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Hier wird sich etwas ändern …

13. September 2026 um 07:55
Morgen startet in Bayern das neue Schuljahr. Allen, die am Montag wieder mit dem Alltag beginnen oder schon länger begonnen haben, wünsche ich viel Kraft und ein Jahr mit vielen schönen Momenten. Für mich ist dieses Schuljahr mit einem Neuanfang verbunden. Nach gut 22 Jahren...

Abschied und Neubeginn

03. Juli 2025 um 09:15
Prof. Andreas Büsch
Prof. Andreas Büsch
Foto: www.angelika-kamlage.de

Liebe Leserinnen und Leser,

mit diesem Newsletter darf ich mich von Ihnen und euch verabschieden. Denn die Deutsche Bischofskonferenz hat im vergangenen Jahr beschlossen, die Clearingstelle Medienkompetenz, die am 01.01.2012 an der KH Mainz unter meiner Leitung eingerichtet wurde, zum 31.07.2025 zu schließen. Als Gründe nennt die gestern veröffentlichte offizielle Pressemitteilung dazu eine notwendige Konzentration von Aufgaben, die bisher über mehrere Standorte verteilt sind, angesichts notwendiger Sparmaßnahmen.

Natürlich ist diese Entscheidung nach über 13 Jahren Tätigkeit – die Details der Entwicklung vom „Projekt ad experimentum“ zur regulären Stelle sind auf unserer Website nachzulesen – bedauerlich und mag zunächst irritieren. Denn nach dem einhelligen Urteil zahlreicher Kooperationpartner:innen sowie von Teilnehmenden von Veranstaltungen und unseres Zertifikatskurses medienpädagogische Praxis #mepps gab es ein solches medienpädagogisches Angebot für Multiplikator:innen seitens der katholischen Kirche bisher nicht. Insofern darf ich wohl sagen, dass wir – im Zusammenspiel mit zahlreichen anderen Institutionen, Kolleginnen und Kollegen – tatsächlich Impulse für eine ethisch fundierte Mediennutzung in Kirche und Gesellschaft gesetzt haben und zur Profilbildung von katholischer Kirche an verschiedenen Stellen beigetragen haben.

Ich persönlich habe jedenfalls Grund zu Dankbarkeit für viele spannende Erfahrungen, Begegnungen und (gemeinsame) Veranstaltungen. Die Versuchung ist groß, hier einzelne, prominente Anlässe herauszuheben wie den Fachtag zur digitalen Bildung in Berlin im Dezember 2015, die Bildungsmediale 2016 oder die re:publica 2017. Aber dies würde den Blick auf die viel zahlreicheren „kleineren“ Veranstaltungen, Tagungen, Workshops und Vorträge sowie auf die zahlreichen Gespräche in unterschiedlichen Netzwerken verstellen, ohne die unsere Arbeit letztlich ihr Ziel verfehlt hätte.

Insofern gebührt mein Dank vor allem den Mitgliedern des Beirats, der seit Sommer 2012 die Arbeit der Clearingstelle Medienkompetenz kritisch begleitet hat, und den beiden bischöflichen Mitgliedern der Publizistischen Kommission, die neben allen anderen Aufgaben auch den Vorsitz im Beirat übernommen haben: Weihbischof Wolfgang Bischof (2012 – 2017) und Weihbischof Robert Brahm (2018 – 2024). Besonderer Dank gilt Karsten Henning, der als Referent für Medienpädagogik im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz die Einrichtung und Entwicklung der Clearingstelle Medienkompetenz von Anfang an gefördert und begleitet hat, sowie Christine Tapé-Knabe, die nach seinem Ausscheiden seine Aufgaben übernommen hat.

Ein herzliches Vergelt’s Gott gilt allen Kooperationpartner:innen sowie Kolleg:innen in den unterschiedlichen thematischen Feldern für zum Teil jahrelangen fachlichen Austausch, großartige gemeinsame Veranstaltungen und die bisweilen gewachsenen freundschaftlichen Beziehungen. Mit großer Freude nehme ich wahr, dass insbesondere aus den mittlerweile 160 Alumni und Alumnae unseres Zertifikatskurses ein stabiles und lebendiges Netzwerk geworden ist, dessen Verbundenheit ich sehr schätze.

Mein größter Dank gilt aber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in den zurückliegenden fast 14 Jahren als studentische bzw. wissenschaftliche Hilfskräfte die Arbeit der Clearingstelle Medienkompetenz getragen und ermöglicht haben. Ein besonderer Dank gilt dabei meinen Assistentinnen – in chronologischer Reihenfolge – Christina Enders, Elisabeth Müller und Jeanine Wein sowie deren Elternzeitvertretungen Melanie Matutis und Anja Thimel. Ohne euch und eure Unterstützung wäre es mir nicht möglich gewesen, all das zu tun, was die Clearingstelle Medienkompetenz zu einem so profilierten Akteur in kirchlichen wie außerkirchlichen Bezügen gemacht hat! Von Herzen Danke!

Nun ist mein bzw. unser Abschied nicht das Ende aller medienpädagogischen Angebote und Aktivitäten der katholischen Kirche in Deutschland. Vielmehr wird im Sinne der oben angesprochenen Konzentration das Katholische Filmwerk Frankfurt unter seinem Leiter Dr. Martin Ostermann, der von 2022 bis 2024 ebenfalls dem Beirat der Clearingstelle Medienkompetenz angehörte, einen großen Teil unserer Aufgaben und Angebote übernehmen.

Und gerne möchte auch er Sie und euch weiter mit einem Newsletter informieren. Daher möchten wir den bisherigen Bestand an Mailadressen gerne an das kfw für diesen Zweck übergeben. Sollten Sie damit nicht einverstanden sein, reicht eine kurze Antwort auf diese E-Mail oder ein Klick auf den „Abbestellen“-Link weiter unten.

Bis zu einem Wiedersehen an anderer Stelle grüße ich herzlich und wünsche Ihnen für Ihre Arbeit alles Gute und Gottes Segen!

