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Lese-Ansicht

Eine Woche ohne Fon

Beim letzten Besuch bei meinen Eltern habe ich mein Handy-Ladegerät bei ihnen vergessen. Zuhause habe ich erst mal ein zusätzliches Kabel besorgt, so dass ich Frau Raus Ladegerät benutzen konnte; das ging auch erst einmal und später nicht mehr so gut. Es ist das gleiche Problem wie mit dem eigenen Ladegerät: wenn ich das USB-C-Kabel in das Telefon stecke, muss ich erst einmal wackeln und schubsen, bis es Kontakt findet, und selbst dann klappt das nicht immer. Das hatte mich schon seit einer ganzen Weile gestört.

Also habe ich das halbvoll geladene Telefon ausgeschaltet und ein USB-C-Ersatzteil bestellt in der Hoffnung, dass das das Problem lösen wird. Diese Ersatzmodule sind bei meinem Fairphone ja sehr leicht auszutauschen, mit Versand kostet das 30 Euro.

Das Modul hängt aber noch in der Post, so dass ich jetzt eine Woche ohne Smartfon lebe. Es lebt sich überraschend gut.

  • Ich vermisse es, beim Einkaufen in der Stadt Podcasts zu hören, aber nicht sehr; es ist eher so, dass ich jetzt weniger Podcasts höre.
  • In der Schule brauche ich das Smartphone zur Anwesenheitskontrolle, aber da tut es mein Dienstgerät (ThinkPad Linux) auch.
  • Am störendsten ist das fehlende Deutschlandticket, das ich auf das iPad (privat) umgelegt habe, welches deshalb mitunter in der Tasche dabei sein muss.
  • Das einzige, was gar nicht geht, sind Bankgeschäfte, für die ich mein Telefon zur 2-Faktor-Authentifizierung verwenden muss.
  • Signal, WhatsApp, ByCS Messenger: Nutze ich ohnehin wenig, geht alles auch im Browser, aber bei WhatsApp habe ich das aktuell nicht konfiguriert und bei den anderen mir das Hineinschauen noch nicht angewöhnt. Ich lebe sehr gut ohne Direktnachrichten.
  • Fotos mache ich auch wenige, eher als Notizenersatz.
  • Gelesen habe ich in dieser Woche mehr auf Papier.
  • Gezahlt mehr per Karte oder bar.

Nachdem das recht kleine Austauschteil aus der Post kam, hat der Austausch keine fünf Minuten gedauert. Ich brauchte einen sehr kleinen Kreuzschlitz-Schraubenzieher, wie er im Haus war, also so größere Brillenschraubengröße, kein echtes Spezialwerkzeug. Und jetzt lädt das Gerät wieder problemlos. Der größe Aufwand war das Ein- und Ausräumen des Werkzeugskosten, wobei ich mir erlaubt habe, die Fahrradflicksets daraus zu entfernen und getrennt davon aufzubewahren. Wir lassen reparieren inzwischen.

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You don’t understand, I’m, like, with the band

1. You don’t understand, I’m, like, with the band

Im Podcast von Bill Nighy gibt es eine Kolumne, die heißt: You don’t understand, I’m, like, with the band. Darin stellen Hörer und Hörinnen Namen, Texte und Titel ihrer ersten Bands vor, sofern sie peinlich genug sind. Der Tonfall des vorgetragenen Titels macht die Situation klar, nämlich dass da jemand im Rahmen eines Bandauftritts am Eingang zurückgehalten wird, oder an der Kasse, oder beim Weg hinter die Bühne, weil er da nichts zu suchen hat und sich mit diesem Satz, er möge wahr sein oder nicht, die Erlaubnis zum Passieren einholen möchte.

So ähnlich war das am Samstag, den 24. Oktober 2026, als es in München eine Bloglesung gab, so ganz wie früher. Mequito, Novemberregen, die Kaltmamsell, Vannessa Giese (Draußen nur Kännchen) lasen aus Blogeinträgen vor, organisiert von Frau Klugscheißer. Unter dem Titel Rocky. Die Lesung traf man sich, denn der Schauplatz war das Boxwerk.

2. Das Boxwerk

Das Boxwerk in der Maxvorstadt, Haltestelle Theresienstraße, kannte ich bisher quasi nicht einmal dem Namen, sondern nur dem Aufkleber nach. Mit dem Slogan: „Tired of being fat and ugly? Just be ugly!“ werben sie seit 2009 in München für ihr Box-Etablissement. Also, Box-Studio, oder Box-Club. Wie heißt so etwas? Ich kenne das nur aus alten Filmen: Sandsäcke, punching balls, grunzendes Training, und in der Mitte ein Boxring (München 1972), mit einer Glocke in einer Ecke (saved by the bell) und Seilen an den Seiten (hanging on the ropes). Obligatorischer Verweis auf die Nummer „Baby, You Knock Me Out“ aus It’s Always Fair Weather (1955). Und als ich ankam, hörte ich noch das letzte das Klatschen von Leder auf Leder. Eher Clubatmosphäre als olympische Ziele, aber ich verstehe ja nichts davon.

Neben dem Boxen dient das auch noch als Kleinkunstbühne. Am zweiten Samstag im Monat gibt es Jazz, und auch sonst immer wieder Veranstaltungen.

3. Das Vorgeschehen

Ich hatte mit der Veranstaltung organisatorisch und auch sonst eigentlich nichts zu tun, gehöre also nicht wirklich zur Band, aber ich war für Eingang und Spendenbox vorgesehen (wenn auch nicht gebraucht), und wenn die Veranstaltung Eintritt gekostet hätte, hätte ich mich mit dem Sprüchlein an den Türstehern wohl durchschlängeln können. Der Eintritt war aber frei.

Eine lesende Partei war herzlich willkommener Übernachtungsgast bei uns, so dass ich bereits am Vorabend mit den Lesenden in einer Wirtschaft war (Linsen mit Spätzle in München! wenn auch die merkwürdigsten Spätzle, die ich je sah), früh ins Bett ging, während einige andere sich noch die halbe Nach, und eher mehr davon, um die Ohren schlugen.

4. Die Bloglesung

Bei der Lesung selber wurde nicht fotografiert, da war es draußen und drinnen dunkler, mit Beleuchtung auf der Bühne, also dem Boxring. Frau Klugscheißer moderierte den Abend und läutete die Glocke, die nautischer auf mich wirkte, als ich es erwartet hätte.

Drei der vier Texte kannte ich schon, einer war noch gar nicht veröffentlicht. Ich war da etwas befangen, aber ich glaube, inhaltlich und auch sonst kam die Veranstaltung sehr gut beim Publikum an.

Das Publikum war für mich ohnehin der Star der Veranstaltung. Das waren so 120, 140 Leute, aus bis zu siebenhundert Kilometer Entfernung eingereist. Alles Bloglesende und auch Bloggende, die Hälfte davon kannten einander, und ich auch, aber teilweise nur namentlich, teilweise auch nur spitznamentlich, teilweise von Mastodon, teilweise vom Sehen alle paar Jahre einmal (wenn das auch bei mir bei meinem schlechten Gesichtsgedächtnis peinlich wenig hilft), manchmal lag das letzte Treffen Jahrzehnte zurück. Es war eine merkwürdige Mischung aus Fremdeln und Vertrautheit, wie ich sie nur von Blogtreffen kenne. Nicht nur ich kann mit so vielen Menschen nicht gut umgehen, aber es wärmte mein Herz, das alles zu sehen. Ich steckte ja mit einem Bein im Auge des Orkans, ich weiß nicht, wie es den anderen ging.

