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Marode Schulen, leere Kassen: Warum der Sanierungsstau auch das Staatsvertrauen gefährdet – ein Gastkommentar

04. November 2026 um 12:55
[]“>HAMBURG. Marode Schulgebäude, fehlende Räume für den Ganztag und eine digitale Infrastruktur, deren Betrieb nicht dauerhaft gesichert ist: Viele Kommunen können die bildungspolitischen Anforderungen kaum noch erfüllen. Der Investitionsrückstand bei Schulen beläuft sich laut KfW-Kommunalpanel 2026 inzwischen auf 68,9 Milliarden Euro. Während Bund und Länder neue Aufgaben beschließen, müssen Schulträger vor Ort häufig mit unzureichenden Mitteln zurechtkommen. Der Bildungsexperte Udo Beckmann warnt in seinem Gastbeitrag: Wo politische Versprechen im Alltag nicht eingelöst werden, leidet auch das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates.
Sanierungsstau. (Symbolbild.) Illustration: News4teachers

Wenn der Putz bröckelt, bröckelt das Vertrauen in die Politik gleich mit!

Ein Kind weiß nicht, welche staatliche Ebene für seine Schule zuständig ist. Es kennt weder die Einzelheiten des Bundeshaushalts noch die Finanzbeziehungen zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Es erlebt etwas sehr viel Konkreteres: Schließen die Fenster? Ist das Klassenzimmer warm? Funktionieren die Toiletten? Wird der Schimmel beseitigt?

Auch Eltern unterscheiden im Alltag kaum zwischen Bund, Land, Kommune und Schulträger. Sie sehen, unter welchen Bedingungen ihr Kind lernen muss. Sie hören politische Versprechen von Bildungsgerechtigkeit, moderner Ausstattung und guten Lernbedingungen – und erleben gleichzeitig sanierungsbedürftige Gebäude, überlastete Strukturen und jahrelange Provisorien.

Wo politische Ankündigungen und die Wirklichkeit vor Ort dauerhaft auseinanderfallen, bleibt das nicht ohne Folgen. Die Diskrepanz prägt nicht nur den Schulalltag. Sie berührt auch das Vertrauen von Familien in die Handlungsfähigkeit von Politik und Verwaltung.

Schulträger tragen die sichtbare Verantwortung

Für die Schulträger entsteht daraus eine schwierige Situation. Sie stehen vor Ort in der Verantwortung für die äußeren Schulangelegenheiten. Sie sollen Gebäude sanieren, Räume für den Ganztag schaffen, digitale Infrastruktur bereitstellen, Inklusion ermöglichen und Schulen zu zeitgemäßen Lern- und Lebensorten weiterentwickeln.

Wenn das Dach undicht ist, die Heizungsanlage ausfällt oder die digitale Ausstattung nicht funktioniert, richtet sich der Blick zunächst auf den Schulträger. Er ist für Schulen, Schulleitungen, Eltern und die Öffentlichkeit der unmittelbar erreichbare Ansprechpartner.

Viele der Anforderungen, die Schulträger erfüllen sollen, werden jedoch auf anderen staatlichen Ebenen beschlossen. Bund und Länder formulieren politische Ziele, schaffen Rechtsansprüche oder verändern Standards. Umgesetzt werden müssen diese Entscheidungen häufig von Städten, Gemeinden und Landkreisen. So wächst die Verantwortung der Schulträger – ohne dass ihre finanziellen und personellen Möglichkeiten automatisch mitwachsen.

Viele von ihnen fühlen sich deshalb von der Bundes- und Landespolitik im Stich gelassen. Nicht, weil sie sich gegen Ganztag, Digitalisierung, Inklusion oder moderne Schulgebäude stellen. Im Gegenteil: Die Schulträger wissen, wie wichtig diese Aufgaben sind. Sie erleben aber täglich, dass zwischen dem politischen Anspruch und den verfügbaren Mitteln eine immer größere Lücke entsteht.

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Wie können Schulträger die wachsenden Anforderungen an Schulen bewältigen – und wie lassen sich Investitionen, Ganztag, Digitalisierung und Schulentwicklung langfristig finanzieren? Der Deutsche Schulträgerkongress (DSTK) 2026 bietet Verantwortlichen aus Kommunen, Schulverwaltung und Bildungspolitik die Gelegenheit, sich über aktuelle Herausforderungen, Lösungsansätze und Erfahrungen aus der Praxis auszutauschen.

Im Mittelpunkt stehen die Fragen, die Schulträger derzeit besonders beschäftigen: Wie lassen sich knappe Ressourcen wirksam einsetzen? Welche Strukturen braucht eine zukunftsfähige Schulinfrastruktur? Und wie kann die Zusammenarbeit zwischen Schulträgern, Schulen und Politik verbessert werden?

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Neue Aufgaben, alte Finanzierungsprobleme

Besonders deutlich zeigt sich diese Lücke, wenn neue Aufgaben beschlossen werden, ohne ihre Umsetzung dauerhaft und auskömmlich zu finanzieren. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, die Digitalisierung der Schulen, steigende Anforderungen an Inklusion, Klimaschutz und Gebäudesicherheit sowie der erhebliche Sanierungsbedarf sind jeweils große Aufgaben für sich. In den Kommunen treffen sie jedoch gleichzeitig aufeinander.

Dabei reicht es nicht, lediglich den Einstieg in eine neue Aufgabe zu finanzieren. Ein Ganztagsangebot benötigt nicht nur Räume, sondern dauerhaft Personal, Ausstattung, Reinigung, Energie und Instandhaltung. Digitale Technik muss nicht nur angeschafft, sondern administriert, gewartet und regelmäßig erneuert werden. Ein saniertes Schulgebäude verursacht auch nach Abschluss der Baumaßnahme laufende Betriebs- und Unterhaltskosten.

Förderprogramme berücksichtigen diese Zusammenhänge häufig nur unzureichend. Sie finanzieren einzelne Projekte oder Anschaffungen, nicht aber zwingend die dauerhafte Aufgabe, die daraus entsteht. Für die Schulträger bedeutet das: Sie sollen beginnen, ohne sicher zu wissen, wie es weitergeht.

Förderprogramme können Ungleichheiten verschärfen

Zeitlich begrenzte Förderprogramme sind nicht grundsätzlich falsch. Sie können Investitionen ermöglichen und wichtige Entwicklungen anstoßen. Sie ersetzen jedoch keine langfristig tragfähige Finanzierung. Hinzu kommt, dass Förderprogramme selbst erhebliche Anforderungen stellen. Kommunen müssen Anträge vorbereiten, Planungen vorlegen, Eigenanteile aufbringen, Fristen einhalten und Verwendungsnachweise erstellen. Dafür benötigen sie qualifiziertes Personal und freie Planungskapazitäten.

Gerade finanzschwache Schulträger verfügen darüber häufig nicht in ausreichendem Maß. Sie stehen deshalb vor einem doppelten Problem: Der Investitionsbedarf ist besonders hoch, gleichzeitig fehlen die personellen und finanziellen Voraussetzungen, um Fördermittel erfolgreich abzurufen.

Damit drohen Förderprogramme bestehende Unterschiede nicht nur abzubilden, sondern zu verstärken. Kommunen, die bereits über leistungsfähige Verwaltungen und eigene finanzielle Spielräume verfügen, können Programme häufig besser nutzen. Strukturell belastete Kommunen geraten weiter ins Hintertreffen. So entsteht ein Flickenteppich, der ausgerechnet dort am dünnsten ist, wo die Kassen ohnehin leer sind. Bildungschancen dürfen aber nicht davon abhängen, in welcher Kommune ein Kind aufwächst.

68,9 Milliarden Euro Rückstand bei den Schulen

Die Größenordnung der Herausforderung zeigt das KfW-Kommunalpanel 2026. Danach beträgt der von den Kommunen wahrgenommene Investitionsrückstand bei der Schulinfrastruktur 68,9 Milliarden Euro (KfW-Kommunalpanel 2026). Schulen weisen damit weiterhin den größten Rückstand unter den untersuchten kommunalen Infrastrukturbereichen auf. Insgesamt beziffert die KfW den wahrgenommenen kommunalen Investitionsrückstand auf 231,2 Milliarden Euro.

Das sind nicht nur Zahlen in einem Bericht. Dahinter stehen Kinder, die jeden Tag in Gebäuden lernen, deren Zustand dringend verbessert werden müsste. Dahinter stehen Eltern, die sich fragen, warum zwischen politischen Ankündigungen und der Lebenswirklichkeit ihrer Kinder eine so große Lücke besteht. Und dahinter stehen Schulträger, die die Situation verbessern wollen, die notwendigen Investitionen jedoch vielfach nicht aus eigener Kraft bewältigen können. Sie werden zu Verwaltern eines Mangels, den sie oft nicht verursacht haben und den sie mit ihren eigenen Mitteln nicht beheben können.