Herzliche Grüße

Prof. Andreas Büsch
Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz

 

 

Portrait Dr. Martin Ostermann
Dr. Martin Ostermann
Foto: Tobias Hase

Lieber Andreas,

vielen Dank für die Möglichkeit, hier auch ein paar Worte zur Fortführung der Angebote zur Medienbildung und Förderung von Medienkompetenz sagen zu dürfen. Zuerst gilt mein Dank dir und deinem Team für den Aufbau, die Konzeption, kontinuierliche Weiterentwicklung und unermüdliche Netzwerktätigkeit in den vergangenen fast eineinhalb Jahrzehnten. Der Name „Clearingstelle Medienkompetenz“ ist in dieser Zeit zu einer Qualitätsmarke geworden, deren Inhalte es weiterhin mit Leben zu füllen gilt. Durch deine Professur für Medienpädagogik und Kommunikationswissenschaft bleibst du dem Thema fest verbunden, zudem wird der Zertifikatskurs Medienpädagogische Praxis (#mepps) mit deiner Begleitung eine Weiterführung erfahren. Hier ist nicht das kfw, sondern das KSI federführend mit im Boot. Ich hoffe auch sehr, dass wir in guter Zusammenarbeit verbunden bleiben. Die bereits zahlreich vorhandenen „guten Früchte“ deiner Arbeit darfst du genießen und musst dafür auch immer wieder Lob und Dank ertragen.

 

Liebe Leser:innen und Leser,

die Überführung der Aufgaben von der Clearingstelle in das Katholische Filmwerk bringt zwar die Herausforderung einer personellen Neuaufstellung und auch teilweise Neukonzeption mit sich, aber die hervorragenden Ideen und Angebote sollen auch fortgesetzt werden: Die Website medienkompetenz.katholisch.de wird erhalten bleiben und damit auch Mekomat, Toolsmap und Newsletter. Ich bitte aber jetzt schon um Verständnis und Nachsicht, wenn nicht alle Angebote und Informationen in den nächsten Monaten in gleicher Quantität und Frequenz veröffentlicht werden können. Gleichzeitig freue ich mich, wenn das Interesse, die guten Kooperationen und die vielen Beteiligungen auch in Zukunft möglich sind, erneuert oder fortgesetzt werden. Herzliche Einladung: Bleiben Sie dabei, wirken Sie mit!

Die Herausforderungen zur Medienbildung und zur Förderung von Medienkompetenz sind in den vergangenen Jahren eher gewachsen als geringer geworden. Mögen Einsparungen oder Strukturveränderungen zwar manche Handlungsoptionen verringern, so darf das Bemühen, sich für eine menschendienliche und menschenwürdige Welt mit Medien  einzusetzen, nicht weniger werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Martin Ostermann
Geschäftsführer des Katholischen Filmwerks GmbH

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medius 2025 an wissenschaftlichen Nachwuchs verliehen

medius 2025 an wissenschaftlichen Nachwuchs verliehen

Wissenschaftliche und praxisorientierte Abschlussarbeiten aus dem deutschsprachigen Raum, die sich mit aktuellen, innovativen Aspekten aus dem Medienbereich, der Medienpädagogik und Pädagogik oder Themen des Jugendmedienschutzes auseinandersetzen, werden mit dem medius gewürdigt. Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK), das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. (DKHW), die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) und die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen e. V. (fsf) verleihen diesen Preis, der mit insgesamt 3.000 Euro dotiert ist. Der medius 2025 wurde am 19.06.2025 im Rahmen des Sommerforums Medienkompetenz zum Thema WIDERSTANDSFÄHIG. Die Bedeutung von Resilienz für unser Medienerleben verliehen. In diesem Jahr hat die Jury drei Arbeiten ausgezeichnet und jeweils 1.000 Euro als Preisgeld zugesprochen.

Die diesjährigen Preisträger:innen

Die Masterarbeit Repräsentation kindlicher Lebenswelten durch Moderation im öffentlich-rechtlichen Kinderfernsehen aus Perspektive von Grundschulkindern von Theresa Pape und Sebastian Stöcker von der Universität Erfurt zeigt anhand einer qualitativen Studie mit Grundschulkindern, dass Moderatorinnen und Moderatoren im Kinderfernsehen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch als wichtige Repräsentantinnen und Repräsentanten kindlicher Lebenswelten wirken.

Mit ihrer Bachelorarbeit Medienpädagogik in der stationären Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen zwischen Hilfe und Kontrolle. Eine empirische Untersuchung über die Relevanz der Haltung von Sozialarbeiter*innen auf Digitalität und die Vermittlung von Medienkompetenz in Wohngruppen macht Charlotte Claus von der Technischen Hochschule Köln deutlich, wie stark die Haltung von Fachkräften die Vermittlung von Medienkompetenz in stationären Jugendhilfeeinrichtungen beeinflusst – und welche Herausforderungen der digitalen Teilhabe dabei bestehen.

Und die Bachelorarbeit Augmented Reality im Waldkindergarten. Einsatzmöglichkeiten von AR zur Unterstützung von Bildungsprozessen in ausgewählten Bildungsbereichen von Cassandra Bunte von der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Holzminden untersucht das Potenzial von Augmented Reality in der frühkindlichen Bildung und zeigt, wie diese Technologie sinnvoll in die naturpädagogische Praxis von Waldkindergärten integriert werden kann.

Zum Preis

Der medius ist ein Preis für innovative, wissenschaftliche und praxisorientierte Abschlussarbeiten, die sich mit aktuellen Aspekten aus dem Medienbereich, der (Medien-)Pädagogik oder Themen des Jugendmedienschutzes beschäftigen. Er wird durch die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK), die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) und das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) vergeben.

Neben einer sinnvollen Theorie-Praxis-Verbindung und der Förderung internationaler Perspektiven ist dabei eines der Hauptkriterien für die Auszeichnung stets die Interdisziplinarität. Vor diesem Hintergrund richtet sich die Ausschreibung des medius ausdrücklich auch an alle fachfremden Disziplinen, die eine Relevanz für Medienpädagogik und Jugendmedienschutz geltend machen können.

