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Lese-Ansicht

Rückblick auf das Schuljahr 25/26

Für das vorletzte Schuljahr hatte ich mir konkretere Ziele gesetzt – das habe ich irgendwie am Beginn des letzten verpasst. Ohne es konkret zu formulieren, wollte ich wiederum mehr Frauen in den Unterricht einbinden, außerdem individueller auf meine Schülerinnen und Schüler schauen. Außerdem stand die Einarbeitung in die ZSL-Arbeit an.

Das Schuljahr in Fakten:

  • 6 Lerngruppen in Ethik, 123 SuS
  • Seminarkurs „Lernen durch Engagement“
  • AG: Schülerzeitung (ca. 15-20 SuS)
  • 4 Tage Unterricht, davon zwei Nachmittage, 2x zur ersten Stunde, 5 Freistunden, 2h Abordnung ans ZSL
  • weiterhin 75% Teilzeit
  • Sonderaufgaben: Pressearbeit, Fair-Trade-Schulteam, Büchereiaufsicht, Jahrbuch, Lesekreis
  • Ausflüge: Hospizverein, mehrfach zur Brettachhöhe, Jugend forscht-Ausstellung
  • Fortbildungen/Tagungen: 2x mehrtägige ZSL-Redaktions-Treffen vor Ort, 1x Essayschreiben im Ethikunterricht (online), viele ZUMinare (die muss ich einfach aufnehmen, weil sie meistens sehr bereichernd sind)
  • Unterricht ausschließlich im (Ethik-)Raum (dort haben auch andere Lehrkräfte mit anderen Fächern Unterricht, sie bekommen sogar einen Platz im Regal, wenn sie ihn benötigen. Den Großteil der Dinge machen aber Hefte/Bücher/Materialien für Ethik aus).

Das Schuljahr wird immer als das Schuljahr in Erinnerung bleiben, in dem ich meinen Vorsitz bei der ZUM e.V. abgab und in dem unser Bürgermeister tödlich verunglückte. Ich bin seit 2022 im Gemeinderat. Das komplette zweite Halbjahr hatte dieses Grundrauschen im Hintergrund: die Trauer überall in der Stadt, die Gemeinderatssitzungen mit der klaffenden Lücke, die formalen Abläufe, die einfach so weiterlaufen. Dadurch war das Schuljahr irgendwie gedämpft und besonders das 2. Halbjahr nur mit halber Kraft. In der letzten Schulwoche erfolgte die Amtseinsetzung des neuen Bürgermeisters.

Organisatorisches


In Kl. 6 habe ich wieder mit A5-Heften, in Kl. 7 mit von mir ausgegebenen Heftern + Stick gearbeiteten, die in der Schule blieben. Dafür habe ich schöne Werkhausboxen im Ethikraum. Ich überlege noch, ob und wie ich das weiterführe. Generell ist es für die Unterstufe sinnvoll, die Materialien im Raum zu lassen statt sie hin und her zu schleppen.

Ab Kl. 10 gibt es ein Register bzw. Trennblätter zur besseren Ordnung im Hefter von mir. Alle Lerngruppen (außer Kl. 6) haben eine Taskcard, auf der sie die AB, Links, Übungen und teilweise zusätzliche Infos finden. Die Taskcards führ(t)e ich jeweils weiter, wichtigere Sachen aus dem vorangegangenen Schuljahr schob ich in eine Archivspalte. Das werde ich beibehalten – es gibt mir, den Lerngruppen und teilweise auch den Eltern eine gute Übersicht.
Das Kursblog in der Oberstufe läuft auch weiter. Am Ende des ersten Halbjahres führte ich eine anonyme Umfrage durch, wie KI den Schreibprozess beeinflusste. Dabei kam u.a. heraus, dass sich die Lernenden konkretere Hilfestellungen wünschen. Diese gab ich in Form eines kurzen Vortrages sowie Übersichtsblattes, was erlaubt ist und was nicht. Außerdem machte ich deutlich, wie wichtig der Prozess und das Denken für Essays ist. Die Peer-Feedbacks und Kommentare blieben gleich. Einige der Kommentare waren gut erkennbar auch mit KI geschrieben.

Bereits in den Sommerferien hatte ich meine Tages- und Wochenplanung wieder in einem Bullet-Journal begonnen, was ich auch im Schuljahr weiterführte. Die Unterrichtsplanung erfolgte weiterhin mit Evernote, die AB erstellte ich mit GoodNotes. Am Anfang nutzte ich noch den Planer von PaperlessLife für viel mehr, gegen Ende nur noch für den Überblick über die Abhaklisten in den Klassen. Dafür muss ich mir im nächsten Schuljahr was anderes überlegen. Mein Bulletjournal führe ich Jahres- nicht Schuljahresweise. Ich denke, das funktioniert für mich besser. So kann ich auf Dinge aus dem letzten Halbjahr zugreifen.

Ziele


Mehr Frauen: gescheitert. Aber es arbeitet. Ich hielt einen Vortrag zu Gayatri Spivak im Rahmen der Philosophinnen-Reihe der Familienbildungsstelle Brenzhaus in Schwäbisch-Hall sowie ein Filmgespräch zu Hannah Arendt. Beide Philosophinnen beschäftigten mich also sehr, ich las viele Texte und erstellte eine Übersichtsseite zu Philosophinnen im ZUM-Unterrichten https://unterrichten.zum.de/wiki/Philosophinnen. Ich bin am Thema dran.
Mehr individueller Blick: ich denke, dass ist mir gut gelungen. Ich kann logischerweise nicht ins Detail gehen. Im nächsten Schuljahr werde ich das weiter führen und meine Beobachtungen anhand konkreterer Kriterien notieren. Dazu kommt das Mentoring, was noch mehr individuelle Begleitung von Lernenden ermöglicht.
ZSL-Redaktion: ich bin seit Anfang des Schuljahres Teil der Redaktion des Lehrerbildungsservers und des Lehrerfortbildungsservers. Ich habe inzwischen einen guten Überblick und kann mich effizient einbringen.