Nicht dass es so viele Blogtreffen gibt. Vor zwanzig Jahren war ich mal bei einem solchen Treffen in München, auch von Frau Klugscheißer organisiert, und wenn sich die Internet-Lehrkräfte alle zwei in Kassel treffen, ist das anders, quasi fast schon dienstlich. Und vor zwanzig Jahren, da gab es noch viele Blogs, noch wenig oder gar nicht vermarktet, keine Influencer:innen, kein Instagram, kein Youtube, kein Tiktok. Die Leute von damals, sie behalten einander im Auge.

„Wer zählt die Völker, nennt die Namen?“, hätte mein Großvater vielleicht gesagt, dessen Schillerliebe sich im Sprachschatz meiner Mutter niederschlug. Frau Herzbruch war da, Susanne Opel, der Stadtneurotiker, Joriste, Cloud&gut, Dentaku, Cucina Casalinga, DonnerBella, Frau Croco und Partner, Giardino und die Möwe, Hafensonne & Fischköppi (von denen ich leider so gut wie nichts mitgekriegt habe), Oskar im Keller, Dirgis, Frau Stedtenhopp, Lilo, Findusine, und viele, die nicht kannte oder nicht traf, oder die mich erkannten und ich sie nicht. Die Weithergereisten trafen sich teilweise auch schon am Vorabend in Hotels. – Und sicher habe ich jemanden vergessen. Ich bitte um Entschuldigung.

(Ich war natürlich gerührt und verwirrt dass mich ein paar Leute auch auf mich ansprachen. Dass es tatsächlich Leute gibt, die hier gelegentlich mitlesen, mit Folgen in Form von Linuxinstallationen und anderem. Ich habe Pralinen gekriegt, und einen Keksanteil.)

4. Nach der Bloglesung

Nach der Bloglesung war man wieder aus, ich zwar auch bereits um Mitternacht wieder im Bett, aber andere machten wild Party, wie man Mastodon entnehmen konnte. Mit einer Energie, die ich nicht mehr habe; außerdem habe ich gerade Rücken und Familie.

5. Warum bei Feedly kein Thumbnail zu meinem Blog erscheint

Man nahm mich auf der Bloglesung, vielen Dank, zur Seite und zeigte mir, dass bei Feedly im Feedreader bei allen abonnierten Blogs ein kleines Bildchen, ein Thumbnail oder Icon, erscheint – nur bei meinem nicht!

Feedly setzt generische RSS-Bildchen, wenn vom abonnierten Feed keines kommt. Bei meinem Blog ist da aber einfach nur nichts beziehungsweise wohl ein kleines weißes Bild, das wie nichts aussieht. Eine Recherche im Web ergab gleichfalls nichts, außer dass manche Leute bei Feedly ähnliche Beobachtungen machten. Bei anderen Feedreadern womöglich auch, aber ich habe nur nach Feedly gesucht.

Bei Frau Croco steht zum Beispiel im RSS-Code im Image-Element innerhalb des Channel-Elements:

<image>
<url>https://i0.wp.com/crocodylus.blog/wp-content/uploads/2018/08/cropped-image-1.jpg?fit=32%2C32&ssl=1</url>
<title>croco</title>
<link>https://crocodylus.blog</link>
<width>32</width>
<height>32</height>
</image>

Und das verlinkte Bildchen wird im Feedreader auch angezeigt. Bei mir steht ganz ähnlich:

<image>
<url>https://www.herr-rau.de/wordpress/archiv/cropped-ava2square-32x32.jpg</url>
<title>LehrerInnenZimmer</title>
<link>https://www.herr-rau.de/wordpress</link>
<width>32</width>
<height>32</height>
</image>

Das verlinkte Bildchen (cropped-ava2square-32x32.jpg) taucht auch in meinem Feedreader (Inoreader) nicht auf: Stattdessen wird die auf dem Server liegende und lang vergessene Datei favicon.ico verwendet. Bei Mequito steht im Feed gar kein Image, angezeigt wird trotzdem eines, aber das durchaus vorhandene favicon.ico ist es auch wieder nicht. Sein Favicon erscheint da, wo es hingehört, im Browsertab; meine Seite zeigt im Tab dagegen just jene im Feed und fürs Blog angegebene Datei, die es bei Feedly nicht gibt, und eben nicht das Favicon.

Dass der Feedreader sich die Bilder aus verschiedenen Quellen ziehen kann, weiß ich; dass es vielleicht auch auf die RSS-Version oder gar Atom ankommt, auch. Wird das Bild einfach nicht aktualisiert, wenn es einmal falsch gespeichert ist? Aber auch bei einem neuen Abonnement zeigt Feedly bei mir nur das weiße Kästchen an. Sperre ich irgendetwas per htaccess aus? Ich glaube nicht. Sachdienliche oder auch andere Hinweise gerne an mich; ich nehme an, dass alle Feedly-Accounts das gleich handhaben, ich habe das nur bei Frau Rau testen können.

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Gedichte aktualisieren: The Heathen Pass-ee und Church Going

The Heathen Pass-ee

Aus alten Gedichtanthologien kenne ich „The Heathen Chinee“ (1870) von Bret Harte. Bret Harte ist ein für das spätere 19. Jahrhundert recht bekannter amerikanischer Schriftsteller, was auch immer das heute heißen mag. Er schrieb in seiner Gegenwart angesiedelte, nicht unlaunige Kurzgeschichten über den amerikanischen Westen („The Luck of Roaring Camp“ 1868).

Wikipedia entnehme ich, dass sich „The Heathen Chinee“ satirisch über die anti-chinesische Stimmung in Kalifornen lustig macht. Ich habe lange keine Englisch-Oberstufe mehr gehabt, aber da tauchte dieser Aspekt der Immigrationsgeschichte durchaus im Unterricht auf, bis hin zum Chinese Exclusion Act 1882. Aber natürlich ist auch die satirische Karikatur eines Chinesen eine Karikatur und rassistisch, und wenig überraschend ist der satirische Aspekt in der Rezeption verloren gegangen, so dass das Gedicht oft nur noch wortwörtlich-rassistisch oder auch nur als harmlos-lustig verstanden wurde. (Wikipedia zur Geschichte.)

Im Gedicht geht es um eine Warnung vor dem Chinesen, einem speziellen, Ah Sin genannt, aber implizit auch allen anderen. Dieser Ah Sin ist Teil einer Kartenspielerrunde irgendwo in einem Saloon im Westen, er stellt sich dumm und betrügt dabei die anderen Kartenspieler auf hinterlistige orientalisch-durchtriebene Art.

Es gibt eine Parodie des Gedichts, bald danach entstanden, „The Heathen Pass-ee“ von Arthur Clement Hilton (1851 – 1877). Darin geht es um einen Kandidaten an irgendeinem Oxbridge-College, der nicht weniger arglistig und heimtückisch bei Examensprüfungen betrügt: „For he fooled the examining Body / In a way I’m reluctant to tell.“ Und das, obwohl er so brav wirkt: „But his face it was trustful and childlike, / And he had the most innocent eye.“

The Heathen Pass-ee

Which I wish to remark,
And my language is plain,
That for plots that are dark
And not always in vain,
The heathen Pass-ee is peculiar,
And the same I would rise to explain.

I would also premise
That the term of Pass-ee
Most fitly applies,
As you probably see,
To one whose vocation is passing
The ‘ordinary B.A. degree’.

Tom crib was his name,
And  I shall not deny
In regard to the same
What that name might imply,
But his face it was trustful and childlike,
And he had the most innocent eye.