Es können Abschlussarbeiten von Universitäten, Fachhochschulen und Hochschulen eingereicht werden, die im Jahr oder im Vorjahr der Ausschreibung abgeschlossen worden sind (i. d. R. Bachelor, Master, Magister, Diplom, Staatsexamen). Vorschlagsberechtigt sind die betreuenden Dozentinnen und Dozenten. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert. Einsendeschluss ist jedes Jahr der 28. bzw. 29. Februar. Eingereicht werden können die Bewerbungen bei der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (Kleine Präsidentenstr. 1, 10178 Berlin), vorzugsweise per Mail an: medius@mabb.de.

Den Bericht zur Verleihung des medius im Vorjahr können Sie hier nachlesen.

Textquelle: fsf.de

Hinweis: Der Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz ist Vertreter der Katholischen Kirche im Kuratorium der fsf.

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Smartphonenutzung an Schulen: Regulieren statt verbieten

Smartphonenutzung an Schulen: Regulieren statt verbieten - GMK gegen Smartphoneverbot an Schulen
Bild: Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e. V. (GMK)

Smartphones gehören heute selbstverständlich zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Und angesichts wachsender Herausforderungen im Schulkontext – von Ablenkung über Cybermobbing bis Datenschutzfragen – wird ein generelles Verbot in der Schule aktuell intensiv diskutiert. Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK) und der Verband der Sonderpädagogik Landesverband Schleswig-Holstein e.V. (vds SH) warnen und positionieren sich deutlich gegen ein pauschales Verbot von Smartphonenutzung an Schulen: Regulieren statt verbieten lautet die Forderung.

„Wir brauchen keine pauschalen Verbote, sondern kluge, bedarfsgerechte Regeln und pädagogische Konzepte, die den vielfältigen Bedingungen des schulischen Miteinanders sowie dem Auftrag zeitgemäßer Bildung in einer zunehmend durch digitale Medien geprägten Gesellschaft gerecht werden“, so lautet die zentrale Botschaft des gemeinsamen Positionspapiers. Statt eines Verbots sind pädagogisch fundierte, differenzierte und gemeinsam mit den Schüler:innen entwickelte Regelungskonzepte gefordert, die sich an der Lebenswelt der Schüler:innen orientieren und ihre Partizipation und Medienkompetenz fördern. Das Positionspapier ist zentraler Bestandteil des neuen Webangebots Regulierung braucht Medienbildung der GMK.

Medienkultur statt Medienverbot

Für eine verantwortungsvolle Medienkultur in der Schule haben GMK und vds SH neun konkrete Forderungen formuliert, an denen sich Schulen und Bildungspolitik orientieren können:

  1. Partizipation stärken: Schüler*innen an Medienregeln beteiligen
  2. Medienbildung verankern: Medienkompetenzförderung in alle Lehrpläne
  3. Schulen personell ausstatten: Medienpädagog*innen im Kollegium etablieren
  4. Lehrkräfte qualifizieren: Medienpädagogik in Aus- und Fortbildung integrieren
  5. Situativ regeln: Gezielte und bewusste Smartphonenutzung ermöglichen
  6. Inklusion fördern: Vertraute Geräte für Teilhabe einsetzen
  7. Lebensweltorientierung gewährleisten: Smartphone als integralen Alltagsbestandteil anerkennen
  8. Eltern einbeziehen: Medienbildung gemeinsam mit Erziehenden gestalten
  9. Unterschiede berücksichtigen: Regelungen an jede Schule anpassen

Fazit

„Schule braucht Regeln – aber keine Pauschalverbote“, denn Verbote lösen keine Probleme, sondern verlagern sie nur. Gerade vulnerablen Gruppen wie Schüler:innen mit Förderbedarf oder solche aus benachteiligten Familien bieten Smartphones (mit schulischer Begleitung) Lernzugänge und Möglichkeiten der Teilhabe, Kommunikation und Selbständigkeit. Ziel ist eine chancengerechte und lebensweltnahe Medienbildung, die Kinder dazu befähigt, mit Medien verantwortungsvoll, selbstbestimmt, reflektiert und kreativ umzugehen. Deshalb sollen in der Schule Medien nicht verdrängt, sondern im Gegenteil pädagogisch sinnvoll eingebettet werden.

 

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Feierlicher Abschluss von #mepps X

17. Juni 2025 um 14:00
Abschluss von #mepps X - Festabend - Gruppenbild der TN mit Kursleitung und Tutor:innen
Gruppenbild der Absolvent:innen von mepps X mit Kursleitung und Tutor:innen
(Foto: Clearingstelle Medienkompetenz)

Mit einem Festabend endete am vergangenen Wochenende der 10. Durchgang des Zertifikatskurses medienpädagogische Praxis. Dem Abschluss von #mepps X vorangegangen waren insgesamt neun Monate Blended Learning-Fortbildung zu Theorie und Praxis der Medienpädagogik. Den Abschuss bildete die dritte Präsenzphase vom 12. bis 15. Juni 2025, wie immer im Katholisch Sozialen Institut in Siegburg.

Gestartet war die letzte Präsenzphase am Donnerstagabend mit einem medienethischen Talk am virtuellen Kaminfeuer mit Dr. Ingrid Stapf. In ihrem Impuls zu Kinder – Medien – Ethik verknüpfte sie ethische Fragen mit Kinderrechten. Dabei wurde einmal mehr eine grundlegende Spannung deutlich, da Kinder ein Recht sowohl auf Schutz als auch auf Befähigung haben. Spätestens mit der Frage, wie wir junge Menschen davon überzeugen können, sozial oder medial kompetent und verantwortungsvoll zu handeln, wenn es ihre Freiheit und Selbstbestimmung (oder auch ihren Spaß) ja erst mal einzuschneiden scheint, waren die Teilnehmenden in eine angeregte Diskussion eingebunden.

Es gibt keine einfachen Antworten

Dass es insgesamt keine schnellen und einfachen Antworten geben kann, dass rechtliche Regulierung meist nicht schnell genug auf wechselnde Anforderungen im Medienumgang reagiert und dass Kinder ein Recht auf eine offene Zukunft ohne Auswirkungen schädlicher Erfahrungen aus der Gegenwart haben, waren für Multiplikator:innen in medienpädagogischen Handlungsfeldern wichtige Erkenntnisse. Gleichzeitig wurde in der Diskussion auch deutlich, dass die Anbieter von Diensten und Plattformen stärker als bisher in die Pflicht genommen werden müssen, um Kinder vor Kontaktrisiken und ungewollten Konfrontationen mit altersunangemessenen Inhalten zu schützen.

