungsfunktion können Sie übrigens nach Belieben auch nachträglich ein- und ausschalten.

Warnsymbol im Display

Das Ortungssymbol wird auf dem iPhone oder iPad oben in der Statusleiste angezeigt, wenn eine App auf Ortungsdienste zugreift.

Protokoll für Apps

In der Liste der Apps unter Datenschutz > Ortungsdienste können Sie anhand von Pfeilsymbolen auch sehen, welche App vor Kurzem oder in den letzten 24 Stunden auf Ortungsdienste zugegriffen haben. Eine Erklärung zur Bedeutung der Symbole finden Sie unterhalb der App-Liste.

Apple-Apps: Optionen aufrufen

Die genannten Einstellungsmöglichkeiten gelten nur für Apps. Auch das Betriebssystem selbst hat viele Funktionen, die auf die Ortsdienste zugreifen wollen. Diese Funktionen heißen „Systemdienste“. Die Einstellungen dafür müssen Sie extra vornehmen.

Die Einstellungen für System-Apps finden Sie unter dem bekannten Navigationspfad Einstellungen > Datenschutz > Ortungsdienste. Ganz unten sehen Sie den Punkt Systemdienste. Tippen Sie darauf.
Als nächstes sehen Sie den Punkt Wichtige Orte. Bei dieser Funktion erfasst Apple, wo Sie sich oft aufhalten, um Ihnen dann ortsbezogene Informationen in der Karten- oder Kalender-App anzuzeigen. An dieser Stelle können Sie den Zugriff auf Ortsdaten entziehen. Bei einigen Systemdiensten fragt das Gerät zuvor nach Ihrem Geräte-PIN oder dem Passwort Ihrer Apple-ID.

Hier empfiehlt es sich, genau abzuwägen, ob Sie diese Dienste mit Ortungsfunktion nutzen möchten. Das geht nämlich nur, indem Apple nachverfolgt und speichert, wo Sie sich gerade befinden.

Apple-Apps: Standort einstellen

Wenn Apple-eigene Systemdienste auf Ortungsdaten zugreifen, gibt es voreingestellt keine Anzeige dazu in der Statusleiste. Diese Anzeige können Sie aber aktivieren.

Die Option dafür befindet sich ganz unten in der Liste der Systemdienste unter dem Namen Statusleistenobjekt. Der vollständige Navigationspfad dorthin lautet: Einstellungen > Datenschutz > Ortungsdienste > Systemdienste. Scrollen Sie dort ganz nach unten.

Ist die Funktion aktiviert, erscheint das Pfeilsymbol auch dann in der Statusleiste, wenn Systemdienste auf die Ortungsdaten zugreifen.

Abfrage bei erster App-Nutzung

Übrigens gibt es jedes Mal eine Abfrage, wenn Sie eine App, die auf Ortungsdaten zugreifen will, das erste Mal nutzen. Sie können ihr das erlauben oder den Zugriff verweigern. Die Einstellung können Sie in den oben beschriebenen Menüs auch nachträglich ändern.

Bei der ersten Nutzung einer App gibt es eine Abfrage per Pop-up-Box.

Apple selbst gibt es Informationen zum Thema: „Informationen zu Datenschutz und Ortungsdiensten in iOS, iPadOS und watchOS“

Kennen Sie schon unseren Newsletter? Einmal im Monat schicken wir Ihnen aktuelle mobilsicher-Lesetipps direkt ins Postfach. Hier gehts zur Anmeldung.

Der Beitrag Anleitung: Ortungsdienste auf dem iPhone richtig einstellen erschien zuerst auf mobilsicher.de.

Safari-Alternative: Firefox-Browser für iOS

05. Dezember 2024 um 17:30

Das ist der Firefox-Browser für iOS

Hinter dem Browser Firefox steht die Mozilla-Stiftung, die sich für Transparenz und Privatsphäre in der digitalen Welt einsetzt. Wie alle Produkte von Mozilla ist Firefox für iOS quelloffen, das bedeutet, jeder kann den Programmcode ansehen und überprüfen.

Um die genannten Einstellungen aufzurufen, öffnen Sie die Firefox-App auf Ihrem iPhone oder iPad und tippen Sie auf die drei waagerechten Striche unten rechts. Tippen Sie danach auf Einstellungen.

Dieser Text bezieht sich auf Firefox für iOS 133.00 (47866, zuerst veröffentlicht am 26. November 2024).

So schützt Firefox vor Tracking

Tracking nennt man sämtliche Methoden, die angewandt werden, um Nutzer*innen beim Surfen im Internet zu beobachten. Dazu gehören Cookies, aber auch viele andere Methoden. Mit der in vielen Browsern enthaltenen Einstellung „Drittanbieter-Cookies blockieren“ kommt man diesen Methoden leider längst nicht mehr bei.

Die wichtigsten Tracking-Methoden und wie man sie unterbindet erklären wir im Beitrag Tracking im Internet: Cookies, Cache & Co.

Firefox für iOS bietet einen Tracking-Schutz, der standardmäßig aktiv ist. Da fast alle Werbeanzeigen im Internet gleichzeitig auch Tracker sind, wirkt dieser Schutz effektiv ebenfalls als Werbeblocker.

