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Vier x drei x zwei x eins = Digitale Leistungsnachweise im Seminar

Von: woereal
11. September 2022 um 19:19

Vom E-Book über das Erklärvideo zum E-Portfolio – im Schulversuch geht es darum, das Spektrum der Leistungsnachweise zu erweitern. Es werden digitale Aufgabenformate entwickelt, die kooperative und kreative Heran-gehensweisen auch in Prüfungssituationen erlauben. Sie bilden dabei insbesondere diejenigen Kompetenzen ab, die junge Menschen für Studium, Beruf und ihr Leben in einer digitalisierten Welt brauchen. – zitiert nach „Prüfungskultur innovativ“

In einem früheren Artikel habe ich dargelegt, inwieweit ich versucht habe, das o.g. Leitziel des aktuellen Schulversuchs „Prüfungskultur innovativ“ in den Fächern Deutsch und Geschichte abzubilden. Zu Beginn des neuen Schuljahrs 22/23 möchte ich nun nochmals ein paar Gedanken zum Thema teilen und vor allem grob skizzieren, wie man die Arbeit in einem derartigen Projekt mit Studienreferendarinnen in die Ausbildung implementieren kann. Unter der Formel aus der Überschrift (4x3x2x1) kann man schon ablesen, dass dies mehrerer Komponenten bedurfte, die ich nun kurz aufschlüssle:

  • Vier: Im letzten Schuljahr betreute ich vier Geschichtsklassen im 2. Halbjahr, die von meinen Studienreferendarinnen Eva Neher und Nadja Sturm unterrichtet wurden. Als Ersatz für einen kleinen Leistungsnachweise definierten wir vier unterschiedliche Ideen, die o.g. Forderung aus dem Schulversuch möglichst nahe kommen sollte.
  • Drei: Ausdrücklich erwähnenswert ist, dass wir die folgenden Unterrichtssettings gemeinsam und kollaborativ entwickelt haben. Dabei gab es keine Denkverbote oder Hierarchien, die letzten Entscheidungen oblagen immer bei den Studienreferendarinnen, die in vielerlei Hinsicht von diesem Seminarprojekt profitierten.
  • Zwei: Aus meiner Sicht elementar ist, dass digitale Leistungsnachweise sich in zwei Bereiche einpassen lassen, die ich als absolute Gelingensbedingungen ansehe, wenn man das Thema auch an anderen Schulen voranbringen möchte. Zunächst muss es inhaltlich in den neuen LehrplanPLUS einbettbar sein (und vielleicht gerade bei Themen, bei denen die traditionelle Schulbücher nicht viel hergeben). Außerdem sollte ein wertiger digitaler Leistungsnachweis auch Kompetenzstufen erreichen, welche den Umfang und Aufwand lohnen. Hierbei setzten wir uns das Ziel, jeweils die Förderung der Urteils- und Narrativen Kompetenz herauszustellen.
  • Eins: Um unsere Abläufe zu strukturieren und mit den Schüler:innen transparent arbeiten zu können, setzten wir konsequent auf eine digitale Plattform – nämlich mebis. Dabei verfeinerten wir en passant auch unsere technisch-pädagogischen Kompetenzen.
Vorbereitung, Durchführung, Bewertung, Feedback 

Die nun folgenden Unterrichtsbeispiele wurden im März-Mai 2022 durchgeführt. Zur Vorbereitung erarbeiteten wir zunächst analog in einer doppelstündigen Fachsitzung eine Zusammenschau der zu berücksichtigten Planungspunkte (siehe Slideshow unten). Zudem wurde schon eine konkrete „Lernproduktidee“ entwickelt und ein modifizierbarer Bewertungsbogen erstellt und diskutiert. Für die jeweiligen Klassen ergaben sich letztlich folgende Leistungsnachweise:

  • Klasse 6 (Lernbereich 8): „Menschen machen Geschichte“ – Die Schüler:innen sollten mithilfe von Pages eine Broschüre erstellen, die einen ihnen unbekannten Herrscher oder Herrscherin vorstellt. Gemeinsame und gelenkte Recherchephasen sowie die eigentliche Produkterstellung waren hierbei gefordert. Zudem sollte der „historische Pate“ mithilfe der Items aus der LUIGI-App „bewertet“ werden.
  • Klasse 7 (Lernbereich 4): „Perspektiven der Reformation“ – Die Schüler:innen führten ein fiktives Interview mit einem Protagonsten der Reformation. Als Produkt wurde eine Art „Podcast“ gewählt. Eigene und kollaborative Recherchephasen waren hier auch wiederum vorab zu leisten.
  • Klasse 8 (Lernbereich 7): „Protest, Aufstand und Revolution! Menschen kämpfen für ihre Freiheit“ – Die Schüler:innen schrieben fiktive Tagebucheinträge zu ausgewählten Ereignissen, bei denen Menschen protestierten. Außerdem wurde ein konkreter Steckbrief verlangt, der die jeweilige Person historisch triftig vorstellen sollte. Mit digitalen Feedbackphasen konnte die Lehrkraft auch den individuellen Schreibprozess bewerten und die Klasse während des Leistungsnachweises begleiten.
  • Klasse 9 (Lernbereich 4): „Mit Videos Geschichte erzählen: Die sog. „Gleichschaltung“ – Die Schüler:innen konzipierten ein Erklärvideo zu verschiedenen Bereichen der „Gleichschaltung“, entwickelten den Bewertungsbogen mit, recherchierten im Team und hatten zudem eine Zwischenfeedback in ihr Produkt einzuarbeiten.

