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Ab auf den Prüfstand: Warum KI dringend mal zum TÜV sollte

04. November 2026 um 11:00

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KI TÜV Künstliche Intelligenz Prüfung Hauptuntersuchung

Das Vertrauen in KI bröckelt – und zwar zu Recht. Denn zwischen Sicherheitsvorfällen, Umweltrisiken und einem übertriebenen Hype scheinen die Nachteile die Vorteile mittlerweile einzuholen. Vertrauen in KI sollte man deshalb prüfen, nicht voraussetzen. Ein Vorschlag für einen unabhängigen KI-TÜV ist daher nicht nur richtig, sondern längst überfällig. Damit eine solche Prüfung nicht zum Bremsklotz wird, müsste sie aber schnell und klar geregelt sein. Eine kommentierende Analyse.

Muss KI bald zum TÜV?

  • Der TÜV-Verband und das TÜV AI.Lab haben zum Digital-Gipfel der Bundesregierung einen Vorschlag für den Aufbau einer unabhängigen Prüf- und Aufsichtsstruktur für Frontier-KI und autonome KI-Agenten präsentiert. Oder kurzum: für einen KI-TÜV. Demnach müssen Deutschland und Europa in der Lage sein, die Sicherheit von künstlicher Intelligenz eigenständig bewerten zu können, unabhängig davon, wo diese entwickelt wurde. Die Idee: KI-Modelle sollen vor ihrer Markteinführung auf Herz und Nieren geprüft werden. Das deutsche KI-Sicherheitsinstitut (AISI) müsse in Zusammenarbeit mit unabhängigen Prüforganisationen dabei eine zentrale Rolle übernehmen.
  • Das AISI soll dem Vorschlag zufolge schrittweise zu einer eigenständigen Institution ausgebaut werden. Zudem müssten unabhängige Prüforganisationen mit Fachwissen aus Industrie, Mobilität und Energieversorgung eingebunden werden, damit es eigene Kompetenzen für die Sicherheitsbewertung von KI-Modellen aufbauen kann. Das Institut könne dann die Entwicklung geeigneter Prüfmethoden unterstützen, den notwendigen Modellzugang gewährleisten und Ergebnisse für Entscheidungen der Regierung und Behörden aufbereiten. Qualifizierte unabhängige Prüforganisationen sollen die technischen Evaluationen übernehmen und insbesondere prüfen, ob die Sicherheitsnachweise für den Einsatz von KI in technischen Systemen belastbar sind.
  • Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom verlieren vor allem die USA und US-amerikanische Unternehmen als KI-Anbieter an Zuspruch. Nur noch 41 Prozent der befragten deutschen Unternehmen würden demnach bevorzugt künstliche Intelligenz aus den Vereinigten Staaten nutzen wollen. Im Jahr 2025 waren es noch 51 Prozent. Chinesische KI möchten derweil nur noch zwölf Prozent bevorzugt nutzen. Im Vorjahr waren es noch 18 Prozent. Der große Wunsch: 96 Prozent der Unternehmen würden bevorzugt gerne KI-Anwendungen deutscher Anbieter nutzen. Allerdings wären 64 Prozent nicht bereit, dafür Abstriche in puncto Preis-Leistung hinzunehmen.

Warum Hersteller-Versprechen nicht ausreichen

Donald Trump spottete einst über den deutschen TÜV und behauptete, die EU würde mit absurden Tests ihre Autoindustrie abschotten. Bowling-Kugeln würden dazu auf Fahrzeuge fallen gelassen werden. Das ist natürlich absoluter Quatsch. Ein Märchen. Der TÜV ist in puncto Sicherheit ein hohes Gut. Hingegen kein Märchen ist, dass KI einen Steinschlag erlitten hat. Oder: einen Bowlingkugelschlag. Denn das Vertrauen in künstliche Intelligenz bröckelt – und das nicht ohne Grund. Zu oft werden etwa Sicherheitsrisiken ignoriert, Verantwortlichkeiten abgewiegelt oder mögliche Gefahren dem Innovationsdruck untergeordnet.

Das gilt sowohl für KI-Anbieter, KI-Anwender als auch für die Politik, die mitunter hinterhereiert und einem riskanten Aktionismus verfällt, anstatt vorausschauend zu handeln. Dass dabei sogar Umweltauflagen zur Disposition stehen, passt traurigerweise in ein Bild, wie rückschrittlich Fortschritt gedacht werden kann. Angesichts zunehmender Sicherheitsvorfälle, gefährlicher Fehlentscheidungen und sogar Todesfälle im Zusammenhang mit KI ist eine unabhängige Prüfung deshalb längst überfällig.

Oder: Wer künstliche Intelligenz zunehmend Entscheidungen treffen, Maschinen steuern und kritische Infrastrukturen beeinflussen lässt, kann und darf sich nicht auf die vermeintlichen Sicherheitsversprechen der Anbieter verlassen. Ein KI-TÜV könnte hingegen eine unabhängige Kontrolle schaffen. Diese dürfte aber nicht mit überbordender und langwieriger Bürokratie einhergehen. Denn wenn eine KI erst monatelang auf dem Prüfstand verrostet, während bereits das nächste Modell in den Startlöchern steht, geraten Deutschland und Europa ins Hintertreffen. Oder: Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und ein verantwortungsvoller Umgang müssen Hand in Hand gehen und dürfen keine Gegenspieler sein.

