Smartphones sind in der heutigen Zeit nicht mehr aus dem alltäglichen Leben wegzudenken, auch nicht aus dem von Kindern bzw. Jugendlichen. So besitzen viele von ihnen bereits ab der fünften oder sechsten Klasse ein Smartphone. Mit der Nutzung geht meist auch der Austausch über verschiedene Instant-Messenger-Dienste wie etwa WhatsApp oder Signal einher. Eine zentrale Funktion dieser Dienste ist der Gruppenchat. Fast jede Klasse hat inzwischen einen solchen. Ist die Klasse neu, so dauert es nicht lange, bis ein entsprechender Chat erstellt wird. Doch der Gruppenchat innerhalb einer Klasse bringt auch Probleme mit sich. Neben Cybermobbing, Beleidigungen und rechtsextremen Inhalten können auch die Verbreitung manipulierter Bilder, diskriminierende Äußerungen oder eine übermäßige Anzahl an Nachrichten zu Konflikten und Überforderung führen. Aus diesem Grund ist es wichtiger denn je, in jeder Klasse klare Regeln für den Klassenchat aufzustellen und einen respektvollen Umgang miteinander zu fördern.
Brasiliens Linke hat in sozialen Medien traditionell einen schweren Stand. Trotz des Gegenwinds gelang Präsident Lula die Wiederwahl. Dazu hat entscheidend eine Online-Kampagne beigetragen, die auf Mobilisierung vor Ort gesetzt hat.
Der wiedergewählte brasilianische Präsident Lula mit seinem digitalen Einflüsterer André Janones. (Archivbild) – Alle Rechte vorbehalten: Foto: Fotoarena / Bearbeitung: netzpolitik.org
Vor drei Wochen sah die Welt für Luiz Inácio Lula da Silva noch ganz anders aus. Im ersten Wahlgang der brasilianischen Präsidentschaftswahl hatte er über zwei Millionen Stimmen weniger als sein Herausforderer Flávio Bolsonaro erhalten, eine Wiederwahl des Präsidenten schien beinahe ausgeschlossen: Ein Sieg in der Stichwahl ist einem Zweitplatzierten in der Geschichte Brasiliens bis dahin noch nie gelungen.
Dass Lula die Wahl am Sonntag letztlich mit einem Vorsprung von über vier Millionen Stimmen gewinnen konnte, hat viele Beobachter verblüfft. Zum Überraschungssieg beigetragen hat ausgerechnet auch ein WhatsApp-Kanal – eine Domäne, die bislang als ideale Spielwiese insbesondere für rechte Politiker:innen in Brasilien galt.
Ein Kommunikationskanal des linken Abgeordneten André Janones wandelte sich nach der Schlappe im ersten Wahlgang zum Koordinationsraum für „Lulas Armee“. Von dort aus dirigierte Janones seine Mitstreiter:innen, teilte sie zu „Missionen“ ein und rief sie auf, Lulas Botschaften in sozialen Medien zu verstärken. „Geht viral!“, lautete die erfolgreiche Devise. Innerhalb weniger Tage wuchs der Kanal explosionsartig an, von rund 50.000 Mitgliedern auf knapp 3,5 Millionen. Am Wahltag verzeichnete er fast 11 Millionen Teilnehmende.
Umkämpfte Richtungswahl
Bei der Richtungswahl im bevölkerungsreichsten Land Südamerikas stand einiges auf dem Spiel: Während sich der linke Lula für Sozialprogramme stark machte, den Regenwald schützen und weiter auf internationale Kooperation setzen wollte, trat der rechte Bolsonaro mit wirtschaftsliberalen Schwerpunkten an, etwa Regulierungsabbau, weniger Steuern und Ausgabenkürzungen.
Zugleich schmiegte sich Bolsonaro an US-Präsident Donald Trump an und kündigte an, bei einem Wahlsieg seinen inhaftierten Vater Jair Bolsonaro zu begnadigen. Der Ex-Präsident wurde nach einem Putschversuch zu 27 Jahren Gefängnis verurteilt.
