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Marode Schulen, leere Kassen: Warum der Sanierungsstau auch das Staatsvertrauen gefährdet – ein Gastkommentar

04. November 2026 um 12:55
[]“>HAMBURG. Marode Schulgebäude, fehlende Räume für den Ganztag und eine digitale Infrastruktur, deren Betrieb nicht dauerhaft gesichert ist: Viele Kommunen können die bildungspolitischen Anforderungen kaum noch erfüllen. Der Investitionsrückstand bei Schulen beläuft sich laut KfW-Kommunalpanel 2026 inzwischen auf 68,9 Milliarden Euro. Während Bund und Länder neue Aufgaben beschließen, müssen Schulträger vor Ort häufig mit unzureichenden Mitteln zurechtkommen. Der Bildungsexperte Udo Beckmann warnt in seinem Gastbeitrag: Wo politische Versprechen im Alltag nicht eingelöst werden, leidet auch das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates.
Sanierungsstau. (Symbolbild.) Illustration: News4teachers

Wenn der Putz bröckelt, bröckelt das Vertrauen in die Politik gleich mit!

Ein Kind weiß nicht, welche staatliche Ebene für seine Schule zuständig ist. Es kennt weder die Einzelheiten des Bundeshaushalts noch die Finanzbeziehungen zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Es erlebt etwas sehr viel Konkreteres: Schließen die Fenster? Ist das Klassenzimmer warm? Funktionieren die Toiletten? Wird der Schimmel beseitigt?

Auch Eltern unterscheiden im Alltag kaum zwischen Bund, Land, Kommune und Schulträger. Sie sehen, unter welchen Bedingungen ihr Kind lernen muss. Sie hören politische Versprechen von Bildungsgerechtigkeit, moderner Ausstattung und guten Lernbedingungen – und erleben gleichzeitig sanierungsbedürftige Gebäude, überlastete Strukturen und jahrelange Provisorien.

Wo politische Ankündigungen und die Wirklichkeit vor Ort dauerhaft auseinanderfallen, bleibt das nicht ohne Folgen. Die Diskrepanz prägt nicht nur den Schulalltag. Sie berührt auch das Vertrauen von Familien in die Handlungsfähigkeit von Politik und Verwaltung.

Schulträger tragen die sichtbare Verantwortung

Für die Schulträger entsteht daraus eine schwierige Situation. Sie stehen vor Ort in der Verantwortung für die äußeren Schulangelegenheiten. Sie sollen Gebäude sanieren, Räume für den Ganztag schaffen, digitale Infrastruktur bereitstellen, Inklusion ermöglichen und Schulen zu zeitgemäßen Lern- und Lebensorten weiterentwickeln.

Wenn das Dach undicht ist, die Heizungsanlage ausfällt oder die digitale Ausstattung nicht funktioniert, richtet sich der Blick zunächst auf den Schulträger. Er ist für Schulen, Schulleitungen, Eltern und die Öffentlichkeit der unmittelbar erreichbare Ansprechpartner.

Viele der Anforderungen, die Schulträger erfüllen sollen, werden jedoch auf anderen staatlichen Ebenen beschlossen. Bund und Länder formulieren politische Ziele, schaffen Rechtsansprüche oder verändern Standards. Umgesetzt werden müssen diese Entscheidungen häufig von Städten, Gemeinden und Landkreisen. So wächst die Verantwortung der Schulträger – ohne dass ihre finanziellen und personellen Möglichkeiten automatisch mitwachsen.

Viele von ihnen fühlen sich deshalb von der Bundes- und Landespolitik im Stich gelassen. Nicht, weil sie sich gegen Ganztag, Digitalisierung, Inklusion oder moderne Schulgebäude stellen. Im Gegenteil: Die Schulträger wissen, wie wichtig diese Aufgaben sind. Sie erleben aber täglich, dass zwischen dem politischen Anspruch und den verfügbaren Mitteln eine immer größere Lücke entsteht.