Stimmen

  • Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands, in einem Statement: „Europa muss natürlich den Anspruch haben, eigene leistungsfähige KI-Modelle zu entwickeln. Aber wir müssen uns darauf einstellen, dass auch künftig ein erheblicher Teil der bei uns eingesetzten KI aus den USA und anderen Weltregionen kommen wird. Und bei deren Sicherheitsbewertung dürfen wir nicht allein auf die Angaben der Hersteller vertrauen, besonders wenn kritische Infrastrukturen und die nationale Sicherheit betroffen sind.“
  • Franziska Weindauer, Geschäftsführerin des TÜV AI.Lab, spezifiziert eine mögliche KI-Hauptuntersuchung: „Unabhängige Prüfer müssen den Sicherheitsversprechen der Entwickler auf den Grund gehen können. Dafür brauchen sie Zugang zu den Modellen und Einblick in Training und Schutzmaßnahmen. Sie müssen unabhängig bewerten können, ob bestehende Risiken ausreichend mitigiert wurden. Und wenn KI eine Maschine steuert, müssen Fachleute für Maschinensicherheit mitprüfen. Sie können beurteilen, welchen Einfluss KI auf bestehende Sicherheitsmechanismen hat.“
  • Auch Ralf Wintergerst, Präsident des Digitalverbands Bitkom, ist für eine Regulierung von KI, plädiert aber vor allem für eine Entwicklung in Europa: „Deutschland und Europa dürfen bei KI nicht nur Anwender sein, wir müssen auch Anbieter werden. Es gibt eine breite Nachfrage nach souveräner KI, aber entsprechende Angebote müssen unabhängig vom Standort des Anbieters im Wettbewerb bestehen. Dafür brauchen wir genügend Rechenkapazitäten, Zugang zu Daten, eine Regulierung, die Innovationen unterstützt, und einen Staat, der als Vorreiter selbst KI aus Deutschland und Europa einsetzt.“

Ein KI-TÜV müsste schnell und unbürokratisch sein

Dass Unternehmen ihrer Verantwortung bislang nicht ausreichend gerecht werden, ist auch eine Folge des absolut übertriebenen KI-Hypes. Im Wettlauf um Marktanteile, Effizienz und technologische Vorherrschaft scheint leider allzu häufig das Prinzip zu gelten, dass Schnelligkeit vor Sicherheit geht. Risiken werden sogar als Kollateralschäden eines vermeintlich unvermeidbaren Fortschritts billigend in Kauf genommen. Doch wer KI möglichst schnell in Produkte, Geschäftsprozesse und kritische Systeme integrieren möchte, muss auch dazu bereit sein, für deren Sicherheit Verantwortung zu übernehmen.

Auch die Politik scheint mit der Geschwindigkeit der Entwicklung bisweilen überfordert. Oder: Zwischen Innovationsförderung, internationalem Konkurrenzdruck und notwendigen Sicherheitsvorkehrungen fehlt es bislang an einer überzeugenden Balance. Ein unabhängiger KI-TÜV könnte derweil eine Vorreiterrolle einnehmen und einen verantwortungsvolleren Umgang mit künstlicher Intelligenz etablieren. Nicht als Innovationsbremse, sondern als Instanz, die dafür sorgt, dass die Vorteile der Technologie tatsächlich überwiegen und nicht irgendwann ihre Nachteile die Rechnung prägen.

Entscheidend wird dabei natürlich die konkrete Umsetzung sein. Oder: Ein KI-TÜV darf weder zu einem zahnlosen Papiertiger noch zum nächsten deutschen Bürokratiemonster werden, das Innovationen mit Formularen und endlosen Prüfverfahren ausbremst. Gefragt sind klare Zuständigkeiten, nachvollziehbare Standards und vor allem schnelle, unabhängige Prüfungen. Klar: Anbieter wie OpenAI und Co. werden sich dagegen vermutlich wehren. Sie werden vielleicht sogar tricksen, um eine TÜV-Plakette zu bekommen. Letztlich werden sie sich aber fügen müssen, da Deutschland und Europa ein gigantischer Markt für sie sind.

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CO2 als Kraftstoff: KI entdeckt, was Chemiker übersehen haben

04. November 2026 um 05:45

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CO2-Umwandlung KI Künstliche Intelligenz Kraftstoff

Ein indisch-singapurisches Forscherteam hat mithilfe künstlicher Intelligenz ein chemisches Reaktionsnetzwerk entschlüsselt. Eine präzise Simulation veränderte das Verständnis der CO2-Umwandlung in grünes Methanol und hinterfragt bisheriges Lehrbuchwissen. Diese Erkenntnisse sollen den Weg zu maßgeschneiderten Katalysatoren bei der Entwicklung nachhaltiger Kraftstoffe ebnen.

Wissenschaftler des Indian Institute of Science haben gemeinsam mit Industriepartnern wie dem HPCL Green R&D Centre und der Forschungsagentur A*STAR aus Singapur die Veränderung von Kohlendioxid auf Kupfer-Katalysatoren untersucht. Denn bisherige Computermodelle bildeten diesen chemischen Prozess nur unvollständig ab.

Der Grund dafür liegt darin, dass die quantenmechanischen Berechnungen aller Teilschritte besonders kosten- und rechenintensiv ist. Werden hingegen wichtige Zwischenschritte durch Forscher weggelassen, arbeiten diese bildlich gesprochen mit einer Navigationskarte, auf der entscheidende Abkürzungen fehlen.