„Wer bestellt, bezahlt“

Beim Deutschen Schulträgerkongress 2025 rückte der frühere saarländische Ministerpräsident und ehemalige Richter des Bundesverfassungsgerichts Peter Müller das Konnexitätsprinzip in den Mittelpunkt. Seine Botschaft war ebenso einfach wie grundlegend: „Wer bestellt, bezahlt.“

Der vom Deutschen Städte- und Gemeindebund veröffentlichte Kongressbericht hält fest, dass Kommunen klare finanzielle Zuständigkeiten benötigen, um Ganztag, Digitalisierung und Schulentwicklung verlässlich umsetzen zu können. Wenn der Bund neue Aufgaben veranlasse, die von den Kommunen umgesetzt werden müssten, müsse das dafür benötigte Geld auch bei ihnen ankommen. Langfristige Planungssicherheit sei eine Voraussetzung dafür, Reformen tatsächlich zu realisieren.

Damit benennt Müller einen zentralen Konflikt der gegenwärtigen Bildungspolitik: Politische Entscheidungen entfalten ihre Wirkung nicht dort, wo sie beschlossen werden, sondern dort, wo sie umgesetzt werden müssen. Wird ein Rechtsanspruch geschaffen, ein Standard erhöht oder eine bestehende Aufgabe erweitert, entstehen vor Ort zusätzliche Kosten. Diese Kosten dürfen nicht nachträglich zu einem Problem der Schulträger erklärt werden. Konnexität bedeutet deshalb mehr als einen einmaligen Zuschuss. Sie bedeutet, dass die Ebene, die eine Aufgabe veranlasst, auch für deren vollständige und dauerhafte Finanzierung Verantwortung übernimmt.

Schulträger brauchen mehr als Anschubfinanzierungen

Es braucht einen grundlegenden Wechsel: weg von einer Abfolge befristeter Förderprogramme, hin zu einer verlässlichen Finanzierung dauerhafter Aufgaben. Investitionen, Instandhaltung, Betrieb und Personal müssen gemeinsam gedacht werden. Wer einen Ganztagsanspruch schafft, muss nicht nur den Bau oder Umbau der notwendigen Räume ermöglichen. Er muss auch berücksichtigen, welche dauerhaften Ausgaben daraus entstehen.

Wer Schulen digital ausstatten will, darf nicht nur Endgeräte und Netzwerke finanzieren. Er muss auch für Administration, Support, Ersatzbeschaffungen und die Weiterentwicklung der Infrastruktur tragfähige Lösungen schaffen. Wer Bildungsgerechtigkeit verspricht, muss dafür sorgen, dass finanzschwache Schulträger nicht dauerhaft schlechtere Bedingungen bieten können als wohlhabendere Kommunen.

Dazu braucht es mehrjährige Finanzierungsvereinbarungen, einen realistischen Ausgleich der tatsächlichen Kosten und Verfahren, die auch von personell belasteten Verwaltungen bewältigt werden können. Eigenanteile dürfen nicht dazu führen, dass gerade die bedürftigsten Kommunen von notwendigen Investitionen ausgeschlossen bleiben. Vor allem aber müssen Schulträger früher in politische Entscheidungen einbezogen werden. Sie sind nicht nur die letzte Station einer Umsetzungskette. Sie verfügen über das Wissen, welche Voraussetzungen vor Ort bestehen, welche Kosten tatsächlich entstehen und welche Zeiträume für eine seriöse Umsetzung erforderlich sind.

Verantwortung darf nicht weitergereicht werden

Die Debatte über Schulfinanzierung ist deshalb keine technische Auseinandersetzung zwischen staatlichen Ebenen. Sie berührt eine grundlegende Frage demokratischer Verantwortung. Für Bürgerinnen und Bürger ist der Staat vor allem dort sichtbar, wo sie ihm im Alltag begegnen: in der Verwaltung, im öffentlichen Nahverkehr, in der Kindertagesstätte – und in der Schule.

Wenn politische Versprechen im Klassenzimmer nicht ankommen, wird das Scheitern nicht nach Zuständigkeiten sortiert. Familien erleben nicht den Bund, das Land und die Kommune getrennt voneinander. Sie erleben einen Staat, der etwas angekündigt hat, es aber offenbar nicht umsetzen kann.

Der bauliche Zustand einer Schule sendet deshalb immer auch eine politische Botschaft. Eine funktionierende Schultoilette, ein warmes Klassenzimmer und ein sicherer, zeitgemäßer Lernort erscheinen auf den ersten Blick wie Selbstverständlichkeiten. Tatsächlich zeigen sie Kindern und Familien etwas Entscheidendes: Hier funktioniert öffentliche Verantwortung. Hier werden Versprechen ernst genommen. Hier ist der Staat handlungsfähig.

Bleiben notwendige Maßnahmen dagegen über Jahre aus, kann sich der gegenteilige Eindruck verfestigen.

Aus politischen Ansprüchen müssen verlässliche Mittel werden

Schulträger benötigen keine immer neuen Erwartungen ohne ausreichende Ressourcen. Sie brauchen die Möglichkeit, die Verantwortung, die ihnen übertragen wird, auch tatsächlich wahrzunehmen. Bund und Länder dürfen deshalb nicht nur darüber entscheiden, welche Aufgaben Kommunen erfüllen sollen. Sie müssen ebenso verbindlich klären, wie diese Aufgaben langfristig finanziert werden.

Eine der entscheidenden Fragen für die Glaubwürdigkeit von Politik lautet: Wie kann Bildungsgerechtigkeit unabhängig vom Wohnort gelingen, wenn immer neue Aufgaben auf strukturell unterfinanzierte Systeme treffen? Und wie können Schulträger gemeinsam so deutlich auftreten, dass aus politischen Ankündigungen verlässliche und auskömmliche Mittel werden? Denn wer politische Ansprüche schafft, darf nicht nur den Start finanzieren. Er muss dafür sorgen, dass die Verantwortung dauerhaft getragen werden kann.

Zur Person
Udo Beckmann., Illustration: News4teachers

Udo Beckmann ist Grund- und Hauptschullehrer, leitete zehn Jahre eine Hauptschule in herausfordernder Lage mit einer Schülerschaft, die zu 80 Prozent aus Familien mit Migrationshintergrund stammten.

Er war zudem 16 Jahre Vorsitzender der zweitgrößten Lehrergewerkschaft in Nordrhein-Westfalen (des VBE) und 13 Jahre Bundesvorsitzender. Heute ist er Leiter des Programmbeirats beim Deutschen Schulleitungskongress.

Hier geht es zu allen Beiträgen des Themenmonats “Schulbau & Schulausstattung”. 

Appell an Schulträger: Gesündere Klassenräume müssen kein Millionenprojekt sein

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Ein hilfreicher Nordstern zu KI und Offenheit

04. November 2026 um 10:33

Von den Kolleginnen bei der Wikimedia gibt es eine aus meiner Sicht super hilfreiche, neue Veröffentlichung zu Offenheit und KI in der Bildung.

Bemerkenswert und wichtig finde ich insbesondere, dass sie darin sehr gut konkretisieren, was Offenheit eigentlich heißt – und zwar mit Kriterien, die das Wozu der Offenheit deutlich machen.

Insgesamt finden sich diese fünf Dimensionen:

  • Technische Vollständigkeit: Offenheit ist hier wichtig, damit mit einem Modell tatsächlich gearbeitet werden kann. Lässt es sich also nicht nur nutzen, sondern auch nachbilden und weiterentwickeln?
  • Rechtliche Freiheiten (Lizenzierung): Das ist wohl das offensichtlichste Kriterium für Offenheit, weil sonst die Grundlage für selbstbestimmte Gestaltung und Nutzung fehlt.
  • Transparenz und Dokumentation: Offenheit kann hier dazu beitragen, dass auch Nicht-Expert:innen Funktionsweise, Grenzen und Verzerrungen erkennen und auf diese Weise Nutzung und Output einschätzen können.
  • Zugang und Interoperabilität: Offenheit ermöglicht hier im Sinne einer Schnittstellen-Perspektive, dass nicht einige wenige große Plattformen dominieren, sondern die Integration in bestehende und damit oft dezentrale Infrastrukturen gelingt. Hierzu gehört auch die Hoheit über die eigenen Daten.
  • Ethische und pädagogische Responsivität: Offenheit ermöglicht hier, Verantwortung für die Förderung sozialer Gerechtigkeit, Bildungsteilhabe und Demokratie wahrzunehmen. Diesen Punkt finde ich ganz besonders entscheidend.