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Wie können Schulträger die wachsenden Anforderungen an Schulen bewältigen – und wie lassen sich Investitionen, Ganztag, Digitalisierung und Schulentwicklung langfristig finanzieren? Der Deutsche Schulträgerkongress (DSTK) 2026 bietet Verantwortlichen aus Kommunen, Schulverwaltung und Bildungspolitik die Gelegenheit, sich über aktuelle Herausforderungen, Lösungsansätze und Erfahrungen aus der Praxis auszutauschen.

Im Mittelpunkt stehen die Fragen, die Schulträger derzeit besonders beschäftigen: Wie lassen sich knappe Ressourcen wirksam einsetzen? Welche Strukturen braucht eine zukunftsfähige Schulinfrastruktur? Und wie kann die Zusammenarbeit zwischen Schulträgern, Schulen und Politik verbessert werden?

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Neue Aufgaben, alte Finanzierungsprobleme

Besonders deutlich zeigt sich diese Lücke, wenn neue Aufgaben beschlossen werden, ohne ihre Umsetzung dauerhaft und auskömmlich zu finanzieren. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, die Digitalisierung der Schulen, steigende Anforderungen an Inklusion, Klimaschutz und Gebäudesicherheit sowie der erhebliche Sanierungsbedarf sind jeweils große Aufgaben für sich. In den Kommunen treffen sie jedoch gleichzeitig aufeinander.

Dabei reicht es nicht, lediglich den Einstieg in eine neue Aufgabe zu finanzieren. Ein Ganztagsangebot benötigt nicht nur Räume, sondern dauerhaft Personal, Ausstattung, Reinigung, Energie und Instandhaltung. Digitale Technik muss nicht nur angeschafft, sondern administriert, gewartet und regelmäßig erneuert werden. Ein saniertes Schulgebäude verursacht auch nach Abschluss der Baumaßnahme laufende Betriebs- und Unterhaltskosten.

Förderprogramme berücksichtigen diese Zusammenhänge häufig nur unzureichend. Sie finanzieren einzelne Projekte oder Anschaffungen, nicht aber zwingend die dauerhafte Aufgabe, die daraus entsteht. Für die Schulträger bedeutet das: Sie sollen beginnen, ohne sicher zu wissen, wie es weitergeht.

Förderprogramme können Ungleichheiten verschärfen

Zeitlich begrenzte Förderprogramme sind nicht grundsätzlich falsch. Sie können Investitionen ermöglichen und wichtige Entwicklungen anstoßen. Sie ersetzen jedoch keine langfristig tragfähige Finanzierung. Hinzu kommt, dass Förderprogramme selbst erhebliche Anforderungen stellen. Kommunen müssen Anträge vorbereiten, Planungen vorlegen, Eigenanteile aufbringen, Fristen einhalten und Verwendungsnachweise erstellen. Dafür benötigen sie qualifiziertes Personal und freie Planungskapazitäten.

Gerade finanzschwache Schulträger verfügen darüber häufig nicht in ausreichendem Maß. Sie stehen deshalb vor einem doppelten Problem: Der Investitionsbedarf ist besonders hoch, gleichzeitig fehlen die personellen und finanziellen Voraussetzungen, um Fördermittel erfolgreich abzurufen.

Damit drohen Förderprogramme bestehende Unterschiede nicht nur abzubilden, sondern zu verstärken. Kommunen, die bereits über leistungsfähige Verwaltungen und eigene finanzielle Spielräume verfügen, können Programme häufig besser nutzen. Strukturell belastete Kommunen geraten weiter ins Hintertreffen. So entsteht ein Flickenteppich, der ausgerechnet dort am dünnsten ist, wo die Kassen ohnehin leer sind. Bildungschancen dürfen aber nicht davon abhängen, in welcher Kommune ein Kind aufwächst.