Prinzipiell ergaben sich natürlich äußerst unterschiedliche Ergebnisse. Dennoch lag von Seiten der Schüler:innen beim Feedback im Fokus, dass eine signifikante Mehrzahl den höheren Aufwand im Vergleich zum traditionellen Leistungsnachweis wahrnahm, aber letztlich auch höhere Behaltensleistungen und weitere positive Aspekte, wie z. B. Lernen im eigenen Tempo, Kreatives Arbeiten möglich oder höhere Lernmotivation, erkannte. Für die Arbeit im Seminar ergaben sich für mich etliche Vorteile, da ich in den o.g. Wochen einen guten Einblick in die Planungskompetenzen der Studienreferendarinnen erhielt und zudem diese in einer anderen Lehrkräfterolle wahrnehmen konnte. Des Weiteren entstanden spannende Diskussionen bzgl. der Bewertungskriterien und der Bepunktung der einzelnen Schüler:innen-Beiträge. Es ist zu erwarten, dass die Teilnahme am Schulversuch auch für die Studienreferendarinnen einen enormen Zuwachs an Professionalisierung darstellte, den diese dann im Rahmen der prüfungsrelevanten „Schriftlichen Hausarbeit“ sicher gut nutzen konnten.

Sechs Gründe, warum der DCE-B eine gute Sache ist … und wie man ihn vor Ort implementieren könnte

Von: woereal
08. September 2022 um 09:17

Ganz neu ist er ja nicht mehr der DigCompEdu Bavaria, der bereits Ende 2021 vorgestellt wurde. Der „Referenz­rahmen (…), der ihnen zur Orientierung bei der Einschätzung der eigenen digitalen und medienbezogenen Kompetenzen dien(en) (soll)“  fasst nun verbindlich zusammen, welche Skills von einer Lehrkraft im „digitalen Segment“ abgedeckt werden sollen. Was zunächst nach Vorgabe und weiterem Arbeitsaufwand klingt, ist aber durchaus nicht so gemeint und kann eine gute Orientierungshilfe im „Online-Unterrichtsdschungel“ offerieren. Im Folgenden habe ich sechs Gründe notiert, die aus meiner Sicht belegen, warum der DCE-B eine gute Sache ist. Außerdem steht unser Dokument, mit dem wir den DCE-B im Studienseminar einführen und mit DiBiS verzahnen als Downloadangebot zur Verfügung. Sicher lässt sich diese Handreichung auch in Ihrem Kollegium – an Ihr Schulentwicklungskonzept angepasst – ggf. einsetzen, um dem DCE-B verständlich und übersichtlich implementieren zu können.

Aber warum ist der DCE-B nun aus meiner Sicht so hilfreich?

  1. Die 22 Teilkompetenzen sehen zunächst recht umfangreich aus und es ist sicher auch keine offensichtlich leichte Kost, wenn man alle 37 Seiten des offiziellen Dokuments ohne Anleitung durcharbeiten soll. Recht schnell wird man aber merken, dass man in vielen Bereichen auf keinen Fall bei Null anfängt. Etliche Aspekte definieren eher die (offene) Haltung einer Lehrkraft oder transferieren Aspekte wie Feedback in ein zeitgemäßes Gewand. Daher keine Angst vor der Erstlektüre – es wird nicht nur „digital“.
  2. Ausdrücklich erwähnenswert ist der „Charakter“ des DCE-B. Das Papier will fördern, nicht Mängel aufdecken. Es geht zunächst um die eigene Einschätzung, die nun schnell erhoben werden kann.
  3. Dies geht ganz einfach mit dem neuen „Selbstevaluationstool“. Im „Selbstversuch“ steht es nun jeder Lehrkraft offen, sich einzuschätzen.
  4. Der DCE-B schafft nun endlich Sicherheit und formuliert einheitliche Standards. Die sechs Kompetenzstufen sind stimmig definiert. Die hohe Granularität lässt auch Spezifizierungen zu und ist aus meiner Sicht motivierend.
  5. Mit dem DCE-B kann Schulentwicklung passgenau ihre schulinternen Fortbildungskonzepte upgraden, wenn der jeweilige Bedarf, ggf. mit dem Selbstevaluationstool, vorab ermittelt wurde. Vorschläge, wie man konkrete Themen den Kompetenzbereichen zuordnen kann, finden sich im Dokument am Ende des Artikels. Außerdem werden z. B. die Fortbildung der Stabsstelle (ALP Dillingen) „getaggt“. Man weiß also, wofür man sich anmeldet und was einen in den Sessions inhaltlich erwartet.
  6. Auch für das Studienseminar konkretisiert der DCE-B z. B. unser DiBiS-Projekt und stellt eine Verbindlichkeit dar, die hilft, unsere Referendar:innen zeitgemäß auszubilden. Hier wäre es sehr wünschenswert, wenn sich auch Kooperationen über die Schulgrenzen hinaus ergeben würden, um dieser Aufgabe gerecht werden zu können.