Upon April the First,
The Little-Go fell,
And that was the worst
Of the gentleman’s sell,
For he fooled the examining Body
In a way I’m reluctant to tell.

The candidates came
And Tom Crib soon appeared;
It was Euclid. The same
Was ‘the subject he feared’,
But he smiled as he sat by the table
With a smile that was wary and weird.

Yet he did what he could,
And the papers he showed
Were remarkably good,
And his countenance glowed
With pride when I met him soon after
As he walked down the Trumpington Road.

We did not find him out,
Which I bitterly grieve,
For I’ve not the least doubt
That he’d placed up his sleeve
Mr. Todhunter’s excellent Euclid,
The same with intent to deceive.

But I shall not forget
How the next day at two
A stiff paper was set
By Examiner U …
On Euripides’ tragedy, Bacchae.
A subject Tom ‘partially knew’.

But the knowledge displayed
By that heathen Pass-ee.
And the answers he made
Were quite frightful to see,
For he rapidly floored the whole paper
By about twenty minutes to three.

Then I looked up at U …
And he gazed upon me.
I oberserved, ‘This won’t do.’
He replied, ‘Goodness me!
We are fooled by this artful young person’,
And he sent for that heathen Pass-ee.

The scene that ensued
Was disgraceful to view,
For the floor it was strewed
With a tolerable few
Of the ‘tips’ that Tom Crib had been hiding
For the ‘subject he partially knew’

On the cuff of his shirt
He had managed to get
What we hoped had been dirt,
But which proved, I regret,
To be notes on the rise of the Drama,
A question invariably set.

In his various coats
We proceeded to seek,
Where we found sundry notes
And—with sorrow I speak—
One of Bohn’s publications, so useful
To the student of Latin or Greek.

In the crown of his cap
Were the Furies and Fates,
And a delicate map
Of the Dorian States
And we found in his palms which were hollow,
What are frequent in palms,—that is dates.

Which is why I remark,
And my language is plain,
That for plots that are dark
And not always in vain,
The heathen Pass-ee is peculiar,
Which the same I am free to maintain.

Arthur Clement Hilton

(Text aus dem Internet kopiert und korrigiert, wo die immer gleichen Tippfehler von Seite zu Seite weitergetragen werden.)

Das Gedicht ist ein wenig angestaubt, die Anspielungen sind nicht mehr gut zu verstehen. Ich hätte nicht wenig Lust, es einmal zu aktualisieren. Im Moment wird so viel vor Betrug durch Schüler und Schülerinnen in Prüfungen gewarnt, und es wird wohl auch tatsächlich mehr betrogen als früher, dass ich ein wenig den warnenden Gestus dieser Gedichte einnehmen möchte; wie lächerlich ich mich dann dabei fühle, würde ich dann ja sehen.

Church Going

So heißt eines der bekanntesten Gedichte von Philip Larkin, es ist auch wirklich gut. Ich kenne es seit meinen eigenen Leistungskurs-Englisch-Zeiten, wo wir das Gedicht und zwei Übersetzungen verglichen. Wir taten das oberflächlich, vermutlich, aber das Gedicht blieb hängen; es begegnete mir in der Anglistik auch immer wieder einmal.

Der Inhalt: Jemand besucht eine leerstehende Kirche. Das macht dieser Jemand (ich gehe mal von einem Mann aus) wohl öfter. Er beschreibt die Kirche, die Stille darin; er verlässt das Gebäude, reflektiert seine Gründe für diese Angewohnheit. Strophe für Strophe werden die Gedanken immer abstrakter, es geht um die Zukunft solcher Gebäude, was sie für Menschen bedeuteten, bedeuten, bedeutet werden. Auch die Wortwahl und der Satzbau werden immer komplexer. Jambischer Fünfheber, keine auffälligen reinen Reime, aber doch mindestens Assonanzen. Die erste der sieben Strophen geht so:

Once I am sure there’s nothing going on
I step inside, letting the door thud shut.
Another church: matting, seats, and stone,
And little books; sprawlings of flowers, cut
For Sunday, brownish now; some brass and stuff
Up at the holy end; the small neat organ;
And a tense, musty, unignorable silence,
Brewed God knows how long. Hatless, I take off
My cycle-clips in awkward reverence,

Auch hier hätte ich gerne eine Aktualisierung, ein ähnliches Gedicht, mit ähnlicher Stimmung, nur über Buchhandlungen. Buchhandlungen sind für mich immer noch etwas Besonderes; ich nehme sie wahr. (Gibt es nicht ein englisches Gedicht über jemanden, der an keiner Buchhandlung vorbeigehen kann? Ich habe nur eine Zeile bei Dorothy Parker gefunden, wo dieses Verhalten an Männern aber kritisiert und in eine Reihe mit anderen anstrengenden Verhaltensweisen gebracht wird.) Nur selten gehe ich noch hinein, ähnlich bei Antiquariaten, soweit es überhaupt noch welche gibt. Und in den Buchhandlungen fallen mir zuerst die vielen Produkte auf, die keine Bücher sind, Kaffee und Spiele und Geschenkartikel. Dennoch, ich habe noch eine Beziehung zu Buchhandlungen, und sei es von früher.

Once I am sure it’s busy and quite filled
I step inside, letting the doors slide to.
A bookshop, yet again: counters, tills,
And stacks of notebooks, lined or ruled.

Ah, da fehlt so viel, die Lautmalerei, Reim und Rhytmus, und vor allem das Auge für das richtige Detail. Irgendwann mal vielleicht, wenn ich pensioniert bin.

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Wochenrückblick Mitte Oktober 2026

Eine Kollegin sagt manchmal scherzhaft „Herr Rau“ zu mir, und auf einer semiprivaten Videokonferenz wurde ich diese Woche auch so bezeichnet. Letzteres liegt vielleicht nur an meiner E-Mail-Adresse, die ein „herr-rau“ im Namen hat, aber dennoch frage ich mich da immer, ob das eine Anspielung auf meine Online-Identität ist.

Ich habe eine Vertretungsstunde in einer 6. Klasse gehalten. (Es waren insgesamt mehrere diese Woche; viel los gerade.) Die Schülerinnen und Schüler hatten gerade ihre neue Schullektüre dabei; es war Emil und die Detektive. Ich durfte den Anfang des von mir sehr geschätzten Vorworts (siehe: https://www.herr-rau.de/wordpress/2014/10/kochbuecher-lesen.htm) vorlesen und noch etwas zum Buch sagen, dann lasen sie den Rest alleine. Und zwar ruhig und interessiert und konzentriert. So wie das später nicht mehr der Fall ist.

Vielleicht sollte ich auch in der, sagen wir, 10. Klasse als Lektüre Emil und die Detektive lesen. Aufbau und Intertextualität und Erzählperspektive und was man sonst alles machen soll, das kann man mit diesem Buch ähnlich machen wie Homo Faber. Und man lernt mehr daraus als aus den Tributen von Panem oder Harry Potter.

Ich war jetzt schon zweimal schwimmen im Hallenbad in Sichtweite der Schule. Nur 25-Meter-Bahnen, aber dafür wenig los und so wenig sportlich, dass ich mich jetzt unter die Sportschwimmerbahnen gewagt habe.

Immer mehr Schulen wollen den Kindern dabei helfen, ihre Finger vormittags von den Smartphones zu lassen. Verbieten kann man das Mitführen nicht, das Verwenden kann man dagegen ahnden. Es gibt viele technische Lösungen dazu, denen ich sehr skeptisch gegenüberstehe, oder so einfache wie diese scherzhaft „Adventskalender“ genannte Konstruktion:

Mit allen Vor- und Nachteilen. Man möchte das Ding in der Vorweihnachtszeit aber wirklich auch zweckentfremden.