Das veraltete Modell lieferte dementsprechend falsche Ergebnisse. Es prognostizierte Ameisensäure statt Methanol als Hauptprodukt und unterschätzte die umgesetzte Reaktionsmenge deutlich. Erst der gezielte Einsatz von maschinellem Lernen brachte einen Durchbruch. Die Wissenschaftler starteten mit einer Datenbank aus 152 Reaktionen und simulierten mithilfe einer KI schließlich ein Netzwerk aus 9.389 Einzelreaktionen sowie 105 Molekülspezies auf der Katalysatoroberfläche. Die Studie lieferte dabei Erkenntnisse, die bisherigem Lehrbuchwissen widersprechen.

CO2-Umwandlung: Riesiges KI-Netzwerk liefert exakte Ergebnisse

Das erweiterte Modell prognostizierte eine etwa 40-fache Steigerung der CO2-Umwandlungsrate im Vergleich zum bisherigen Minimodell. Noch wichtiger dabei ist aber, dass die Vorhersagen mit den experimentellen Beobachtungen aus dem Labor übereinstimmten. Statt Ameisensäure identifizierte das System Methanol und Kohlenmonoxid als tatsächliche Hauptprodukte. Dieser Fortschritt zeigt, dass komplexe chemische Reaktionen nicht einfach am Computer stark vereinfacht werden sollten. Denn so riskieren Forscher völlig falsche Vorhersagen.

Neben den reinen Zahlen stieß das Team auf einen bisher nicht dokumentierten Reaktionsmechanismus. Entgegen bisherigem Lehrbuchwissen kann Wasserstoff als intaktes Molekül direkt auf Reaktionspartner übertragen werden. Shivam Chaturvedi, Co-Autor der Studie, ordnet die Entdeckung:

Die Idee, dass Wasserstoff als intaktes Molekül übertragen werden kann, ohne sich zuerst in Atome aufzuspalten, widerspricht dem, was den meisten von uns beigebracht wurde.

Grüne Kraftstoffe: Besseres Verständnis für die Katalysatorentwicklung

Für die Industrie und den Klimaschutz könnte der neue Ansatz ein enormes Potenzial eröffnen. Denn wenn CO2 effizient in nützliche Chemikalien und Kraftstoffe wie Methanol umgewandelt wird, können wertvolle Ressourcen entstehen. Das wiederum kann Wissenschaftlern dabei helfen, die zugrundeliegenden Prozesse besser zu verstehen und künftig gezielter effektive Katalysatoren zu entwickeln.

Das entwickelte KI-Framework lässt sich potenziell auch auf andere industriell wichtige katalytische Prozesse übertragen. Dazu gehören unter anderem die Wasserstoffherstellung durch Wasserspaltung oder die nachhaltige Stickstoffumwandlung. Zwar bleiben auch weiterhin vollständige quantenmechanische Berechnungen ohne künstliche Intelligenz unbezahlbar. Doch die Fortschritte zeigen, wie die effizientere Herstellung nachhaltiger Chemikalien und Kraftstoffe durch Technologie ein Stück näher rücken kann.

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Batterie aus Hörgeräten könnte plötzlich Lithium-Akkus Konkurrenz machen

03. November 2026 um 05:45

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Zink-Luft-Batterien, Energie, Batterie, Energiespeicher

Bisher sind Zink-Luft-Batterien vor allem als zuverlässige Einwegoption in Hörgeräten bekannt. Einem Forscherteam der TU Darmstadt ist kürzlich ein wichtiger Schritt in der Grundlagenforschung gelungen, der die Entwicklung wiederaufladbarer Batterien dieser Art voranbringt. 

Zink-Luft-Batterien bergen ein großes Potenzial. Denn theoretisch können sie bis zu fünfmal mehr Energie speichern als aktuelle Lithium-Ionen-Akkus. Ein Forscherteam um Professor Jörg J. Schneider am Fachbereich Chemie der TU Darmstadt hat dafür ein neuartiges Katalysatormaterial entwickelt. Die Wissenschaftler publizierten ihre Ergebnisse am 27. September 2026 im Fachjournal Advanced Science.

Hintergrund ist ein neu entwickeltes Verbundmaterial, das als langlebiger Katalysator wirkt und in einem Laborexperiment bereits bis zu 300 Stunden Betriebszeit ermöglichte. Im Zentrum steht ein „atmendes“ Akkusystem, das Sauerstoff aus der Umgebungsluft als aktiven Partner nutzt.

Genau hier lag allerdings über Jahrzehnte ein ungelöstes Problem. Als Einwegbatterien verrichten Zink-Luft-Systeme in Hörgeräten zuverlässig ihren Dienst, doch solche Systeme ließen sich bislang kaum wieder aufladen. Das liegt daran, dass sich die komplizierten chemischen Vorgänge in der Zelle technisch nur schwer beherrschen lassen. Denn beim Laden und Entladen muss der Prozess in beide Richtungen zuverlässig unterstützt werden.

Mineralien und Nanohörner: So arbeitet der Zwei-Wege-Katalysator

Grundlage des neuen Materials sind sogenannte Spinelle, eine in der Natur vorkommende Mineralgruppe. Nanoskalige Nickel-Ferrit-Partikel aus dieser Gruppe kombinierten die Darmstädter mit mikroskopisch feinen Kohlenstoff-Nanohörnern. Winzige Katalysatorteilchen sitzen dabei fest auf dem Kohlenstoffgerüst verankert.

Das fertige Kompositmaterial vereint durch den Einsatz von Stickstoff und Phosphor drei wesentliche Fähigkeiten in sich. Es leitet elektrischen Strom, ist chemisch stabil und aktiviert den Sauerstoff für die Reaktion. Das bedeutet, dass der Katalysator beide Reaktionen unterstützt.