Last not least anbei der Downloadbereich unserer Broschüre: „Der DigCompEdu Bavaria feat. DiBiS“

Beispielseite der Handreichung

 

Andere Dateiformate oder Rückfragen gerne via Twitter oder per Mail an woe@real-euro.de.

Allen (bayerischen) Leser:innen einen guten Schulstart 22/23!

 

 

Der „Zukunftszirkel“ – ein möglicher Baustein für eine nachhaltige Schulentwicklung

Von: woereal
15. August 2022 um 17:37

Derzeit – Ferienzeit ist ja auch Lesezeit – kommt bei mir im #Twitterlehrerzimmer der Eindruck auf, dass recht redundante Themen, Thesen und Beiträge gepostet werden. Die bekannten Missstände werden teilweise ermüdend aufgezählt und beklagt. Praktische und schnell umsetzbare Tipps treten etwas in den Hintergrund. Natürlich ist das eine subjektive Einschätzung meinerseits, ich lasse mich gerne auch berichtigen;)!

Aus o.g. Gründen möchte ich im Folgenden eine (vielleicht tatsächlich neue?) Idee skizzieren, von der womöglich die Schulentwicklung vor Ort profitieren kann – der sog. „Zukunftszirkel“.

 

Ausgangslage

Womöglich ist es nicht ganz falsch, wenn man vereinfacht davon ausgeht, dass Schulentwicklung oft seitens der Schulleitungen oder einer wie auch immer zusammengesetzten Steuerungsgruppe angestoßen und getragen wird. Auf pädagogischen Tagen und Konferenzen werden die Ergebnisse präsentiert und in den jeweiligen Gremien (in Bayern wäre ggf. auch das sog. „Schulforum“ zu nennen) wird darüber abgestimmt. Einige wenige (oder mehrere) Personen, die meist auch schon länger an der jeweiligen Schule unterrichten, investieren viel Zeit in diese Prozesse. Anderen (vielen) fehlt entweder die Motivation oder die Gelegenheit sich in diese festen Strukturen einzubringen. Hohe Fluktuationsraten im Kollegium sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.

 

Eine unterschätzte Problematik?

Aus meiner Sicht wenig beachtet ist nun folgende Problematik. Gerade Lehrkräfte, die (relativ) neu an der jeweiligen Schule sind oder sich in der Ausbildung befinden / diese beendet haben, sind verständlicherweise in der Regel zurückhaltend, wenn es um Vorschläge für Schulentwicklungsimpulse geht. Weil diese Gruppe aber einen unverstellten Blick von außen haben sollte, liegen hier schlummernde Potenziale brach, wenn diese nicht „angezapft“ werden. Für unsere Schule, die Realschule am Europakanal in Erlangen, liegt der Prozentsatz von Kolleg:innen, die maximal zwei Schuljahre bei uns unterrichten, im signifikant zweistelligen Prozentbereich.

 

Der „Zukunftszirkel“

Hier setzt nun das Konzept „Zukunftszirkel“ an. Meine Idee sieht vor, dass eine „alte“ Lehrkraft den Zirkel als Moderator:in leitet bzw. einberuft. Die o.g. Gruppe nimmt am „Zukunftszirkel“ teil und lernt dadurch auch die anderen neuen Lehrkräfte gleich besser kennen. Themenbasiert werden Aspekte gesammelt, die in regelmäßigen Abständen dem Kollegium (z. B. im „Wort zum Freitag“) präsentiert werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei entweder auf der Formulierungen von Themenfeldern, die vielleicht an den ehemaligen Schulen „anders“ gehandhabt wurden oder an der aktuellen Schule bisher nicht repräsentiert werden.

 

Arbeitsweise

Prinzipiell könnte der „Zukunftszirkel“ mit einigen wenigen (Online-)Meetings auskommen. Um diese auch fruchtbar gestalten zu können, schlage ich folgendes Verfahren für die jeweiligen Sitzungen vor.

  1. Die „Zukunftszirkler:innen“ fokussieren sich auf ein bestimmtes Thema, was ihnen am Herzen liegt.
  2. Dieses wird „narrativ“ aufbereitet.
  3. Auf 1-2 Seiten werden die Idee, die Ziele, das „bisherige Vorgehen“ und später im Verlauf des Schuljahres eine mögliche Umsetzung vor Ort schriftlich (in einem kollaborativen Online-Tool) fixiert.
  4. Als Vorbereitung zur Sitzung werden die Dokumente vorab via schulinternen Messenger geteilt und verbindlich gelesen.
  5. Jedes Mitglied kommentiert das Dokument.
  6. Die Endversion, mit der alle „Zukunftszirkler:innen“ einverstanden sind, wird von der „alten“ Lehrkraft in ein Sitzungsprotokoll zusammengeführt.
  7. Das Ergebnisdokument der Sitzung wird allen Lehrkräften online via Messenger zur Verfügung gestellt.
  8. Bonus: Wenn an einem Aspekt weitergearbeitet wird, sind auch schon die Verantwortlichkeiten geklärt. Die neue Lehrkraft kann sich aktiv mit ihrem Herzensthema an der neuen Schule einbringen.