Sehr unterstützen kann ich die formulierten Handlungsempfehlungen. Besonders stark machen möchte ich diese beiden Aspekte:

  1. Eine Fokusverschiebung auf kleine Modelle. Diese erscheinen wahrscheinlich erst einmal weniger fancy, aber mit ihnen lässt sich im Sinne der obigen Kriterien in der Bildung wahrscheinlich sogar viel besser gestalten – und das, ohne all die Zerstörung in Kauf zu nehmen, die der LLM-Monopolismus mit sich bringt.
  2. Eine Orientierung an Communities of Practice bei KI in der Bildung und damit ein Ansatz der Gestaltbarkeit von Technologie als unbedingte Voraussetzung digitaler Mündigkeit. Der Gedanke, dass Technologieentwicklung Verbundenheit befördern soll, statt Menschen auseinanderzubringen, findet sich auch im Leitbild der konvivialen Technik wieder.

Auf dem Weg zu diesem Nordstern ist noch viel zu tun. Bei der Untersuchung der Wikimedia zu insgesamt 53 Modellen fand sich kein einziges Modell, das etwa bei technischer Vollständigkeit, Lizenzierung und ethischer und pädagogischer Responsivität vollständig offen war. Die klare Ausrichtung in dieser Veröffentlichung stimmt mich aber sehr zuversichtlich, dass damit gemeinsam in diese Richtung gewirkt werden kann!

Herzlichen Dank für die Veröffentlichung!

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Alma Thomas: Leben, Farbrhythmus und Anerkennung

Alma Thomas machte Farbe zum Ereignis: Ihre kurzen Pinselstriche flimmern, wandern und öffnen helle Zwischenräume. Hinter dieser Leichtigkeit stecken jahrzehntelange Kunsterfahrung, genaue Vorzeichnungen und wiederholte Überarbeitung. Wenn du ihre Bilder Schritt für Schritt betrachtest, erkennst du, wie Planung und freie Bewegung darin zusammenwirken.     Wer war Alma Thomas? Alma Woodsey Thomas war eine US-amerikanische...

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Handlettering Übungsblätter – Kalligraphie-Lineatur kostenlos erstellen

Mit diesem kostenlosen Generator erstellst du Handlettering-Übungsblätter und Kalligraphie-Lineaturen genau nach deinem Stift: für die Breitfeder, für Copperplate und Spencerian, für Brush Lettering, Faux Calligraphy und dein Bullet Journal. Wähl einen Stil, und das Tool setzt x-Höhe, Ober- und Unterlänge, Neigungslinien und Federwinkel passend ein. Dazu kommen auf Wunsch Grundstriche oder ein heller Text zum...

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Wissenschaft Ausmalbilder – 32 Experimente für kleine Forscher

Reagenzgläser im Ständer, ein Mikroskop mit drei Objektiven am Revolver, ein kleiner Vulkan kurz vor dem Ausbruch: Auf dieser Seite findest du 32 kostenlose Wissenschaft-Ausmalbilder für alle, die gerne forschen, experimentieren und ins All schauen. Manche Vorlagen zeigen ein Kind mit Schutzbrille im Labor, andere einen Planeten, ein Fossil im Gestein oder ein Mandala aus...

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Medientipp: Das Ende der Sowjetunion

04. November 2026 um 06:00

Vor 35 Jahren verschwand die Weltmacht Sowjetunion geräuschlos von der Weltbühne. Wie kam es dazu und welche Folgen hatten die Ereignisse von 1991? Ein aktuelles Videoglossar bietet dazu viele Einsichten.

Das Ende der Sowjetunion

Der Rücktritt des Präsidenten der Sowjetunion und ehemaligen Generalsekretärs der KPdSU Michail Gorbatschow besiegelte am 25. Dezember 1991 das Ende der Sowjetunion. Zuvor waren bereits zwölf Staaten aus der Union ausgetreten und die Staatsoberhäupter Russlands, Weißrusslands sowie der Ukraine hatten mit der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) einen neuen Staatenbund gegründet. Damit verschwand das sowjetische Imperium, das durch Revolution und Bürgerkrieg entstanden war, nach 69 Jahren weitgehend geräuschlos von der Bühne der Geschichte.

Mit ihm löste sich auch das Militärbündnis des Warschauer Paktes auf, das im Kalten Krieg dem Westen gegenüberstand. Für viele Menschen im Westen war damit die Teilung der Welt überwunden, gar das „Ende der Geschichte“ (Francis Fukuyama) und die Vorherrschaft liberaler Demokratien erreicht.
Russland trat die Rechtsnachfolge der Sowjetunion an. Die Hoffnungen der russischen Bevölkerung auf mehr Wohlstand und Freiheit nach dem Ende der Sowjetunion wurden enttäuscht. Eine umfassende Wirtschaftskrise in den 1990er-Jahren verunsicherte die Menschen zutiefst. Autoritäre Strukturen und der Traum einstiger Größe lebten weiter. Heute sehen viele im Jahr 1991 den Ursprung des aggressiven und autoritären Putin-Regimes.

25. Dezember 1991: Am Fahnenmast des Moskauer Kreml wird die rote Fahne der Sowjetunion eingeholt.
25. Dezember 1991: Am Fahnenmast des Moskauer Kreml die weiß-blau-rote russische Trikolore gehisst.

25. Dezember 1991: Über dem Kreml wird die rote Fahne der Sowjetunion eingeholt (links) und durch die weiß-blau-rote russische Trikolore ersetzt. Russland ist nun der Nachfolgestaat der Sowjetunion.

Videoglossar zum Ende der Sowjetunion

Zum 35. Jahrestag des Endes der Sowjetunion hat das Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung ein Videoglossar entwickelt, das sich ideal für eine selbstständige Auseinandersetzung mit dem Thema im Unterricht eignet. Kurze Videobeiträge von Historikerinnen und Historikern zu den Ereignissen und zentralen Aspekten der Transformation ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, ein differenziertes Bild der Epoche zu entwickeln, aber auch besondere Themen wie nationale Minderheiten und Sprachen, die neue Rolle der Religion oder die Migration aus postsowjetischen Staaten individuell zu vertiefen.

Einbettung im Unterricht

Wie kann das Videoglossar im Unterricht eingesetzt werden?

Gemeinsamer Einstieg
mithilfe des Einleitungstextes und Video 1

Erarbeitung in Gruppenarbeit
Aufteilung der Themen in zwei bis drei Gruppen.
Pflichtthemen: Aufgaben 1 bis 5
Wahlthemen: Videos 10, 11, 13 und 14

  1. Welche Ereignisse markieren das Ende der Sowjetunion? Arbeiten Sie die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Auflösung der Sowjetunion 1990/1991 heraus (Einleitungstext, Videos 1 und 3).
  2. Warum scheiterte die Sowjetunion? Untersuchen Sie, welche wirtschaftlichen und politischen Probleme zum Ende der Sowjetunion beigetragen haben (Videos 2 und 5).
  3. Beurteilen Sie, inwiefern das Nationalbewusstsein zum Zusammenbruch des Vielvölkerstaats Sowjetunion beigetragen hat (Videos 4 und 12).
  4. Wie entwickelten sich Russland und die anderen postsowjetischen Länder nach 1991? Beschreiben Sie die wirtschaftliche und politische Entwicklung (Videos 7 und 15).
  5. Warum konnte sich die Demokratie in Russland nach 1991 nicht durchsetzen? Erklären Sie anhand der gesellschaftlichen Verhältnisse (Videos 8 und 9).

Ergebnissicherung und Präsentation
Erarbeitung der Themen und Gestaltung von Präsentationen (in Form von Plakat, Power Point usw.); anschließende Präsentationen in einem Gallery Walk

Gemeinsame Abschlussdiskussion im Plenum
War der Weg Russlands zu einem autoritären und aggressiven Staat bereits 1991 vorgezeichnet? Diskutieren Sie.

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Lehrer schlägt und tritt Schüler – 13 Monate Haft auf Bewährung

03. November 2026 um 20:10

COTTBUS. Ein Musiklehrer gesteht vor Gericht, Schüler geschlagen und getreten zu haben. Das Amtsgericht Cottbus verurteilt ihn zu einer Bewährungsstrafe. Er muss auch Schmerzensgeld an die betroffenen Jungen zahlen – allerdings nur in symbolischer Höhe. 