Meine Erkenntnisse aus 25/26:


—> Schule ist kein lernendes und sich entwickelndes System. Das frustriert mich zunehmend.
—> Der Seminarkurs braucht echte Begegnung. In diesem Schuljahr haben wir mit den Weckelweiler Gemeinschaften, Standort Brettachhöhe zusammen gearbeitet. Das hat sich als sehr sinnvoll erwiesen.
—> Der Austausch mit Fachkolleg*innen ist für mich sehr wichtig und wertvoll. In der Fachschaft konnten wir das ein wenig etablieren, da ich u.a. meine Ethikkollegin in ihrer Gruppe vertrat und wir sehr konkret über Inhalte sprechen konnten. Ansonsten bin ich weiterhin in einer Materialaustausch-Gruppe, von denen mich viele auch direkt mit konkreten Fragen anschreiben. Ich helfe und lerne gleichzeitig. Win-Win 🙂

Ausblick auf 26/27

  • wieder 6 Lerngruppen in Ethik, wieder ein Seminarkurs und die AG Schülerzeitung, Unterricht wieder im Ethikraum, 80%
  • so wie es jetzt aussieht: 4 Tage Unterricht, drei Nachmittage, 2x zur ersten Stunde, 6 Freistunden, 4h Abordnung ans ZSL, die Sonderaufgaben bleiben auch
  • zusätzlich werde ich Mentoring-Gespräche in Kl. 7 führen
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Mein OER-Ziel 2026

Auch 2026 habe ich mir ein OER-Ziel gesetzt, so wie einige andere in der OER/ZUM-Community. Ich möchte ein ZUMinar gestalten und 12 Unterrichtsideen als OER bereit stellen im ZUM-Unterrichten. Hier entsteht der Blogbeitrag, er wird eine Sammelstelle sein um meine Fortschritte abzubilden. Machst du auch mit?

  • Fehlschlüsse erkennen: sowohl digital als auch analog bereit gestellte Beispiele um kurze Sequenzen zu analysieren und Fehlschlüsse besser erkennen zu lernen. Ich wollte schon länger das großartige Poster in einem Unterrichtsszenario einbinden.
  • interaktive Übungen zur Festigung und Wiederholung in der Einheit „mythische und religiöse Erklärungen von Mensch und Welt“, Klassenstufe 6. Dabei habe ich zum ersten Mal ein Escape-Game erstellt. Es ist ganz unten auf der Seite verlinkt – oder hier als einzelne Übung. Ich hoffe, es ist halbwegs plausibel und kann von meinen 6. Klässler*innen auch gelöst werden (ich habe nur Inhalte aus dem Unterricht verwendet). Das Hintergrundbild habe ich mit ChatGPT 5 erstellt, der Prompt dafür ist folgender:

Subject: Simplified museum floor plan from a top-down (bird’s-eye) view, flat vector illustration, clean shapes, minimal detail, no faces. Layout: Central foyer as the starting point, four rectangular exhibition rooms arranged around it (top-left, top-right, bottom-left, bottom-right), rounded corners, door openings toward the foyer. Room labels (German, neutral sans-serif, medium, all caps): “Mythos vs. Wissenschaft”, “Übergangsrituale”, “Karneval”, “Trauerrituale”. Zone icons (monochrome pictograms, consistent stroke, no faces, minimal detail): Mythos vs. Wissenschaft: stack of books, star symbol, test tube icon. Übergangsrituale: open notebook, candle icon, handshake. Karneval: mask, confetti, drum. Trauerrituale: single candle, laurel wreath, simple grave stele. Wayfinding: Subtle dotted footprints in light gray from the foyer to each door; small arrowheads at the end. Doors/locks: Small padlock icon at each door (ochre/gold), simple, no gloss. Style: Flat vector (cartoon), no gradients, no shadows, no textures, crisp edges, unified stroke width. Color palette: Background/foyer: warm off-white #F8F5F0 Walls/outlines: light gray #D9D9D9, stroke ~3 px Footprints: medium gray #BDBDBD Locks: ochre/gold #D4AF37 Room accents/icons: Mythos vs. Wissenschaft: deep blue #2D4A8A, accent purple #7A5DC7 Übergangsrituale: warm amber #E6A93A Karneval: coral red #EF6F6C, accent teal #2AB7CA, confetti in 2–3 colors Trauerrituale: blue-gray #5A6B7A, dark gray accent #444444 Typography: Neutral sans-serif (DIN/Inter-like), high legibility, medium size, black #222222. Composition: Even spacing, calm negative space, three icons centered per room, equal size, balanced layout. Format: Square 1:1, 2048×2048 px. Negative: No people, no faces, no 3D, no photo textures, no clutter.

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Das war’s – 2025

Auch 2025 gibt’s einen kurzen, subjektiven Jahresrückblick.

Schon einige Jahre zuvor (2024, 2023, 2022, 2021, 2020, 2018, 2017, 2016, 2015, 2015, 2013, 2013, 2012) habe ich regelmäßig Jahresrückblicke geschrieben. Ich mache das dieses Jahr auch wieder.

Der Anfang

Das Jahr begann leider ohne Urlaub, sondern arbeitsintensiv. Die Lage der Ferien verwehrte uns diesen sonst so entspannenden Start ins Jahr. Dafür sahen wir Polarlichter mit Frau Illing, ich reflektierte das letzte Jahr in den Rauhnächten und arbeitete (Blogposts, Peer-Feedbacks und Kommentare). Ich machte beim Veganuary und teilweise beim Januar-Yoga mit. Die Faschingsferien nutzte ich wieder für ein paar selbstbestimmte Tage in Stille und im Kurbad. Im Februar kam die Enttäuschung der Bundestagswahl und die Freude über die Bürgermeisterwahl. Unser BM wurde mit 98% wieder gewählt. Ich war zum ersten Mal Wahlhelfer und durfte beides mit auszählen.

