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Ein Buchclub in der Schulleitung

30. Oktober 2026 um 15:40

Ende September sind wir als Schulleitung für einen Vormittag in Klausur gegangen.

Ich mag diesen uralten Ausdruck, vom lateinischen clausura (Verschluss) entspringend und ursprünglich den abgeschlossenen Teil eines Klosters bezeichnend. Passend dazu mieten wir uns stets die Gemeinderäume einer Kirche in der Stadt an. So sind wir nah genug, um im Notfall binnen fünfzehn Minuten in der Schule zu sein und gleichzeitig weit genug entfernt, um nicht ins Alltagsgeschäft gezogen zu werden.

Als wir am späten Mittag unsere Sachen packten und aufräumten, haben wir festgestellt, wie schnell doch die Zeit verstrichen ist – immer ein Zeichen für die Notwendigkeit einer solchen Tagung. Schon mit einem Bein auf dem Parkplatz sprachen wir noch über einen letzten Punkt: Fort- und Weiterbildung für uns als Team.

Ein Buchclub in der Schulleitung 2Auf den Kern reduziert und in einfache Worte gekleidet haben wir einen Buchclub gegründet.

Die Ferienlektüre für uns hieß: „Shackletons Führungskunst“ von Margot Morrell und Stephanie Capparell über den (chronisch erfolglosen) Antarktik-Forscher Ernest Shackleton. Mit Schiff und Crew über Monate im ewigen Eis eingeschlossen, schaffte er es, dass die Männer sich nicht die Köpfe einschlugen, nicht missmutig oder zynisch wurden und am Schluss alle gerettetet wurden.

Ich habe das Buch vor zehn oder zwölf Jahren gelesen und es ist mir in bleibender Erinnerung geblieben. Auch im zweiten Durchgang mochte ich es. In den kommenden Wochen werden wir uns als Schulleitung Zeit nehmen, uns darüber auszutauschen. Welche Aspekte sind uns aufgefallen? Welche passen zu uns? Welche Prinzipien lassen sich auf unsere Schule übertragen?

Außerdem in den Ferien gelesen: „Other Mommy“ von Josh Malerman. Ein gruseliges Buch, aus der Sicht des Kindes geschrieben, das mit einem Monster im Schrank spricht: Der ‚anderen Mommy‘. Schaurig und unerwartet. Aber auch Trash-Literatur. Nun… zumindest komme ich wieder ans Lesen.

Gehört habe ich dagegen zuletzt jede Menge: ‚Sara‘ von Stephen King und ‚So was wie Freunde‘ von Bella Osborne und gerade aktuell „The Traveler“ von Joseph Eckert: Ein Mann springt in der Zeit vorwärts. Erst einen Tag, dann zwei, dann vier. Die übersprungenen Tage verdoppeln sich und ich bin gespannt, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt. Bisher gefällt es mir ganz gut.

Dazu noch ein bisschen Technik für die Nerds unter den Leser*innen: Meine Hörbücher organisiere ich inzwischen mit der freien Software ‚Audiobookshelf‚ und bin damit mehr als glücklich. So, wie man sich mit Plex (bzw. Jellyfin) sein eigenes Netflix bauen kann, kann man mit Audiobookshelf sein privates Audible basteln. Die Einrichtung war deutlich einfacher, als gedacht und ich kann zu Hause meine Hörbücher mit jedem beliebigen Device fortsetzen. Auch ohne Abo. Perfekt!

Leseverständnisaufgaben zu den „Texten der Woche“ (Gastmaterial)

25. Oktober 2026 um 06:42
Passend zum großen Paket mit 50 „Texten der Woche“ darf ich euch heute ein ergänzendes Gastmaterial zur Verfügung stellen, das die liebe Christina angefertigt hat. Ganz lieben Dank dafür! Für jeden „Text der Woche“ hat sie ein Arbeitsblatt mit Verständnisfragen entworfen, das man im Rahmen...

Deutschklausur im Selbstversuch: Karoline von Günderrodes „Die eine Klage“

20. Oktober 2026 um 17:32
Karoline von Günderrode Die eine Klage1 (1806 entstanden) Aufgabe: Interpretieren Sie das vorliegende Gedicht unter Berücksichtigung zentraler inhaltlicher sowie sprachlich-formaler Aspekte. Arbeiten Sie dabei heraus, wie das Verhältnis von Liebe und Verlust gestaltet ist, und deuten Sie die Funktion der Schlussstrophe. Anmerkungen zu Wörtern: bittrer (V3): ältere Form für „bitter“ erkoren (V5): gewählt, auserwählt. Gemeint ist der Mensch, den man sich zur Liebe gewählt hat. Lust (V7): im älteren Sinn von Freude oder Glück, nicht vorrangig sexuell. Zweiheit (V11): der Zustand, zwei getrennte Wesen zu sein. Pein (V12): Qual, schmerzhaftes Leiden. Sinnen (V13): alte Pluralform von „Sinn“, hier etwa Gemüt
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Warum bekommen wir eine Erkältung? (Text der Woche & Wörterscanner)

18. Oktober 2026 um 06:39
Heute gibt es wieder einmal einen neuen „Text der Woche“ für euch. Beim „Text der Woche“ handelt es sich um einen Text, der jeden Tag in der Schule (und auch daheim) auf verschiedene Arten gelesen und bearbeitet wird. Ergänzend dazu gibt es einen eigenen Lese-...