Das Oberlandesgericht hat entschieden. Foto: Shutterstock

Ein Lehrer ist wegen Körperverletzung von mehreren Schülern und wegen Bedrohung vom Amtsgericht Cottbus zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der Mann, Quereinsteiger als Musiklehrer, sei im September 2023 in vier Fällen gewalttätig gegenüber Schülern an einer Cottbuser Oberschule geworden, urteilte das Gericht. Es verhängte ein Jahr und einen Monat Freiheitsstrafe auf Bewährung. Zudem muss der Angeklagte Schmerzensgeld zahlen: 100 Euro an einen Schüler, jeweils 200 Euro an zwei weitere.

Der Lehrer gab die Vorwürfe vor Gericht zu und entschuldigte sich. Er hatte den Angaben zufolge einen elfjährigen Jungen im Unterricht gegen die Hüfte getreten und mit der Hand gegen den Hinterkopf geschlagen. Der Junge musste im Krankenhaus behandelt werden. Zwei weitere Zwölfjährige bekamen von ihm Schläge. Zunächst war von zwei Opfern die Rede gewesen.

Die Jungen haben laut dem Verein Opferperspektive einen Migrationshintergrund. Ein mögliches rassistisches Motiv hatte die Polizei deswegen nach der Anzeige der Eltern bei den Ermittlungen geprüft. Im Prozess spielte der Vorwurf nur am Rande eine Rolle. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. News4teachers / mit Material der dpa

Sollen Lehrkräfte Schüler bei massiven Unterrichtsstörungen körperlich stoppen dürfen? Dänemark plant das, Deutscher Lehrerverband widerspricht

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„Das sind unsere Jugendlichen“: Özdemir gegen Demo-Verbote nach Gen-Z-Protesten

03. November 2026 um 20:00

STUTTGART. Der baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir wirbt um Verständnis für junge Menschen und deren Anliegen. Was er trotz seiner Kritik an Demo-Verboten von künftigen Versammlungen erwartet.

Wirbt um Verständnis: Cem Özdemir (Grüne). Foto: BMEL / Janine Schmitz Photothek

Trotz Ausschreitungen rund um die Jugendproteste am Wochenende hat sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) gegen Einschränkungen des Demonstrationsrechts ausgesprochen. Versammlungsverbote seien nicht der richtige Weg, sagte er.

«Wir verteidigen das Demonstrationsrecht. Es ist kein gemütliches Recht, es soll uns herausfordern und das müssen wir aushalten», sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart. Zugleich rief er zu Besonnenheit auf. Gewalt und Zerstörung seien in keiner Weise akzeptabel. An die Demonstrierenden richte sich deshalb eine klare Erwartung, ihre Anliegen friedlich zum Ausdruck zu bringen. Auch die Eignung der Anmelder möglicher künftiger Demonstrationen müsse geprüft werden.

Nach Ausschreitungen bei einer Demonstration in Frankfurt am Main hatte der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) weitere angekündigte Veranstaltungen infrage gestellt. Auch Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) hatte ein Versammlungsverbot für weitere Veranstaltungen nicht ausgeschlossen.

Özdemir: Thema Wehrpflicht nicht an die Wand fahren

Özdemir warb zugleich um mehr Verständnis für die junge Generation. Diese habe andere Sorgen und Erfahrungen als vorherige Generationen. Dazu gehörten die Folgen der Corona-Pandemie, verschiedene Krisen, Probleme im Bildungswesen und das Gefühl, mit ihren Anliegen nicht ausreichend gehört zu werden. «All diese Jugendlichen sind unsere Jugendlichen», sagte Özdemir.

Mit Blick auf die Wehrpflicht habe er eine Bitte an Berlin: «Lassen Sie uns die Debatte so führen, dass sie die gesellschaftliche Spaltung nicht noch weiter verstärkt.» An den Zahlen der jungen Menschen, die verweigern wollen, sehe man, dass Gefahr drohe, das Thema gegen die Wand zu fahren.

Auf Nachfrage zu der Aussage von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) gegenüber der «Bild», dass «gewaltbereite linke Gruppen und Chaoten aus dem migrantischen Milieu» die friedlichen Demonstrationen gekapert hätten, sagte Özdemir, dass man teilweise sehe, dass es da eine «statistische Häufung» gebe. «Das wird auch nicht schön gedreht, das wird auch nicht unter den Teppich gekehrt.» Er habe Innenminister Manuel Hagel (CDU) gebeten, dass er sich das genau anschaue.

Am Wochenende hatte die Initiative «Gen Z regelt» bundesweit zu Protesten aufgerufen. Zehntausende gingen größtenteils friedlich unter anderem gegen die Wehrpflicht, für mehr Klimaschutz und mehr Geld in Schulen auf die Straße. Die Initiative distanzierte sich anschließend von teils gewalttätigen Ausschreitungen, die größtenteils im Anschluss an die Proteste stattfanden. News4teachers / mit Material der dpa

Auschreitungen nach Schülerprotesten: Wie leichtfertig dürfen verantwortliche Politiker junge Migranten zur Haupttätergruppe erklären?

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Kompetenzen verbessert: Mehr Leseunterricht an Grundschulen zeigt Wirkung

03. November 2026 um 06:27

SCHWERIN. Seit zwei Jahren gibt es den Leseband an den Schulen im Nordosten. 20 Minuten am Tag zusätzliches Lesen sind nicht viel, doch die ersten Ergebnisse machen Hoffnung.

Lesen fällt nicht immer leicht. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Das Bildungsministerium in Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich zwei Jahre nach Einführung des erweiterten Leseunterrichts zufrieden mit der Bilanz. Die Einführung des Lesebands 2024 für rund 76.000 Grundschüler sei wichtig gewesen, denn die Lesekompetenzen hätten sich dadurch deutlich erhöht, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg (Die Linke) auf einer Pressekonferenz. Sie beruft sich dabei auch auf Erkenntnisse einer wissenschaftlichen Studie. Klar ist aber auch: Das Bildungssystem im Land weist weiter Mängel auf.

20 Minuten zusätzlich Lesen am Tag, heißt es seit 2024 für alle Grundschüler in MV. Der Grund dafür waren schwache Fähigkeiten sowohl beim Lesetempo als auch beim Leseverständnis der Kinder. Vor Einführung des Lesebands hätten die Lesekompetenzen in MV fast durchgängig unter dem bundesweiten Durchschnitt gelegen, teilte Kathrin Mahlau von der Universität Greifswald mit. «Die Lücken zur Norm werden kleiner», lautet ihr Fazit.

Zweitklässler konnten am Ende der Testphase doppelt so viele Wörter lesen wie zuvor. In den Klassen 3 und 4 hat der Leseband auch effizient das Leseverständnis erhöht. Deswegen soll der Leseunterricht nach Vorstellung des Bildungsministeriums auch auf die Klassen 5 und 6 ausgeweitet werden. «Ich brauche Textverständnis für jedes Fach», begründet Oldenburg ihr Werben für mehr Lesen.

Bis zum Matheband dauert es noch eine Weile

Analog dazu plant die neu zu bildende rot-rot-grüne Koalition die Einführung eines Mathebands. Dabei gehe es um tägliche mathematische Übungen, sagte Oldenburg. Vor allem das Kopfrechnen soll gestärkt werden. Mit der Erarbeitung des Programms dafür hat das Ministerium vor zwei Jahren schon begonnen. Dennoch wird es wohl noch bis zum übernächsten Schuljahr dauern, bis es tatsächlich an die Schulen kommt. Oldenburg begründete dies unter anderem mit den nötigen Fortbildungen für Lehrer. News4teachers / mit Material der dpa

Mehr Zeit zum Lesenlernen: „Leseband“ wird (nach guten Erfahrungen) ausgeweitet 

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McMichael-Umbau erreicht 100 Millionen CAD an öffentlichen Mitteln

Kanada stellt weitere 25 Millionen CAD für den Umbau der McMichael Canadian Art Collection bereit und verdoppelt damit den Bundesbeitrag auf 50 Millionen CAD. Zusammen mit Ontarios Zusage von bis zu 50 Millionen CAD steigt die angekündigte öffentliche Finanzierung auf 100 Millionen CAD. Der Ausbau soll kanadischer und indigener Kunst mehr Ausstellungsraum, bessere Bedingungen für...

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Glasgow prüft Rückgabeforderung für Nekhts Überreste

Glasgow Life hat bestätigt, dass eine Forderung nach Rückgabe der sterblichen Überreste des altägyptischen Priesters Nekht an Ägypten eingegangen ist. Genehmigt wurde die Rückgabe bislang nicht. Der dauerhafte Sammlungskatalog der Stadt macht deutlich, warum der genaue Umfang entscheidend ist: Er beschreibt ein erwachsenes Skelett in einem bemalten, für ein Kind bestimmten Sarg – nicht einfach...