 

Wie formuliert man so etwas?

Mit ein paar einfachen Regeln kann der Arbeitsaufwand für die Beteiligten extrem minimiert werden:

  1. Kurze Sätze verwenden, auch Aufzählungen zulassen.
  2. Beispiele oder konkret Anekdotisches einfügen, um die Idee zu veranschaulichen.
  3. Auf die Voraussetzungen eingehen, die vorherrschen müssten, damit die Idee umsetzbar wird.
  4. Mögliche Auswirkungen auf Schüler:innen, Eltern und Lehrkräfte nennen.

 

Fazit

Sicher ist der „Zukunftszirkel“ noch nicht ganz ausgereift, daher stelle ich ihn ja auch hier zur Diskussion. Letztlich geht es mir darum, nachhaltige Schulentwicklung zu ermöglichen. Dazu gehören eben auch neue Lehrkräfte, die sich so sicher auch willkommener und wertgeschätzter fühlen. Zudem „kooperieren“ verschiedene Schulen dann ja auch indirekt miteinander, wenn gute Aspekte auch anderswo übernommen und ggf. modifiziert werden.

 

 

Braucht es wirklich „neue Fächer“? – eine Antwort von Armin Hanisch

Von: woereal
16. Juni 2022 um 09:41

Nein, diese neuen Fächer braucht es meiner Meinung nach nicht. Aus den im Blogpost angegebenen und anderen Gründen. Man könnte die Forderung sogar humoristisch auf den Kopf stellen, wie es Randall Munroe in seinem großartigen Comic-Blog in der Folge 435 tut:

Wenn alle Themen als Fach wichtig sind, ist keines davon wichtig und wir können alles auch als angewandte mathematische Grundprinzipien und die elementaren Naturkonstanten auffassen. 😉

Die heutige Welt verlangt immer mehr interdisziplinäre und interkulturelle Zusammenarbeit, immer mehr Kompetenzen im Bereich der Kommunikation, Zusammenarbeit und dem Lösen bisher unbekannter Probleme. Ein „Schubladendenken“, monokausale oder monothematische Ansätze helfen nicht mehr weiter.

Sehen wir mal davon ab, dass vor der offenen Frage, wer denn diese geforderten „neuen Fächer“ unterrichten soll, noch eine ganz andere Frage steht: Die der Erstellung eines Lehrplans für diese Fächer. All diese Felder, für die gerne ein neues Fach gefordert wird, unterliegen einem so schnellen Wandel, dass das Schulsystem mit seiner Latenz überhaupt nicht flexibel und schnell (von „agil“ möchte ich gar nicht sprechen, das wäre SciFi) genug reagieren könnte. Das zeigt sich beispielhaft in vielen Informatik-Lehrplänen, die dem, was nach der Schule auf die Schülerinnen und Schüler zukommt, immer weniger ähneln. Da ändert auch das eine Promille der engagierten Lehrkäfte nichts daran, die in Eigenregie und mit riesigem Engagement und Zeitaufwand wie Glühwürmchen durch das Dunkel der „digitalen Abgehängheit“ der großen Masse blinken.

Bleiben wir beim mal beim Fach Informatik (das in seinen Inhalten dann nicht Informatik, sondern eher „angewandte Informatik“, „Programmieren und Algorithmen“ oder gar das von den Puristen verpönte Wort „Informationstechnologie“ bietet). Gerade weil die Welt mehr und mehr auf Software, Daten und deren Verarbeitung basiert, ist eine „schmalbandige“ Auffassung des Fachs nicht mehr möglich. Wer heute außerhalb der Schule in diesem Bereich tätig ist, muss vor allem gute Englischkenntnisse besitzen, prägnant und klar kommunizieren können, Anforderungen und Sachzwänge in Workshops herausarbeiten und diese dann gegeneinander abwägen können. Interkulturelles Arbeiten und Kommunikationskompetenz in realen und virtuellen Umgebungen kommen ebenso dazu wie fachspezifisches Wissen des jeweiligen Einsatzfeldes. Danach kommt die vermeintliche „Informatik“ oder „Softwareentwicklung“ noch oben drauf.

