Smartphones sind in der heutigen Zeit nicht mehr aus dem alltäglichen Leben wegzudenken, auch nicht aus dem von Kindern bzw. Jugendlichen. So besitzen viele von ihnen bereits ab der fünften oder sechsten Klasse ein Smartphone. Mit der Nutzung geht meist auch der Austausch über verschiedene Instant-Messenger-Dienste wie etwa WhatsApp oder Signal einher. Eine zentrale Funktion dieser Dienste ist der Gruppenchat. Fast jede Klasse hat inzwischen einen solchen. Ist die Klasse neu, so dauert es nicht lange, bis ein entsprechender Chat erstellt wird. Doch der Gruppenchat innerhalb einer Klasse bringt auch Probleme mit sich. Neben Cybermobbing, Beleidigungen und rechtsextremen Inhalten können auch die Verbreitung manipulierter Bilder, diskriminierende Äußerungen oder eine übermäßige Anzahl an Nachrichten zu Konflikten und Überforderung führen. Aus diesem Grund ist es wichtiger denn je, in jeder Klasse klare Regeln für den Klassenchat aufzustellen und einen respektvollen Umgang miteinander zu fördern.
Fake News, Deep Fake, Phishing oder Manipulation – bekannte Themen, wenn es um die Nutzung von digitalen Medien geht. Um nicht jeder Schlagzeile direkt Vertrauen zu schenken, benötigt es einen geschulten Blick. Das interaktive Augmented-Reality-Spiel von Polycular namens „Escape Fake“ will daher diesen Blick schärfen. Es nähert sich den genannten Themen mit einem spielerischen Zugang, denn es erinnert vom Aufbau her an einen Escape Room.
Bild: Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e. V. (GMK)
Smartphones gehören heute selbstverständlich zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Und angesichts wachsender Herausforderungen im Schulkontext – von Ablenkung über Cybermobbing bis Datenschutzfragen – wird ein generelles Verbot in der Schule aktuell intensiv diskutiert. Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK) und der Verband der Sonderpädagogik Landesverband Schleswig-Holstein e.V. (vds SH) warnen und positionieren sichdeutlich gegen ein pauschales Verbot von Smartphonenutzung an Schulen: Regulieren statt verbieten lautet die Forderung.
„Wir brauchen keine pauschalen Verbote, sondern kluge, bedarfsgerechte Regeln und pädagogische Konzepte, die den vielfältigen Bedingungen des schulischen Miteinanders sowie dem Auftrag zeitgemäßer Bildung in einer zunehmend durch digitale Medien geprägten Gesellschaft gerecht werden“, so lautet die zentrale Botschaft des gemeinsamen Positionspapiers. Statt eines Verbots sind pädagogisch fundierte, differenzierte und gemeinsam mit den Schüler:innen entwickelte Regelungskonzepte gefordert, die sich an der Lebenswelt der Schüler:innen orientieren und ihre Partizipation und Medienkompetenz fördern. Das Positionspapier ist zentraler Bestandteil des neuen Webangebots Regulierung braucht Medienbildung der GMK.
Medienkultur statt Medienverbot
Für eine verantwortungsvolle Medienkultur in der Schule haben GMK und vds SH neun konkrete Forderungen formuliert, an denen sich Schulen und Bildungspolitik orientieren können:
Partizipation stärken: Schüler*innen an Medienregeln beteiligen
Medienbildung verankern: Medienkompetenzförderung in alle Lehrpläne
Schulen personell ausstatten: Medienpädagog*innen im Kollegium etablieren
Lehrkräfte qualifizieren: Medienpädagogik in Aus- und Fortbildung integrieren
Situativ regeln: Gezielte und bewusste Smartphonenutzung ermöglichen
Inklusion fördern: Vertraute Geräte für Teilhabe einsetzen
Lebensweltorientierung gewährleisten: Smartphone als integralen Alltagsbestandteil anerkennen
Eltern einbeziehen: Medienbildung gemeinsam mit Erziehenden gestalten
Unterschiede berücksichtigen: Regelungen an jede Schule anpassen
Fazit
„Schule braucht Regeln – aber keine Pauschalverbote“, denn Verbote lösen keine Probleme, sondern verlagern sie nur. Gerade vulnerablen Gruppen wie Schüler:innen mit Förderbedarf oder solche aus benachteiligten Familien bieten Smartphones (mit schulischer Begleitung) Lernzugänge und Möglichkeiten der Teilhabe, Kommunikation und Selbständigkeit. Ziel ist eine chancengerechte und lebensweltnahe Medienbildung, die Kinder dazu befähigt, mit Medien verantwortungsvoll, selbstbestimmt, reflektiert und kreativ umzugehen. Deshalb sollen in der Schule Medien nicht verdrängt, sondern im Gegenteil pädagogisch sinnvoll eingebettet werden.