Kurz nach Ostern feierten wir den 90. Geburtstag meiner Oma. Was für eine Familienzusammenkunft! Im Mai war ich erst als Helfer bei der Jagsttalwiesenwanderung, dann ging es nach Bad Wildbad zum Wildcampen. Danach nahm das Schuljahr auch gleich ganz schön Fahrt auf: Abi, Schülerzeitung, Jahrbuch, Schuljahresende. Dieses Jahr hatte ich durch ein Team sehr viel Unterstützung beim Jahrbuch, sodass ich mich weitgehend nur um das Layout kümmern konnte. So funktioniert das für mich und es kann weitergehen. In den Pfingstferien war ich mit Kind 3, 4 sowie einer befreundeten Familie im Urlaub in der Nähe von Ravensburg.

Die Mitte

Mit Beginn der Sommerferien habe ich mein Ipad, was ich fast ausschließlich für die Schule nutze, zugeklappt. Damit entfiel auch mein digitaler Kalender. Ich fing an, wieder in einem Bullet Journal die Termine und to dos aufzuschreiben. Das hat so gut funktioniert, dass ich das nach den Ferien weiter geführt habe. Unser Sommerurlaub begann mit dem Geburtstag von Kind1 in ihrem Studienort. Kind2 und ich fuhren gemeinsam hin und hatten ein paar schöne gemeinsame Tage. Anschließend fuhren wir zu viert ans Lauwersmer. Besonders begeistert hat mich das Kulturzentrum in Groningen. Ist das nicht das, was Aladin al-Mafalani mit Community-Centern meint? Ansonsten nutzte ich die Zeit, um wirklich abzuschalten und zu entspannen.

Das Ende

Das Schuljahr begann im September mit dem Schulwechsel von Kind3 auf meine Schule. Ich bin seit Schuljahresanfang mit zwei Stunden ans ZSL abgeordnet: Redaktion des Landesbildungsservers. Ich lief beim Muswiesenlauf mit: 5km in knapp 31 Minuten. Ich bin damit die schnellste Ethiklehrerin meiner Schule 😉 (es sind insgesamt nur zwei Lehrkräfte mitgelaufen… )

Den Anfang der Herbstferien verbrachte ich beim Fachtag OERInfo und hängte gleich noch drei Tage in Frankfurt dran um mein Lehrbuch-Kapitel fertig zu schreiben. Inzwischen weiß ich, dass das wahrscheinlich nie erscheinen wird, weil der Verlag insolvent ist. Damit endet wohl meine Karriere als Autorin. Mitte November konnte ich planmäßig den ZUM-Vorsitz an Tina Neff übergeben. Ich bekam eine tolle Lesekiste und einen Gutschein für ein Entspannungs-Wochenende, was ich mir noch aussuchen darf. Ich bin sehr froh, dass das alles so gut ging und habe seit dem einen wöchentlichen JourFix mit Tina zur Übergabe. Das erste Adventswochenende führte mich zu meiner ersten Comiccon nach Stuttgart. Weihnachten verbrachten wir zu neunt zu Hause.

Ausblick

2026 nöchte ich mir überlegen, was ich mit der Zeit und Energie durch den entfallenen ZUM-Vorsitz und das Autorinnen-Ende anfangen will.

Für 2026 habe ich mir wieder ein Leuchtturm-Buch als Bullet-Journal gekauft. Ich glaube, ich bleibe erstmal beim analogen Planen. Allerdings sind mir die guten Klassen-/Kurs-Übersichten im digitalen Planer ans Herz gewachsen. Auch die digitale Planung ist im 2. Jahr nicht ganz so smart, wie es im ersten aussah. Mal sehen, wie sich das kombinieren lässt, das ist irgendwie gerade wieder im Fluss.

Für 20.4. und 22.5. habe ich bereits zwei Vorträge/Filmgespräche zu Philosophinnen zugesagt, insofern wird das sicher ein Thema für 2026.

Zusammengefasst

gekauft: Beste Anschaffung des Jahres: Noise-Cancelling-Kopfhörer. Außerdem ein E-Bike.

gelesen –> Das hat wieder einen extra-Blogpost, 25 Bücher in 25.

gesehen: The summer i turned pretty (S 1, 2, 3), Maxton Hall (S 1, 2), My so called Life (S1), einige Filme, Theater der Landesbühne Esslingen: Once (Musical), Lesung von Alexandra Zykunov

beteiligt

gereist

  • Wachau (90. Geburtstag)
  • Bad Windsheim
  • Lauwersoog (NL), Groningen (NL), Dinopark Münchehagen, Steinhuder Meer und Hannover (OERCamp),
  • Ravensburg & Ravensburger Spieleland
  • Frankfurt: Fachtag OER Info und Treffen des OERInfo-Beirats
  • Würzburg (3x für die ZUM: Workshop, Vorstandstreffen, Mitgliedertreffen)
  • Nähcamp Bad Hersfeld
  • Bad Wildbad (Wildcampen)

Statistiken

  • 11 Blogposts hier und ein paar wenige bei ZUM.de drüben, Verlosung der ZDPE 2/25
  • meine Themen 2025 waren: Verantwortung abgeben, Geduld, Naturgarten
  • Schritte: 4 197 493, ca. 3 196.34 km, Tagesdurchschnitt: 11 595
  • Vo-max von 35 auf 39 gesteigert
  • gefundene Geocaches: 16
  • +1 auf der Publikationsliste
  • Blutspenden: 2

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Mein Lesejahr 2025

Nach 2023 & 2024 gibt es nun wieder einen Rückblick auf mein Lesejahr.

getrackt mit Reado

Ich hatte wieder das Vorhaben, jeden Monat ein Buch zu lesen, also 12. Tatsächlich habe ich mir dieses Jahr sehr viel mehr Zeit genommen – was richtig gut war! – und bin nun auch voll in die BookTok-Bubble abgetaucht. Mein Stapel ungelesener Bücher und meine Wunschliste wachsen.