Bei reinem Online-Aktivismus beließ es das Lula-Lager indes nicht. Viele der WhatsApp-Missionen bestanden daraus, vor Ort mit potenziellen Wähler:innen zu sprechen und sie zu aktivieren. Es sei genau diese Verknüpfung von digitalen Kampagnen mit der Mobilisierung der Basis gewesen, die zum Erfolg beigetragen habe, sagte die Politikwissenschaftlerin Denilde Holzhacker der BBC.
„Es spricht für Lula, dass er seine eigene Schwäche erkannt und seinen Stil grundlegend geändert hat“, sagte Holzhacker. „Und Janones schaffte etwas, das für die brasilianische Linke zuvor undenkbar schien: die sozialen Medien zu dominieren.“
Eigentümliche Schieflage
Leicht war das nicht. Nur zwei Wochen vor der Wahl schränkte etwa Meta vorübergehend die Reichweite vieler Instagram-Accounts ein, die sich kritisch über Bolsonaro äußerten oder politisch links standen. Schon im September hatte Meta kostenpflichtige Werbe-Accounts des Lula-Teams auf Facebook und Instagram wegen angeblicher Regelverstöße zeitweise gesperrt. Und WhatsApp-Nutzer:innen wunderten sich, warum der KI-Agent des Messengers, der ebenfalls zum Meta-Konzern gehört, problemlos Bilder von Bolsonaro generieren konnte, Bilder von Lula jedoch nicht.
Unabhängig davon dokumentierte die Nichtregierungsorganisation CTRL+Z mehr als tausend Fälle von Online-Zensur zumeist auf Instagram, darunter Account-Sperren und Einschränkungen von Reichweite. In aller Regel seien Lula nahestehende Accounts betroffen gewesen, so die NGO.
Selbst der WhatsApp-Account von Janones war Mitte Oktober für 48 Stunden suspendiert. Immerhin war hierbei klar, wer dahintersteckte: der Präsident des Wahlgerichts, Kássio Nunes Marques. Es gebe Hinweise auf die Verbreitung von Desinformation, so seine Begründung. Die erwies sich letztlich als haltlos. Auf seinen Posten berufen wurde Nunes Marques vom damaligen Präsidenten Jair Bolsonaro.
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Neuer Anlauf für Tech-Regulierung angekündigt
Für Meta und andere Tech-Konzerne wird der teils undurchsichtig verlaufene Wahlkampf ein Nachspiel haben. Schon heute gelten in dem Land strenge Online-Gesetze, was unter anderem zu temporären Sperren des Messengers Telegram oder des Kurznachrichtendienstes X führte. In seiner Dankesrede erneuerte Lula seine Kritik an den Tech-Konzernen und kündigte eine verschärfte Gangart bei der Regulierung sozialer Medien an.
Wie dies genau aussehen soll, bleibt vorerst offen: In der Vergangenheit hatte das Verfassungsgericht mehrfach über das Ziel hinausschießende Regeln aufgehoben, zudem drohte Donald Trump wiederholt mit Strafzöllen. Als gesichert gilt jedoch, dass der inzwischen 81-jährige Lula neuen Gefallen an digitalen Medien gefunden hat.
Noch vor Kurzem besaß Lula nicht einmal ein Smartphone, nun hat er mit Hilfe seines Digital-„Generals“ Janones die direkte Online-Kommunikation mit Wähler:innen entdeckt. „Wir werden unseren Regierungsstil ändern“, zitierte ihn der Spiegel. „Wir werden das Volk stärker an unseren Entscheidungen beteiligen, die digitale Kommunikation wird einen großen Platz in meiner Regierung bekommen.“
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Hunderttausende junge Menschen rufen in Europa zu Massenprotesten auf. Soziale Medien spielen dabei eine entscheidende Rolle. Emanzipatorisch sind TikTok, Instagram und Co. trotzdem nicht. Aber immerhin sind sie wirksam genug, dass so manch einer sie abschalten möchte.