Abschluss von #mepps X: Impulsreferat von Dr. Ingrid Stapf zu Kinder – Medien – Ethik
Dr. Ingrid Stapf beim Impulsvortrag
(Foto: Rebecca Ebel – Clearingstelle Medienkompetenz)

Mittelpunkt im doppelten Sinn der dritten Präsenzphase ist der Freitag, an dem die Teilnehmer:innen ihre Praxisprojekte präsentieren. So vielfältig wie ihre Arbeitsfelder waren auch die Projekt-Themen und -Inhalte. Von KI-unterstützten Geschichten, einer Multiplikator:innen-Fortbildung zum Thema Reels und Video und einer Einführung für Kinder in die Handhabung von Kamera und Smartphone über die Gründung einer schulischen Gaming-AG bis hin zur medienpädagogischen Auseinandersetzung mit KI-generierten Gottesbildern spannte sich der Bogen. Und die gute Nachricht: Alle Projekte waren in den Augen der Kursleitung und der Tutor:innen zertifizierungswürdig. Wie immer werden die kurzgefassten Projektraster in Kürze auf unserer Website medienkompetenzerwerb.de veröffentlicht.

Networking und (serious) Gaming

Insofern mit dem Kurs-Abschluss das medienpädagogische Netzwerken erst richtig los geht, gabe es für die Teilnehmer:innen noch einen Überblick mit Kerstin Heinemann (JFF) über weitere Möglichkeiten für Vernetzung, Informationen und fachliche Zusammenschlüsse – und die Einladung zum nächsten Alumni-Treffen, das jährlich im Oktober jahrgangsübergreifend stattfindet.

Als letzte inhaltliche Einheit vor dem Feedback und dem Festabend entwarfen die Teilnehmenden interaktive Geschichten. Dazu gab der Spielentwickler Nils Sommer von der Agentur mediale pfade, Berlin, am Samstagvormittag eine Einführung in Twine. Mit dieser Software lassen sich Rollenspiele erstellen, die sich immer wieder verzweigen und die Spieler:innen je nach Entscheidung auf unterschiedlichen Wegen durch die Story führen. Dabei trug die übersichtliche Programmierung ebenso zur guten Stimmung bei wie die originellen Spielideen. Dass dieses Gaming-Format durchaus auch für Serious Games mit „eingebautem Lerneffekt“ dienen kann, wurde ebenso deutlich.

Twine-Workshop mit Nils Sommer von der Agentur medialepfade
Twine-Workshop mit Nils Sommer von der Agentur mediale pfade
(Foto: Andreas Büsch – Clearingstelle Medienkompetenz)

Die dunkle Seite der Medienkompetenz: Unterhaltung

Nach der ausführlichen Feedback-Runde am Nachmittag konnte dann der Festabend beginnen. Wie bei jedem Festabend von #mepps bisher gab es auch dieses Mal einen Festredner: Dr. habil Gerd Hallenberger, freier Medienwissenschaftler aus Marburg. Entgegen dem gängigen Vorurteil gegenüber dem Genre Unterhaltung als „dunkle Seite der Medienkompetenz“ ließe sich „auch bei Talks, Kochshows, selbst Reality … – beabsichtigt oder unbeabsichtigt – etwas dazulernen, z. B. über Gesprächskultur, Kochrezepte und Landwirtschaft oder Abgründe menschlichen Verhaltens“. Aus den Untersuchungen von Ursula Dehm und Werner Früh folgerte Hallenberger, wie Unterhaltung funktioniert. Und wenn Unterhaltungsangebote bis hin zu Serious Games funktionieren, dann können sie nicht nur Genuss vermitteln, sondern Welt erschließen und Wertediskurse befeuern. Somit folgerte er: „Zur Medienkompetenz gehört auch Unterhaltungskompetenz!“, um am Ende sogar noch auf die Kursbeschreibung von #mepps zu verweisen: „Unterhaltung – Medien dürfen auch Spaß machen“? Das müssen sie sogar, wenn sie irgendwas erreichen wollen!

Sketchnote von Rebecca Ebel zum Festvortrag von Dr. habil Gerd Hallenberger
Sketchnote zum Festvortrag von Dr. habil Gerd Hallenberger
(Rebecca Ebel)

An eine kurze Rückschau von Prof. Andreas Büsch auf zehn Kursdurchgänge und die Frage, was diesen Kurs besonders machte, schloss sich die feierliche Verleihung der Zertifikate an. Und dann durfte gefeiert werden, dass ein neuer Kursjahrgang nun zu den Alumni gehört, die herzlich zum Alumni-Treffen im Oktober eingeladen sind!

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Medien – warum die 4. Gewalt für die Demokratie so wichtig ist

Screenshot aus "Medien – warum die 4. Gewalt für die Demokratie so wichtig ist"
Screenshot aus „Medien – warum die 4. Gewalt für die Demokratie so wichtig ist“
© BR RESPEKT

Worum geht`s?

Eckdaten des Films:

Ein Film der Filmreihe RESPEKT – Demokratische Grundwerte für alle!

Länge: 14 Minuten

Erscheinungsjahr, Produktionsland: 2018, Deutschland

Produktion: ARD Alpha / Bayrischer Rundfunk

empfohlen ab 12 Jahren

Schuljahre: ab Klasse

Spätestens mit dem Feldzug des US-Präsidenten Donald Trump gegen die freie Presse in den USA wird der Ton für Journalisten rauer. Sogenannte „Alternative Fakten“, Fake-News, der aufkommende Rechtspopulismus und Hetz-Kampagnen in Sozialen Netzwerken sind neue Herausforderungen. Welche Gefahr davon ausgeht und wie damit umzugehen ist, beschreibt die Reportage „Medien – warum die 4. Gewalt für die Demokratie so wichtig ist“. (© Bayrischer Rundfunk)

Welche medienpädagogischen Themen werden im Film angesprochen?