  • 25 Bücher gelesen
  • 18 der Bücher sind von Autorinnen
  • 13 der Bücher waren aus der hiesigen Bücherei ausgeliehen
  • ca. 7300 Seiten, etwa 607 Seiten pro Monat
  • kein Hörbuch gehört

Am Nachhaltigsten geprägt hat mich „Kinder-Minderheiten ohne Schutz“. Daraus habe ich sehr viel für meine tägliche Arbeit (vor allem die 5 Erfolgsfaktoren für Schule: darunter mindestens eine Person, die dich sieht und der du wichtig bist) und für die Stadtratsarbeit (Kinder mitdenken. immer.) mitgenommen.

Die krasseste Geschichte fand ich „Lea“ – kaum vorhersehbar. Wenn man denkt, es geht nicht mehr schlimmer, kommt der nächste Hammer. Ich mochte auch „Nachtzug nach Lissabon“ von ihm. Ein Philosoph (Peter Bieri), der es versteht, Romane zu schreiben.

Die eindrücklichsten Geschichten waren „Am Himmel die Flüsse“ und „Eine Frage der Chemie“.

Von einer Autorin (Susanne Abel) habe ich zwei Bücher in diesem Jahr gelesen. Ich mag ihren Stil sehr und fand beide sehr gut zu lesen (auch sehr krasse Geschichten jeweils).

Frau Einstein begegnete mir im März und erneut im November (Beklaute Frauen).

Ich habe etliche Bücher angefangen, aber noch nicht fertig gelesen, u.a. das tolle #Edubuchklub-Buch „Haltung„. Ansonsten habe ich leider sehr wenige der dort gelesenen Bücher gelesen. Ich schaffte es nicht, schaute mir die Bücher aber immer zumindest an.

Hier kommt nun mein Überblick:

Und hier ist für euch der Link zur Übersicht für 2026, falls ihr eure Bücher auch so dokumentieren wollt: pdf / png

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Werkstattbericht: Mein OER-Ziel 2025

Mein OER-Ziel 2025 war: 12 Unterrichtsideen (also in etwa jeden Monat eine) zu teilen. Ich werde diesen Blogpost kontinuierlich erweitern. Mal sehen, ob ich auf 12 komme…

Ergebnisse:

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Der Raum unterrichtet mit, Teil 2

Der Raum unterrichtet mit! Das ist eigentlich selbstverständlich – und trotzdem schenkt man dem Raum kaum Beachtung. Es muss kein Fachraum sein, aber gerade für das Fach Ethik/Philosophie ist der Raum ein wichtiger Faktor, der eine angenehme Gesprächs- und Denkatmosphäre schafft oder eben nicht. Der Raum oder auch nur eine Ecke kann inspirieren, Gedanken weiterführen, Fragen stellen und noch so viel mehr.

Im ersten Teil ging es um – kostenlose – Materialien und Ideen, die einen Ethikraum strukturieren und verschönern können. Im 2. Teil geht es nun um Dinge, für die man Geld und/oder Zeit investieren muss. Ich muss zugeben, dass ich vieles selbst gekauft habe, weil es sowohl für die Kinder als auch für mich Arbeits- und Lebensraum ist – und ich habe in den letzten Jahren fast meinen kompletten Unterricht in diesem Raum. In einer idealen Welt erhielten Lehrkräfte, die es wollen, ein Budget um einen Raum passend einzurichten. Ich habe aber oft auch auf Dinge zurück gegriffen, die wenig Geld kosten oder die woanders aussortiert wurden. (Bei TikTok, Instagram und Pinterest gibt es mehrere Hashtags z.B. #classroommakeover, die zeigen, dass man da noch sehr viel mehr übertreiben kann…)

Sitzordnung. Beginnen wir mit der Sitzordnung. Ich möchte dazu nur ein paar Gedankenanstöße geben. Ich wechsle zwischen doppeltem E (mit Zwischengängen) und Gruppentischen. Mir ist es einerseits wichtig, dass die Lernenden sich gegenseitig sehen, wenn sie miteinander sprechen und sich gegenseitig zuhören (und nicht nur mit mir reden). Andererseits sollen sie auch gemeinsam arbeiten. Deshalb also ein ständiger Wechsel. Mit beidem bin ich regelmäßig unzufrieden und stelle um. (Kompliziert wird es, wenn auch noch andere im Raum unterrichten).

Pflanzen. Ebenfalls kein Ethikraum-Thema, aber trotzdem wichtig für die Atmosphäre im Raum. Ich habe oft Pflanzen zu Hause über Ableger vermehrt oder große, die nirgendwo mehr rein passten, übernommen. Größere Blumentöpfe und (torffreie) Erde kosten, gelegentlich findet man Töpfe in Verschenkekisten. Inzwischen habe ich schon direkt auf dem Fensterbrett Ableger wurzeln lassen, eingepflanzt und „zum Mitnehmen“ bereit gestellt.

Aufbewahrung. Material braucht Ordnung. Früher habe ich das Material zu Hause gehortet. Aber warum? Ich habe kein Arbeitszimmer und sehe es auch nicht ein, einen extra Raum für schulisches Material bereit zu stellen. Material, was ich öfter benötige, laminiere ich und ordne es in Briefboxen mit halbwegs logischer Beschriftung ein, sodass es auch die Kolleginnen nutzen können. Im Raum gab es schon einen Schrank, ich habe ein drei-teiliges Regal (ähnlich wie Ivar) ergänzt. Außerdem habe ich ein 2×2 Kallax in den Raum integriert, das ebenfalls Material enthält.