68,9 Milliarden Euro Rückstand bei den Schulen

Die Größenordnung der Herausforderung zeigt das KfW-Kommunalpanel 2026. Danach beträgt der von den Kommunen wahrgenommene Investitionsrückstand bei der Schulinfrastruktur 68,9 Milliarden Euro (KfW-Kommunalpanel 2026). Schulen weisen damit weiterhin den größten Rückstand unter den untersuchten kommunalen Infrastrukturbereichen auf. Insgesamt beziffert die KfW den wahrgenommenen kommunalen Investitionsrückstand auf 231,2 Milliarden Euro.

Das sind nicht nur Zahlen in einem Bericht. Dahinter stehen Kinder, die jeden Tag in Gebäuden lernen, deren Zustand dringend verbessert werden müsste. Dahinter stehen Eltern, die sich fragen, warum zwischen politischen Ankündigungen und der Lebenswirklichkeit ihrer Kinder eine so große Lücke besteht. Und dahinter stehen Schulträger, die die Situation verbessern wollen, die notwendigen Investitionen jedoch vielfach nicht aus eigener Kraft bewältigen können. Sie werden zu Verwaltern eines Mangels, den sie oft nicht verursacht haben und den sie mit ihren eigenen Mitteln nicht beheben können.

„Wer bestellt, bezahlt“

Beim Deutschen Schulträgerkongress 2025 rückte der frühere saarländische Ministerpräsident und ehemalige Richter des Bundesverfassungsgerichts Peter Müller das Konnexitätsprinzip in den Mittelpunkt. Seine Botschaft war ebenso einfach wie grundlegend: „Wer bestellt, bezahlt.“

Der vom Deutschen Städte- und Gemeindebund veröffentlichte Kongressbericht hält fest, dass Kommunen klare finanzielle Zuständigkeiten benötigen, um Ganztag, Digitalisierung und Schulentwicklung verlässlich umsetzen zu können. Wenn der Bund neue Aufgaben veranlasse, die von den Kommunen umgesetzt werden müssten, müsse das dafür benötigte Geld auch bei ihnen ankommen. Langfristige Planungssicherheit sei eine Voraussetzung dafür, Reformen tatsächlich zu realisieren.

Damit benennt Müller einen zentralen Konflikt der gegenwärtigen Bildungspolitik: Politische Entscheidungen entfalten ihre Wirkung nicht dort, wo sie beschlossen werden, sondern dort, wo sie umgesetzt werden müssen. Wird ein Rechtsanspruch geschaffen, ein Standard erhöht oder eine bestehende Aufgabe erweitert, entstehen vor Ort zusätzliche Kosten. Diese Kosten dürfen nicht nachträglich zu einem Problem der Schulträger erklärt werden. Konnexität bedeutet deshalb mehr als einen einmaligen Zuschuss. Sie bedeutet, dass die Ebene, die eine Aufgabe veranlasst, auch für deren vollständige und dauerhafte Finanzierung Verantwortung übernimmt.

Schulträger brauchen mehr als Anschubfinanzierungen

Es braucht einen grundlegenden Wechsel: weg von einer Abfolge befristeter Förderprogramme, hin zu einer verlässlichen Finanzierung dauerhafter Aufgaben. Investitionen, Instandhaltung, Betrieb und Personal müssen gemeinsam gedacht werden. Wer einen Ganztagsanspruch schafft, muss nicht nur den Bau oder Umbau der notwendigen Räume ermöglichen. Er muss auch berücksichtigen, welche dauerhaften Ausgaben daraus entstehen.

Wer Schulen digital ausstatten will, darf nicht nur Endgeräte und Netzwerke finanzieren. Er muss auch für Administration, Support, Ersatzbeschaffungen und die Weiterentwicklung der Infrastruktur tragfähige Lösungen schaffen. Wer Bildungsgerechtigkeit verspricht, muss dafür sorgen, dass finanzschwache Schulträger nicht dauerhaft schlechtere Bedingungen bieten können als wohlhabendere Kommunen.