Wie der Autor des Blogposts schreibt, sind „Fächer“ weder die Frage noch die Antwort. Aufgabe der Schule ist es, die Persönlichkeitsbildung, Sozialkompetenz und Fähigkeit zum lebenslangen Lernen zu fördern und bei der Vorbereitung auf die Lebens- und Arbeitswelt nach der Schule mitzuwirken. Das kann problemlos ohne eine Trennung in einzelne Fächer geschehen, denn die Frage wurde bereits im zugrundeliegenden Blogpost formuliert:

Warum also nicht im Fach Deutsch eine materialgestützte Erörterung zum Thema “Alltagskompetenzen”
bearbeiten lassen? Oder im Fach Geschichte die Umweltverschmutzung der historischen
Metropole Rom in den Fokus rücken?

— woereal im Blogpost [Braucht es wirklich “neue” Fächer?]

Es liegt an den Lehrkräften, die Möglichkeiten des Systems auszureizen und es bleibt ihnen und dem Schulsystem als Organisation nichts anderes übrig, als die zunehmende Vernetzung und Beschleunigung des Wandels mitzugehen, soll die Rolle der Schule bei der Vorbereitung auf die Welt nach ihr nicht noch weiter abnehmen.

Der Pädagogische Freiwurf (II) – Braucht es wirklich „neue“ Fächer?

Von: woereal
13. Juni 2022 um 10:35

Klima-, Digital-, Alltagskunde? Die Forderungen nach neuen Fächern reißen auch 2022 nicht ab. Die Motivlage dahinter leuchtet mir ja ein – wie soll sich Schule bzgl. neuer gesellschaftlicher Herausforderungen positionieren?

Was viele vergessen: Die Lehrpläne ermöglichen ja bereits das Setzen von eigenen Schwerpunkten oder das fächerverbindende Arbeiten (man muss es halt nur auch dementsprechend umsetzen). Gerade wenn man die Kompetenzorientierung ernst nimmt, sind die Inhalte ja, überspitzt formuliert, nur das Mittel um unsere Schüler*innen für die sich immer schneller drehende Welt fit zu machen. Warum also nicht im Fach Deutsch eine materialgestützte Erörterung zum Thema „Alltagskompetenzen“ bearbeiten lassen? Oder im Fach Geschichte die Umweltverschmutzung der historischen Metropole Rom in den Fokus rücken? Die Erstellung von Erklärvideos im Fach Chemie kann sicher dabei helfen, eine Versuchsanordnung nachzuvollziehen und die Beobachtungen zu dokumentieren. Wie wäre es, eine Projektwoche zu einem bestimmten – möglichst weit gefassten – Themenblock z. B. „Zeitgeist“ – durchzuführen, bei der Lehrkräfte, aber auch Schüler*innen oder Eltern Workshops übernehmen. Mit obligatorischem Bewerbungsverfahren seitens der Schüler*innen und Zertifizierung fürs eigene Portfolio.

Alle genannten Ideen sind nicht neu, aber umsetzbar. Auch in Zeiten des Lehrkräftemangels übrigens. Denn wer die geforderten „neuen“ Fächer konkret unterrichten soll, wird ja nie wirklich plausibel mitgedacht.

Der Pädagogische Freiwurf (I) – Die Didacta aus der Homeperspektive

Von: woereal
10. Juni 2022 um 10:11

Endlich wieder Didacta! Ein bisschen juckt es einen ja schon, wenn Deutschlands bekannteste Bildungsmesse nach der Covid-Zeit wieder stattfindet. Hingehen oder zuhause hinlegen? Mitmachen oder Mitlesen? Entscheidendes verpassen oder entscheidend enttäuscht werden?

Letztlich habe ich mich persönlich für die Homeperspektive entschieden. Und das war wohl auch ganz gut so. Die #Twlz-Bubble hat „uns“ digitalbegeisterte Lehrkräfte sicher ordentlich vertreten, so mein Mitleseeindruck. Dennoch scheint sich 2022 ein aus meiner Sicht besorgniserregender Trend fortzusetzen, der Rollback (der Rollkofferfraktion). Von echten Innovationen konnte ich jetzt nichts mitbekommen. Vielleicht ein falscher Eindruck. Die vielen, gut gemeinten Diskussionsveranstaltungen ermüden aus der Ferne. Vielleicht ein falscher Eindruck. Die Besucher*innen wollen immer noch lieber Analoges als Digitales. Ein oft via Tweets geteilter Eindruck. Dass Vernetzung keine Präsenz mehr braucht, zeigt indes wiederum mein persönliches Messehighlight – ein spontanes Gespräch mit David Steimel, der dankenswerter Weise aus der Ferne für mich einen wertvollen Kontakt herstellen konnte (folgt ihm auf Twitter;)).

Fazit: Ich bin froh, nicht gefahren zu sein. Einerseits habe ich damit Zeit gespart und die Umwelt geschont, andererseits finden die wahren Innovationen wohl in deutschen Klassenzimmern ab. Von Lehrkräften und Klassen – und da würde ich viel lieber öfter mal zu Gast sein.

