Startposition: Ich freu mich so.
Eine Woche, bevor die Schule wieder losgeht, hat sich unser Schulleitungsteam für letzte und intensive Vorbereitungen getroffen. Schon in diesen Tagen trifft man vereinzelt Kolleg*innen, die schon reinschnuppern und Bücher sortieren, nochmal mit dem Hausmeister durch die Klassen gehen und richtig Lust haben, wieder loszulegen.
Das neue Jahr wird ganz spannend für uns: Wir starten in der Oberstufe in eine Kooperation mit dem Evangelischen Gymasium der Stadt Siegen. Der Schulträger denkt laut über eine Erhöhung der Zügigkeit unserer Schule an, von vier auf fünf parallele Klassen (hoffentlich nicht – je größer der Laden, desto schwieriger, die Qualität so hochzuhalten) und weil wir eh schon zu wenige Räume haben, gehen auch die Planungen für den Um- und Neubau in die weiteren Verhandlungen.
Tatsächlich startet das Jahr unverhofft gut: Eine Schülerin der Unterstufe, die im vergangenen Jahr sehr mit Mathematik (und mir) gekämpft hat, schrieb mich unvermittelt an und präsentierte, wie sie via Anton-App Mathematik in den Ferien gelernt habe.
Ich freue mich sehr über begabte und kluge und neugierige Kinder – aber nichts lässt mein Herz so hoch schlagen, wie jene Kinder, denen das Verständnis richtig schwer fällt und die sich nicht hängen lassen, sondern richtig anstrengen. Jahr für Jahr gibt es „4en“, die ich lautstark feiere und mit den Kindern zelebriere: Anstrengungs-Noten. Richtige Schweiß-Noten. Denn im langen Atem zahlt sich solche Anstrengung immer aus und Verständnis (und Noten) werden Schritt für Schritt über die Jahre besser. Ich liebe das so.
Außerdem wunderbar: Ich habe einen neuen Job.
Ich bin künftig regelmäßiger Vorlese-Onkel im Kindergarten meiner Ortsgemeinde und das kommt meiner eigenen, leider versäumten Theater-Karriere ebenso zupass, wie der Tatsache, dass die Kinder im Allgemeinen zu wenig lesen. Weil ich verhältnismäßig groß bin, gleicht mein Auftreten im Kindergarten eh schon einem Naturereignis – und das ist ein guter Start, künftig Abenteuergeschichten zu lesen. Habe mich regelmäßig für Nachmittage und in den Herbstferien auch für Vormittage einplanen lassen. Und was soll ich sagen? Ich kann es kaum erwarten!