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Graffiti-Buchstaben – 42 kostenlose Vorlagen zum Ausdrucken

Hier findest du 42 Graffiti-Buchstaben-Übungsblätter zum Nachspuren, Abschreiben und freien Nachzeichnen. Du siehst einzelne Buchstaben mit dicken, klaren Formen. Viele haben eine 3D-Kante, einen Tiefenblock oder einen Schatten. Dazu gibt es eine Übersicht des ganzen Alphabets, auch mit Ä, Ö und Ü. Du beginnst mit dem Nachspuren, schreibst die Form dann daneben noch einmal ab...

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Pflicht-Wochenstunde für Berufsorientierung kommt – zulasten des Fachunterrichts? 

03. November 2026 um 17:56

DÜSSELDORF. Mehr Berufsorientierung, längere Praktika und eine gezieltere Förderung: Nordrhein-Westfalen will Schülerinnen und Schüler künftig systematischer auf den Übergang ins Berufsleben vorbereiten. Dafür soll in den Klassen 8 bis 10 eine verbindliche Wochenstunde eingeführt werden, auch an Gymnasien sollen Jugendliche mehr Zeit in Betrieben verbringen. Wirtschaft und Handwerk begrüßen die Pläne. Doch Lehrkräfteverbände warnen vor zusätzlichen Belastungen und fehlenden Ressourcen. Der Philologenverband stellt darüber hinaus eine grundsätzliche Frage: Soll die Berufsorientierung an allen Schulformen gleich aussehen – und womöglich auf Kosten des Fachunterrichts gehen?

Weniger ist weniger. Karikatur: News4teachers

Die berufliche Orientierung in den nordrhein-westfälischen Schulen soll gestärkt und passgenauer auf die Jugendlichen zugeschnitten werden. Dazu soll in den Jahrgängen 8, 9 und 10 eine verbindliche Wochenstunde zur Berufsorientierung eingeführt werden.

Die Minister für Schule und für Arbeit, Dorothee Feller und Karl-Josef Laumann (beide CDU) sprachen bei der Vorstellung der Pläne in Düsseldorf von einem großen Sprung. Spitzenvertreter aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften, Arbeitsagentur, Kommunen und Wohlfahrt – zusammengeschlossen im sogenannten Ausbildungskonsens NRW – hatten sich zuvor auf ein Maßnahmenpaket geeinigt.

Mehr Praxis für Schüler

Dazu gehört auch, die Praxisphasen in den Unternehmen – derzeit je nach Schulform 18 bis 24 Tage – um ein Drittel auszubauen. Das gelte für alle Schulformen, auch Gymnasien, sagte Feller. «Alle Schülerinnen und Schüler sollen die Möglichkeit erhalten, bei Berufsfelderkundungen oder Praktika Handwerks- und Industriebetriebe kennenzulernen.»

Für die verbindliche Wochenstunde zur Berufsorientierung würden jetzt die Lehrpläne geschrieben. «Wir werden das zu Beginn des nächsten Schuljahres zunächst freiwillig anbieten und dann gemeinsam Erfahrungen sammeln», kündigte die Ministerin an. Erst danach werde die Neuerung verbindlich. Die Stunde solle von den regulären Lehrkräften erteilt werden. Eine erste Erprobungsphase an 16 Schulen habe bereits positive Rückmeldungen gebracht.

«Diese Stunde schafft Zeit, um praktische Erfahrungen vor- und nachzubereiten und die Jugendlichen kontinuierlich bei ihrer Berufswahl zu begleiten», erklärte Feller. Gleichzeitig sollten externe Partner stärker in die Schule geholt werden. «Wenn Beratungsfachkräfte oder Menschen aus Betrieben mit Jugendlichen ins Gespräch kommen, werden berufliche Möglichkeiten anschaulich.»

Kompetenzcheck für alle: Welcher Beruf passt?

Zudem soll ab dem Schuljahr 27/28 ein digital unterstütztes Instrument zur Kompetenzfeststellung und individuellen Förderung eingeführt werden, das bereits erfolgreich erprobt worden sei. Es erfasse Interessen und Kompetenzen und gleiche sie mit 16 Berufsfeldern ab, erläuterte Feller. «Die Ergebnisse sollen im Weiteren schulischen Prozess regelmäßig aufgegriffen werden.»

Darüber hinaus sollen Jugendberufsagenturen flächendeckend als Kooperationsstruktur etabliert werden, um vor allem denen zu helfen, die besonders große Unterstützung brauchen, um zu einer Lehrstelle zu kommen, wie Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) erläuterte. An dieser Schnittstelle von Arbeits- und Jugendämtern stehe eine sehr viel breiter angelegte Unterstützungsstruktur zur Verfügung.

«Es geht schlicht und ergreifend darum, dass man einen Beruf findet, der zu einem passt», sagte Laumann. Neben der Schule bleibe dies natürlich auch Aufgabe von Elternhäusern, die künftig ebenfalls stärker in die Berufsberatung und gemeinsamen Angebote eingegliedert werden sollen.

Unterstützung ja, Wolkenkuckucksheim nein

Die Beratung werde in allen Schulformen angeboten und solle über akademische wie berufliche Ausbildung gleichermaßen informieren, betonten die Minister. Dabei dürfe nicht vernachlässigt werden, die jungen Leute an realistische Ziele heranzuführen, sagte Laumann.

So sei er auf einer Berufsorientierungsmesse mit einer Hauptschülerin ins Gespräch gekommen, die Tierärztin werden wollte. Da müsse man dann auch klar sagen: «Also entweder machst du Abitur und kannst dir den Wunsch erfüllen, aber ohne Abitur wird es nicht gehen.» Bei aller Unterstützung sei es auch wichtig, dass «Wünsche aus dem Kuckucksheim rausgeholt werden».

Der VBE appellierte an die Landesregierung, die notwendigen Ressourcen für die beschriebenen Aufgaben nicht zu vergessen. «Wer Jugendliche auf ihrem Weg in den Beruf persönlich begleitet, braucht Zeit – Zeit für Gespräche, für Praktikumsbesuche und den Austausch mit den Betrieben und nicht zuletzt auch Zeit für die notwendige Elternberatung», mahnte die Landesvorsitzende Anne Deimel. Ähnlich äußerte sich der Deutsche Gewerkschaftsbund.

Der Philologenverband warnt davor, die zusätzliche Berufsorientierung zulasten des regulären Unterrichts einzuführen. „Wir fragen uns, wo die verbindliche Stunde pro Woche herkommen soll, die für die Berufliche Orientierung in den Klassen 8, 9 und 10 vorgesehen ist“, erklärte die Landesvorsitzende Sabine Mistler. „Wenn die Berufsorientierung wie geplant in die Schule verlegt wird, darf dafür kein Unterricht ausfallen.“ Angesichts des Lehrkräftemangels und bereits laufender Reformen, insbesondere der Rückkehr zu G9 und der bevorstehenden Oberstufenreform, bezweifelt der Verband, dass Schulen die zusätzlichen Aufgaben ohne weitere Ressourcen bewältigen können. Das gelte auch für die geplante intensivere Elternberatung. Mistler betonte: „Wir können auf Fachunterricht nicht verzichten!“

Grundsätzliche Bedenken äußert der Philologenverband zudem gegenüber einer einheitlichen Berufsorientierung für alle Schulformen. Da nur ein geringer Teil der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten die Schule nach der zehnten Klasse verlasse, sei fraglich, ob gerade in der Sekundarstufe I zusätzliche verpflichtende Angebote sinnvoll seien. „Deshalb sollte Berufsorientierung dort nicht verstärkt in der Sekundarstufe I stattfinden“, erklärt Mistler. „Sie muss den unterschiedlichen Bildungszielen der einzelnen Schulformen Rechnung tragen. Ungleiches darf nicht um jeden Preis gleichbehandelt werden.“ Der Verband fordert deshalb schulformspezifische Lösungen statt eines einheitlichen Konzepts.

Die Vizevorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Franziska Müller-Rech, schlug in die gleiche Kerbe: Die Landesregierung liefere nur Überschriften, aber nicht die Lehrkräfte, den Zeitplan und das Geld dafür, kritisierte die Oppositionspolitikerin. «Wir brauchen weniger Zentralsteuerung und Besserwisserei aus Düsseldorfer Ministerien und stattdessen mehr Freiheit für die Schulen und Betriebe vor Ort.»