Neue Prüfungsformate: Webseiten bauen als Leistungsnachweise

Von: migraf
01. Februar 2022 um 15:22

Leistungsnachweise und Prüfungsformate beschäftigen die Schulfamilie permanent. Dass diese ebenfalls der digitalen Transformation unterliegen, ist daher selbstverständlich. Erfahrungen aus dem Unterricht wurden hier zusammentragen:

Neue Prüfungsformate: Webseiten bauen als Stundenzusammenfassung

 

LALN (Leichte Alternative Leistungsnachweise)

Von: woereal
02. Januar 2022 um 11:56

„Prüfungen erwarte bis zuletzt.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Schon seit jeher ist das Thema ein Dauerbrenner – Wie halten wir Lehrkräfte es mit dem Thema Leistungsnachweise und deren Benotung? Und daran anschließend: Sind Ziffernnoten denn noch zeitgemäß? Bilden die Prüfungsformate noch die heutzutage geforderten 21st-century-Kompetenzen ab? Welche Rolle spielt die Corona-Pandemie in dieser aktuellen Diskussion?

Dies alles sind spannende, von mir nur ansatzweise beantwortbare Fragen. Im Rahmen des Schulversuchs „Prüfungskultur innovativ“ unter der Federführung des Bildungspakts Bayern gehen „wir“ (das sind 15 Modellschulen) diesen nun aber fundiert auf den Grund. In diesem Beitrag stelle ich drei von mir durchgeführte Ideen für sog. „kleine Leistungsnachweise“ vor, die aus meiner Sicht wenig Aufwand erfordern und auch recht schnell adaptierbar sind. Daher nenne ich sie kurz und knapp „LALN“.

 

LALN 1: Erstellung eines eigenen Leistungsnachweis „Erörterung“ (Deutsch Klasse 9)

Am Ende jeder Unterrichtseinheit steht oftmals die Frage der „Wiederholung des Stoffes“. In meiner 9. Klasse stand im November die 1. Schulaufgabe „Erörterung“ an. Statt eines traditionelles Tests wollte ich dieses Mal die Sache etwas anders angehen.

Ziel: SuS erstellen selbst eine „Stegreifaufgabe“ und wiederholen dabei die Lerninhalte der Unterrichtssequenz. Dabei müssen passende Kriterien gefunden werden und eine Musterlösung sowie eine einwandfreie Formatierung gewährleistet sein. Die Abgabe erfolgt über mebis (Aktivität „Aufgabe“).

Vorgehen: Als Einstieg erhalten die SuS eine Fake-Stegreifaufgabe, die sie adhoc bearbeiten sollen. Der „didaktische Schocker“ wird natürlich recht schnell aufgelöst, um Missverständnisse zu vermeiden. Nach einer gewissen Bearbeitungszeit wird die „Aufmachung“ des Leistungsnachweises analysiert und eigene Kriterien und mögliche Aufgabentypen gesammelt. Daran anschließend erhalten die SuS „hybride Arbeitszeit“ mit einem festen Abgabetermin.

Feedback/Fazit: Die SuS empfanden die Aufgabe als umfangreich, aber gut geeignet, um sich auf die Schulaufgabe vorzubereiten. Zudem wurde ein Lernprodukt erstellt und sich mit traditionellen Prüfungsformaten kritisch beschäftigt. Daher war aus meiner Sicht eine Benotung auch gerechtfertigt, eben weil sie nicht nur eine Wissensabfrage darstellte, sondern auch verschiedenste Arbeitsschritte von den SuS abverlagte.

 

LALN 2: Erstellung einer Sketchnote zum Themenkomplex „Stadt im Mittelalter“ (Geschichte Klasse 7)

Sketchnotes sind mittlerweile ein Klassiker, der aus meiner Sicht gut für alternative Leistungsnachweise geeignet ist. Um das sehr umfangreiche Kapitel „Stadt im Mittelalter“ einmal etwas „zusammenhängender“ anzugehen, erhielten die SuS die Aufgabe, sich selbstständig mit der Materie zu beschäftigen und ein „Sketchnote-Referat“ zu erstellen.

Ziel: SuS erstellen selbst eine „Sketchnote“ und erarbeiten dabei die Lerninhalte der Unterrichtssequenz. Dabei müssen passende Ressourcen gefunden werden und eine übersichtliche Lösung sowie ein gewisser inhaltlicher Umfang gewährleistet sein. Der Vortrag wird via Bildschirmaufnahme „vertont“, d.h. die SuS stellen ihre Ergebnisse mündlich vor. Die Abgabe des daraus entstandenen „Sketchnote-Clips“ erfolgt über mebis (Aktivität „Aufgabe“).

Vorgehen: Als Einstieg erhalten die SuS eine Einführung in die Sketchnote sowie Hinweise, welche Symbole sie z. B. verwenden könnten. Als Orientierung kann z. B. der gut geeignete Lernpfad vom ZUM Unterrichten verwendet werden. Daran anschließend erhalten die SuS „hybride Arbeitszeit“ mit einem festen Abgabetermin.