Das Monument à la République in Paris trägt gelb. – Alle Rechte vorbehalten: ABACAPRESS / Imago
Rauch verdunkelt den Himmel über Paris. Bengalos beleuchten die Köpfe Tausender Menschen, die dicht gedrängt durch die Straßen laufen. Das Monument à la République trägt eine gelbe Signalweste, Leuchtraketen schießen über den Platz. Viele der Demonstrierenden sind schwarz gekleidet, einige tragen ebenfalls gelbe Westen, andere Sturmhauben.
In einer Seitenstraße brennen Mülleimer, die Glasscherben eingeschlagener Autofenster liegen auf dem Asphalt. Im Hintergrund spielt „Smooth Criminal“ von Michael Jackson: „So, Annie, are you okay – are you okay – you’ve been hit by – by a smooth criminal“, tönt es aus meinen Handylautsprechern. „God dammit! Vive la révolution!“, zerfetzt eine Stimme die Musik. Ich scrolle zum nächsten Reel.
Seit etwa zwei Wochen protestieren junge Menschen in ganz Frankreich für Investitionen in Bildung und bessere Zukunftschancen. Und nicht nur dort: Auch in Rom, Lissabon, Bergamo, Brüssel und Tirana finden sich Tausende, meist junge Menschen zu teils gewalttätigen Protesten zusammen.
Ich bekomme davon vor allem über soziale Medien mit – so wie viele junge Protestierende auch. Sie nutzen TikTok, Instagram und Co., um sich städte- und länderübergreifend auszutauschen, zu vernetzen und zu organisieren. Sie sprechen sich in den Kommentarspalten gegenseitig Mut zu, teilen Treffpunkte, Daten und Demokonzepte sowie Videos mit Freund:innen und Bekannten.
Blackout und Polizeigewalt
Mit Verweis auf die Gewalt hat sich Gabriel Attal, einer der vielen ehemaligen Premierminister Frankreichs, für einen temporäres Social-Media-Blackout in Regionen ausgesprochen, die von Ausschreitungen betroffen sind. „Es gibt junge Menschen, die zu Hause miterleben, wie ihre Freunde losziehen, um zu plündern, was den Eindruck erweckt, dass sie damit durchkommen“, so Attal in einem Interview mit dem französischen Radiosender RTL. „Sie sehen das in den sozialen Medien und gehen dann selbst auch los.“ Dass ein „Blackout“ aber maßgeblich in die Grundrechte aller Protestierenden und Bewohner:innen der entsprechenden Regionen eingreifen würde und damit unverhältnismäßig ist, kommt Attal offenbar nicht in den Sinn.
Attals Forderung richtet sich gegen politische Teilhabe, Mündigkeit und Emanzipation. Proteste sind in Demokratien aber ausdrücklich erwünscht. Sie sind ein legitimes Mittel, mit denen der Souverän seine Meinung ausdrückt. Gewaltsame Übergriffe durch Demonstrierende müssen dabei kritisiert und verhindert werden. Soziale Medien können diese Proteste verstärken – und auch gewaltsame Ausschreitungen befördern. Das rechtfertigt aber keinen „Blackout“ ebenjener Medien, die für die friedliche politische Mobilisierung genutzt werden.
Blackouts beziehungsweise Shutdowns von sozialen Medien oder dem gesamten Internet sind ein beliebtes Instrument autoritärer Staaten, um etwa Proteste zu verhindern, staatliche Gewaltübergriffe zu verschleiern oder das politische Narrativ zu kontrollieren. In der Vergangenheit haben sich unter anderem Iran und Afghanistan derartiger Mittel bedient. Der französischen Regierung steht es selbstverständlich offen, sich ebenfalls in diese Reihe zu stellen.
Gleichzeitig geht die französische Regierung mit einem enormen Polizeiaufgebot und teils gewaltsam gegen die Protestierenden vor. Immer mehr von ihnen berichten von schweren Verletzungen durch Polizeigewalt. Die Beamt:innen setzen Tränengas, Blendgranaten und Gummigeschosse ein. Einem 15-Jährigen wurde von einer Polizeigranate die Hand abgerissen.