Ich wünsche mir ja sehr, dass Kinder kein Smartphone nutzen. Ja, für manche ist das ein tolles Werkzeug, für die meiste nicht. Wie man dorthin kommt, weiß ich aber nicht; Verbote sind schwierig. Ähnlich KI, da bin ich auch dagegen, egal was die ganzen Richard David Prechtls der Pädagogik dazu sagen. Bayernweit wird wohl enorm viel betrogen in der Schule, mit Smartphone, heimlichem Foto der Aufgabenstellung, und KI. Der Ehrenkodex der Schüler und Schülerinnen verbietet es, da selber etwas zu unternehmen. Ich fürchte aber, dass es ohne deren Mithilfe nicht gehen wird.

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Wenn du Blumenkohl kriegst, machst du Blumenkohl

In der Kiste des Kartoffelkombinats war ein großer Kopf Blumenkohl, fast 2 Kilo schwer. Ich habe nicht viele Blumenkohlrezepte; ihn zu kochen ist in diesem Haushalt verboten. Sonst wird hier meistens Aloo Gobi, indischer Blumenkohl mit Kartoffeln, daraus, diesmal wollte ich anderes.


Aus der einen Hälfte enstand:

Blumenkohl in Filo

Quelle: https://ottolenghi.co.uk/pages/recipes/curried-cauliflower-cheese-filo-pie

(Bilder: Frau Rau)

1. Blumenkohröschen im Ofen garen.

  • 700g Blumenkohlröschen mit
  • 2 tl Currypulver,
  • 1 1/2 EL Olivenöl,
  • 1/2 tl Salz und
  • Pfeffer

bei 180° Umluft/200° sonst im Ofen für 20 Minuten leicht braun werden lassen.

2. Eine Käse-Bechamel machen.

  • 50 g Butter in einem Topf schmelzen, leicht braun werden lassen und
  • 75 g Mehl einrühren, dann nach und nach mit
  • 675 ml Milch aufgießen und umrühren, bis die Bechamel dick wird, einige Minuten weiter köcheln; vom Herd ziehen

In die Bechamel einrühren

  • 2 Knoblauchzehen, zermatscht
  • 1 1/2 EL Senf
  • 150 g Käse, grob gerieben
  • 1/4 tl Salz

3. Die Springform mit Teigblättern vorbereiten.

  • 50 g Butter schmelzen und mit
  • 1 1/2 EL Olivenöl mischen

Eine Springform von 23 cm Durchmesser mit Backpapier auskleiden.

  • 6 Blätter Filo-Teig (bei mir waren es 7, wegen Packung) nach und nach mit der Butter-Öl-Mischung bepinseln und mit der bestrichenen Seite so in die Springform legen, dass der Boden und Rand bedeckt ist und ein guter Teil Teigblätter übersteht

4. Zusammenbauen und backen.

Dann die Hälfte der Käsebechamel auf dem Boden verteilen, die Blumenkohlstücke darauf verteilen, die andere Hälfte der Bechamel darüber gießen und die überhängenden Teigteile als Deckel darüberknüllen oder falten.

Jetzt ist das Basteln erledigt. Die volle Springform kommt bei 170° Umluft (190° ohne) für 30 Minuten in den Ofen. Danach den Rand der Springform entfernen und weitere 25 Minuten backen.

Das ganze suppt vielleicht ein wenig.

5. Am Schluss dekorieren.

Mit

  • Petersilie und
  • Zitronenschale gerieben

anrichten.


Aus der zweiten Blumenkohlhäfte wurde:

Blumenkohl auf Bohnencreme

Quelle: https://www.moeyskitchen.com/2021/03/blumenkohl-mit-bohnen-creme.html

1. Blumenkohlröschen im Ofen garen

Auf einem Backbech:

  • 700 g Blumenkohlröschen mit
  • 3 EL Olivenöl,
  • 1/4 tl Krezukümmel,
  • 1/4 tl Currypulver oder etwas ähnlichem (Harissa-Gewürz),
  • 1/4 tl Kurkuma
  • Salz
  • Pfeffer

ausbreiten und bei 180° Umluft (200° ohne) für 20 Minuten gar werden lassen. Letztlich ähnlich wie im Rezept oben. Abkühlen lassen.

2. Die Bohnencreme machen

  • 1 Dose weiße Bohnen (ca. 250 g Abtropfgewicht) abgießen, mit
  • 125 g griechischer Joghurt,
  • 1 Knoblauchzehe gematscht,
  • Saft von 1/2 Zitrone,
  • 2 EL Olivenöl,
  • 1/4 tl gemahlener Kreuzkümmel,
  • Salz,
  • Pfeffer

pürieren, abschmecken.

4. Anrichten

Die Bohnen-Creme hübsch auf Teller streichen und die lauwarmen Blumenkohlröschen darauf anrichten. Darauf

  • Petersilie gehackt und
  • drei handvoll schwarze Kalamata-Oliven

verteilen.

Geht vermutlich auch gut mit anderem Gemüse.

5. Anhang und Exkurs

Wie man am Foto oben sieht: „Whatever they say, nobody is ever going to call me parleymonious!“ Über dreißig Jahre habe ich darauf gewartet, diesen pun zu machen. Parsley heißt nämlich Petersil, und parsimonious heißt: (übertrieben) sparsam.

Vor jenen mehr als dreißig Jahren las ich nämlich immer wieder in der Bibliothek der Universität Augsburg herum, meist in der Anglistik. Da stehen thematisch ähnliche Bücher zusammen, und es gab eine Ecke mit Wortspielen, Puns, udn so weiter. Zwei der Bücher habe ich inzwischen gekauft, von zwei weiteren weiß ich nicht mehr den Titel. Eines war eine umfangreiche, aber nicht wirklich Spuren hinterlassende Sammlung von puns, das andere sammelte eher scherzhafte Wortneuschöpfunge als Wortspiele, aber natürlch spielten die eine Rolle. Ich weiß leider nicht mehr, wie das Buch hieß oder aussah oder von wem es war. Aber ich habe mir gemerkt:

  • Sprinter: für die Jahreszeit zwischen Spring und Winter.
  • Falter: für die Jahreszeit zwischen Fall und Winter.

Und eben:

  • Parsleymonious: Stingy with the garnish, wo mir nicht nur der Neologismus, sondern auch die besonders knackige Formulierung der sehr kurzen, aber ausgesprochen hinreichenden Definition im Gedächtnis geblieben ist.

Ich habe in den letzten drei Jahren immer wieder mit Petersilie garniert, aber diesmal war noch so viel übrig, dass ich wirklich sehr großzügig den Petersil auf die Teller streuen konnte: „Whatever they will say, nobody is ever going to call me parleymonious!“


Ein paar Stücke zweigte ich übrigens noch vom Blumenkohl ab, um sie zu blanchieren und einzufrieren, damit ich jederzeit etwas Blumenkoohl für Pav Bhaji vorrätig habe.

Alles jedoch umsonst, oder jedenfalls vergebens: Für nächstes Woche ist wieder ein Blumenkohl angekündigt.

Andere Blumenkohlrezepte, die sich nicht bewährt haben:

  • ganzer Blumenkohl in Chilibutter
  • ganzer Blumenkohl mit Fleischfarce gefüllt
  • Lasagne mit Blumenkohlkrümeln statt Hackfleisch oder Sojabröckel
  • alles, wo der Kohl im Ganzen gekocht oder auch nur blanchiert wird
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Alles über Kormoranten

Kormoranten: in diesem Haushalt der Plural von Kormoran. Und man erfährt so gut wie nichts über diese Vögel hier. Aber immerhin eine Sache.