Feedback/Fazit: Die SuS erfanden die Aufgabe als recht umfangreich, konnten aber nach einer gewissen Gewöhnung an das Format selbstständig arbeiten. Eine Vorgabe, welchen Umfang die Sketchnote haben sollte, musste allerdings (noch) vorgegeben werden. Die Umsetzung der SuS war größtenteils recht ansprechend, eine Reflexionsphase ergab ordentliche Sachkenntnisse zum Thema „Stadt im Mittelalter“. Die SuS forderten eine Benotung ein, da sie diese Art von Leistungsnachweisen bevorzugen.

 

LALN 3: Erstellung eines Gedichteclips zu Eichendorffs „Nachtzauber“ (Deutsch Klasse 9)

Der „Erklärfilm“ ist auch so ein Evergreen, wenn es um neue Formate des Lehrens und Lernens geht. Pro und Contra zu diesem sind sicher schon genug veröffentlicht worden. In meiner Idee ging es aber nicht um das Konsumieren, sondern um die Erstellung eines eigenen Gedichteclips als „kleiner Leistungsnachweis“.

Ziel: SuS erstellen selbst einen „Gedichteclip“ und setzen dabei die Lerninhalte der Unterrichtssequenz „Romantik“ produktiv um. Im Unterricht wurde Eichendorffs „Nachtzauber“ analysiert und verschiedene YouTube-Clips gestreamt, bei denen mehr schlecht als recht das Poem rezitiert wird. Handlungs- und produktionsorientiert sollten die SuS aber nicht einfach nur ein weiteres Exemplar dessen erstellen, sondern eine Art „Kontergedicht“ unter der Überschrift „Tageshetze“ verfassen und bebildern. Der Vortrag wird wie oben schon erwähnt via Bildschirmaufnahme „vertont“, d.h. die SuS tragen ihr Gedicht mündlich vor. Die Abgabe des daraus entstandenen „Gedichteclips“ erfolgt über mebis (Aktivität „Aufgabe“).

Vorgehen: Die Epoche der Romantik wurde vorher im Unterricht ausführlich besprochen. Hierbei wurde der Schwerpunkt auf die im LehrplanPLUS genannten Motive gelegt und verschiedenste Texte und Gattungsformen thematisiert. Auch eine grundlegende Einführung in den Zeitraum wurde gegeben. Das kreative Um-, Weiter- und Neuverfassen von literarischen Vorlagen wurde an anderen Beispielen, auch in den Vorjahren, geübt. Insofern bildete das o.g. Ziel einen Abschluss der Unterrichtseinheit. Eine besondere Berücksichtigung erfuhr die Einhaltung des Urheberrechts. Die Software/App für die Erstellung des Clips wurde nicht vorgegeben.

Feedback/Fazit: Die SuS konnten sich recht schnell mit der Aufgabenstellung anfreunden, wenn auch manche durchaus Schwierigkeiten hatten, die Vorgabe des Originals zu kopieren (z. B. Reimschema). Der Fokus der Tageshetze lag bei vielen Beispielen vor allem auf der Vorweihnachtszeit, wobei die geforderten Romantik-Motive oftmals recht passend eingearbeitet wurden. In Sachen Urheberrechtseinhaltung und passender Bebilderungen mussten die Kenntnisse nochmals aufgefrischt werden. Die Benotung wurde als transparent von den SuS eingeschätzt, so dass der Bewertungsbogen wohl als brauchbar angesehen werden kann.

 

Die gezeigten Beispiele sind weder besonders kreativ oder sollen eine wie auch immer geartete „Benchmark“ darstellen. Sie sollen das sein, was oben angestrebt wurde – eine leichte Art neues Prüfen – unter den derzeit gültigen Rahmenbedingungen – zu ermöglichen und ein bisschen Anregung für Interessierte liefern. Dann kann das Goethe-Zitat vielleicht auch schnell ad acta gelegt werden. Denn Prüfen kann auch Spaß machen und dennoch herausfordernd sein (oder gerade weil diese Formate dies ja alle irgendwie sind?).

 

 

 

Ein Blick in die Glaskugel – das Schuljahr 21/22 wird KEIN normales werden dürfen!

Von: woereal
01. Mai 2021 um 10:13

„Voraussagen zu treffen ist sehr schwierig, speziell über die Zukunft.“

— Niels Bohr, Physiknobelpreisträger

Samstag, 01.05.2021 – Die Corona-Pandemie stellt alle Beteiligten am Schulleben weiterhin auf eine harte Bewährungsprobe. Stand jetzt kann ich persönlich nicht mal sicher sein, ob bei mir in der nächsten Woche Wechsel- oder Distanzunterricht stattfinden wird. Die Inzidenz- und Konsequenzregeln sind mir mittlerweile nicht mehr in jedem Fall klar. Flexibilität ist wohl das Schlagwort der Stunde, gerade auch für Familien und Schüler*innen, denen nun seit Dezember wieder einiges abverlangt wird. Dennoch: Einige Parameter deuten jetzt auf eine schrittweise Entspannung der Lage hin. Die Impfquoten steigen, auch Schulkinder könnten in den Sommerferien vielleicht schon den Pieks bekommen. Die „neue“ Normalität scheint step by step wieder zur „alten“ werden zu können. Also wird das kommende Schuljahr nach zwei „covidgeprägten“ wieder ein „normales“ werden?