Baukasten der Emanzipation
In seinem „Baukasten zu einer Theorie der Medien“ erstellte der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger einen Leitfaden für emanzipatorische Medien. Demnach kann in emanzipatorischen Medien jeder Empfänger auch Sender sein. Diese Medien sind von Interaktion und Austausch geprägt und tragen so zu einer gesellschaftlichen Politisierung und Mobilisierung bei.
Im Unterschied dazu zeichnet Enzensberger das Bild von „repressiven Medien“. Hier konsumieren Empfänger Informationen und Meinungen nur passiv. Diese Medien seien im Ergebnis entpolitisierend. Enzensbergers Beschreibung repressiver Medien richtet sich vornehmlich auf klassische Massenmedien.
Gerade diese klassischen Massenmedien verzerrten die anhaltenden europaweiten Proteste in den vergangenen Wochen auf fragwürdige Weise. Die BILD-Zeitung etwa schreibt: „Kommunisten, radikale Linke und internationale Aktivistennetzwerke wollen ein Land nach dem anderen anzünden!“
Ganz anders stellt sich die Lage in den sozialen Medien dar. Hier nutzen die Protestierenden soziale Medien wie TikTok, Snapchat oder Instagram auf emanzipatorische Weise, ganz so, wie Enzensberger es vor mehr als fünfzig Jahren beschrieben hat. Sie interagieren miteinander, tauschen sich über sozialpolitische Fragen aus, politisieren sich und gehen zumeist friedlich demonstrieren.
Es gibt keine neutrale Haltung
Dennoch behaupten gerade klassische Medien, es seien soziale Medien, in denen sich junge Menschen gegenseitig vor allem aufstacheln würden. Hinter dieser Behauptung stecken auch zwei große Missverständnisse.
Erstens hängen gerade in Deutschland noch immer viele Menschen der Idee an, dass Medien neutral sein können und sollten. Dabei übersehen sie, dass selbst das Gutheißen des Status quo eine politische Haltung voraussetzt. Bereits wenn Journalist:innen auf das Grundgesetz verweisen, folgen sie einer Werteordnung. Persönlich halte ich diese Werteordnung für richtig. Sie ist aber Ausdruck einer politischen Haltung und alles andere als neutral.
Auch Enzensberger plädiert dafür, die vermeintliche Neutralität kritisch zu hinterfragen: „Ein unmanipuliertes Schreiben, Filmen und Senden gibt es nicht. Die Frage ist daher nicht, ob die Medien manipuliert werden oder nicht, sondern wer sie manipuliert.“
Bitte nicht stören
Zweitens haben es soziale Medien geschafft, die bisherige Passivität von Medienkonsumenten teilweise zu durchbrechen. Doch die politischen Möglichkeiten und Kräfte, die sich aus dieser neuen Mediennutzung ergeben, gefallen offenbar nicht allen.
Junge Menschen können es dabei nicht allen recht machen. Sie galten lange Zeit als unpolitisch. Nun werden sie wegen ihrer Politisierung kritisiert. Und sozialen Medien wurde viele Jahre nachgesagt, sie seien bloße Unterhaltungsmaschinen, entkoppelt von der Wirklichkeit. Nun werden sie dafür kritisiert, Menschen zum Nachdenken und zu politischen Handlungen zu verleiten.
Natürlich sagt niemand direkt, dass die Politisierung junger Menschen grundsätzlich schlecht sei. Die Kritiker:innen belassen es lieber dabei, die Ausdrucksform dieser Politisierung herabzusetzen.
Begrenzte Freiheit
Was folgt nun daraus? Werden wir alle engagierter, demokratischer und emanzipierter, je mehr wir auf TikTok herumscrollen? So einfach ist es leider nicht.
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Denn dafür müssten kommerzielle soziale Medien tatsächlich emanzipatorisch sein – und von denen kontrolliert werden, die sie nutzen. Es bräuchte eine Freiheit des gegenseitigen Austauschs, der Interaktion, Vernetzung und Mobilisierung, die unabhängig von Autoritäten ist. Die dominierenden sozialen Medien sind das nicht.