Neulich ist mir wieder die Zeile: „The common cormorant or shag“ begegnet, die erste Zeile eines Nonsensgedichts. Recherche ergibt, dass es von Christopher Isherwood ist, oder vielleicht auch nicht. Ich kenne es aus The Faber Book of Comic Verse (ed. Michael Roberts), Faber 1942 (Autor: Anon) und The Everyman book of Light Verse (ed. Robert Robinson), Dent 1984 (Autor: Christopher Isherwood). Vor allem aus dem ersten Buch habe ich viel gelernt. Gelesen habe ich sie zu Zeiten, als ich noch ein junges Gedächtnis hatte.

Und ich dachte, „shag“ sei einfach ein Synonym für „cormorant“. So wie „The Chavender, or chub“, das aus einem anderen komischen Gedicht stammt („A Gallop of False Analogies“, das das seinerseits aus The Compleat Angler, siehe Blogeintrag mal. Aber während „chavender“ und „chub“ wirklich beide den Fisch „Döbel“ bezeichnen, ist das beim Kormoran mitnichten so!

Bei Wikipedia findet man hier alles zur Familie der Kormorane: https://en.wikipedia.org/wiki/Cormorant. Cormorant und shag sind notorisch schwer auseinander zu halten, Faustregel: Cormorant an Flüssen und Seen, Shag am Meer. Und: Cormorant hat einen weißen Fleck, Shag ist ganz schwarz. Der Vogel Shag heißt auf deutsch: Scharbe. In Deutschlang gibt es wohl eher keine Scharben.

Insofern: Entwarnung alle, es bleibt hier alles beim Kormoran! Außer in England am Meer, etwa in Brighton: Da könnte es ein Shag sein.

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Zwischendrin ein bisschen Schulalltag

Jahrgangsstufenarbeiten: Letztes Jahr ist Englisch vorzeitig bekannt geworden, dieses Jahr Mathematik in der 10. Es wird eine Tradition.

Kursfahrt, unter anderem nach Rom: Immerhin mindestens einmal wurden auch Spaghetti carbonara und Cacio e pepe gegessen.

Personalausflug, wir waren am Schliersee, schon ein paar Wochen her. Ich war zum ersten Mal richtig in Schliersee, also: mit Essen in einer Gastwirtschaft. Sonst konnte ich mich nur erinnern, einmal vor gar nicht langer Zeit in Schliersee statt am Tegernsee gelandet zu sein, weil wir im Zug nicht aufgepasst und ins falsche Zugteil geraten waren. Ein Wanderausflug, der Bus brachte uns glimpflich von Schliersee zum Tegernsee, wo wir unsere Strecke dann korrekt begannen. (Und das Blog sagt mir gerade, dass ich 2005 schon mal in oder vielleicht auch nur am Schliersee war, auf einer Musikfahrt der Schule. Ich hätte nicht mehr gewusst, wo das war.)

Essenseinladung: Nachdem ich es im letzten Schuljahr gerade ein Mal geschafft habe, Kollegen und Kolleginnen zum Essen einzuladen, habe ich dieses Jahr besonders früh damit begonnen. Vielleicht schaffe ich ja doch noch ein zweites Mal.

Auf einer Buchvorstellung gewesen, Künstliche Intelligenz für Kids erklärt von Axel Täubert und Christine Paxman (Oktober 2026). War schon okay; wir waren Gäste mit zwei 6. Klassen, die sich gut benommen und interessiert gefragt haben. Im Buch wird es sehr fachlich, maschinelles Lernen mit den Teilbereichen überwachtes, unüberwachtes und bestärkendes Lernen – alles schon richtig; ich frage nur, wie viel davon ab 10 Jahren hängen bleiben kann. Das chinesische Zimmer wird vorgefürt, aber natürlich ohne Tiefe; auch sonst ist das Buch schon umfangreich und sehr viele Themen werden auf den siebzig Seiten angeschnitten. Andererseits, ich habe in dem Alter Jugend-Sachbücher über Astronomie gelesen, und viel mehr als Faszination ist nicht hängen geblieben. Aber vielleicht reicht das ja? – Erwähnt wird im Buch und wurde bei der Vorstellung auch die CO2-Bilanz beim Verwenden von Chatbots; der energetische und menschliche Aufwand beim Training allerdings nicht. Als im Vortrag der Rat kamm, statt die KI zu benutzen, auch einfach mal Google zu benutzen, prustete ich hörbar. Überhaupt ist mir das Buch schon ein bisschen Google-freundlich, aber vielleicht bin ich nur empfindlich, weil der technische Teil des AutorInnen-Duos dort arbeitet. (Die KI hilft beim Ernergiesparen, da die Temperatur in den KI-Rechenzentren von KI überwacht wird. Butler’s Jihad wird hier also nicht vorbereitet.)

Ich verliere gegen die Haustechnik: Im Informatikunterricht würde ich gerne zeigen, wie Client und Server arbeiten; leider sind die Rechner der Schüler und Schülerinnen voreinander dergestalt geschützt, dass keinerlei Kommunikation möglich ist – man kann also nicht lokal einen Server laufen lassen, egal auf welchem Port. Auch ping geht nicht. Nach draußen kommt man auf Port 80 und 443, aber schon Port 3306 (für SQL-Datenbanken) lässt die Firewall nicht durch. Also auch kein SSH, kein FTP. Letztes Jahr schrieben die Schüler und Schülerinnen kurze php-Skripte, die ich dann auf einen Server lud. Das ging nur sehr umständlich. WebDav geht inzwischen (das nutzt ja HTTPS), auch wenn ich das nach jedem Anmelden neu einrichten muss. Meistens lade ich Dateien über einen Browser hoch, wie so ein Tier.

Unterricht dieses Jahr: Informatik 11 und kombiniert 12/13 (mit dem Stoff der 12. Jahrgangsstufe), Deutsch 12 und Deutsch 13 und ein bisschen kleinere Sachen.

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Informatik 11 (SG), Lernbereich 3: Kommunikation in Netzwerken, Internet

0. Der Lehrplan

Lehrplan (ca. 9 Stunden)

Die Schülerinnen und Schüler …

  • erläutern die Struktur und Funktionsweise des Internets sowie die damit verbundene Adressierung von Geräten.
  • strukturieren Kommunikationsvorgänge im Internet in aufeinander aufbauende Schichten und beschreiben so die Übermittlung elektronischer Daten; dabei erlangen sie ein grundlegendes Verständnis für die Bedeutung von Protokollen.
  • beschreiben das Zusammenspiel von Client und Server bei Webanwendungen, z. B. bei einer Fahrplanauskunft.
  • erläutern Chancen und Risiken des Internets, beurteilen ihren eigenen Umgang mit dessen Diensten und reflektieren dabei, wodurch der Schutz persönlicher Daten erhöht und die Gefahr des Missbrauchs minimiert werden kann.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • Struktur und Funktionsweise des Internets: Client, Server, Router; Adressierung im Internet (MAC-Adresse, IP-Adresse, DNS, Port)
  • Schichtenmodell: Anwendungsschicht, Transportschicht, Vermittlungsschicht, Netzzugangsschicht
  • Protokolle zur Beschreibung der Kommunikation im Internet
  • WWW als Beispiel eines Dienstes, Browser, HTML, Cookies
  • Datenschutz

Für 9 Stunden ist das ziemlich viel. Ich habe schon voller Schwung und mit der Erfahrung aus dem letzten Schuljahr alles verplant (für deutlich mehr Stunden; ich werde kürzen müssen) und vor allem diesen Lehrplanabschnitt 3 vorangestellt, um erst von diesem aus später zu den weiteren zu gelangen.