Dazu braucht es mehrjährige Finanzierungsvereinbarungen, einen realistischen Ausgleich der tatsächlichen Kosten und Verfahren, die auch von personell belasteten Verwaltungen bewältigt werden können. Eigenanteile dürfen nicht dazu führen, dass gerade die bedürftigsten Kommunen von notwendigen Investitionen ausgeschlossen bleiben. Vor allem aber müssen Schulträger früher in politische Entscheidungen einbezogen werden. Sie sind nicht nur die letzte Station einer Umsetzungskette. Sie verfügen über das Wissen, welche Voraussetzungen vor Ort bestehen, welche Kosten tatsächlich entstehen und welche Zeiträume für eine seriöse Umsetzung erforderlich sind.

Verantwortung darf nicht weitergereicht werden

Die Debatte über Schulfinanzierung ist deshalb keine technische Auseinandersetzung zwischen staatlichen Ebenen. Sie berührt eine grundlegende Frage demokratischer Verantwortung. Für Bürgerinnen und Bürger ist der Staat vor allem dort sichtbar, wo sie ihm im Alltag begegnen: in der Verwaltung, im öffentlichen Nahverkehr, in der Kindertagesstätte – und in der Schule.

Wenn politische Versprechen im Klassenzimmer nicht ankommen, wird das Scheitern nicht nach Zuständigkeiten sortiert. Familien erleben nicht den Bund, das Land und die Kommune getrennt voneinander. Sie erleben einen Staat, der etwas angekündigt hat, es aber offenbar nicht umsetzen kann.

Der bauliche Zustand einer Schule sendet deshalb immer auch eine politische Botschaft. Eine funktionierende Schultoilette, ein warmes Klassenzimmer und ein sicherer, zeitgemäßer Lernort erscheinen auf den ersten Blick wie Selbstverständlichkeiten. Tatsächlich zeigen sie Kindern und Familien etwas Entscheidendes: Hier funktioniert öffentliche Verantwortung. Hier werden Versprechen ernst genommen. Hier ist der Staat handlungsfähig.

Bleiben notwendige Maßnahmen dagegen über Jahre aus, kann sich der gegenteilige Eindruck verfestigen.

Aus politischen Ansprüchen müssen verlässliche Mittel werden

Schulträger benötigen keine immer neuen Erwartungen ohne ausreichende Ressourcen. Sie brauchen die Möglichkeit, die Verantwortung, die ihnen übertragen wird, auch tatsächlich wahrzunehmen. Bund und Länder dürfen deshalb nicht nur darüber entscheiden, welche Aufgaben Kommunen erfüllen sollen. Sie müssen ebenso verbindlich klären, wie diese Aufgaben langfristig finanziert werden.

Eine der entscheidenden Fragen für die Glaubwürdigkeit von Politik lautet: Wie kann Bildungsgerechtigkeit unabhängig vom Wohnort gelingen, wenn immer neue Aufgaben auf strukturell unterfinanzierte Systeme treffen? Und wie können Schulträger gemeinsam so deutlich auftreten, dass aus politischen Ankündigungen verlässliche und auskömmliche Mittel werden? Denn wer politische Ansprüche schafft, darf nicht nur den Start finanzieren. Er muss dafür sorgen, dass die Verantwortung dauerhaft getragen werden kann.

Zur Person
Udo Beckmann., Illustration: News4teachers

Udo Beckmann ist Grund- und Hauptschullehrer, leitete zehn Jahre eine Hauptschule in herausfordernder Lage mit einer Schülerschaft, die zu 80 Prozent aus Familien mit Migrationshintergrund stammten.

Er war zudem 16 Jahre Vorsitzender der zweitgrößten Lehrergewerkschaft in Nordrhein-Westfalen (des VBE) und 13 Jahre Bundesvorsitzender. Heute ist er Leiter des Programmbeirats beim Deutschen Schulleitungskongress.

Hier geht es zu allen Beiträgen des Themenmonats “Schulbau & Schulausstattung”. 