Im Gegenteil: Die Plattformen, auf denen wir kommunizieren, gehören Tech-Giganten, die wirtschaftliche Interessen verfolgen. Sie wollen das Nutzungsverhalten zu Geld machen.
Und auch eine zunehmend repressiv agierende Regierung und ihre Anhänger haben wenig Interesse daran, dass Menschen gegen ihre Politik protestieren. Regierungen haben zwar die Macht, soziale Plattformen zu regulieren. Sie könnten den Bürger:innen große Freiräume für den politischen Austausch geben. Sie können diese Freiräume aber auch jederzeit wieder schließen. So wie es auch die EU mit dem geplanten Social-Media-Verbot für junge Menschen und Alterskontrollen tut – statt die Konzerne hinter den Plattformen strenger zu kontrollieren.
Es gibt somit keine Freiheit von Nutzer:innen in kommerziellen sozialen Medien. Sie agieren vielmehr – auch aktuell – in jenen Grenzen, die ihnen Staat und Plattformbetreiber zugestehen. Der Blick auf unsere Nachbarländer zeigt: Ihr Ruf nach gesellschaftlichen Veränderungen ist nicht zu überhören.
Und auch in Deutschland soll er bald lauter werden. Für den 31. Oktober hat die Initiative „GenZ regelt“ zu Demonstrationen aufgerufen. Sie will unter anderem für mehr Klimaschutz und gegen steigende Lebenshaltungskosten protestieren.
Emanzipatorisch sind kommerzielle soziale Medien nicht. Aber immerhin sind die Bewegungen, die sich mit ihrer Hilfe formen, wirksam genug, dass so manch einer sie abschalten möchte.
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Wie lange darf ich im Internet surfen? Warum brauche ich überhaupt Regeln? Und was tun, wenn im Klassenchat plötzlich jemand beleidigt oder bloßgestellt wird? Fragen wie diese beschäftigen Kinder und Jugendliche ebenso wie Eltern und Lehrkräfte. Die Kinderwebseite HanisauLand der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) greift diese Themen in zwei Unterrichtsmaterialien zur Medienkompetenz auf. Die Arbeitsblätter „Regeln für das Internet? Deine Meinung ist gefragt!“ für die Klassenstufen 3 und 4 sowie „Der Klassenchat – klasse oder nervig?“ für die Klassenstufen 5 bis 8 beschäftigen sich mit einem verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien und regen zur Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Perspektiven an.
Ein gefährliches Ungetüm, ein verschneiter Wald und ein kleiner Maulwurf, der sich von nichts und niemandem einschüchtern lässt. Was zunächst nach einer klassischen Abenteuergeschichte klingt, entpuppt sich schnell als eine Geschichte über Vorurteile, Freundschaft und die Frage, wie sehr wir uns von unserem ersten Eindruck täuschen lassen. Genau damit beschäftigt sich der elfminütige Animationsfilm „Cœur fondant“ von Benoît Chieux aus dem Jahr 2019. Das Filmbildungsportal kinofenster.de stellt den Kurzfilm zusammen mit einer Filmbesprechung und begleitenden Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, die sich insbesondere für den Einsatz in der Grundschule eignen.Der Film selbst kann kostenlos über die Mediathek der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) angeschaut werden.
Nur noch eine Runde, schnell ein paar Robux kaufen und dann noch eine Nachricht im Chat beantworten. Was zunächst nach einem ganz normalen Nachmittag auf Roblox klingt, kann auch mit einigen Risiken verbunden sein. Denn auf der beliebten Spieleplattform können Nutzer:innen nicht nur zahlreiche virtuelle Welten erkunden und eigene Spiele entwickeln, sondern auch mit anderen Menschen in Kontakt treten und echtes Geld ausgeben. Doch worauf sollten insbesondere jüngere Spieler:innen achten? Antworten darauf liefert der vorliegende Flyer von klicksafe, der sich gezielt an Jugendliche richtet und ihnen praktische Hilfestellungen für einen sicheren Umgang mit der Plattform bietet.