Der „Schutz vor Aktivitätenverfolgung“ greift auf eine öffentlich zugängliche Sperrliste der Firma Disconnect zu, auf der bekannte Tracker verzeichnet sind. Alle Verbindungen zu Adressen auf dieser Liste werden blockiert.

Über den Menüpunkt Schutz vor Aktivitätenverfolgung können Sie den Trackingschutz ein- oder ausstellen. Zudem haben Sie die Auswahl, die Funktion im Modus „Standard“ oder im Modus „Streng“ zu verwenden. Wenn Sie den Modus „Streng“ auswählen, werden alle Cookies geblockt, auch solche von der Seite, die Sie gerade aufrufen. Damit werden aber viele Seiten nicht mehr richtig funktionieren.

Man kann aber auf einzelnen Seiten den Tracking-Schutz auch deaktivieren, wenn man die Seite trotzdem ordnungsgemäß anschauen möchte.

Keine Add-ons bei iOS

Apple verhindert, dass Firefox die in Android und für den Desktop verfügbaren Add-ons auch in der iOS-App anbieten kann.

Add-ons sind Zusatzprogramme, mit denen neue Funktionen zum Browser hinzugefügt werden können. Funktionen zur automatischen Cookie-Löschung und Ähnliches stehen daher leider nicht zur Verfügung. Man kann aber innerhalb der Einstellungen manuell die Website-Daten löschen, etwa besuchte Seiten, Cache, Cookies, Offline-Website-Daten und heruntergeladene Dateien.

Außerdem können Sie den privaten Modus verwenden, bei dem diese ganzen Daten nach der Sitzung gelöscht werden.

Zugangsdaten speichern

Firefox für iOS bietet an, sich Zugangsdaten von Webseiten zu merken. Wenn Sie das nächste Mal eine Seite besuchen, hilft der Browser Ihnen beim Eintragen.

Wichtig: Falls Sie Zugangsdaten in Firefox hinterlegen, richten Sie unbedingt ein Masterpasswort ein, das Sie eingeben, bevor Sie die gesammelten Zugangsdaten im Browser ansehen können. Ansonsten kann jeder mit Zugang zu Ihrem Handy die Passwörter auslesen. Das Ganze funktioniert auch mit dem Fingerabdruck oder der Face ID.

Sie finden den Punkt unter: Einstellungen (die allgemeinen iOS-Einstellungen > Face ID & Code > Andere Apps. Dort kann man die Abfrage aktivieren und deaktivieren.

Schade: Firefox kann nicht auf den Apple-eigenen Passwort-Manager „Schlüsselbund“ zugreifen, der auch die Passwörter aus anderen Apps verwalten kann. Diese Funktion gilt als sehr sicher und erlaubt es, Zugangsdaten aller Art über die iCloud mit verschiedenen Apple-Geräten zu synchronisieren.

Auch Firefox für iOS überträgt Daten

Auch Firefox für iOS fragt Daten von Nutzer*innen ab. Laut Datenschutzerklärung überträgt der Browser standardmäßig folgende Daten an Mozilla:

  • installierte Firefox-Version,
  • eingestellte Sprache,
  • Betriebssystem (mit Version),
  • Hardware-Konfiguration (Speicher, Systemabstürze usw.,)
  • IP-Adresse (wird nach kurzer Zeit gelöscht),
  • Anzahl geöffneter Tabs und Fenster,
  • Anzahl der besuchten Webseiten,
  • Sitzungslänge,
  • Interaktion mit Firefox-Suchfunktionen
  • Empfehlungen von Partnersuchdiensten.

Zusätzlich erhebt Firefox Daten, um Abstürze und Performance des Browsers zu analysieren. Zur Verbesserung seiner Dienste gibt Firefox auch Nutzungsdaten an die Analysedienste Adjust, Google (mit der die Google-WerbeID) und LeanPlum weiter. Die vollständige Datenschutzerklärung findet sich hier.

Diese Datenerfassung können Sie deaktivieren. Navigieren Sie dafür zu Firefox-Einstellungen > Nutzungdaten senden (ganz nach unten scrollen).

Fazit: Wann sich Firefox für iOS lohnt

Mit Firefox steht ein iOS-Browser zur Verfügung, der aus unserer Sicht alle wichtigen Funktionen abdeckt. Auch in Sachen Tempo muss sich Firefox nicht verstecken. Vergleichstests zur Geschwindigkeit zeigen keinen systematischen Nachteil gegenüber Safari.

In Sachen Datenschutz gewinnt Apples Standard-Browser Safari aber gegen Firefox, da er mehr Einstellungsmöglichkeiten bietet. Das liegt vor allem daran, dass Apple die Installation von Add-ons in Firefox für iOS verhindert. Diese bieten für Android und Windows PC noch viele weitere Möglichkeiten, Sicherheit und Privatsphäre zu erhöhen.

Interessant ist Firefox daher momentan vor allem für Personen, die auch auf ihrem Computer oder Laptop Firefox benutzen. Über ein Firefox-Konto können sie dann Passwörter, Lesezeichen und Tabs zwischen Rechner und iPhone oder iPad synchronisieren und müssen nicht zwischen unterschiedlichen Browsern wechseln.

 

Der Beitrag iCloud: Praktischer Speicher oder Datensauger? erschien zuerst auf mobilsicher.de.

❌