Stunde 1: Das Client-Server-Prinzip im Web

1. Das Client-Server-Prinzip

  • Client-Programm (auf Rechner, ebenfalls Client genannt) stellt Anfrage an Server-Programm (auf Server-Rechner) und erhält Antwort.

Das Client-Server-Prinzip ist für viele Vorgänge bei Computern und vor allem in Netzwerken wichtig. Es ist eigentlich sehr einfach: Ein Client (ein Programm, das auf einem Rechner läuft, der ebenfalls Client genannt wird) stellt eine Anfrage (Request) an einen Server (ein Programm, das auf einem Rechner läuft, der ebenfalls Server genannt wird) und erhält darauf eine Antwort (Response).

Ein Web-Server ist ein Programm, das auf Anfrage Webseiten ausliefert.
Ein E-Mail-Server ist ein Programm, das auf Anfrage E-Mail versendet oder empfängt.
Ein Drucker-Server ist ein Programm, das Druckaufträge entgegennimmt und verarbeitet.
Ein Datei-Server ist ein Programm, das auf Anfrage Dateien verschickt.

Damit die Kommunikation ohne Missverständnisse abläuft, müssen in allen Fällen sowohl die Anfrage als auch die Antwort einem bestimmten Schema, einem Protokoll, entsprechen.

Wir werden uns später Anfrage und Antwort bei einem Webserver genauer anschauen.

2. Beispiel: Webseiten-Anfrage

2.1 Anfrage und Ergebnis im Browser

Man stellt eine Anfrage (links) und erhält eine Antwort (rechts).

2.2 Webseite ohne CSS und Bilder

Manchmal sehen Webseiten nicht so aus wie links, sondern wie rechts: Da fehlt etwas. Rechs ist das Bild nicht mitgeladen worden, etwa weil die Verbindung abgebrochen oder zu schlecht ist, und auch das Design sieht unvollständig oder jedenfalls anders aus.

Das liegt daran, dass zu einem Webseitenaufruf nicht nur eine Anfrage (und Antwort) gehört, sondern üblicherweise mehrere Ressourcen angefragt werden. Wenn da etwas dazwischen kommt, kommt es zu solchen unvollständigen Darstellungen.

2.3 Was tatsächlich geschieht

Meist mehrfache Anfragen und Antworten, nämlich:

  • die HTML-Datei (=Inhalt und Struktur) mit Informationen zu weiteren Dateien, etwa:
    • CSS-Dateien (=Design)
    • Bilddateien
    • JavaScript-Dateien (=Programm)
    • Dateien mit eingebetteter Werbung
    • Cookies
    • …

Wenn man eine Webseite aufruft, wird zuerst eine HTML-Seite angefragt und zurückgegeben. In der 7. Klasse erstellt man selber HTML-Seiten, vielleicht erinnerst du dich. So eine HTML-Seite ist das das Grundgerüst, sie enthält meistens, aber nicht unbedingt, den Text der Seite, die Überschriften, und Informationen über weitere Dateien, die dann in weiteren Aufrufen angefragt und geladen werden. Wenn alle diese Dateien geladen sind, kann die Seite vollständig dargestellt werden.

Diese zusätzlichen Dateien sind vor allem:

  • Bildddateien
  • eine oder mehrere CSS-Dateien, die Informationen über das Design enthalten (Schriftart, Schriftfarbe, Zeilenabstand, Platzierung der Elemente).
  • JavaScript-Dateien, das sind kleine Programme, die auf dem Rechner der Anfragenden ausgeführt werden und für mehr Interaktivität sorgen
  • Dateien mit eingebetteter Werbung (wäre es nicht schön, wenn man die, und nur die, blockieren könnte? Man kann!)
  • Cookies, also kleine Textschnipsel, die Information über den Webseitenbesuch enthalten und die in deinem Browser gespeichert werden

Die Aufzählung ist unvollständig, es kann noch mehr geben.

Für Interessierte: Unter https://csszengarden.com/ kann man mit CSS experimentieren und schauen, wie die gleiche HTML-Datei unterschiedlich dargestellt wird, je nach ausgewähltem CSS.

2.4 Exkurs: Kommandozeile und curl

  • suche und starte das Programm cmd (Kommandozeile/ Terminal/ Eingabeaufforderung/ Konsole)
  • gib dort diesen Befehl ein: curl https://www.sueddeutsche.de
  • versuche auch diese Befehle, und weitere Adressen:
    • curl spiegel.de
    • curl www.spiegel.de
    • curl https://www.spiegel.de

Jetzt geht es ums Ausprobieren. Meistens benutzt man einen Browser (Firefox, Safari, Edge, Chrome), um Webseiten anzufragen und darzustellen. Weil wir uns das etwas genauer anschauen wollen, benutzen wir das Kommandozeilenwerkzeug curl.

Die Kommandozeile (auch Terminal) startest du, indem du das Programm cmd suchst. So heißt es bei Windows, aber du findest es auch bei Linux unter diesem Namen; bei MacOS heißt es Terminalund ist bei den Dienstprogrammen zu finden.

Die Kommandozeile ist rein textbasiert: Man tippt Text ein und kriegt als Antwort auch nur Text. Dennoch kann man dort programmieren und Textbearbeitung machen und vieles mehr; als Computer anfingen, gab es nichts anderes als die Kommandozeile.

Du sollst das Programm curl kennenlernen und benutzen. Mit curl gefolgt von einer Adresse forderst du die Ressource an, die unter dieser Adresse von einem Webserver bereitgestellt wird.

Bei curl wird aber nur die angeforderte Ressource geladen, also etwa die HTML-Seite; die weiteren Dateien, die in ihr eventuell angegeben werden, werden nicht geladen.

Die Adresse kann verschiedene Formate haben, dazu später mehr. Es macht jedenfalls einen Unterschied, ob du http://oder https:// oder nichts voranstellst, ob da www steht oder nicht. Das führt dazu, dass manchmal keine oder eine unerwartete Antwort kommt.

(Ein paar Schüler wussten doch tatsächlich, wie man die Farbeinstellungen der Konsole ändert, also etwa auf cooles grün auf schwarz statt wie voreingestellt weiß auf schwarz. Das sprach sich schnell herum und brachte Respekt.)

2.5 Fehlermeldungen

  • 301 Moved Permanently
  • curl luitpold-gymnasium.eu → keine Antwort
  • curl http://luitpold-gymnasium.eu → keine Antwort
  • curl https://luitpold-gymnasium.eu → nur hier Antwort!

äufig erhält man als Antwort statt der gewünschten Ressource nur einige wenige Zeilen, an deren Anfang etwas steht wie 301 Moved Permanently. Das heißt, dass die gewünschte Adresse nicht mehr aktuell und an eine andere Adresse umgezogen ist. Manchmal kommt auch einfach gar keine Antwort. Manchmal ist die neue Adresse sichtbar angegeben, manchmal nicht.

Im Browser wird automatisch zu der anderen Adresse gewechselt; curl macht das nicht.

Ein Beispiel:

  • curl sueddeutsche.de ist unvollständig
  • curl www.sueddeutsche.de ist besser, weil zufälligerweise, aber oft, die Adresse mit www beginnt, aber immer noch unvollständig
  • curl https://www.sueddeutsche.de ist erst die Angabe, die zum gewünschten Ergebnis führt

2.6 Mehr zu curl

Mit:

curl https://www.sueddeutsche.de > seite.html

leitest du die Ausgabe statt auf den Bildschirm in eine Datei um (Name frei wählbar, Webseiten am besten mit .html hinten).