  • Medienwirkung
  • Medienkritik
  • Fake News
  • Kritische Medienarbeit
  • Berichterstattung
  • Pressefreiheit
  • Medienkompetenz

Medien als wichtige gesellschaftliche Komponente

Medien spielen in jeder Gesellschaft eine wichtige Rolle. Sie stellen eine zentrale Schnittstelle zwischen der Bevölkerung, politischen Akteur:innen und der Welt dar. In einer demokratischen Gesellschaft kommen den Medien diverse Aufgaben zu. Die bekanntesten sind die Unterhaltung und Information der Öffentlichkeit. Zu diesen Funktionen kommen weitere hinzu, die eine hohe gesellschaftliche Relevanz besitzen. Medien sollen nicht nur Neuigkeiten zur Verfügung stellen, sondern eine Einordnung der aktuellen Geschehnisse leisten und Rezipient:innen wichtige Hintergrundinformationen geben. Durch ein breites Spektrum von Informationsquellen schafft die Medienlandschaft eine Vielfalt, welche es den Menschen ermöglicht, kritisch auf Nachrichten zu blicken und diese einzuordnen. Dadurch wirken die Medien an der Befähigung der Bevölkerung mit, dem politischen und gesellschaftlichen Diskurs zu folgen, was wiederum eine fundierte Meinungsbildung ermöglicht.

Zudem lassen die Medien Menschen zu Wort kommen, die ohne sie keine große Reichweite hätten. Damit ermöglichen sie Teilhabe und politische Willensbildung. So kommt es zu einem Austausch zwischen Bürger:innen und Politik und es entstehen Vernetzungen innerhalb der Gesellschaft.

Schließlich ist die Kontrolle eine zentrale Funktion der Medien. Denn eine der Aufgaben der Medien ist es, die Handlungen und Pläne von Politik und Machthaber:innen der Gesellschaft transparent zu machen und kritisch zu hinterfragen. Meinungsfreiheit und die Freiheit zur Kritik an Menschen und Institutionen, die durch politische, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Positionen Macht besitzen, müssen in einer demokratischen Gesellschaft gewährleistet sein, um den Missbrauch von Macht aufzudecken und zu verhindern. Insofern sind Kritik und Kontrolle durch Medien eine wichtige Grundlage der Demokratie und ein Grundpfeiler unseres Rechtstaates.

Unabhängige Medien als Grundlage der Demokratie

Nachdem in der deutschen Geschichte vor allem das nationalsozialistische Regime eine freie Berichterstattung verhindert hatte und die Machthaber:innen Massenmedien wie das Radio nutzten, um Propaganda und Manipulation zu betreiben, hebt die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland den Schutz der Meinungs- und Pressefreiheit besonders hervor (Art. 5 GG). Die Geschichte hatte gelehrt, dass eine unabhängige Berichterstattung ohne Einschränkung und Zensur für die Demokratie unabdingbar ist. Aufgrund ihrer Kontrollfunktion werden die Medien als 4. Gewalt bezeichnet. Denn neben der Judikative, der Exekutive und der Legislative sind sie im Hinblick auf die Gewaltenteilung ein bedeutender Grundpfeiler unseres Rechtsstaates. Zentral ist dabei ihre Unabhängigkeit von Parteien, Politik oder anderen Akteur:innen.

Medien – warum die 4. Gewalt für die Demokratie so wichtig ist
Screenshot aus Medien – warum die 4. Gewalt für die Demokratie so wichtig ist © BR RESPEKT

Freie Finanzierung ohne Einflussnahme

Der Auftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ist die Berichterstattung sowie die Bildung, Beratung und Unterhaltung der Bevölkerung. Dazu muss eine unabhängige Finanzierung gesichert sein. Diese finanzielle Unabhängigkeit wird u. a. durch den Rundfunkbeitrag gewährleistet, der von den Bürger:innen entrichtet wird. Ein Kontrollorgan der öffentlich-rechtlichen Medien ist der Rundfunkrat. Er besteht aus Personen aus diversen gesellschaftlichen Bereichen, die gemeinsam mit unabhängigen Expert:innen darüber entscheiden sollen, in welche Projekte die Mittel fließen.

Das Konstrukt der öffentlich-rechtlichen Medien kann eine Einflussnahme nicht gänzlich ausschließen. Dennoch kommt es durch dieses komplexe System zu deutlich weniger Einflussnahme und Zensur als bei einem Staatsfunk.

Anders verhält es sich bei privat finanzierten Sendern und Medien. Die privaten Rundfunkanbieter zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Finanzierung durch andere Mittel und Methoden wie beispielsweise Werbeschaltungen, Produktplatzierungen und Abonnements gesichert wird. Sie können damit frei entscheiden, welche Projekte und Programme sie durchführen und anbieten. Gleichzeitig sind sie unmittelbar abhängig von den Geldgeber:innen, die direkt auf ihr Programm Einfluss nehmen und damit eigene Interessen durchsetzen können. Mittelbar sind sie zudem auf entsprechende Zuschauerquoten zur Rechtfertigung ihrer Werbepreise angewiesen.

Zur Medienkompetenz gehört der Aspekt des Medienwissens und damit auch das Verständnis für Strukturen und Zusammenhänge unser Mediensystem. Dieses „Struktur- und Orientierungswissen“ (Schorb) ist die Grundlage für die kritische Kompetenz (Medienkritik), die Bürger:innen einen kompetenten und selbstbestimmten Umgang mit Medien und Informationen ermöglicht. Es ist daher wichtig, Medienbildung für alle Bürger:innen zu ermöglichen und mit politischer Bildung zu verknüpfen – dies vor allem, da Politik und Parteiarbeit gerade in den letzten Jahren vermehrt in den Sozialen Medien stattfinden und diese neben den klassischen Medien für viele eine wichtige Informationsquelle sind.