Blick weiten aus «verkopfter Schule»

Unternehmerverbände versprechen sich von den Maßnahmen hingegen eine deutliche Verbesserung der beruflichen Orientierung. «Für uns ist klar: Schülerinnen und Schüler müssen ihre praktischen Kompetenzen in einer sehr „verkopften“ Schule entdecken können und die reale Arbeitswelt besser kennenlernen», hob der Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertags, Berthold Schröder, hervor. Der Landesverband Unternehmer NRW spricht sich sogar dafür aus, bereits in der fünften Klasse mit einem systematischen Berufsorientierungsprozess zu beginnen. News4teachers / mit Material der dpa

Ausbildungskrise: Zehntausende Jugendliche finden keine Lehrstelle – Arbeitgeber machen (auch) die Schulen verantwortlich

 

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Digitales Lernen in Bewegung: Technologie ohne Bildschirm in der Schule

03. November 2026 um 16:52

Digitalisierung in der Schule bedeutet oft mehr Bildschirme. Tablets und Laptops gehören zum Unterricht, während sich Kinder und Jugendliche immer weniger bewegen. Laut der deutschen MoMo-2.0-Studie des Karlsruher Instituts für Technologie erreichen nur etwa 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen die WHO-Empfehlung von mindestens 60 Minuten Bewegung pro Tag (KIT, MoMo 2.0).

Picoo zeigt, dass digitales Lernen auch ohne Bildschirm funktioniert. Die Technologie steckt nicht in einem Tablet, sondern in den Picoo-Controllern, die die Schülerinnen und Schüler in der Hand halten. So verbindet Picoo den Reiz des Gamings mit Bewegung und Zusammenspiel, und die Aufmerksamkeit bleibt beim Miteinander und beim Lernstoff.

 

Von der Forschung auf den Schulhof

Die Idee hinter Picoo stammt aus der Wissenschaft. Picoo entstand aus einer Doktorarbeit über Motivation, soziale Interaktion und aktives Spielen an der Technischen Universität Eindhoven. Dieser forschende Ansatz ist geblieben: Wir entwickeln neue Spiele noch immer gemeinsam mit den Menschen, die damit spielen. Deshalb testen wir sie mit Schülerinnen und Schülern sowie Betreuungskräften an Schulen und in der Ganztagsbetreuung. So wissen wir sicher, dass ihnen die Spiele Spaß machen und verständlich sind.

Technologie, die du siehst, hörst und fühlst

Jede Spielerin und jeder Spieler bekommt einen Picoo-Controller. Licht, Ton und Vibration zeigen, was im Spiel passiert, zum Beispiel in welchem Team du bist oder wann du an der Reihe bist. Manche Spiele spielst du im Team, andere allein. Bei Teamspielen stellt Picoo die Teams automatisch zusammen. In jedem Spiel leitet Picoo den Ablauf, sodass die Schülerinnen und Schüler selbstständig nach klaren Regeln spielen. Der Controller erfasst auch Bewegung. Beim Spiel „Ampel“ rennst du zum Beispiel auf die andere Seite des Spielfelds. Leuchtet der Picoo-Controller rot, musst du stehen bleiben, und der Controller misst, ob du das auch wirklich tust.

Eigener Lernstoff im Spiel

Neben Bewegung bringt der Controller auch Lernstoff aufs Spielfeld. Dafür nutzen Lehrkräfte die Smartsleeves. Ein Smartsleeve ist eine Karte mit RFID-Chip in einer durchsichtigen Hülle. Neben die Karte schiebst du eine eigene Druckvorlage, zum Beispiel mit Rechenaufgaben, englischen Wörtern oder Begriffen aus Erdkunde. Die Picoo-Controller scannen den Chip und verarbeiten den Inhalt direkt in Spielen wie Doppelpack, Dreiklang und Linienlauf. Bei Doppelpack und Linienlauf üben die Schülerinnen und Schüler einzeln, während sie über den Schulhof rennen. Bei Dreiklang suchen zwei Teams im Staffellauf die drei Karten, die zusammengehören. In unserer Online-Bibliothek findest du fertige Sets mit Druckvorlagen, erstellt von Picoo und von anderen Lehrkräften.

Immer aktuell mit der Picoo-App

Wie andere digitale Lernmittel bleibt Picoo über Software auf dem neuesten Stand. Mit der kostenlosen Picoo-App spielst du die neueste Version auf die Controller. Manche Spiele startest du direkt aus der App. Die Spielebibliothek umfasst mehr als 60 Spiele und wächst jedes Quartal. Mit dem Infinite Play Pass erhältst du Zugang zu mehr als 55 Spielen.

Aus der Praxis: Eine Klasse testet Picoo

Wie das in einer echten Klasse aussieht, zeigte Lehrer Bernd Heilgemeir. Er ist bekannt durch den Instagram-Account @bewegtes_lernen und hat Picoo Anfang dieses Jahres mit seinen Schülerinnen und Schülern getestet. Sie spielten unter anderem Zombierun, Ampel, Maulwurfsmanie und die Pfannkuchenparade. In diesem letzten Spiel sammeln die Kinder Zutaten, mixen sie, indem sie den Controller kräftig schütteln, und backen so schnell wie möglich drei Pfannkuchen. Zwei Kinder nannten dieses Spiel ihren Favoriten! Bernd beschreibt Picoo als vielseitig und schnell in den Unterricht einzubauen. Nach einer kurzen Einführung in den Startablauf hatte seine Klasse viel Spaß. Sein Fazit: eine klare Empfehlung. Sieh dir seine Erfahrungen im Video auf YouTube an.

Für den ganzen Schultag

Bernds Erfahrung zeigt, wie schnell Picoo seinen Platz im Schultag findet. Du setzt Picoo als bewegte Lernform im Unterricht ein, als kurze Bewegungspause, auf dem Schulhof oder im Sportunterricht. Für die Grundschule und die weiterführenden Schulen gibt es eigene Spielepakete mit jeweils 15 Spielen. Im Ganztag bringt Picoo Kinder unterschiedlichen Alters in einem Spiel zusammen. Pädagogische Fachkräfte bleiben mit ihrer Aufmerksamkeit bei den Kindern, statt ein Spiel erklären und organisieren zu müssen. Die Spiele sind kontaktlos und es geht nicht darum, wer am stärksten ist, sodass alle mitmachen können.

Erst erleben, dann entscheiden

Erlebe selbst, wie digitales Lernen ohne Bildschirm an deiner Schule funktioniert. Mit deiner Schule oder deinem Ganztagsangebot probierst du Picoo zunächst in einer Testphase von 2 oder 4 Wochen aus. Entscheidest du dich innerhalb von 2 Monaten nach der Testphase für den Kauf eines Premium Sets, ziehen wir die Kosten der Testphase vom Kaufpreis ab.

Ein guter Vorsatz für 2027: mehr Bewegung im Klassenzimmer. Wir helfen dir gern dabei. Mit dem Code N4T-2026-PC erhältst du als Leserin oder Leser von News4teachers 25 % Rabatt auf eine Testphase. Plane Picoo direkt nach den Weihnachtsferien ein und sieh zu, wie deine Schülerinnen und Schüler ins neue Jahr rennen. Buchen und spielen kannst du bis einschließlich 28. Februar 2027.

Testphase anfragen

Mehr erfahren? Vereinbare ein unverbindliches Online-Meeting über https://meetings.hubspot.com/sjannet/introduction-picoo oder schreib an info@picoo.com.

Dies ist eine Pressemeldung/ein Advertorial der Infinite Play B.V.

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Lernen in Bewegung und ohne Bildschirm: Wie Picoo in der Schule die Fähigkeiten für das 21. Jahrhundert fördert

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„Das ist so langweilig…“

03. November 2026 um 15:42

Einmal in der Woche unterrichte ich jahrgangsstufenübergreifend ein Fach namens „Projekt Herausforderung“ – dabei sollen sich die Kinder einer selbstgewählten Herausforderung stellen und sie über ein halbes Jahr verfolgen.
Zu Beginn des Kurses habe ich mit den Jugendlichen der 9. und 10. Klasse ihre Interessen eruiert: Einige haben Hobbies, die sie gerne vertiefen, andere bereits ein konkretes Berufsziel vor Augen.

Zwei der Jungs wollen später im KFZ-Bereich arbeiten. Für den Kurs haben sie sich einen alten Rasenmäher-Motor organisiert und zerlegen ihn in Theorie und Praxis. Ihr Ziel ist, soviel von dem Aufbau zu verstehen, dass ein Bewerbungsgespräch in einer Werkstatt zum Selbstläufer wird. Für sie ist ist die Stunde jedesmal zu schnell vorbei.
Ein anderer Schüler möchte ein Klavierstück erlernen – und dies vielleicht auf der Zeugnisübergabe am Ende der Schullaufbahn spielen. Hier drehen zwei Schülerinnen einen Kurzfilm, dort erlernen drei Leute die Grundlagen des Programmierens.