Mehr Informationen zur Kommandozeile oder zu curlstehen in einer separaten Datei. Hier nur kurz: Wenn man das Ergebnis nicht als Text angezeigt bekommen will, sondern als Datei speichern will, schreibt man, als eine von mehreren Möglichkeiten:

curl https://www.sueddeutsche.de > seite.html speichert die Ausgabe in einer Datei namens „seite.html“. Den Dateinamen kannst du dir aussuchen, Webseiten enden Konventionell auf „.html“.

curl -v https://sueddeutsche.degibt dir mehr Informationen darüber, was im Hintergrund geschieht.

curl wttr.in/cologne
curl wttr.in/Dún+Laoghaire
curl wttr.in/münchen
curl wttr.in/münchen?0
curl de.wttr.in/münchen?0
curl wttr.in/-78.46,106.79 (GPS-Koordinaten)

Von dieser schönen Seite habe ich erst nach der Stunde erfahren, das hole ich nächstes Mal schnell nach. Kann man gleich anknüpfen: Von welchem Ort erhält man das Wetter, wenn man nur curl wttr.in eingibt, und warum?

(Fortsetzung folgt. Dann mit HTTP und anderen Protokollen.)

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Bildbearbeitung in Informatik 11 (Sprachlicher Zweig)

Elfte Klasse Informatik, sprachlicher Zweig: Die Schüler und Schülerinnen haben seit der 7. Klasse kein Informatik gehabt und auch sonst – je nachdem – nicht viel mit einem Tastaturcomputer gearbeitet. Informatik in 11 ist demnach erst einmal fremd, zumal es eben um Informatik geht und nicht um praktisches Arbeiten an Computern. (Das wäre übrigens so viel notwendiger als: „Wir bringen den Klassen das Prompten bei.“ Was ein Unfug.)

Ich fragte zum Einstieg, was sie machen wollten; sie sagten „Photoshop“; ich vergaß zu fragen, was sie damit meinten, und brachte für die nächstes Stunde eine Reihe Aufgaben zum Einstieg ein. Und natürlich GIMP statt Photoshop.

0. Bildbearbeitung Grundlagen

Hatte ich als Arbeitsblatt dabei und digital verfügbar gemacht; aber wenig Hoffnung, dass jemand so viel lesen würde. Jedenfalls zeigte ich am Beispiel zumindest die ersten dieser Konzepte:

  • Ebenen
  • Auswahl (Rechteck, Ellipse, Zauberstab, Lasso, Schere, nach Farbe)
  • Bildgröße und Lupe
  • Filter
  • Bildformate/Dateiformate (xcf, jpg, png)

1. Bildbearbeitung Aufgaben

Vorlagen und Beispiele standen jeweils zur Verfügung.

1.1 Ausschneidecollage

In Berlin mal im Museum fotografiert: Jiří Kolář, Busard Saint-Martin, davon inspiriert das hier:

  • Mit dem Lasso-Auswahlwerkzeug einen Bereich ausschneiden
  • Ein anderes Bild dahinter in einer neuen Ebene legen

1.2 Ein neues Lächeln

  • Ein Lächeln aus einem Bild mit der Recht-Auswahl ausschneiden
  • Über ein anderes Bild als neue Ebene legen
  • Das soll verfremdet aussehen, aber man könnte natürlich auch versuchen, das weniger sichtbar einzubauen

1.3 Old Man Yells At Claude (schwierig)

Das hatte ich eine Woche zuvor für meine Bürotür selber gemacht:

  • einzelne Buchstaben (A, E) ausschneiden und einfügen
  • alte Flächen eventuell vorher grau einfärben
  • die Buchstaben etwas in der Größe oder Neigung anpassen

1.4 Schön verpixeln

Links ein Bild von einer Party (na ja, Star-Wars-Convention) 1984, einer der jungen Männer bin ich.

  • Mehrfachauswahl mit Ellipsen über die Gesichter
  • Rand etwas ausblenden
  • auf die Auswahl einen Filter anwenden, mein Favorit: Künstlerisch/Wasserpixel

1.5 Abgewandelte Werbekampagne

Hier im Blog vor Jahren mal gezeigt:

  • Ein neues Bild ausschneiden und als neue Ebene über das alte Bild legen

1.6 Tätowierungen

Das ist das Beispiel, das ich vorgemacht und an dem ich die Konzepte kurz gezeigt habe – und das sofort am besten ankam. Die anderen Aufgaben waren deutlich weniger attraktiv. Es ging darum, Angelina Jolie oder David Beckham eine Tätowierung zu verpassen.

(Idee und Material habe ich von Anja, Realschuldidaktik, ich habe das damals auch in der Vorlesung immer wieder mal gezeigt. Die Jolie/Beckham-Bilder kann ich hier nicht veröffentlichen; auch bei den Tätowierungen habe ich keine Quelle, so dass ich hier andere zeige, die ähnlich aussehen, aber sicherer gemeinfrei sein müssten. Außerdem habe ich mal fürs Blog mich genommen statt konventionell schönen Berühmtheiten. Im Unterricht war das nicht so!)

  • Eines der vorbereiten Bilder öffnen.
  • Das Bild mit den Tätowierungen öffnen, ein Motiv auswählen und als neue Ebene – mit Drehen, Stauchen, Verbiegen, Anpassen der Größe – auf einen nackten Oberarm legen.
  • Die Schwierigkeiten beim Auswählen: Die Bilder habe ich eigens nicht als PNG mit durchsichtigem Hintergrund vorgegeben, so dass die Motive ausgewählt werden müssen mit Zauberstab, Mehrfachauswahl oder Auswahl nach Farbe.

Am Ende noch über sexualisierte Fotos, Deepfakes, Recht am eigenen Bild und Urheberrecht gesprochen.

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Wiedergelesenes: Douglas Adams, Terry Pratchett, Brigadoon

Douglas Adams, Dirk Gently’s Holistic Detective Agency

Das Buch habe ich wohl kurz nach Erscheinen zum ersten Mal gelesen und war wohl etwas enttäuscht, weil es etwas anderes als der Hitch-Hiker’s Guide war. Dabei war ich immer nur ein kleiner Fan davon; der beste Band war So Long, and Thanks for All the Fish, und auch da vor allem der Handlungsstreng auf der Erde, die Liebesgeschichte zwischen Fenchurch und Arthur.

2002 habe ich das Buch noch einmal gelesen, auch weil ich eine schöne Audioversion davon hatte, gesprochen von Douglas Adams selbst. Bei der aktuellen Lektüre hat es mir am besten gefallen.

Das Buch wirkt etwas verwirrend und zusammenhanglos, und das Ende ist tatsächlich etwas unvermittelt und überraschend. Aber wenn man wie beim Wiederlesen das Ende und die Zusammenhänge schon kennt, dann sieht man, wie viel doch angedeutet und angelegt ist, und alles ergibt etwas mehr Sinn. Dass die Handlung auf Grundlage von Doctor-Who-Drehbüchern entstanden ist, erklärt einige Motive. Die Konstellation Richard/Dirk ist nicht zu weit von der Arthur/Ford entfernt; bei beiden ist die Hauptperson eher passiv. Als Frau gibt es neben einer liebevoll gezeichneten Sekretärin vor allem Susan, die immerhin mehr Persönlichkeit als Trillian erhält.

Was das Buch gut macht, ist erstens die Sprache. Zwei Stellen habe ich mir für die Verwendung in der Englisch-Oberstufe herausgesucht; in beiden wird das Innenleben einer Person auf jeweils ganz unterschiedliche und originelle Weise vermittelt.