Zum Einsatz in der (außer-)schulischen Medienarbeit mit Kindern und Jugendlichen

Medien sind im Alltag stets präsent. Seien es Zeitungen, das Autoradio, der Fernseher im Wohnzimmer, der Laptop oder das Smartphone. Von jedem dieser Geräte sind rund um die Uhr Informationen zugänglich, und es werden ständig neue Beiträge geteilt. Diese Fülle an Informationen besonders im Internet ist kaum kontrollierbar. Verbotene, fragwürdige oder falsche Inhalte können sich – nicht zuletzt aufgrund entsprechender Haltung der Plattform-Betreiber – nahezu ungehindert verbreiten.

Auch Kinder und Jugendliche sind von dieser Informationsflut betroffen. Umso wichtiger ist es, die Herausforderungen der digitalen Medien mit ihnen zu thematisieren. Eine wichtige Grundlage für die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Problemfeldern ist ein Verständnis für das System der Medien und der Berichterstattung in Deutschland. Die Entstehung und Entwicklung der Massenmedien und ihre kritische Vergangenheit in den Zeiten eines totalitären Regimes sollen mit Kindern und Jugendlichen thematisiert und reflektiert werden. Gleichzeitig bieten seriöse Medien ein notwendiges Gegengewicht zur tendenziell unkontrollieren Information aus Social Media-Kanälen. So können Kinder und Jugendliche durch das Verständnis der Geschichte und den Bezug zu aktuellen medialen Ereignissen eine fundierte und kritische Medienkompetenz erwerben.

Medienbildung und Medienkompetenz als Voraussetzung

Das Aneignen von Medienbildung und Medienkompetenz vom Kindesalter an ist in einer modernen Gesellschaft von zentraler Bedeutung, insbesondere angesichts der komplexen weltpolitischen Geschehnisse. Es ist wichtig, dass Kinder und Jugendliche lernen, Informationen und Berichte kritisch zu hinterfragen und zu bewerten. Dazu gehört es auch, einordnen zu können, welche Quellen verlässlich und seriös sind und welche nicht. Auch das Erkennen von Propaganda oder Fake News zählt zu diesen Kompetenzen. Es ist für eine demokratische Gesellschaft unerlässlich, nachfolgende Generationen dazu zu befähigen, sich in der Fülle von Informationen zurechtzufinden und gezielt hilfreiche und wahre Berichte und Fakten erkennen und herausfiltern zu können. Denn nur so wachsen die Kinder zu mündigen Büerger:innen heran, die sich kompetent an demokratischen Prozessen beteiligen können.

Ein weiteres Themenfeld des Films ist die Beeinflussung durch Influencer:innen, besonders auf der Plattform Youtube. Die selben Muster können aber auch auf weitere Social Media-Plattformen wie TikTok und Instagram übertragen werden. Gerade diese Plattformen sind Teil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Sie verbringen viel Zeit auf den Plattformen und knüpfen teilweise parasoziale Beziehungen mit Creator:innen. Das nutzen diese, um durch bewusst gesetzte Kaufempfehlungen oder Produktplatzierungen Geld mit ihren Beiträgen zu verdienen. Kinder und Jugendliche sollen lernen, kritisch zu hinterfragen, was die Beweggründe der Influencer:innen sind und wie ihr Content einzuschätzen ist.

Zum Einsatz mit Erwachsenen und Senior:innen

Genauso wie Kinder sind auch Erwachsene und Senior:innen im Alltag nahezu ständig mit Medien und den darin geteilten Beiträgen konfrontiert. Im Laufe ihres Lebens hat sich die Medienwelt durch die Digitalisierung sehr gewandelt. Aus diesem Grund ist es auch für Erwachsene relevant, sich mit der Medienwelt zu beschäftigen und ihre Medienkompetenz zu schärfen und an neue Umstände anzupassen.

Auch Erwachsene und Senior:innen mit langer Medienerfahrung und gefestigter Persönlichkeit sind nicht davor gefeit, auf Fake News, Verschwörungen oder Propaganda hereinzufallen. Im Laufe eines Lebens kann es immer wieder zu Phasen und Umbrüchen kommen, die Menschen auch anfällig für derartige Praktiken machen können. Deshalb ist es für Erwachsene wichtig, aufmerksam zu sein und sich aktiv mit der Medienwelt auseinanderzusetzen. Zudem stehen Erwachsene, hier besonders Erziehungsberechtigte, in der Verantwortung, die künftige Generation auf ihre Rolle in der demokratischen und medialen Gesellschaft vorzubereiten. Um dieser Aufgabe gerecht werden zu können, müssen Erwachsene über aktuelle mediale Phänomene informiert bleiben und sich mit den aktuellen Chancen und Risiken beschäftigen.

Medien-Warum die 4. Gewalt für die Demokratie so wichtig ist
Screenshot aus Medien – Warum die 4. Gewalt für die Demokratie so wichtig ist © BR RESPEKT

Anknüpfungspunkte für aktive Medienarbeit

Auf den Spuren der Mediengeschichte

Die Teilnehmer:innen arbeiten in Kleingruppen zusammen. Die Gruppen werden einem Medium wie Radio, Zeitung, Fernsehen oder soziale Medien zugeteilt. Die Teilnehmer:innen recherchieren zu den Anfängen und der Entwicklung ihres Mediums. Wenn es der Zeitrahmen erlaubt, können alte Versionen, gerade der Printmedien, in Bibliotheken ausgeliehen oder aus dem privaten Besitz mitgebracht werden. Als Abschluss erstellen die Teilnehmer:innen eine Präsentation zu der Entwicklung, z. B. in Popplet, und zeigen in dieser die Veränderungen und Unterschiede bei klassischen Medien im Laufe der Geschichte sowie zwischen traditionellen Massenmedien und Sozialen Medien auf.

Debatte zu Medien und Demokratie

Unter den Teilnehmer:innen soll eine Debatte über das Zusammenspiel von Medien und Demokratie angeregt werden. Ausgangspunkt dafür können verschiedene Fragestellungen sein, z. B. „Sollten die Sozialen Medien stärker kontrolliert werden?“ oder „Sind die Sozialen Medien förderlich oder hinderlich für die demokratische Gesellschaft?“. Die Teilnehmenden werden dafür in jeweils eine Pro- und eine Contra-Gruppe eingeteilt.Sie recherchieren online und reflektieren gemeinsam Perspektiven und Argumente. Dabei übernimmt ein:e Teilnehmer:in oder die Leiterin die Rolle der Moderator:in. Die Argumente können anschließend digital gesammelt werden, beispielsweise auf Taskcards.