Ich sehe das bei Weitem nicht so und halte es auch nicht für wünschenswert. Warum ich dieser Meinung bin, möchte ich anhand von einigen Aspekten beleuchten, die meiner Meinung nach in der derzeitigen Diskussion im #Twlz entweder zu kurz kommen oder aus meiner Sicht falsch gewichtet werden. Eine Debatte darüber fände ich äußerst anregend und spannend, denn letztlich gilt ja in diesem Fall auch das o. g. Bohr-Zitat. Folgende 10 Thesen halte ich aber für veröffentlichbar, um die zukünftigen Herausforderungen an die Organisation Schule definieren zu können.

 

  1. Eine komplette Umwälzung wird die Elternkommunikation erfahren. Die traditionelle Sprechstunde und Elternabende könnten abgeschafft oder verkürzt werden. Digitale Formate werden die Erreichbarkeit der Lehrkräfte erhöhen und auch die Arbeitszeit umschichten.
  2. Aspekte, wie z. B. die Lehrergesundheit müssen neu gedacht werden und auf o. g. Veränderung des Berufsbildes abgestimmt werden. Hierzu wird es professionelle Fortbildungsangebote geben müssen, die auf die Veränderung der digitalen Arbeitswelt abzielen, wovon Lehrkräfte bisher ja eher weniger tangiert wurden.
  3. Die Zusammenarbeit in den Lehrerkollegien wird intensiviert werden müssen. Schulleitungen werden Ideen, wie z. B. Kokonstruktion, stärker in ihren Medienkonzepten berücksichtigen und auch einfordern.
  4. Durch die Dienstgeräte, wenn sie denn letztlich da sind, werden alte Arbeitsabläufe hinterfragt werden. Es wäre wünschenswert, wenn dann im Laufe des nächsten Schuljahrs dann aber mit den neuen Devices viele der alltäglichen Verwaltungsaufgaben ortsungebunden erledigt werden können, was wiederum auch Fortbildungsbedarf bei den Lehrkräften darstellen wird.
  5. Bei Schüler*innen sollte die erfahrene Selbstwirksamkeit, die durch die eingeforderten Selbsttätigkeit beim „Lernen zuhause“ entstanden sein könnte, nicht im Präsenzunterricht wieder verkümmert werden. Es braucht aber auch Konzepte, wie man Selbsttätigkeit bei Schüler*innen anbahnt, die o. g. positiven Erfahrungen aber nicht gemacht haben. In diesem Zusammenhang braucht es auch ein Ritual – eine Feedbackkultur mit Konzept
  6. Völlig überbewertet werden Debatten über Videokonferezsysteme oder Plattformen. Natürlich werden manche Kolleg*innen – vermutlich letztmalig – liebgewonnene Traditionen aufgeben müssen, da sich an manchen Stelle eben die datenschutzrechtliche Grundlage geändert hat. Aber richtig ist doch auch, dass einmal erlernte Kompetenzen ja auch übertragbar sein sollten – ein Fakt, den man Schülern ja auch tagtäglich abverlangt.
  7. Die Initiativen für eine neue Prüfungskultur werden zunehmen. Der traditionelle Leistungsnachweis wird aber immer noch das Maß vieler Dinge sein, wenn man nicht die Gesellschaft, die Eltern und die Schüler*innen davon überzeugt, dass die dort abverlangten Kompetenzen nicht immer anschluss- und zukunftsfähig sind.
  8. Die Förderangebote, die geplant sind, werden vielfach auch digital ablaufen (müssen), um mehr Schüler*innen erreichen zu können.
  9. Es könnte dazu kommen, dass von staatlicher Seite weitergehende Initiativen gestartet werden, um digitale OER-Lerninhalte zu erstellen. Die Verlagerung weg von der Schulbuch-Gleichförmigkeit hin zu einer regelmäßigen Aktualisierung der Lerngegenstände würde auch der neuen Prüfungskultur gut tun.
  10. Der Beruf „Lehrkraft“ wird eine neue Aufwertung erfahren, wenn das neue Schuljahr eben kein normales werden wird. Die externen Push-Faktoren werden dafür sorgen, dass Schule sich aus sich selbst heraus erneuern kann. Dazu braucht es Vertrauen und kreativen Geist in den Schulleitungen vor Ort.

Die große Unbekannte ist dabei aber natürlich die Viruslage, deren Einflüsse ich nicht prognostizieren kann oder will. Dies sei am Schluss noch angemerkt. Es würde mich freuen, wenn wir über das neue Schuljahr – schon jetzt – ins Gespräch kommen würden. Denn Bildung geht uns alle an!

Hilfen zum Distanzunterricht

Von: migraf
07. Januar 2021 um 11:49

Hier haben wir Hilfen/Links zu Flyern für die Zeit des Distanzunterrichts verlinkt, die eventuell interessant sein könnten.

Hilfen für den Distanzunterricht

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