Zeitschriften. Ich habe zu Hause u.a. ein Abo des Philosophie Magazines (früher auch Hohe Luft), die Hefte stelle ich aber in die Schule ins Regal (digital ist es auf meinem Ipad). Gut, um mal rein zu schauen und auch um ein Vortrags-Thema (GFS) zu finden. Auch meine Abohefte des Katapult-Magazins sowie des Atmo-Magazins finden ihren Weg ins Regal des Ethikraums. Die Plakate des Katapult-Knickers eignen sich oft sehr gut um sie im Raum aufzuhängen.

Inspiration. Ich habe vier verschiedene Umblätter-Spiele (wie ist der korrekte Name dafür?), die von unterschiedlichen Schüler*innen neu geblättert werden. Durch die vielen verschiedenen Möglichkeiten gibt es eine Art offenen Dialog – und immer auch einen kleinen Einblick, welche Fragen/Themen gerade aktuell sind. Außerdem suche ich für jedes Jahr einen schönen Wochenkalender mit Sprüchen oder Fragen. Diese kaufe ich immer erst Anfang Januar, wenn Kalender schon reduziert sind. Meist findet sich trotzdem ein passender. Außerdem habe ich verschiedene philosophische Fragen-Karten und Zitate-Kartenspiele im Regal. Wenn jemand ein Essay-Thema sucht, gebe ich eine Zufalls-Karte raus.

Wohlfühlen. Tee, Wasserkocher, Tassen. Oft nehme ich Tassen, die ich geschenkt bekam (ich habe zu Hause einen „nur handgetöpferte Tassen-Spleen“) oder ich kaufe welche bei Action oder Depot – denn, machen wir uns nichts vor: es gehen ab und zu Tassen kaputt. Ich kaufe auch regelmäßig Tee – Früchte- und Kräutertee – nach. Ich mache das gern, denn es bedient Grundbedürfnisse. Die Schüler*innen fühlen sich willkommen, trinken ausreichend und sie sind auch offener und gesprächiger.

Punkte. Ich liebe Punkte. Diese Punkte am Fenster geben einerseits den Vögeln das Signal, dass es sich um eine Glasscheibe handelt. Vorher hatte ich öfter mal welche, die dagegen gekracht sind. Andererseits zaubern sie ein tolles Licht und Muster in den Raum.

Ausblick. Momentan denke ich auf „immer an den Tischen sitzen“ herum. Ich überlege, auch in der weiterführenden Schule, auch in Fachräumen, die Strenge dahingehend etwas aufzuweichen und andere Sitzgelegenheiten anzubieten. Ich habe schon Ideen. Fürs Lernen ist ein Ortswechsel, ein Sitzplatzwechsel und auch ein Nachbarwechsel sinnvoll. Nach ein wenig Ausprobieren wird das wohl dann Teil 3 werden.

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Schuljahr 24/25 – wie war’s?

Für das Schuljahr 24/25 hatte ich mir für den Ethikunterricht drei Ziele gesetzt. Ich habe hier kurz darüber geschrieben. Für mich selbst hatte ich die hier zu sehenden s/w-Kacheln gemacht, die ich am Schreibtisch stehen hatte. Damit werde ich nun die einzelnen Ziele kurz reflektieren.

Klassenstufe 5 & 7: so wenig Kopien wie möglich. Da wir kein Buch haben, versuchte ich mit anderen Medien (Lernstationen, Spiele, Projekte, Bücher, online), die Inhalte an die Schülerinnen und Schüler ran zu tragen. Außerdem gab ich das jeweilige „Sammelmedium“ vor – konkret hatte ich für die Klasse 5 linierte A5-Hefte und für die Klasse 7 Ordner. Für alles gab es in der Schule einen Platz, sodass das nicht mit hin und her getragen werden musste.

In der Klassenstufe 5 hatte ich insgesamt ca. zehn A5-Kopien, dazu noch vier Tests und zwei Rückmeldebögen. Einige der Blätter hatte ich nur mit z.B. drei Stachelschweinen gefüllt, andere nur mit Bildern von Personen, zu denen Steckbriefe erstellt wurden. Diese habe ich dann zusammen gezählt, weil sie jeweils nur einen Teil der Seite eingenommen haben (ich habe natürlich platzsparend kopiert). Das erscheint mir sehr wenig, allerdings habe ich bisher keine 5. Klasse in BW unterrichtet, sodass mir der Vergleichswert fehlt. Ich bekam von den Kindern auch die Rückmeldung, dass sie zu viel schreiben mussten. Mir ist aber auch aufgefallen, dass das Schreibtempo sehr unterschiedlich ist und dass das Abschreiben bzw. das eigenständige Formulieren von Erkenntnissen (z.B. nach einem Spiel) sehr viel mehr geübt werden muss. Deshalb würde ich es in dieser Klassenstufe wieder so machen.

In der Klassenstufe 7 hatte ich insgesamt 38 kopierte A4-Seiten, also 19 Blätter, dazu noch vier Tests und Rückmeldebögen. Im Vorjahr waren es ca. 50 Seiten, also 25 Blätter. Ich habe bei jeder Kopie überlegt, ob sie notwendig ist oder nicht – und auch gegenüber dem vorherigen Schuljahr einiges an Texten weg gelassen bzw. zusammengefasst. Optimierungsmöglichkeiten gäbe es noch bei Tabellen oder Vorlagen. Ich habe beispielsweise einen Religionssteckbrief (siehe Abbildung), den wir über alle 5 Weltreligionen ausfüllen – und natürlich drucke ich den dann auch 5x für jede*n aus.

Klassenstufe 9&10: Fokus auf den Wert Gleichberechtigung.