Zweitens sind die Überlegungen zu Computern interessant. Der erste große Erfolg der Firma (Kapitel 8) war eine Art logisches Programmiersystem, nur dass man nicht aus eingegeben und gesammelten Tatsachen logische Schlüsse formen, sondern man beginnt mit dem Ergebnis und das Programm gibt einem dann die Gründe vor, warum das Ergebnis alternativlos ist. Veröffentlicht wurde es nie, gleich vom Pentagon aufgekauft. Prolog selber wird kurz erwähnt, eine der Figuren sieht keine große Desktop-Zukufnt dafür. (Prolog: Ist seit letztem Schuljahr im erweiterten Anforderungsbereich Informatik.) – Der andere große Erfolg der Firma ist ein Programm, dass Tabellenkalkulationsdaten in Musik umformt oder in animierte Logos: ein Möwenschwarm etwa, bei dem jede einzelne Möwe für eine Abteilung steht und die Schlagfrequenz von deren Quartalsleistung abhängt.

Und dann ist da der elektrische Mönch selbst, der alles glaubt, was man ihm vorträgt. Der erinnert sehr an ein LLM.

Terry Prachett, Guards! Guards!

„Seit Menschengedenken“ heißt auf Englisch „since time immemorial“, und in einem Vortrag von Douglas Adams habe ich gelernt, dass im englischen – und wohl auch kanadischen und amerikanischem – Rechtswesen diese „time immemorial“ im Jahr 1189 endet und „legal memory“ beginnt. Bei mir ist das Ende 1999, seit diesem Zeitpunkt führer ich Buch über die von mir gelesenen Bücher, und diesen ersten Stadtwachen-Roman habe ich zu vor zum letzten Mal gelesen, kenne das Buch also – since time immemorial.

Die Stadtwachen-Romane sind mir die liebsten, das geht vielen so. Vergessen hatte ich aber diesen ersten, in dem Stadtwache nur ein Witz ist, Captain Vimes eher ein heruntergekommener Privatdetektiv ohne Ressourcen, auch wenn es zwei (nur zwei!) weitere Stadtwachenmitglieder gibt. Später gehört zu Vimes, dass er mit einer Hochadelsdame verheiratet ist; die lernt er in diesem ersten Buch kennen und am Ende werden sie auch ein Paar. Aber noch hat sie diesen englischen Hochadelszug, mit Gummistiefel herumzulaufen und ziemlich derb zu sein; ich glaube, den verliert sie in späteren Büchern. Energisch ist und bleibt sie allerdings: „Lady Ramkin’s bosom rose and fell like an empire.“

Sehr zeitgemäß ist das Buch übrigens. Die „Elucidated Brethren“, verführt von einem Fanatiker, treten eine kleine Revolution los, indem sie manipulativ das Bedürfnis nach einem einfachen Narrativ bedienen: Ein Drachentöter kommt, den Drachen zu besiegen, und wird dafür zum König gekrönt. Der Helden-Kandidat wirf fein ausgesucht, und wenn es auch erst einmal keine Drachen gibt, kann man doch welche erscheinen lassen und Angst davor schüren, bis Volkes Stimme lautet: „A dragon slayer. Where is he, that’s what I want to know? Why aren’t our schools turning out young people with the kind of skills society needs?“ Captain Vimes, seufzend: „People’ll start tying virgins to rocks any day now,“ bis alles, was schlecht läuft, wieder richtig gestellt wird. Und was läuft schlecht? Konkret weiß man das nicht.

Bald gerät die Verschwörung außer Kontrolle auch ihres Anstifters; eine echte übernatürliche Gefahr manifestiert sich,mit der die Elucidated Brethren nie gerechnet hätten.

Die Stadt reagiert darauf unschön. Die Stadtoberen kriegt man herum mit der Versicherung, dass nur ab und zu eine Jungfrau geopfert wird, und sicher keines ihrer Familienmitglieder.

Each man thought: one of the others is bound to say something soon, some protest, and then I’ll murmur agreement, not actually say anything, I’m not as stupid as that, but definitely murmur very firmly, so that the others will be in no doubt that I thoroughly disapprove, because at a time like this it behooves all decent men to nearly stand up and be almost heard…
But no one said anything. The cowards, each man thought.

“It’s all part of the social…social contract,” said his assistant woodenly. “A small price to pay, I’m sure you will agree, for the safety and protection of the city.”

Es gibt viele Mitläufer oder Profitierende:

“All out of a kind of humdrum, everyday badness. Not the really high, creative loathesomeness of the great sinners, but a sort of mass-produced darkness of the soul. Sin, you might say, without a trace of originality. They accept evil not because they say yes, but because they don’t say no. I’m sorry if this offends you,” he added, patting the captain’s shoulder, “but you fellows really need us.”

(Zum ersten Mal wirklich aufgefallen, aber nur mir, weil gut erforscht und auch Pratchett auch selbst bewusst, ist die Parallele zu Lovecraft in vielen Geschichten. Wesenheiten von außen, die wir nicht erkennen können und die sich in unserer Welt manifestieren, nur dass man bei Pratchett nicht wahnsinnig wird davon.)

Friedrich Gerstäcker, Germelshausen

Nicht wiedergelesen, aber wiedergesehen habe ich das Filmmusical Brigadoon (1954). Ich mag die späteren Farbmusicals (Oklahoma, Carousel, Seven Brides for Seven Brothers, South Pacific) meist weniger als die alten, schwarzweißen; Ausnahmen sind die späten Filme mit Fred Astaire oder Singin‘ in the Rain, das musikalisch und von der Handlung her auch in die frühe Phase fällt. Brigadoon ist so ein solcher später Film, der selten im Fernsehen kommt und einen gewissen eigenen Charme hat – wer Cyd Charisse durchgehend ein schottisches r rollen hören möchte, kommt hier auf seine Kosten.

Die Bühnenvorlage stammt aus dem Jahr 1947. Wikipedia dazu entnahm ich, dass vielleicht (aber tatsächlich wohl nicht) die Erzählung „Germelshausen“ von Friedrich Gerstäcker (1860) eine Vorlage war, also musste ich die lesen. Sowohl dort als auch in Brigadoon kommt ein Wanderer (im Musical begleitet von einem Freund) in ein Dorf mit merkwürdig altertümlichen Bräuchen. Der Wanderer verliebt sich in ein Mädchen, es gibt ein großes Fest, es wird froh getanzt, am Ende stellt sich heraus: das Dorf erscheint nur alle hundert Jahre in unserer Welt; wer eine Nacht dort verbringt, wacht mit dem Rest der Dorfbewohner ganz normal auf, draußen bei uns sind aber hundert Jahre vergangen.

In der Erzählung verlässt der Wanderer noch rechtzeitig das Dorf, lernt das Geheimnis aber erst danach kennen; im Musical verlässt der Wanderer bewusst das Dorf, um in seiner modernen Welt zu bleiben. (Allerdings taucht, Spoiler, das Dorf dann später doch noch einmal für ihn auf, als er sich umbesinnt, damit er doch noch zu seiner Liebsten kommt.)

Der Hauptunterschied: In der Erzählung ist diese 100-Jahre-Regel ein Fluch, eine Bestrafung für das gottvergessene Volk im Dorf, dessen Kirche auch nicht mehr benutzt wird. Im Musical ist das kein Fluch, sondern ein Segen, damit das Dorf und seine Einwohner (und letztlich auch der Wanderer) dieser unserer modernen Welt entfliehen können und nicht in ihr leben müssen.

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