Appell an Schulträger: Gesündere Klassenräume müssen kein Millionenprojekt sein

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Starke Stimmen, neue Partner, frische Perspektiven: Der Deutsche Schulleitungskongress (DSLK) feiert 15 Jahre

02. November 2026 um 15:20

DÜSSELDORF. Düzen Tekkal, Maja Göpel, Almuth Schult, Jutta Allmendinger und Christoph Kramer: Der Deutsche Schulleitungskongress bringt vom 12. bis 14. November 2026 wieder Menschen nach Düsseldorf, die Schule aus unterschiedlichen Perspektiven weiterdenken. Als Kern des Schul-Summits verbindet der DSLK hochkarätige Fortbildung mit dem Austausch zwischen Schulleitungen, Schulträgern und Schulaufsichten. Im Jahr seines 15-jährigen Bestehens stärken zudem fünf neue Bildungspartner sein Netzwerk.

Der Deutsche Schulleitungskongress (DSLK) ist die zentrale Plattform für Schulleitungen. Foto: fleet events

Wer eine Schule leitet, muss täglich Entscheidungen treffen, Menschen zusammenbringen und Veränderungen gestalten. Zwischen Personalengpässen, Unterrichtsentwicklung, Elterngesprächen und Digitalisierung bleibt dabei oft wenig Gelegenheit, neue Ideen zu entwickeln und die eigene Führungsarbeit zu reflektieren. Genau diesen Freiraum eröffnet der Deutsche Schulleitungskongress: Vom 12. bis 14. November 2026 wird das Congress Center Düsseldorf zum Treffpunkt für schulische Führungskräfte, die Impulse für ihre Schule suchen und sich mit anderen über gelungene Lösungen austauschen möchten.

Seit 15 Jahren bringt der DSLK Schulleitungen unterschiedlicher Schulformen zusammen. Seine Stärke liegt in der Verbindung von Fortbildung und persönlicher Begegnung: Wissenschaftliche Erkenntnisse treffen auf Erfahrungen aus dem Schulalltag, neue Konzepte auf die Fragen ihrer praktischen Umsetzung. Das Jubiläumsprogramm bietet dafür eine breite Auswahl an Keynotes, Praxisforen, Workshops, Masterclasses und Intensivseminaren.

Sechs neue Bildungspartner erweitern das Netzwerk

Zum Jubiläum wächst auch das Netzwerk hinter dem Kongress. Mit dem Allgemeinen Schulleitungsverband Deutschlands (ASD), die Bundesdirektorenkonferenz Gymnasien (BDK), dem Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB), dem Bundesverband Reale Bildung (BVRB), dem Deutschen Philologenverband (DPhV) sowieder Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) engagieren sich sechsbedeutende Organisationen als neue offizielle Bildungspartner.

Sie bringen unterschiedliche Erfahrungen, schulische Perspektiven und bildungspolitische Positionen ein. Gemeinsam mit ihnen will der DSLK den Dialog über die Zukunft von Schule intensivieren. Geplant ist unter anderem ein Verbändebeirat, der den Austausch über aktuelle Herausforderungen und gemeinsame Handlungsansätze fördern soll.

„Bildung braucht mehr denn je Vernetzung, Dialog und die Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen“, betont Udo Beckmann, Leiter des Programmbeirats. Gerade für Schulleitungen bietet ein solches Netzwerk einen besonderen Wert: Es verbindet die Erfahrungen vor Ort mit einem bundesweiten Austausch über gute Führung und wirksame Schulentwicklung.

Demokratie stärken und Zukunft gestalten

Wie können Schulen jungen Menschen Orientierung geben und demokratisches Miteinander erfahrbar machen? Diese Frage greift die Menschenrechtsaktivistin, Politologin und Journalistin Düzen Tekkal auf. Ihre Keynote am 12. November trägt den Titel „Mut zur Haltung – Warum Schulen Demokratieorte sein müssen“. Damit setzt bereits der Intensivtag einen Akzent für alle, die Schule als Ort gelebter Werte und gesellschaftlicher Verständigung gestalten wollen.