Ursprünglich ging ich davon aus, dass die Jugendlichen mich mit verrückten Ideen überschwemmen würden: „Dinge, die ich schon immer mal machen/können/lernen wollte!“ Tatsächlich aber hatten viele von ihnen zu Beginn große Schwierigkeiten hatten, ein Thema zu finden.
Mein persönlicher Tiefpunkt heute: Eine Schülerin seufzt halblaut und jammert: „Das ist so langweilig.“

Ich finde diese Bewertung ganz spannend: Im Alltag werden wir (Kinder wie Erwachsene) die meiste Zeit über fremdbestimmt: Der Stundenplan gibt vor, was wann gelernt wird. Die Eltern entscheiden, was es zum Abendessen gibt. Und auch, wenn man Netflix guckt oder Computer spielt, wird einem das Denken und Entscheiden abgenommen: „Lehne dich zurück und konsumiere den Inhalt von anderen.“

Das macht das Fach „Projekt Herausforderung“ sehr viel anstrengender, als sich einige von ihnen das gewünscht hätten: Ich gebe keine Arbeitsblätter vor und auch keine Inhalte. Finde etwas, was dich wirklich interessiert und dann darfst du dich damit beschäftigen. Ein Lehrer unterstützt und besorgt z.T. sogar Material.

Ich bin beeindruckt davon, wie tief einige der Jugendlichen in ihr Themengebiet eintauchen – und ich bin gelinde amüsiert über jene, die das Fach als Qual empfinden und kaum in der Lage sind, etwas zu finden, was sie selbst interessiert. Tatsächlich glaube ich, dass es sogar wichtig ist, dieses Gefühl auszuhalten und sich – dann auch über mehrere Stunden – mit der Frage zu beschäftigen: „Was will ich eigentlich?“

Und wenn man sich selbst die Antwort schuldig bleibt, tut das erstmal weh.

Digitalpakt 2.0: Jetzt entscheidet sich, wie Schulen künftig digital arbeiten – der News4teachers-Themenmonat bietet Orientierung

03. November 2026 um 06:14

DÜSSELDORF. Der Digitalpakt 2.0 ist auf den Weg gebracht, die Verwaltungsvereinbarung unterzeichnet. Damit beginnt für Schulen und Schulträger eine entscheidende Phase: Welche Investitionen sind notwendig, welche Technologien sinnvoll – und wie lässt sich sicherstellen, dass digitale Ausstattung den Unterricht tatsächlich verbessert? News4teachers greift diese Fragen im November mit dem Themenmonat „Digitales Lehren und Lernen“ auf. Geplant sind tägliche Beiträge mit Analysen, Praxisbeispielen und Orientierungshilfen. Auch Unternehmen, Stiftungen und andere Akteure aus der Bildungslandschaft können sich beteiligen.

Orientierungshilfe (Symbolbild.) Foto: Shutterstock

Mit der Unterzeichnung der Verwaltungsvereinbarung durch Bundesbildungsministerin Karin Prien ist der Digitalpakt 2.0 einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Bund und Länder wollen in den kommenden fünf Jahren insgesamt fünf Milliarden Euro für die Digitalisierung der Schulen bereitstellen. Während die Länder die Förderverfahren konkretisieren, beginnt für die Schulträger die heiße Phase der Entscheidungsfindung: Welche Investitionen sollen vorbereitet, welche Schwerpunkte gesetzt werden?

Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Anschaffung von Computern oder Tablets. Leistungsfähige Netzwerke, digitale Lernplattformen, interaktive Displays und zuverlässige IT-Betreuung gehören ebenso zu den Voraussetzungen zeitgemäßen Unterrichts wie geeignete Software und die Qualifizierung von Lehrkräften.

Hinzu kommt die rasante Entwicklung Künstlicher Intelligenz. KI-Anwendungen können Lehrkräfte bei der Unterrichtsvorbereitung, der Differenzierung von Lernangeboten und der individuellen Förderung unterstützen. Gleichzeitig stellen sich neue Fragen nach Datenschutz, Urheberrecht, Prüfungskultur und Chancengerechtigkeit.

Welche Technologien brauchen Schulen wirklich?

Die Herausforderungen sind erheblich – nicht zuletzt, weil die Ausgangsbedingungen höchst unterschiedlich sind. Während manche Schulen bereits über eine leistungsfähige digitale Infrastruktur verfügen, fehlt es andernorts noch an stabilem WLAN, zeitgemäßen Endgeräten oder verlässlichem technischem Support.

Vor allem aber stellt sich eine pädagogische Frage: Welche digitalen Werkzeuge helfen Schülerinnen und Schülern tatsächlich beim Lernen? Welche Anwendungen erleichtern Lehrkräften die Arbeit? Und wie können Schulen verhindern, dass Investitionen in Technik an den Bedürfnissen des Unterrichts vorbeigehen?

Diesen Fragen widmet News4teachers im November einen eigenen Themenmonat unter dem Titel „Digitales Lehren und Lernen“. An jedem Werktag erscheinen redaktionelle Beiträge, die aktuelle Entwicklungen aufgreifen, wissenschaftliche Erkenntnisse einordnen und Beispiele aus der Schulpraxis vorstellen.

Geplant sind unter anderem folgende Schwerpunkte:

  • Digitalpakt 2.0: Was jetzt auf Schulen und Schulträger zukommt
  • Digitale Infrastruktur: WLAN, Netzwerke, Cloudlösungen und technischer Support
  • Digitale Ausstattung: Endgeräte, interaktive Displays und Präsentationstechnik
  • Lernplattformen und Unterrichtssoftware: Welche Lösungen sich im Schulalltag bewähren
  • Künstliche Intelligenz: Chancen für Unterrichtsvorbereitung, Diagnostik und individuelle Förderung
  • Neue Lernwelten: Robotik, 3D-Druck, Virtual und Augmented Reality
  • Schulorganisation: Wie digitale Anwendungen Kollegien entlasten können
  • Datenschutz und digitale Souveränität: Wie Schulen ihre Handlungsfähigkeit sichern
  • Fortbildung: Welche Kompetenzen Lehrkräfte für den digitalen Wandel benötigen
  • Praxisbeispiele: Wie Schulen digitale Technologien pädagogisch sinnvoll einsetzen

Der Themenmonat knüpft an einen Schwerpunkt an, den News4teachers bereits im November 2025 veröffentlicht hat. Auch damals standen die Erfahrungen von Schulen, aktuelle Entwicklungen und konkrete Lösungen für die Praxis im Mittelpunkt.

Gute Ideen und Erfahrungen aus der Praxis sind gefragt

Mit dem Themenmonat möchte News4teachers nicht nur über politische Entscheidungen und technische Entwicklungen informieren, sondern auch den Austausch zwischen Schulen, Wissenschaft, Bildungsverwaltung und Bildungswirtschaft fördern.

Denn die Digitalisierung von Schule ist eine gemeinsame Gestaltungsaufgabe. Schulträger müssen Investitionen planen und finanzieren, Schulleitungen tragfähige Konzepte entwickeln, Lehrkräfte neue Werkzeuge in ihren Unterricht integrieren. Wissenschaft und Bildungswirtschaft können dazu Erkenntnisse, Erfahrungen und Lösungen beitragen.

Deshalb sind auch Hinweise auf interessante Projekte, innovative Anwendungen und gelungene Praxisbeispiele willkommen. Unternehmen, Stiftungen, Verbände und andere Einrichtungen können sich darüber hinaus als Partner am Themenmonat beteiligen und passende Angebote vorstellen. Entsprechende werbliche Beiträge werden selbstverständlich transparent gekennzeichnet.

Die Beiträge erscheinen im November gebündelt auf der Startseite von News4teachers und bleiben anschließend dauerhaft online verfügbar.

Wer Anregungen zum Themenmonat hat, ein interessantes Praxisbeispiel vorstellen oder sich als Partner beteiligen möchte, kann sich an die Redaktion wenden: redaktion@news4teachers.de.

Eine Information der Agentur für Bildungsjournalismus.