Beim Entladen wird der Luftsauerstoff chemisch umgesetzt, beim Wiederaufladen wird er wieder freigesetzt. Dieser Vorgang geschieht an der sogenannten Dreiphasengrenze. Dabei handelt es sich um einen wichtigen Punkt, an dem fester Katalysator, flüssiger Elektrolyt und gasförmiger Sauerstoff dauerhaft stabil zusammenwirken können.

Hohes Potenzial in der Grundlagenforschung für wiederaufladbare Zink-Luft-Batterien

Die Technologie birgt Potenzial für die Zukunft. Da sie den Sauerstoff aus der Umgebungsluft nutzen, können Zink-Luft-Batterien theoretisch bis zu fünfmal mehr Energie speichern als gängige Lithium-Ionen-Akkus. Hinzu kommt der Umweltaspekt. Denn das neue Katalysatormaterial basiert auf Eisen, Nickel und Kohlenstoff. Es eröffnet damit neue Perspektiven, um die bisherige Wegwerfpraxis bei Zink-Luft-Batterien langfristig hinter sich zu lassen.

Die Arbeit markiert einen wichtigen Schritt in der Grundlagenforschung. Im Experiment ermöglichte der neue Verbundkatalysator bis zu 300 Stunden Betriebszeit. Trotzdem ist noch nicht absehbar, wann wir die Ansätze skaliert in der Praxis sehen werden. Die ersten Fortschritte sind aber getan.

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iPad, AirPods, Galaxy Buds: UPDATE-Newsletter empfehlen & Tech-Preise gewinnen

02. November 2026 um 14:04

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UPDATE Empfehlung

Von Anfang November bis Nikolaus verlosen wir tolle Preise unter allen, die unseren UPDATE-Newsletter an Freunde und Kollegen weiterempfehlen. Zu gewinnen gibt es ein Apple iPad, Apple AirPods und Samsung Galaxy Buds.

UPDATE empfehlen & gewinnen: So funktioniert’s

  1. Link holen: Deinen persönlichen Einladungslink findest du bis zum 6. Dezember 2026 in jeder UPDATE-Ausgabe. Über diesen Link können wir dir neue Abonnenten zuordnen. Wenn du UPDATE noch nicht abonniert hast, kannst du das hier kostenlos nachholen.
  2. Link verschicken: An Kollegen, Freunde oder Familie, die sich für KI und Tech interessieren. Bitte nur ehrliche und ausgewählte Empfehlungen, Massenmails, Spam und Manipulationsversuche werden disqualifiziert.
  3. Los bekommen: Sobald sich jemand über deinen Link anmeldet und die Anmeldung bestätigt, bekommst du ein Los. Jede Anmeldung entspricht einem Los. Je mehr Lose du hast, desto höher deine Chance auf einen der drei Gewinne bei unserer Ziehung am 7. Dezember 2026.

Fragen und Antworten

Wann und wie wird gezogen? Einladen kannst du bis Sonntag, 06.12.2026 (Nikolaus) um 23:59 Uhr. Am Montag, 07.12.2026 ziehen wir die drei Gewinner aus allen gültigen Losen. Gelost wird nach dem Zufallsprinzip, das erste Los gewinnt das iPad, das zweite Los gewinnt die AirPods, das dritte Los gewinnt die Galaxy Buds. Wer gewinnt, bekommt eine E-Mail an die Adresse, mit der er oder sie UPDATE abonniert hat.

Wo sehe ich meine Lose? In jeder UPDATE-Ausgabe steht dein aktueller Stand. Bitte beachte: Nur vollständig angemeldete Personen zählen. Die eingeladene Person muss also ihre Anmeldung in der Bestätigungsmail mit einem Klick auf den Button bestätigen.

Wer darf mitmachen? Alle ab 18 mit Wohnsitz in Deutschland oder Österreich, die UPDATE abonniert haben (außer Mitarbeiter der BASIC thinking GmbH und alle, die an der Durchführung beteiligt sind).

Zählt es, wenn sich jemand ab- und wieder anmeldet? Nein. Es zählen nur Leute, die vorher kein UPDATE-Abo hatten und bei der Ziehung noch angemeldet sind.

Kostet das etwas? Nein. UPDATE ist kostenlos, die Teilnahme und Empfehlungen auch.

Es gelten die Teilnahmebedingungen (AGB).

Wir wünschen allen Teilnehmern viel Erfolg!
Dein BASIC thinking-Team

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Claude Design Anleitung: So nutzt du den KI-Designer

01. November 2026 um 14:00

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Claude Design

Mit Claude Design gestaltet Claude nicht nur Texte, sondern auch Grafiken: Logos, Instagram-Posts, Etiketten oder den Entwurf einer Website. In unserem neuen Video zeigen wir dir an einem Beispiel, wie du damit Schritt für Schritt einen kompletten Markenauftritt baust. In diesem Artikel erfährst du, wie Claude Design funktioniert, wie du ein Designsystem anlegst, Entwürfe bearbeitest und exportierst und wo die Grenzen liegen. Abonniere jetzt den YouTube-Kanal von BASIC thinking, um kein weiteres Video zu verpassen.

Was ist Claude Design?

Claude Design ist das Design-Werkzeug von Anthropic direkt in Claude. Du beschreibst im Chat, was du brauchst, und Claude baut den Entwurf auf einer Arbeitsfläche daneben auf. Das können Grafiken, Logos, Social-Media-Posts oder Entwürfe für Websites sein.