Ein verletzender Kommentar, ein weitergeleitetes Foto oder eine abwertende Nachricht können sich innerhalb kurzer Zeit über Messenger, Soziale Netzwerke oder Gruppenchats verbreiten. Für Betroffene endet die Situation dabei häufig nicht mit dem Verlassen des Schulhofs oder des Vereins, denn digitale Angriffe erreichen sie auch zu Hause. Der vorliegende Ratgeber von klicksafe und der Medienanstalt Rheinland-Pfalz „Cyber-Mobbing: Wenn Kinder online gemobbt werden. Warnsignale erkennen und richtig reagieren“ greift diese Besonderheiten auf und unterstützt Eltern und Pädagog:innen dabei, Cyber-Mobbing früh zu erkennen, angemessen darauf zu reagieren und Kinder im Umgang mit digitalen Konflikten zu stärken. Neben möglichen Warnsignalen und Maßnahmen zur Prävention thematisiert die Broschüre auch konkrete Handlungsschritte im Ernstfall, rechtliche Möglichkeiten sowie Beratungs- und Meldestellen.
Soziale Medien, Messenger oder Online-Games sind für Kinder und Jugendliche selbstverständliche Orte für Austausch, Unterhaltung und soziale Beziehungen. Gleichzeitig können User:innen genau diese digitalen Räume nutzen, um Grenzen zu überschreiten, Vertrauen auszunutzen oder sexualisierte Gewalt anzubahnen. Wie solche Erfahrungen aus Sicht betroffener Kinder und Jugendlicher aussehen, hat das UNICEF Office of Strategy and Evidence – Innocenti im vorliegenden Bericht „Through Children’s Eyes. How digital technologies enable child sexual abuse“ untersucht und zusammengefasst. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Frage, welchen Formen sexualisierter Gewalt junge Menschen im digitalen Raum begegnen, sondern auch, welche Rolle Plattformen, soziale Beziehungen und bestehende Hilfsangebote dabei spielen.
Fake News, Deep Fake, Phishing oder Manipulation – bekannte Themen, wenn es um die Nutzung von digitalen Medien geht. Um nicht jeder Schlagzeile direkt Vertrauen zu schenken, benötigt es einen geschulten Blick. Das interaktive Augmented-Reality-Spiel von Polycular namens „Escape Fake“ will daher diesen Blick schärfen. Es nähert sich den genannten Themen mit einem spielerischen Zugang, denn es erinnert vom Aufbau her an einen Escape Room.
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Mein OER-Ziel 2025 war: 12 Unterrichtsideen (also in etwa jeden Monat eine) zu teilen. Ich werde diesen Blogpost kontinuierlich erweitern. Mal sehen, ob ich auf 12 komme…
Bild: Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e. V. (GMK)
Smartphones gehören heute selbstverständlich zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Und angesichts wachsender Herausforderungen im Schulkontext – von Ablenkung über Cybermobbing bis Datenschutzfragen – wird ein generelles Verbot in der Schule aktuell intensiv diskutiert. Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK) und der Verband der Sonderpädagogik Landesverband Schleswig-Holstein e.V. (vds SH) warnen und positionieren sichdeutlich gegen ein pauschales Verbot von Smartphonenutzung an Schulen: Regulieren statt verbieten lautet die Forderung.
„Wir brauchen keine pauschalen Verbote, sondern kluge, bedarfsgerechte Regeln und pädagogische Konzepte, die den vielfältigen Bedingungen des schulischen Miteinanders sowie dem Auftrag zeitgemäßer Bildung in einer zunehmend durch digitale Medien geprägten Gesellschaft gerecht werden“, so lautet die zentrale Botschaft des gemeinsamen Positionspapiers. Statt eines Verbots sind pädagogisch fundierte, differenzierte und gemeinsam mit den Schüler:innen entwickelte Regelungskonzepte gefordert, die sich an der Lebenswelt der Schüler:innen orientieren und ihre Partizipation und Medienkompetenz fördern. Das Positionspapier ist zentraler Bestandteil des neuen Webangebots Regulierung braucht Medienbildung der GMK.
