Ein Buchclub in der Schulleitung
Ende September sind wir als Schulleitung für einen Vormittag in Klausur gegangen.
Ich mag diesen uralten Ausdruck, vom lateinischen clausura (Verschluss) entspringend und ursprünglich den abgeschlossenen Teil eines Klosters bezeichnend. Passend dazu mieten wir uns stets die Gemeinderäume einer Kirche in der Stadt an. So sind wir nah genug, um im Notfall binnen fünfzehn Minuten in der Schule zu sein und gleichzeitig weit genug entfernt, um nicht ins Alltagsgeschäft gezogen zu werden.
Als wir am späten Mittag unsere Sachen packten und aufräumten, haben wir festgestellt, wie schnell doch die Zeit verstrichen ist – immer ein Zeichen für die Notwendigkeit einer solchen Tagung. Schon mit einem Bein auf dem Parkplatz sprachen wir noch über einen letzten Punkt: Fort- und Weiterbildung für uns als Team.
Auf den Kern reduziert und in einfache Worte gekleidet haben wir einen Buchclub gegründet.
Die Ferienlektüre für uns hieß: „Shackletons Führungskunst“ von Margot Morrell und Stephanie Capparell über den (chronisch erfolglosen) Antarktik-Forscher Ernest Shackleton. Mit Schiff und Crew über Monate im ewigen Eis eingeschlossen, schaffte er es, dass die Männer sich nicht die Köpfe einschlugen, nicht missmutig oder zynisch wurden und am Schluss alle gerettetet wurden.
Ich habe das Buch vor zehn oder zwölf Jahren gelesen und es ist mir in bleibender Erinnerung geblieben. Auch im zweiten Durchgang mochte ich es. In den kommenden Wochen werden wir uns als Schulleitung Zeit nehmen, uns darüber auszutauschen. Welche Aspekte sind uns aufgefallen? Welche passen zu uns? Welche Prinzipien lassen sich auf unsere Schule übertragen?
Außerdem in den Ferien gelesen: „Other Mommy“ von Josh Malerman. Ein gruseliges Buch, aus der Sicht des Kindes geschrieben, das mit einem Monster im Schrank spricht: Der ‚anderen Mommy‘. Schaurig und unerwartet. Aber auch Trash-Literatur. Nun… zumindest komme ich wieder ans Lesen.
Gehört habe ich dagegen zuletzt jede Menge: ‚Sara‘ von Stephen King und ‚So was wie Freunde‘ von Bella Osborne und gerade aktuell „The Traveler“ von Joseph Eckert: Ein Mann springt in der Zeit vorwärts. Erst einen Tag, dann zwei, dann vier. Die übersprungenen Tage verdoppeln sich und ich bin gespannt, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt. Bisher gefällt es mir ganz gut.
Dazu noch ein bisschen Technik für die Nerds unter den Leser*innen: Meine Hörbücher organisiere ich inzwischen mit der freien Software ‚Audiobookshelf‚ und bin damit mehr als glücklich. So, wie man sich mit Plex (bzw. Jellyfin) sein eigenes Netflix bauen kann, kann man mit Audiobookshelf sein privates Audible basteln. Die Einrichtung war deutlich einfacher, als gedacht und ich kann zu Hause meine Hörbücher mit jedem beliebigen Device fortsetzen. Auch ohne Abo. Perfekt!