Anschließend passt du den Entwurf an: per Chat, per Kommentar an einer bestimmten Stelle oder direkt mit der Maus auf der Arbeitsfläche. Zusammen mit Claude Docs für Texte und Claude Slides für Präsentationen deckt Claude Design damit den visuellen Teil der Büroarbeit ab.

Am einfachsten bittest du Claude in einer Unterhaltung um einen Entwurf, etwa ein Logo oder eine Grafik. Alternativ startest du im Bereich Artefakte unter „Design“ mit einer leeren Vorlage. In der Desktop-App von Claude findest du Claude Design außerdem direkt in der Seitenleiste (falls nicht: Mehr -> Seitenleiste bearbeiten -> Design auswählen).

Für wen lohnt sich Claude Design?

Claude Design richtet sich an alle, die regelmäßig Grafiken brauchen, aber keine Designer sind. Das gilt für Selbstständige und Gründer genauso wie für Vereine, Schule und Uni-Projekte.

Besonders hilfreich ist es, wenn du eine Idee schnell sichtbar machen willst. Hast du zum Beispiel eine konkrete Vorstellung von einem Logo, kannst du sie dir als Entwurf zeigen lassen, bevor du Geld für einen Profi ausgibst.

Designsystem in Claude Design anlegen

Bevor du die ersten Grafiken erstellst, lohnt sich ein Designsystem. Das ist so etwas wie das Markenhandbuch für dein Projekt: Farben, Schriften, Schattierungen, abgerundete Ecken und der allgemeine Stil. Claude prüft neue Entwürfe gegen dieses Designsystem und du musst nicht jedes Mal erklären, wie deine Marke aussieht.

Als Grundlage lädst du Material hoch, aus dem Claude deinen Stil ableitet, zum Beispiel ein Logo, Screenshots, eine Präsentation oder ein PDF. Deine Designsysteme verwaltest du unter „Einstellungen“ und „Designsysteme“. Du kannst mehrere anlegen, etwa für unterschiedliche Projekte. Eine Vorlage für den Prompt:

Leite aus diesen Unterlagen ein Designsystem für [Marke] ab. Hauptfarbe ist [Farbe], dazu [weitere Farben]. Der Stil soll [drei Eigenschaften] wirken, nicht [Gegenteil].

Schau dir das Ergebnis genau an, bevor du es nutzt. Ein Designsystem ist immer nur so gut wie das Material, das du hochlädst. Fehlt etwas, lade weitere oder bessere Beispiele hoch oder passe die Einstellungen von Hand an.

So erstellst du ein Logo mit Claude Design

Für ein Logo startest du ein neues Projekt, wählst dein Designsystem aus und beschreibst, was du dir vorstellst. Lass dir am besten mehrere Varianten gleichzeitig zeigen, dann kannst du vergleichen:

Entwirf drei unterschiedliche Logo-Ideen für [Marke]: eins nur mit Schrift, eins mit einem einfachen [Symbol], eins als [Form]. Zeig alle nebeneinander, jeweils auf hellem und auf dunklem Hintergrund.

Der helle und dunkle Hintergrund zeigt dir sofort, ob das Logo überall funktioniert. Ein KI-Logo ist allerdings ein erster Entwurf und noch kein fertiges Markenzeichen. Für ein echtes Unternehmen lohnt sich am Ende oft trotzdem ein Profi, der den Entwurf sauber ausarbeitet.

Social-Media-Grafiken mit Claude Design erstellen

Mit einem Designsystem im Hintergrund musst du Farben und Schriften nicht mehr erwähnen. Du beschreibst nur noch Inhalt und Format:

Erstelle [Anzahl] Instagram-Posts im Format 4:5 für [Anlass]. Ein Post [Inhalt 1], einer [Inhalt 2]. Nutze unser Logo und wenig Text.

Gib dabei immer das Format an. Eine Instagram-Story ist hochkant, ein Post meist 4:5, ein LinkedIn-Banner sehr breit. Ohne Formatangabe rät Claude, und du musst hinterher korrigieren.

Etiketten und Website-Entwürfe mit Claude Design

Claude Design eignet sich auch für Etiketten und einfache Produkt-Illustrationen. Für einen Shop-Entwurf oder eine Präsentation reicht das oft schon:

Gestalte für [Produkt] ein [Form] Etikett im Stil unseres Logos. Zeig das Produkt als einfache Illustration, so wie es im Online-Shop aussehen würde.

Ebenso kannst du dir den Entwurf einer Website bauen lassen, zum Beispiel einer Startseite. Claude stellt dabei oft Rückfragen, bevor es loslegt. Wichtig: Das Ergebnis ist ein Entwurf, keine fertige Website. Funktionen wie Warenkorb oder Bezahlung laufen nicht. Den Entwurf kannst du aber selbst nachbauen, an einen Entwickler geben oder als Vorlage nutzen.

Erstelle einen Entwurf für die Startseite von [Projekt] mit [Abschnitten]. Zielgruppe ist [Zielgruppe].

In unserem Video über Claude Design zeigen wir dir zudem, wie du aufwändige Animationen für deinen Website-Entwurf baust.

So bearbeitest du Entwürfe in Claude Design

Für Änderungen gibt es drei Wege. Große Umbauten wie ein anderes Farbschema oder ein neues Layout beschreibst du im Chat. Für gezielte Änderungen klickst du eine Stelle auf der Arbeitsfläche an und hinterlässt einen Kommentar, zum Beispiel Mach [Element] kräftiger, damit man es auch ganz klein noch erkennt.