Am 13. November richtet die Politökonomin und Transformationsforscherin Prof. Dr. Maja Göpel den Blick auf „Schulen als wichtige Räume in verrückten Zeiten“. Sie beleuchtet, wie Schulen angesichts gesellschaftlicher Umbrüche Orientierung und Handlungsfähigkeit fördern können. Ihre Perspektive verbindet Nachhaltigkeit mit Selbstwirksamkeit, Zusammenarbeit und der Frage, wie junge Menschen lernen, Zukunft mitzugestalten.

Was erfolgreiche Teams ausmacht und wie Bildung Chancen eröffnet

Einen Perspektivwechsel verspricht Almuth Schult. Die ehemalige Fußballnationalspielerin und TV-Expertin kennt die Herausforderung, unterschiedliche Persönlichkeiten unter hohem Erwartungsdruck zu einem erfolgreichen Team zusammenzuführen. In ihrer Keynote „Teamerfolg als oberstes Ziel“ geht es um den Umgang mit Dissonanzen – und damit um eine Führungsaufgabe, die auch Schulleitungen bestens kennen. Kommunikation, gegenseitiges Verständnis und das gemeinsame Ziel stehen im Mittelpunkt.

Die Bildungssoziologin Prof. Dr. h. c. Jutta Allmendinger widmet sich unterdessen einem zentralen Thema der Schulentwicklung: Bildungsarmut und sozialer Segregation. In ihrem Praxisforum nimmt sie die Wirksamkeit des Startchancenprogramms in den Blick. Für Schulleitungen eröffnet sich damit die Gelegenheit, eines der wichtigsten bildungspolitischen Programme mit einer profilierten Wissenschaftlerin zu diskutieren.

Auch Christoph Kramer gehört zum Programm. Der Fußballweltmeister und Autor engagiert sich beim DSLK für ökonomische Bildung. Unter dem Titel „Anpfiff für Finanzbildung“ greift seine Masterclass die Frage auf, warum ökonomische Bildung in jedes Klassenzimmer gehört. Zudem beteiligt er sich am Panel „Finanzwissen, Demokratie, Zukunft“. Damit rückt ein Thema in den Fokus, das unmittelbar an die Lebenswelt junger Menschen und ihre Möglichkeiten zur selbstbestimmten Lebensgestaltung anknüpft.

Rund 90 Programmpunkte für den Führungsalltag

Die genannten Highlights sind nur ein Ausschnitt aus einem umfassenden Angebot: Rund 90 Programmpunkte – von Keynotes über Workshops und Praxisforen bis zu Masterclasses und Intensivseminaren – eröffnen vielfältige Möglichkeiten, die eigene Führungsarbeit weiterzuentwickeln. Die Teilnehmenden stellen sich ihr persönliches Kongressprogramm zusammen und wählen gezielt die Themen, die ihre Schule voranbringen.

Wie lassen sich Veränderungsprozesse steuern? Was hilft bei Konflikten im Kollegium? Wie gelingt gesunde Führung? Und welche Rolle kann Künstliche Intelligenz für Unterricht und Schulentwicklung übernehmen? Neben den prominenten Stimmen bietet der DSLK zahlreiche Gelegenheiten, an konkreten Fragen der eigenen Schule zu arbeiten.

Fachforen widmen sich unter anderem digitaler Schule und KI, dem Startchancenprogramm, zeitgemäßen Lernorten sowie ökonomischer Bildung. Das Forum Digitale Schule und KI richtet sich auch an Digitalisierungsbeauftragte und diejenigen, die Schulleitungen bei der Konzeptentwicklung unterstützen. Es greift die Auswirkungen von KI auf Lehren, Lernen und Leistungsbeurteilung auf. So können Schulen gezielt Expertise für ihre nächsten Entwicklungsschritte aufbauen.