Beide Klassenstufen haben im ersten Halbjahr ein Portfolio zu einem Text aus den Unlearn Patriarchy-Büchern erstellt. Dazu habe ich hier schonmal geschrieben. Hier ist das OER-Material dazu. Die Portfolios zeigten teilweise eine sehr tiefgründige Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema. Auch die Aufgaben dazu, der Projekt-Charakter und auch der Druck, sich mit dem Thema auseinander zu setzen, waren aus meiner Sicht hilfreich, raus aus der Komfortzone zu denken und zu arbeiten. Deshalb werde ich das so in der Form im kommenden Schuljahr fortführen. Die neue 10. Klasse bekommt die gleichen Texte, muss sich aber einen neuen aussuchen. Vielleicht schaffe ich es auch in den Ferien, noch mehr aufzubereiten. Zusätzlich werde ich die Prozessbesprechungen ausweiten und auch eine Reflexionsphase (sowohl individuell als auch mit Feedback für die Arbeitsweise) mit einführen.

Für die Oberstufe hatte ich mir vorgenommen, mehr Texte / Inhalte von Philosophinnen mit rein zu nehmen. Und hier bin ich aus meiner Sicht gescheitert. Ich habe die Denkerinnen verwendet, die ich auch schon im Jahr zuvor verwendet habe, mit der einen Ausnahme, dass ich statt Chimamanda Adichi (Danger of a single Story) einen Text aus dem Unlearn Patriarchy-Buch von Sarah Vecera verwendet habe. Konkret waren das also dieses Schuljahr:

  • Freiheit: Angela Davis (Freiheit ist ein ständiger Kampf)
  • Moralbegründungen: Martha Nussbaum (Neu-Aristotelikerin), Hannah Arendt (Eichmann-Prozess, Pflichtbegriff im Sinne Kants?)
  • Gerechtigkeit: Ayn Rand (Wirtschaftsethik), Alexandra Zykunov (Gleichberechtigung)*
  • Religion: Sarah Vecera (Wann wurde Jesus weiß?)**

*Diesen Text habe ich eigentlich in der Klassenstufe 9, aber mit der vergangene Oberstufe hatte ich den noch nicht gelesen, deshalb war sie hier neu drin, entfällt aber nächstes Schuljahr, weil er dann schon bekannt ist.

Ich finde das frustrierend wenig und keinesfalls eine Steigerung zum Vorjahr. Ich behalte also dieses Ziel bei und muss schauen, wo ich mehr Denkerinnen in den fünf Schwerpunktthemen unterbringen kann. Den Kant oder Mill kann ich ja nicht ersetzen, aber zum Thema Freiheit oder Gerechtigkeit gibt es sicher noch mehr Frauen. (Wenn du weitere kennst / einsetzt, bitte unbedingt per Mail oder in die Kommentare schreiben. Danke!)

Ein weiteres (nicht notiertes) Ziel war es, entweder das Jahrbuch abzugeben oder eine Lösung zu finden, die dafür sorgt, dass ich nicht völlig gestresst und genervt ab Mai dahinvegitiere. Aus meiner Sicht haben wir diese Lösung gefunden. Es gibt ein Team, das mich tatkräftig unterstützen, sodass ich mich weitgehend aufs Layout konzentrieren kann. Und das mache ich tatsächlich sehr gern.

Auf den Zielen fürs nächste Schuljahr denke ich noch herum. Die Ausweitung der Denkerinnen, gerade in der Oberstufe, werde ich weiter fokussieren. Außerdem möchte ich stärker jeden einzelnen Schüler und jede einzelne Schülerin in den Blick nehmen, mehr beobachten, gemeinsam reflektieren, wertschätzen und begleiten. Ich glaube, ich werde bei einer oder zwei Klassenstufen schwerpunktmäßig anfangen und ausprobieren, wie das im Nebenfach läuft und ob das überhaupt zielführend ist.

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Künstliche Intelligenz – ein paar Gedanken und eine Verlosung (ZDPE 2/25)

Das aktuelle Heft der Zeitschrift für Didaktik der Philosophie und Ethik (ZDPE) heißt „Intelligenz“, alle Beiträge drehen sich aber um künstliche Intelligenz. Nun stellt sich die Frage, warum der Hefttitel so verkürzt wurde. Und was durch diese Reduzierung implizit mitgedacht ist. Was ist das Gegenteil von künstlicher Intelligenz? Menschliche? Natürliche? Nicht-technische?
Noch ein paar weitere Gedanken, naja, eher Fragen dazu….

Didaktisches, Methodisches


Wie setzen wir künstliche Intelligenz didaktisch sinnvoll ein?
Warum sollten wir sie (nicht) einsetzen?
Hast du konkrete Ideen, gute Texte, Debatten, Links für eine Umsetzung im Unterricht?
Welche Grundkompetenzen sollten Schüler*innen im Umgang mit KI erwerben?
Welche Lernziele kann man mit KI besonders gut erreichen?
Wie können wir Schülerinnen und Schüler befähigen, KI kritisch zu beurteilen, auch ohne allzuviel technisches Vorwissen?
Gibt es Prompts, Megaprompts, etc, die ihr bisher als hilfreich empfunden habt hinsichtlich didaktischer Potenziale?

Thematisches


Wie thematisieren wir künstliche Intelligenz im Ethikunterricht?
Welche ethischen Implikationen hat künstliche Intelligenz? Reichen die Theorien und Werkzeuge der Digitalen Ethik aus? Kommen wir mit deontologischer / teleologischer Ethik aus?
Decken unsere Fachkompetenzen (Urteilskompetenz, Orientierungskompetenz, Reflexionsfähigkeit, Textkompetenz, soziale Kompetenz, Interkulturelle Kompetenz und interdisziplinärer Methodenkompetenz) diese neuartige Herausforderung ab?
Klimaschaden, Diskriminierung, Rassismus, Manipulation, Transparenz, Privatsphäre, Machtverhältnisse etc – wie bringen wir die Risiken in den Unterricht ein, ohne Panik zu betreiben?
Wie verändert KI unser Selbstbild als Menschen, unser soziales Miteinander, unsere Kommunikation?
Sind Gefühle gegenüber KI problematisch?
Welche ethischen Standards sollten weltweit für KI gelten?
Wie kann KI vielleicht auch zur Lösung globaler Probleme beitragen?