Kleinigkeiten erledigst du direkt selbst: Texte anklicken und ändern, Elemente mit der Maus verschieben, vergrößern oder ausrichten. Je genauer deine Vorstellung ist, desto besser trifft Claude sie. Beschreibe Stil, Zielgruppe und Format und hänge Beispiele an, die dir gefallen, etwa Posts oder Websites, die du gesehen hast.

Claude Design exportieren und teilen

Über den Button „Export“ oben rechts lädst du deine Entwürfe herunter. Hier stehen unter anderem HTML, PDF und PNG zur Verfügung. Außerdem kannst du Entwürfe an andere Werkzeuge wie Canva schicken und dort weiterbearbeiten.

Deine Entwürfe sind zunächst privat. Über „Teilen“ legst du fest, wer sie öffnen darf und ob diese Personen nur ansehen, kommentieren oder auch bearbeiten können.

Was Claude Design noch nicht kann

Claude Design ist kein Fotostudio. Fotorealistische Produktfotos gehören nicht zu den Funktionen, die Anthropic beschreibt. Dafür brauchst du andere Werkzeuge wie ChatGPT oder Canva und für echte Shop-Fotos am Ende echte Produkte und gutes Licht.

Dazu kommt: Ohne eigenes Designsystem und Anpassungen erkennt man den typischen KI-Look schnell. Hier solltest du also darauf achten, einen eigenen unverwechselbaren Stil zu entwickeln.

Fazit: Ist Claude Design eine Canva-Alternative?

Für den ersten Entwurf ist Claude Design eine echte Alternative. Logo-Ideen, Social-Media-Posts oder Etiketten entstehen schnell, oft schneller, als man in Canva die passende Vorlage gefunden hat. Mit einem gut gemachten Designsystem bleiben die Ergebnisse außerdem einheitlich.

Ganz ersetzen kann Claude Design Canva aber nicht. Für Fotos und den letzten Feinschliff landest du oft trotzdem dort oder in Profi-Tools, praktischerweise direkt über den Export.

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Kommentar: Das Internet verkommt zur Müllhalde – und fast alle machen mit

Bullshit als GeschäftInternet wird zur Müllhalde

Manchmal frage ich mich, ob manche Menschen eigentlich noch sinnvollen Tätigkeiten nachgehen oder nur noch damit beschäftigt sind, das Internet zuzumüllen. Vor wenigen Tagen landeten wieder einmal zwei E-Mails in meinem Postfach, die ziemlich gut zeigen, was im Netz mittlerweile schiefläuft. In der ersten bietet mir ein angeblicher Marketing-Spezialist Geld dafür, dass ich im Kuketz-Blog sogenannte Dofollow-Links zu einem Unternehmen platziere. Einen passenden Artikel würde man gleich mitliefern. Ich müsste ihn lediglich veröffentlichen und die gewünschten Links einbauen.

In der zweiten E-Mail geht es um negative Trustpilot-Bewertungen. Man bietet mir an, auszurechnen, wie viel besser der Bewertungsschnitt aussehen würde, wenn kritische Einträge verschwinden. Ob der Anbieter diese überhaupt entfernen könnte, bleibt offen. Viel interessanter finde ich allerdings, welches Geschäftsmodell dahintersteckt. Da wird so getan, als wäre ein möglichst hoher Trustpilot-Score ein verlässlicher Maßstab für die Qualität oder Seriosität eines Unternehmens. Dabei sagt eine solche Kennzahl für sich genommen herzlich wenig aus.

Die einen wollen sich mit gekauften Links Glaubwürdigkeit verschaffen, die anderen verkaufen Reputationskosmetik auf einer kommerziellen Bewertungsplattform. Offenbar kann man mit solchen Tätigkeiten inzwischen seinen Lebensunterhalt verdienen. Was für eine kaputte Internetwirtschaft.

Gekaufte Glaubwürdigkeit

Hinter solchen Angeboten steckt eine ganze Industrie, die sich darauf spezialisiert hat, Suchergebnisse, Bewertungen und öffentliche Wahrnehmung zu beeinflussen. Natürlich ist Suchmaschinenoptimierung (SEO) nicht grundsätzlich verwerflich. Wer gute Inhalte erstellt, möchte schließlich auch gefunden werden. Problematisch wird es dort, wo mit gekauften Verlinkungen, künstlich aufgeblähten Texten und anderen Tricks versucht wird, Suchergebnisse zu manipulieren. Selbst Google stuft entsprechende Praktiken ausdrücklich als Link-Spam ein, sofern bezahlte Links zur Rankingmanipulation eingesetzt und nicht entsprechend gekennzeichnet werden. Trotzdem werden Webseitenbetreiber regelmäßig mit solchen Angeboten belästigt. Ähnlich sieht es bei Online-Bewertungen aus. Eigentlich sollen sie anderen Menschen helfen, Produkte und Dienstleistungen besser einzuschätzen. Doch welchen Wert haben sie noch, wenn Unternehmen negative Kritik möglichst verschwinden lassen und positive Bewertungen künstlich erzeugen wollen? Die EU hat bestimmte Manipulationen von Verbraucherbewertungen längst ausdrücklich untersagt. Trotzdem scheint es genügend Nachfrage nach solchen Dienstleistungen zu geben. Statt bessere Produkte oder Dienstleistungen anzubieten, wird Geld dafür ausgegeben, die öffentliche Wahrnehmung zu beeinflussen. Hauptsache, der äußere Eindruck stimmt.