Nachhaltige Schulentwicklung auf der Bühne

Ein besonderer Höhepunkt am 13. November ist die Verleihung des DSLK-SchulpreisesBildung für nachhaltige Entwicklung. Fünf Schulen werden ausgezeichnet und erhalten jeweils 10.000 Euro für ihre Nachhaltigkeitsprojekte. Der von SIGNAL IDUNA gestiftete Preis ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert. Er macht sichtbar, wie Schulen nachhaltige Entwicklung im Schulalltag verankern – und würdigt das Engagement der Menschen, die solche Veränderungen voranbringen.

An die Preisverleihung schließt sich die Keynote von Claudia Kleinert an: „Von Wetterextremen zu Zukunftschancen – Was wir heute lernen müssen, um morgen zu bestehen“. Die bekannte Wettermoderatorin verbindet Klima- und Zukunftsfragen mit der Bedeutung von Bildung. Im Mittelpunkt steht, wie aus Wissen Handlungskompetenz wird und wie Schulen Mut, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein fördern können.

Kontakte knüpfen und Ideen mitnehmen

Zum DSLK gehört auch die Gelegenheit, Gespräche jenseits des offiziellen Programms fortzuführen: nach einem Vortrag, beim gemeinsamen Kaffee oder in der begleitenden Ausstellung. Wenn Schulleitungen aus verschiedenen Bundesländern und Schulformen zusammenkommen, werden andere Wege sichtbar, mit vertrauten Herausforderungen umzugehen. Aus einer solchen Begegnung kann eine Idee für die nächste Teamsitzung entstehen – oder ein Kontakt, der auch nach dem Kongress weiterhilft.

Das macht den DSLK zu einer lohnenden Investition in die eigene Führungsarbeit: Die Teilnehmenden gewinnen fachliche Anregungen, erweitern ihr Netzwerk und nehmen neue Perspektiven für die Entwicklung ihrer Schule mit.

Teil des Schul-Summits

Der DSLK ist Teil des Schul-Summits, der den Deutschen Schulleitungskongress, den Deutschen Schulträgerkongress und den Deutschen Schulaufsichtskongress unter einem Dach vereint. Hier begegnen sich Schulleitungen, kommunale Entscheidungsträger und Schulaufsichten, um Erfahrungen auszutauschen, Lösungen zu diskutieren und gemeinsame Vorhaben anzustoßen. Das eröffnet kurze Wege zwischen denjenigen, die Schule pädagogisch gestalten, ihre Ausstattung finanzieren und ihre Entwicklung begleiten – und schafft wertvolle Kontakte für Veränderungen vor Ort.

Der Deutsche Schulträgerkongress und der Deutsche Schulaufsichtskongress finden jeweils am 12. und 13. November 2026 statt. Der Deutsche Schulleitungskongress läuft vom 12. bis 14. November 2026, mit dem Intensivtag am Donnerstag und dem Hauptkongress am Freitag und Samstag. Veranstaltungsort ist das Congress Center Düsseldorf.

Programm, Informationen und Tickets: www.deutscher-schulleitungskongress.de

Dies ist eine Pressemitteilung der FLEET Events GmbH.

Deutscher Schulleitungskongress: Wege aus der Bildungskrise – „Was hilft, sind Erfahrungen der Selbstwirksamkeit“

Der Beitrag Starke Stimmen, neue Partner, frische Perspektiven: Der Deutsche Schulleitungskongress (DSLK) feiert 15 Jahre erschien zuerst auf News4teachers.

Digitalisierung – die Digitale Welt im Klassenzimmer und Kinosaal

Von: lehrer
21. Mai 2018 um 15:06
Der Kongress „Vision Kino 18“ findet vom 21. bis 23. November 2018 im Kaisersaal in Erfurt statt. Ein Schwerpunkt der bundesweit wichtigsten Konferenz zu Film, Kompetenz und Bildung bildet das Thema „Digitalisierung und die Herausforderung
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