Kennst du gute Links, Accounts, Podcasts, bei denen man sich informieren kann. Ich folge z.B. Prof. Alke Martens (@alkemartens), Professorin für praktische Informatik auf TikTok. Sie beschäftigt sich ganz oft mit ethischen Themen.

Verlosung

Ich habe auch schon einige Posts dazu geschrieben, diese verlinke ich hier unten drunter. Und für das aktuelle Heft 2/25 habe ich einen sehr kurzen Beitrage verfasst. Deshalb bekam ich vom Verlag fünf Exemplare zugeschickt. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und diese 5 hier verlosen, denn natürlich habe ich das Heft auch abonniert, behalte also trotzdem eins. Es ist also eine unbeauftragte und unbezahlte Werbung für das Heft – es lohnt sich aber generell übrigens immer, in die Hefte rein zu lesen (das schrieb ich bereits). Allerdings habe ich keine unbegrenzten Regalmeter und die 5 zusätzlichen Hefte liegen ehrlicherweise nur rum.

Das musst du tun um eines der Hefte zu bekommen:
➡ Kommentiere hier den Beitrag bis 15.9., 23:59 und beantworte eine der oben aufgeworfenen Fragen. Ich erwarte keine umfassenden, abschließenden Antworten. Ein Gedanke, eine Anregungen oder Ideen reicht völlig aus. Mehrere Kommentare erhöhen die Chancen. Ich versende aber nur ein Exemplar pro Person.
➡ hinterlasse im entsprechenden Feld eine gültige Mailadresse, damit ich dich kontaktieren kann.
✅ das wars schon. Falls mehr als 5 Kommentare zusammen kommen, lose ich aus. Ich kontaktiere dann alle Gewinner per Mail und schicke die Hefte im September zu. Ich schicke wirklich die Hefte zu, ich werde nichts auszahlen.

Ich freue mich auf eure Kommentare!

Blogposts

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#wildcampenBW25

Ein schönes Wochenende im Mai fuhren wir in den Nordschwarzwald – Bad Wildbad lockte zum Barcamp „Wildcampen“ – Bildung in wilden Zeiten. Die allgemeine Dokumentation fand über eine TaskCard statt. Es gab wieder spannende Sessions, bei denen man sich nicht so richtig entscheiden konnte – vieles war wieder parallel. Die Stimmung glich einem gemeinsamen Riesen-Workshop und war wieder vergleichbar wie 2017, als ich das erste Mal dort war. Diesmal waren sehr viel mehr Kinder und auch die Angebote für Kinder waren gigantisch: einerseits gab es eine super Kinderbetreuung, andererseits boten viele Kinder auch eigene Sessions an, sodass sie ihre eigene Lernumgebung schufen – fern ab vom schulischen, formalisierten Lernen. Eine sehr schöne Erfahrung für Kinder.

Freitag

Das Barcamp begann am Freitagabend mit einem Vortrag von Myrle Dziak-Mahler über Bildung in wilden Zeiten. Ich nehme verschiedene Gedanken mit, unter anderem die Change-Kurve und die Erkenntnis, dass sich in einem Kollegium die Kolleg*innen an unterschiedlichen Stellen und Schleifen befinden (was tatsächlich für mich in meinem Kopf vieles erklärt).

Samstag

Mich beschäftigte die Frage, wie ich Schülerinnen und Schülern recht anschaulich zeigen kann, dass generative KI / LLM Fehler machen, dass wahrscheinlich nicht gleich wahr ist. Dazu bot ich eine Session an. Wir sammelten Prompts, die in vielen Fällen (aktuell) zu Fehlern führen, was auch Lernende schnell durchschauen. Darauf aufbauend ist die Frage, warum es bei komplexeren Fragen anders sein sollte. Wir kamen zu folgenden Ergebnissen:

konkrete Prompts, die in vielen Fälle zu Fehlern führen

  • Nenne mir 3 Früchte die nicht mit e oder o enden.
  • Nenne mir 3 Früchte, die ein H im Namen enthalten.
  • Angenommen, Garados kämpft gegen den Todesstern. Wer gewinnt? („Friedenszwang“ & teilweise falsche Attacken-Zuordnung)
  • Logikrätsel  (Maria hat 3 Brüder. Jeder Bruder hat 2 Schwestern. Wieviele Schwestern hat Maria? – dazu das Baumdiagramm von ChatGPT 4.0)
  • Nenne Wörter mit 5 Buchstaben.
  • Nenne Gemüsesorten mit 6 Buchstaben.
  • konkrete Zeichenanzahl für einen Text vorgeben.
  • Gib mir Tiernamen mit 7 Buchstaben.
  • Fasse das Märchen „Der Prinz mit dem blauen Schuhlöffel“ zusammen. (eigene Ideen für Farben und Accessoirs verwenden – es muss ein Märchen sein, was es nicht gibt)

Weitere Ideen: Als Schüler*in muss ich das Ergebnis beurteilen können (konkrete Beispiele für verschiedene Fächer finden); Verstehen, wie KI funktioniert – https://www.soekia.ch/GPT/ ; Kontrolle, ob KI-generierter Text, u.a. mit https://www.zerogpt.com/; Hilfe bei Entscheidungsfindung –> „Basierend auf unseren bisherigen Chats: Beschreibe mich“; KI will mir gefallen, welche Prompts muss ich verwenden, um eine neutrale Antwort zu bekommen?