Besonders absurd finde ich, wie viel Arbeit und Geld mittlerweile darauf verwendet werden, Inhalte für Suchmaschinen statt für Menschen zu produzieren. Wer nach einer technischen Problemlösung sucht, kennt das Problem. Man landet auf Webseiten mit endlosen Einleitungen, Affiliate-Links, Werbebannern und Texten, die sich ständig wiederholen. Die eigentliche Antwort versteckt sich irgendwo dazwischen, falls es überhaupt eine gibt. Hauptsache, die Webseite taucht möglichst weit oben in den Suchergebnissen auf. Was als Werkzeug zum Auffinden von Informationen gedacht war, hat eine Industrie hervorgebracht, die das Netz mit suchmaschinenoptimiertem Müll füllt. Und wir sollen uns anschließend durch diesen Müll kämpfen, um die wenigen brauchbaren Informationen herauszufiltern. Manchmal habe ich den Eindruck, dass ein erheblicher Teil des Internets inzwischen nur noch damit beschäftigt ist, sich selbst zu vermarkten.

Das Netz als Geldmaschine

Wer das Internet in den 1990er- oder frühen 2000er-Jahren kennengelernt hat, erinnert sich vielleicht noch daran, wie spannend dieser digitale Raum einmal war. Kleine Webseiten, persönliche Blogs, Foren, selbst gebaute Projekte und Menschen, die ihr Wissen einfach deshalb geteilt haben, weil sie anderen helfen wollten. Man konnte sich stundenlang durch das Netz klicken und immer wieder etwas Neues entdecken. Nicht alles war schön, übersichtlich oder technisch ausgereift. Aber vieles war eigenständig, persönlich und nicht bis ins letzte Detail kommerziell durchoptimiert. Natürlich gab es auch damals Spam, Betrug und Werbung. Ich will die Vergangenheit nicht verklären. Aber das Verhältnis hat sich aus meiner Sicht grundlegend verschoben. Früher waren kommerzielle Interessen ein Teil des Internets. Heute bestimmen sie vielerorts dessen Spielregeln.

Der Autor Cory Doctorow hat für diese Entwicklung den Begriff Enshittification populär gemacht. Er beschreibt, wie digitale Plattformen zunächst einen echten Mehrwert bieten, Nutzer an sich binden und anschließend zunehmend versuchen, möglichst viel Geld aus ihnen herauszupressen. Mehr Werbung, schlechtere Nutzererfahrung, stärkere Einschränkungen und immer neue Möglichkeiten, menschliches Verhalten wirtschaftlich auszuschlachten. Dazu passt der Überwachungskapitalismus, den Shoshana Zuboff beschrieben hat. Unser Verhalten wird erfasst, analysiert und wirtschaftlich verwertet. Tracking, Profilbildung und personalisierte Werbung gehören fest zu vielen dieser Geschäftsmodelle. Gleichzeitig entscheiden Algorithmen darüber, welche Inhalte wir sehen. Dabei setzen sich häufig nicht die informativsten oder glaubwürdigsten Beiträge durch, sondern diejenigen, die besonders viel Aufmerksamkeit erzeugen. Empörung, Provokation und belanglose Unterhaltung funktionieren unter solchen Bedingungen oft besser als sachliche Informationen. Das Internet ist vielerorts zu einer Aufmerksamkeitsökonomie geworden, in der unsere Zeit und unsere Daten die eigentliche Ware sind. Und die Unternehmen verkaufen uns diese Entwicklung auch noch als Verbesserung der Nutzererfahrung.

Hinzu kommt die zunehmende Verrohung des Umgangstons. Wer sich durch Kommentarspalten und soziale Netzwerke bewegt, begegnet nicht selten Beleidigungen, Hass und Hetze. Statt sachlich zu diskutieren, werden Menschen persönlich angegriffen, diffamiert oder bedroht. Besonders bitter ist, dass solche Inhalte häufig auch noch Aufmerksamkeit und Reichweite bekommen. Wer möglichst laut provoziert, wird eher wahrgenommen als jemand, der sich um eine vernünftige Diskussion bemüht. Ich finde es erschreckend, wie selbstverständlich dieser Umgangston mittlerweile geworden ist. Das Internet sollte Menschen miteinander verbinden und nicht dazu beitragen, dass sie sich gegenseitig niedermachen.

Mit generativer KI wird das Problem noch größer. Texte, Bilder und ganze Webseiten lassen sich automatisiert in gewaltigen Mengen produzieren. Das Ergebnis ist häufig sogenannter AI Slop, also minderwertiger, massenhaft erzeugter KI-Inhalt. Vorhandene Informationen werden neu zusammengemischt, umformuliert und anschließend wieder veröffentlicht. Möglichst billig, möglichst schnell und möglichst viel. Ob dabei tatsächlich neues Wissen entsteht, interessiert offenbar kaum jemanden, solange die Inhalte Klicks erzeugen oder in Suchmaschinen auftauchen. KI ist dabei nicht grundsätzlich das Problem. Die Technologie kann durchaus hilfreich sein. Aber wenn eine Internetwirtschaft vor allem Reichweite und Masse belohnt, kommt die Möglichkeit, Inhalte nahezu beliebig automatisiert zu erzeugen, natürlich gerade recht. Das Netz wird mit immer mehr austauschbaren Artikeln, Bildern und Videos geflutet, während es schwieriger wird, echte Erfahrungen, unabhängige Tests und sorgfältig recherchierte Informationen zu finden. Was nützt uns diese Masse an Inhalten, wenn wir immer mehr Zeit darauf verwenden müssen, überhaupt noch etwas Brauchbares zu entdecken?