Meinung oder Fakt

Die Teilnehmer:innen schauen sich in Kleingruppen eine Auswahl an Social Media-Beiträgen zu einem aktuellen Thema an. Ihre Aufgabe ist es, die Beiträge zu analysieren und zu unterscheiden, welche Aussagen auf Fakten basieren und welche Aussagen Meinungen oder persönliche Ansichten darstellen. Dabei sollen sie konkrete Hinweise in den Beiträgen, wie Quellenangaben, Sprache und Formulierung, identifizieren, die auf Fakten oder Meinungen hindeuten und diese schriftlich festhalten. Anschließend präsentieren die Gruppen ihre Ergebnisse, z. B. in Classroomscreen, und es wird im Plenum diskutiert, warum es wichtig ist, zwischen Fakten und Meinungen zu unterscheiden.

Weiterführende Materialien

Weitere Materialien zum Thema Medien finden sich auf mekomat.de, beispielsweise Bedeutung von TikTok und Instagram als Informationsmedien für junge Menschen oder Das große Medienspiel. Zudem gibt es weitere Filmtipps, wie Aufwachsen in der Medienwelt oder Willi macht Schule: Kommunikation, die sich mit der Welt der Medien und den in ihr benötigten Kompetenzen beschäftigen.

Für wen?

Jugendliche ab 12 Jahren, Jugendliche, Erwachsene, Senior:innen

Bezugsmöglichkeiten

Die Dokumentation ist als Online-Link über die Medienzentralen und in der ARD-Mediathek verfügbar.

Fazit

Die Reportage „Medien – warum die 4. Gewalt für die Demokratie so wichtig ist“ bietet einen Kurzüberblick über die Entstehung und die Aufgaben von Medien. Die geschichtliche Einordnung und die darauf begründete Relevanz der Medien für die Demokratie werden gut erklärt. Die Dokumentation bietet einen strukturierten Überblick über die Geschehnisse und die Gefahren, welche hinter der Zensur und der Beschneidung der Pressefreiheit stehen. Dabei kommen Menschen mit verschiedenen Perspektiven und Rollen in der Medienwelt zu Wort. „Medien – warum die 4. Gewalt für die Demokratie so wichtig ist“ schafft damit einen guten Einstieg in die komplexe Welt der Medien und spricht grundlegend relevante Themengebiete an. Für ein tieferes Verständnis empfiehlt sich eine weitergehende und facettenreichere Auseinandersetzung im Anschluss.

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Symposium „KI und Soziale Arbeit“

19. Mai 2025 um 07:44
Symposium "KI und Soziale Arbeit" am 15.05.2025 in der KH Mainz - Begrüßung durch die Vorsitzende von forum sociale, Prof.'in Dr. Nicole Biedinger. Auf dem Podium (v.l.n.r.): Prof. Dr. Nils Köbel (Moderation), Prof.'in Dr. Doris Aschenbrenner, Dr. Nora Schleich, Prof. Andreas Büsch
Begrüßung zum Symposium „KI und Soziale Arbeit“ durch die Vorsitzende von forum sociale, Prof.’in Dr. Nicole Biedinger. Auf dem Podium (v.l.n.r.): Prof. Dr. Nils Köbel (Moderation), Prof.’in Dr. Doris Aschenbrenner, Dr. Nora Schleich, Prof. Andreas Büsch
Foto: Clearingstelle Medienkompetenz – Tamara Dimdik

Am Abend des 15. Mai 2025 trafen sich im Rahmen einer Veranstaltung des forum sociale, des Katholischen Büros Mainz und der Clearingstelle Medienkompetenz in der Aula der Katholischen Hochschule Mainz Expert:innen aus Wissenschaft und Forschung, um mit den über 60 Gästen über KI und Soziale Arbeit, die Chancen, Herausforderungen und Risiken in diesem Themenfeld zu diskutieren.

Prof.in Dr. Nicole Biedinger vom forum sociale der Katholischen Hochschule Mainz eröffnete die Veranstaltung mit einem Experiment. Ihre Begrüßungsrede hatte sie sich von ChatGPT schreiben lassen. Die Rede wirkte verblüffend „echt“ und so KI- bzw. selbstkritisch, dass die Teilnehmenden kaum feststellen konnten, wann das KI-Zitat endete und die Vorsitzende des forum sociale wieder selbst sprach. Lediglich eine namentlich benannte  Mitarbeiterin der Hochschule hatte die KI halluziniert, was nur den Kolleg:innen der KH auffallen konnte.

Prof. Dr. Nils Köbel, Professor für Pädagogik an der KH Mainz, begrüßte die Expert:innen: Prof.in Dr. Doris Aschenbrenner, Professorin für „Human in Command“ an der Hochschule Aalen, Prof. Andreas Büsch, Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz und Professor für Medienpädagogik und Kommunikationswissenschaft an der KH Mainz, sowie Dr. Nora Schleich, Programmkoordinatorin und Konzeptgestalterin EwB Luxemburg. Der Moderator erläuterte das Format der Veranstaltung: In einem sogenannten Fishbowl-Setting nehmen die Expert:innen auf dem Podium Platz, auf dem ein Stuhl frei bleibt für Teilnehmende, die sich jederzeit mit ihren Fragen und Beiträgen in die Diskussion einbringen konnten.

Was ist KI, was kann sie und was kann sie nicht?

Nils Köbel eröffnete die Diskussion mit dieser Frage. Die Informatikerin Doris Aschenbrenner erklärte, dass es keine eindeutige Definition von KI gebe. Letztlich sei KI nur ein „dummes Programm“ in einer „Kiste mit vielen Drähten“, das auf sehr guter Mathematik basiert. In der Industrie 4.0 könne sie tatsächlich viele Aufgaben, die einst von Menschen erledigt wurden, effizient meistern. Ein Beispiel hierfür ist ihr Projekt zur Sortierung von Plastikmüll. In einem anderen Projekt in der Pflege hat Aschenbrenner jedoch auch gelernt, dass KI zwar Abläufe verbessern, die Nähe und Berührung durch einen Menschen, beispielsweise beim Pulsfühlen oder Blutdruckmessen, aber niemals ersetzen kann und auch nicht sollte.