Ansonsten war ich am Samstag in folgenden Sessions:

  • Sketchnotes mit Wibke – ich bekam Anregungen für gute Stifte, die fast von allein 😉 schöne Plakate malen
  • SOL, Materialien, Strukturen – ich stieß wieder auf das Problem, dass es eine Plattform braucht, auf der Kolleg*innen Material und Ideen sammeln und teilen können. Am besten schon als Lerngang und in verschiedenen Niveaustufen. Genau das machen wir ja auf ZUM-Unterrichten, aber scheinbar ist der Wiki- und OER-Gedanke nicht ganz so zündend.
  • critical thinking und KI – Das muss ich noch etwas sortieren, ich habe auch den Anfang verpasst. Ich nehme auf alle Fälle mit, dass ich als Philosophie/Ethiklehrerin schon vom Fach und seinen fachspezifischen Kompetenzen her um einiges weiter bin als andere. Darüber habe ich mir vorher keine Gedanken gemacht. Das schloss dann sehr schön an den Vortrag vom Vorabend an.
  • Verschwörungstheorien und Rassismus in Jugend-Subkulturen – Ich nehme mit, dass Kinder und Jugendliche den Dialog, manchmal auch einen Spiegel brauchen. Oder Leitplanken aus Werten. Denn: weitergedacht aus der Session: nach und außerhalb der Schule ist man dann oft in seiner Echokammer, wo einem wahrscheinlich weniger wertebasierte / demokratische Orientierung geboten wird. Außerdem werde ich in den Podcast „Denksport“ reinhören.
    Dann ging es auch schon zum Abendessen und anschließend zum Fußball-Schauen. Letzteres bot für mich die Chance, diesen Blogpost anzufangen.

Sonntag

Am Sonntag wollte ich eigentlich andere dazu animieren, ihre Ideen aus dem Wochenende direkt als OER zu teilen – wir hätten das ganz niedrigschwellig in einem ZUMPad gesammelt und dann überlegt, wo wir das in ZUM-Unterrichten einbauen können. Aber: wie schon erwähnt, OER zündet nicht. Das finde ich irre schade, weil es so viele Potentiale bietet, die wahrscheinlich einige der angesprochenen Probleme lösen könnte.
Dafür waren sehr viele KI-Themen und ich besuchte dann auch eine, die die Öffentlichkeitsarbeit mit KI erleichtern will. Das hat mich nicht überzeugt, weil ich ja recht schnell schreibe / formuliere und ich den Chatbot zu sehr viel füttern müsste um ein adäquates Ergebnis zu bekommen. In der Zeit habe ich das 3x selber geschrieben. Außerdem ist meine Presseaufgabe scheinbar anders zugeschnitten als bei anderen und die Kolleg*innen sind sehr flexibel mit ihren Exkursionen & Ausflügen, sodass mir ein Redaktionsplan vom Anfang des Schuljahres rein gar nichts nützt. Aber: aus der Session nehme ich einige Anregungen zur Prozessoptimierung und den Begriff Gantt-Chart mit. Ich habe das schon öfter verwendet und erstellt, aber scheinbar nie korrekt benannt. Genauso nehme ich das Konzept sozial-emotionales Lernen mit, für das ich nun auch den richtigen Begriff kenne.

Insgesamt war es für mich ein sehr bereicherndes und inspirierendes Wochenende. Ich habe gemerkt, dass sich auch Kind 3&4 in solch einer Umgebung gut ein und zurecht finden.

Das war mein 15. Barcamp.

Ein weiterer #wildcampenBW25 – Bericht von SEagent / Gratian Riter.

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Medienethik: Privatheit & Datenschutz (OER Material)

Dies ist ein Update zum Blogpost von 2017.

Medienethik ist nach wie vor ein wichtiges Thema im Ethikunterricht der verschiedenen Klassenstufen. In Münster lauschte ich einem Vortrag von Rainer Mühlhoff. Seit dem wollte ich sein Konzept der Prädiktiven Privatheit im Unterricht anbringen. Nun passte es gut in Klassenstufe 9. Diese Klassenstufe hat bereits in der Klassenstufe 7 die Grundlagen des Datenschutzes, Urheberrechts sowie allgemein die Macht der Medien erarbeitet. Deshalb konnte ich jetzt einen Schritt weiter gehen. Hier folgt ein Überblick über die ersten drei Doppelstunden.

  • 1. Doppelstunde: Der Newstest & Wiederholung Klasse 7
  • 2. Doppelstunde: die Charta der digitalen Grundrechte, Grundlage war der Artikel von Manuela Droll aus der Praxis Ethik/Philosophie 4/2017
  • 3. Doppelstunde: Privatheit, Prädiktive Analytik und Datenschutz – das Material dazu habe ich als OER in den Artikel Medienethik in ZUM-Unterrichten gesetzt. Es finden sich darin Auszüge aus dem Buch „Digitale Ethik – Leben in vernetzten Welten“ von Grimm, Keber, Zöllner, Reclam Kompaktwissen XL von 2019. Auch die Idee, das Kant-Zitat dort einzubringen, ist aus dem Buch (S. 29). Ich habe die Stunde bei Sekundarstufe 1/2 eingeordnet, weil es je nach Vorwissen entweder in der oberen Sekundarstufe 1 oder eben auch in der Sekundarstufe 2 verwendet werden kann. Der Abschluss bildet der Privat-o-Mat des Instituts für Digitale Ethik an der Hochschule der Medien in Stuttgart.

„Im Reich der Zwecke hat alles entweder einen Preis oder eine Würde. Was einen Preis hat, an dessen Stelle kann auch etwas anderes, als Äquivalent, gesetzt werden; was dagegen über allen Preis erhaben ist, mithin kein Äquivalent verstattet, das hat eine Würde.“
Immanuel Kant: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten

Edit: #Mystery: Warnt die KI zu Recht vor sich selbst?

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