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„Zukunftsstudie Schulmanagement 2026“ von Wolters Kluwer: Schon neun von zehn Schulleitungen nutzen Künstliche Intelligenz

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„Zukunftsstudie Schulmanagement 2026“ von Wolters Kluwer: Schon neun von zehn Schulleitungen nutzen Künstliche Intelligenz

03. November 2026 um 16:07

KI gehört für viele zum Arbeitsalltag – doch rechtliche Unsicherheiten und fehlende gemeinsame Strategien bremsen die weitere Entwicklung

HÜRTH. Künstliche Intelligenz ist im Schulleitungsalltag angekommen: Rund 91 Prozent der befragten Schulleitungen nutzen inzwischen KI für ihre Leitungsarbeit. Rund 62 Prozent greifen täglich oder regelmäßig darauf zurück. Gleichzeitig zeigt sich: Die Nutzung ist vielerorts weiter fortgeschritten als die Entwicklung gemeinsamer Strategien und verlässlicher Rahmenbedingungen. Datenschutz- und Haftungsfragen sowie fehlende Zeit zur Einarbeitung erschweren einen stärkeren oder sichereren Einsatz.

Dies sind Ergebnisse der „Zukunftsstudie Schulmanagement 2026 – Digitalisierung im Schulleitungsalltag“ von Wolters Kluwer, führender Anbieter von Fachinformationen, Software und Services. Die mittlerweile fünfte Untersuchung der Studienreihe beleuchtet, wie Schulleitungen und Schulträger den digitalen Wandel erleben und welche Unterstützung sie benötigen.

„Schulleitungen benötigen nicht nur leistungsfähige Werkzeuge, sondern vor allem verlässliche Informationen, praxisnahe Unterstützung und rechtssichere Handlungsmöglichkeiten“, erklärt Thomas Henseler, Verlagsleiter Bildungswesen bei Wolters Kluwer Deutschland. „Unser Ziel bleibt es, Schulleitungen und Schulträger dabei zu unterstützen, fundierte Entscheidungen zu treffen und die Chancen der Digitalisierung verantwortungsvoll zu nutzen.“

KI wird bislang vor allem für Textarbeit, Recherche und Informationsaufbereitung sowie zur Ideenfindung und Strukturierung eingesetzt. Rund 43 Prozent der Schulleitungen geben an, dass KI ihnen vor allem hilft, Zeit zu sparen. Weitere 31 Prozent sehen den wichtigsten Nutzen in der Unterstützung bei organisatorischen Aufgaben. Nur rund vier Prozent betrachten die Unterstützung strategischer Entscheidungen als ihren wichtigsten Anwendungsbereich.

Von der individuellen Nutzung zur gemeinsamen Strategie

„Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Frage nicht mehr lautet, ob KI genutzt wird. Entscheidend ist vielmehr, wie Schulen diese Nutzung pädagogisch, organisational und ethisch reflektieren“, sagt Prof. Dr. Mandy Schiefner-Rohs, Professorin für Allgemeine Pädagogik mit Schwerpunkt Schulentwicklung an der RPTU Kaiserslautern-Landau. Sie gehört zu den drei wissenschaftlichen Berater:innen der Studie.

An vielen Schulen fehlen bislang verbindliche Konzepte, Leitlinien oder gemeinsame Strategien für den KI-Einsatz im Schulleitungs- und Schulverwaltungsbereich. Nur rund sechs Prozent der befragten Schulleitungen berichten hier von einer klaren Strategie. Die große Mehrheit bewegt sich dagegen zwischen ersten Absprachen und Überlegungen, einzelnen Initiativen ohne Gesamtkonzept oder dem Fehlen einer bewussten Strategie. Die verbreitete individuelle Nutzung ist damit vielerorts noch nicht durch ein gemeinsames Vorgehen abgesichert.

„Die Herausforderung der Digitalisierung verschiebt sich von der technischen Ermöglichung zur institutionellen Verarbeitung. Entscheidend ist, wie Verantwortlichkeiten, Unterstützungssysteme und professionelles Handeln miteinander verbunden werden“, erklärt Prof. Dr. Kai Maaz, Geschäftsführender Direktor des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation und ebenfalls wissenschaftlicher Berater der Studie.

Rechtliche Orientierung und praxisnahe Fortbildungen gefragt

Rund 46 Prozent der befragten Schulleitungen nennen Datenschutz- und Haftungsfragen als Hürde für einen stärkeren oder sichereren KI-Einsatz. Rund 40 Prozent fehlt die Zeit zur intensiveren Einarbeitung, 38 Prozent sind unsicher, welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten. Eine grundsätzliche Skepsis gegenüber KI nennen dagegen nur rund neun Prozent.

Entsprechend deutlich fällt der Unterstützungsbedarf aus: Rund 84 Prozent wünschen sich speziell auf die Aufgaben von Schulleitungen zugeschnittene Fortbildungen. Nahezu ebenso viele halten praxisnahe Beispiele aus der Schulleitungsperspektive für hilfreich. Rund 81 Prozent wünschen sich rechtssichere Orientierungshilfen.

Die eigene KI-Kompetenz bewerten die Schulleitungen im Durchschnitt mit der Schulnote 2,84. Rund 40 Prozent schätzen ihre Fähigkeiten als gut oder sehr gut ein. Etwa jede fünfte befragte Schulleitung bewertet die eigene KI-Kompetenz dagegen nur als ausreichend, mangelhaft oder ungenügend.

Digitale Werkzeuge entlasten und schaffen neue Aufgaben

Auch über KI hinaus ist Digitalisierung fest in der Leitungsarbeit verankert. Rund 82 Prozent der Schulleitungen bezeichnen digitale Werkzeuge als festen Bestandteil ihres Leitungshandelns, 68 Prozent halten Digitalisierung dafür inzwischen für unverzichtbar. Zugleich berichten rund 65 Prozent, dass digitale Prozesse ihre Arbeit grundsätzlich erleichtern, aber auch zusätzlichen Aufwand verursachen. Weitere 32 Prozent erleben sie überwiegend als Erleichterung.

Dabei unterscheiden sich die Wahrnehmungen von Schulleitungen und Schulträgern: Nur rund 42 Prozent der befragten Schulträger sehen digitale Werkzeuge als festen Bestandteil des Leitungshandelns – gegenüber 82 Prozent der Schulleitungen selbst. Die beiden Gruppen beurteilen allerdings nicht zwingend dieselben Schulen. Schulträger setzen bei der Unterstützung vor allem auf schnellen, verlässlichen Support sowie geprüfte und datenschutzkonforme Werkzeuge.

„Die Studie zeigt, dass Schulleitungen den digitalen Wandel längst gestalten. Die eigentliche Zukunftsaufgabe besteht nun darin, aus persönlichen Erfahrungen gemeinsames Lernen in der Organisation hervorzubringen“, sagt Prof. Dr. Michael Schratz, Gründungsdekan der School of Education und ehemaliger Leiter der Leadership Academy an der Universität Innsbruck, der dritte wissenschaftliche Berater der Studie.

Fünfte Untersuchung zur Digitalisierung im Schulmanagement

An der Zukunftsstudie Schulmanagement 2026 beteiligten sich insgesamt 577 Personen. Darunter waren 389 Schulleitungen und 79 Vertreter:innen von Schulträgern. Weitere 109 Teilnehmende, etwa Lehrkräfte und Beschäftigte der Schulaufsicht, ordneten sich der Kategorie „Sonstiges“ zu. Die Zahl der Antworten variiert je nach Frage; die Angaben zur Häufigkeit der KI-Nutzung beruhen auf den Antworten von 342 Schulleitungen.

Die vollständige Studie steht hier zum Download bereit. 

Für das Schul- und Kitamanagement bietet Wolters Kluwer in Deutschland unter anderem hochwertige Fachinformationen auf Wolters Kluwer Online sowie praxisnahe Lösungen.

Pressekontakt

Steffen Martini
Senior Communications Specialist Wolters Kluwer Deutschland GmbH
Telefon: +49 (0) 2233 3760-7706
E-Mail: presseinfo@wolterskluwer.com

Dies ist eine Pressemiteilung von Wolters Kluwer Deutschland. 

 

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„Schulen müssen immer mehr zu lernenden Organisationen werden“ – Wie eine Ex-Lehrerin Kollegien bei der Digitalisierung berät

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Back Tales – Verschollen unterm Eis – Spielkritik

Von: Paddy
03. November 2026 um 15:15
Back Tales - Verschollen unterm Eis

Gemeinsam unterstützen wir Sophie in diesem Rätselabenteuer, um ihren verschollenen Bruder wiederzufinden. Bei Back Tales – Verschollen unterm Eis treffen wir regelmässig kleine Entscheidungen, die den Verlauf der Geschichte beeinflussen. Eine stabile Box mit über 120 Karten bildet die Grundlage

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