Die Philosophin Nora Schleich führt das Bestreben des Menschen, eine ihm ähnliche Maschine zu bauen, auf seine immanente Sehnsucht nach Anerkennung und Liebe zurück. Der Mensch bleibe jedoch, im Gegensatz zur Maschine, „ein Mysterium mit Unverfügbarkeiten“, das ihn als Menschen ausmache. Sie warnt davor, dass alles, was wir digital tun, kartografierbar und damit kontrollierbar ist. Daten würden permanent erfasst und ausgewertet. Dies in Bezug auf vulnerable Menschen zu tun, hält sie für „perfide und ethisch verwerflich“.

Die Haltung der Technikerin Aschenbrenner dazu ist keineswegs konträr. Sie hält eine Begrenzung der KI für unabdingbar, wie sie mit dem EU AI Act bereits vorgenommen wurde. Aschenbrenner arbeitet gemeinsam auch mit Ethiker:innen an einer Normierung der EU, die 2026 fertiggestellt sein soll. Nicht die Technik an sich sei das Böse, „sondern das, was wir damit machen“. Aschenbrenner vertraut auf die Menschen und blickt optimistisch in eine Zukunft, in der die Technikzentriertheit der vergangenen Jahre in den Hintergrund tritt und die Welt des Analogen, „Echten, nicht KI-generierten“, wieder mehr an Bedeutung gewinnt.

Angeregte Gespräche im Anschluss an das Symposium "KI und Soziale Arbeit" im Foyer der KH Mainz
Angeregte Gespräche beim Empfang im Anschluss an das Symposium „KI und Soziale Arbeit“ im Foyer der KH Mainz
Foto: Clearingstelle Medienkompetenz – Tamara Dimdik

Chancen und Risiken von KI

Eine Teilnehmerin nimmt in der Fishbowl Platz und äußert ihre Bedenken, dass etwa 80 % derjenigen, die KI programmieren, Männer sind. Sie fragt sich, ob dadurch nicht Fehler gemacht und Frauen diskriminiert werden. Nora Schleich entgegnet, dass Diskriminierung auf Fehlern basiert, die bereits vorab im Analogen gemacht wurden. „KI ist nur so gut wie die Daten und der Code“, sagt sie. „Die Welt ist komplizierter als das, was programmiert wird“, bestätigt Doris Aschenbrenner. Sie betont die Notwendigkeit von Diversität und Interdisziplinarität bei der Entwicklung, Programmierung und Begrenzung von KI.

Ob ein Chatbot nicht in der Beratung unterstützen könne, so die Frage eines Pädagogikstudenten in der Fishbowl. Und ließe sich dafür nicht eine KI programmieren, die jenseits der Interessen von Tech-Oligarchen arbeitet? Angesichts knapper werdender Ressourcen und des damit verbundenen Handlungsdrucks wäre das in der „besten aller Welten“ wünschenswert, so Andreas Büsch. Doris Aschenbrenner verweist jedoch darauf, dass für eine solche Programmierung jenseits der großen Player schlicht die finanziellen Mittel in sozialen Feldern kaum zur Verfügung stehen dürften. Und Nora Schleich entlarvt das Narrativ, dass eine KI könne, was ein Mensch kann.

KI und Soziale Arbeit? KI kann Beziehung nur simulieren

Andreas Büsch steht der KI angesichts zahlreicher Fehler und politischer, sozialer, ethischer und ökologischer Fragen skeptisch bis kritisch gegenüber. Das dürfe aber keine Ausrede sein, um sich nicht mit KI auseinanderzusetzen. Für die Soziale Arbeit sieht er Anwendungsmöglichkeiten vor allem in der Arbeitsorganisation, Administration, Datenauswertung und im Erstellen von kleineren Texten wie z. B. Teasern für Social Media oder Zusammenfassungen. Allerdings verwahrt er sich gegen eine „naive Nutzung“ von KI. Ihren Output gilt es immer kritisch zu prüfen. Schließlich steht hinter der KI ein digitaler Kapitalismus, dessen Interessen man sich bewusst sein muss. In der Arbeit mit Klient:innen ebenso wie bei kreativen Prozessen kann KI eine Unterstützung sein. Keinesfalls aber sollte KI die Beziehungsarbeit – als Kern sozialarbeiterischer Profession – übernehmen dürfen, so Büsch, weil sie Beziehung nur aufgrund entsprechender Programmierung simulieren kann.

Denn schließlich gehe es beim Einsatz von KI in der Sozialen Arbeit – wie ein Teilnehmender aus der praktischen Arbeit in der Fishbowl treffend bemerkte – nicht in erster Linie um das Wohl der Klient:innen, sondern um ihre „Marktförmigkeit“, d. h. ihr Funktionieren in unserer kapitalistischen Gesellschaft.

Soziale Arbeit ist Hilfe zur Lebensbewältigung, die auf Interaktion und Beziehungsarbeit beruht. Beziehungsarbeit an die KI zu delegieren, beispielsweise in einem kritischen Notfall in der Seelsorge, ist gefährlich. KI kann soziale Arbeit unterstützen. Eine Beziehung zum Menschen aufbauen kann sie nicht, sie kann sie nur simulieren. Rat geben und wirklich helfen auf der Grundlage von Emotionen und Empathie kann die Maschine nicht. Das ist und bleibt dem Menschen in seiner einzigartigen Würde vorbehalten.

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Pontifex gesucht! Wer kann am besten Brücken bauen?

Aus aktuellem traurigen Anlass hier ein paar Anregungen, wie nach den evtl. Ferien das Thema nächste Woche im Unterricht aufgegriffen werden könnte. Wir haben dafür zwei Versionen, einmal als Datei zum kopieren für 4. – 6. Jahrgangsstufe und einmal als digitaler Lernpfad in H5P, damit es auch in BYCS, Moodle oder dem LMS der Wahl …

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