Medienkultur statt Medienverbot
Für eine verantwortungsvolle Medienkultur in der Schule haben GMK und vds SH neun konkrete Forderungen formuliert, an denen sich Schulen und Bildungspolitik orientieren können:
Partizipation stärken: Schüler*innen an Medienregeln beteiligen
Medienbildung verankern: Medienkompetenzförderung in alle Lehrpläne
Schulen personell ausstatten: Medienpädagog*innen im Kollegium etablieren
Lehrkräfte qualifizieren: Medienpädagogik in Aus- und Fortbildung integrieren
Situativ regeln: Gezielte und bewusste Smartphonenutzung ermöglichen
Inklusion fördern: Vertraute Geräte für Teilhabe einsetzen
Lebensweltorientierung gewährleisten: Smartphone als integralen Alltagsbestandteil anerkennen
Eltern einbeziehen: Medienbildung gemeinsam mit Erziehenden gestalten
Unterschiede berücksichtigen: Regelungen an jede Schule anpassen
Fazit
„Schule braucht Regeln – aber keine Pauschalverbote“, denn Verbote lösen keine Probleme, sondern verlagern sie nur. Gerade vulnerablen Gruppen wie Schüler:innen mit Förderbedarf oder solche aus benachteiligten Familien bieten Smartphones (mit schulischer Begleitung) Lernzugänge und Möglichkeiten der Teilhabe, Kommunikation und Selbständigkeit. Ziel ist eine chancengerechte und lebensweltnahe Medienbildung, die Kinder dazu befähigt, mit Medien verantwortungsvoll, selbstbestimmt, reflektiert und kreativ umzugehen. Deshalb sollen in der Schule Medien nicht verdrängt, sondern im Gegenteil pädagogisch sinnvoll eingebettet werden.
Medienethik ist nach wie vor ein wichtiges Thema im Ethikunterricht der verschiedenen Klassenstufen. In Münster lauschte ich einem Vortrag von Rainer Mühlhoff. Seit dem wollte ich sein Konzept der Prädiktiven Privatheit im Unterricht anbringen. Nun passte es gut in Klassenstufe 9. Diese Klassenstufe hat bereits in der Klassenstufe 7 die Grundlagen des Datenschutzes, Urheberrechts sowie allgemein die Macht der Medien erarbeitet. Deshalb konnte ich jetzt einen Schritt weiter gehen. Hier folgt ein Überblick über die ersten drei Doppelstunden.
1. Doppelstunde: Der Newstest & Wiederholung Klasse 7
3. Doppelstunde: Privatheit, Prädiktive Analytik und Datenschutz – das Material dazu habe ich als OER in den Artikel Medienethik in ZUM-Unterrichten gesetzt. Es finden sich darin Auszüge aus dem Buch „Digitale Ethik – Leben in vernetzten Welten“ von Grimm, Keber, Zöllner, Reclam Kompaktwissen XL von 2019. Auch die Idee, das Kant-Zitat dort einzubringen, ist aus dem Buch (S. 29). Ich habe die Stunde bei Sekundarstufe 1/2 eingeordnet, weil es je nach Vorwissen entweder in der oberen Sekundarstufe 1 oder eben auch in der Sekundarstufe 2 verwendet werden kann. Der Abschluss bildet der Privat-o-Mat des Instituts für Digitale Ethik an der Hochschule der Medien in Stuttgart.
„Im Reich der Zwecke hat alles entweder einen Preis oder eine Würde. Was einen Preis hat, an dessen Stelle kann auch etwas anderes, als Äquivalent, gesetzt werden; was dagegen über allen Preis erhaben ist, mithin kein Äquivalent verstattet, das hat eine Würde.“ Immanuel Kant: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten
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Wer verdient wie viel? Übers Geld spricht man in Deutschland nicht. Der BR in seiner Sendereihe „Lohnt sich das?“ schon! Dort wird in Videos mit jeweils ca. 10 Minuten der Arbeitsalltag in verschiedensten Berufen anhand
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