Und unsere Kinder?

Was mich an dieser Entwicklung besonders traurig macht, ist der Gedanke, mit welchem Internet unsere Kinder heute aufwachsen. Sie lernen das Netz häufig gar nicht mehr als offenen Raum kennen, den man neugierig und selbstbestimmt erkunden kann. Stattdessen findet ein erheblicher Teil ihres digitalen Alltags innerhalb weniger großer Plattformen statt. Dort entscheiden Algorithmen darüber, welche Videos, Bilder und Beiträge sie sehen. Werbung und Unterhaltung verschwimmen, Influencer vermarkten Produkte und Inhalte werden gezielt darauf optimiert, möglichst lange Aufmerksamkeit zu binden. Dazu kommen manipulierte Bilder, fragwürdige Informationen, Hass und Hetze sowie zunehmend KI-generierter Müll. Kinder werden schon früh mit einer digitalen Umgebung konfrontiert, in der wirtschaftliche Interessen praktisch überall mitspielen. Wie problematisch das sein kann, zeigt auch die Europäische Kommission, die unter anderem vor suchtfördernden Plattformmechanismen und den Risiken algorithmischer Empfehlungssysteme für Minderjährige warnt.

Dabei könnte das Internet für Kinder etwas ganz anderes sein. Ein Ort zum Entdecken, Lernen, Experimentieren und Austauschen. Ein Raum, in dem sie eigene Interessen entwickeln, Wissen finden und kreativ werden können. All das ist weiterhin möglich, aber man muss diese Möglichkeiten zwischen Werbung, algorithmisch zusammengestellten Inhalten und kommerziellen Angeboten erst einmal finden. Besonders bitter finde ich, dass viele Kinder vermutlich gar nicht mehr nachvollziehen können, dass das Internet einmal anders funktioniert hat. Für sie ist es selbstverständlich, dass Inhalte vorsortiert werden, Werbung überall auftaucht und wenige große Konzerne darüber bestimmen, was sichtbar ist. Sie wachsen mit einem Netz auf, in dem man ständig hinterfragen muss, ob eine Information tatsächlich hilfreich ist oder jemand damit lediglich Geld verdienen möchte. Ich finde das erschreckend, gerade weil wir Erwachsenen diese Entwicklung seit Jahren beobachten und trotzdem weitgehend hinnehmen.

Das Internet zurückholen

Natürlich gibt es weiterhin großartige Projekte, unabhängige Blogs, engagierte Entwickler, freie Software, die Wikipedia und dezentrale Netzwerke wie das Fediverse. Menschen, die Wissen teilen, ohne sofort ein Geschäftsmodell daraus machen zu wollen. Menschen, die Software entwickeln, weil sie ein Problem lösen möchten. Und Menschen, die sich bewusst gegen Tracking, Plattformabhängigkeiten und die zunehmende Kommerzialisierung stellen. Genau solche Angebote sollten wir unterstützen, anstatt unsere gesamte digitale Kommunikation und Informationsversorgung einigen wenigen Konzernen zu überlassen. Wir können unabhängige Webseiten direkt besuchen, Blogs verlinken, freie Software nutzen und Dienste bevorzugen, die unsere Privatsphäre respektieren. Allerdings reicht es nicht, die Verantwortung allein den Nutzern zuzuschieben. Auch die Politik muss endlich dafür sorgen, dass marktbeherrschende Plattformen ihre Stellung nicht immer weiter ausnutzen können und echte Alternativen eine Chance bekommen.

Ich betreibe den Kuketz-Blog seit vielen Jahren aus Überzeugung. Hier wird es auch künftig keine gekauften Dofollow-Links, versteckten Empfehlungen oder Gefälligkeitsartikel geben. Nicht alles muss käuflich sein. Und nicht jede Webseite muss bis zum letzten Klick wirtschaftlich ausgeschlachtet werden. Vielleicht ist das in einer Internetwirtschaft, in der sich gefühlt alles nur noch um Reichweite, Werbung und Monetarisierung dreht, inzwischen eine ungewöhnliche Haltung geworden. Für mich ist es schlicht selbstverständlich, dass Leser darauf vertrauen können müssen, dass meine Empfehlungen nicht gekauft sind.

Wir haben mit dem Internet etwas geschaffen, das Menschen weltweit verbinden und Wissen nahezu grenzenlos zugänglich machen kann. Statt diese Möglichkeiten vernünftig zu nutzen, haben wir zugelassen, dass immer größere Teile des Netzes von kommerziellen Interessen bestimmt werden. Werbung, Manipulation, Hass und Hetze gehören für viele längst zum digitalen Alltag. Was mich daran fast genauso ärgert wie die Entwicklung selbst, ist die Selbstverständlichkeit, mit der wir das alles hinnehmen.

Ich wünsche mir kein Internet aus den 1990er-Jahren zurück. Ich möchte einfach eines, in dem man etwas lernen, sich austauschen und auch mal unterschiedlicher Meinung sein kann, ohne ständig mit Werbung, Manipulation oder Beschimpfungen konfrontiert zu werden. Dass sich das inzwischen wie ein ziemlich hoher Anspruch anhört, finde ich traurig genug. Vor allem aber möchte ich nicht, dass unsere Kinder irgendwann glauben, das Internet könne gar nicht anders sein.


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