Ein Herbstgedicht für Grundschulkinder (Kleines Materialpaket)

20. September 2026 um 07:54
Nachdem euch das Sommergedicht wieder so gut gefallen hat, gibt es nun auch für die Herbstzeit ein passendes Gedicht inklusive einem kleinen Materialpaket für euch und eure Klassen. Ich habe mich dieses Mal für das Gedicht „Goldene Welt“ von Georg Britting entschieden. Dazu habe ich...

Wer war Yayoi Kusama? (Text der Woche mit Wörterscanner, Lesequiz und Kunstidee)

06. September 2026 um 07:22
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„Wörter-Scanner“ für das große Lesepaket „Texte der Woche“

23. August 2026 um 07:28
Vor einiger Zeit habe ich euch hier auf dem Blog das große Paket mit 50 „Texten der Woche“ vorgestellt, das ihr exklusiv beim Matobe-Verlag (Eigenwerbung) bekommt. Passend dafür haben wir an der Schule einen eigenen Lese- und Arbeitslotsen erstellt, der die Kinder durch die Wochenaufgaben...

Dialogpartner mit ais.chat – Praktischer Übersetzer für DaZ-Lernende

20. Mai 2026 um 00:00

AIS.chat ist eine für Schulen kostenlose und datenschutzkonforme KI-Chatbot-Oberfläche, die im Rahmen eines länderübergreifenden Vorhabens des DigitalPakt Schule vom Medieninstitut FWU im Auftrag der 16 Bundesländer entwickelt wurde.

AIS.chat ist an verschiedene Large Language Models (LLMs) angebunden, die alle in der EU betrieben werden. Du kannst als Lehrkraft wählen, mit welchen der angebotenen Sprachmodelle du arbeiten willst. Du kannst also unterschiedliche LLMs testen und deren Antwortverhalten vergleichen.

AIS.chat wird seit 2026 für alle Schulen in Niedersachsen zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen findest du hier.

In welchen Unterrichtssituationen bietet sich AIS.chat als Übersetzer für DaZ-Lernende an?

Früher oder später stehen alle Schüler mit DaZ-Status vor der Herausforderung, aufgrund intensiver Förderung und durch sie individuelle erarbeitete Lernziele so sicher in der deutschen Sprache geworden zu sein, dass als nächster logischer Schritt die Teilnahme am Regelunterricht in Deutsch ansteht. Oft ist der Lernstand im Deutschen zu diesem Zeitpunkt aber noch sehr fluide, die Vokabeln und Satzstrukturen wenig gefestigt und das Sprachniveau überwiegend unter B1 der entsprechenden Referenzrahmen. Eine Tatsache, die sich durch Lernstandserhebungen und Sprachtests, die vorwiegend auf die Überprüfung der im Unterricht erlernten Inhalte abzielen, nicht immer realistisch abbilden lässt.
So entstehen nicht selten Unterrichtssituationen, in denen Schüler mit DaZ-Status zwar eigenständig verschiedene Arbeitsmaterialien zum Spracherwerb Deutsch bearbeiten können, sie dennoch auf Hilfe dabei angewiesen sind, sich die Bedeutung von deutschen Vokabeln oder Kontexte in deutscher Sprache zu erschließen.
An diesem Punkt des Spracherwerbs Deutsch bietet sich Lehrkräften nun durch das AI-Frontend AIS.chat die Möglichkeit, den Schülern ein zielgerichtetes Werkzeug zum Übersetzen an die Hand zu geben, welches das eigenverantwortliche Arbeiten befördert und gleichzeitig auf Ablenkungen, wie sie durch das Nutzen anderer Übersetzungsmöglichkeiten mitunter entstehen, verzichtet.

Benötigte Medienkompetenzen seitens der Lernenden

Um Dialogpartner auf AIS.chat zielgerichtet einsetzen zu können, bedarf es einiger Medienkompetenzen seitens der Lernenden. Die Ausprägung der jeweiligen Kompetenz variiert natürlich entsprechend der genutzten Endgeräte.

Die Lernenden sind dazu in der Lage, …

  1. über die Kamera-App ihres digitalen Endgeräts einen QR-Code zu scannen oder…
  2. über die Browser-App auf ihrem digitalen Endgerät die Internetseite https://app.ais-chat.schule/ aufzurufen und dort über die Eingabe eines Codes den freigeschalteten Dialogpartner zu nutzen.
  3. deutsche Wörter per Tastatur- oder Spracheingabe aus einem Aufgabenkontext in das Dialogfeld im AIS.chat-Dialogpartner einzugeben.
  4. Textausgaben in Schrift zu kopieren und bei Bedarf in eine App oder eine Internetseite einzufügen, die diese als Sprachausgabe ausgibt.

Anwendungsziel

Durch die Einbindung von AIS.chat in den Deutschunterricht für Schüler mit DaZ-Status können sich diese, unabhängig von der Lehrkraft, unklare Wörter mithilfe eines voreingestellten Dialogpartners in die ihnen bekannte Muttersprache übersetzen lassen (Im Folgenden beispielhaft: Ukrainisch). Zusätzlich erhalten sie eine kurze Erklärung, was das entsprechende Wort bedeutet. Der Dialogpartner ist so konfiguriert, dass er alle weiteren Anfragen der Schüler nicht bearbeitet und darauf hinweist, dass er nur zum Übersetzen da ist.

Vorteil

Durch den Einsatz eines Dialogpartners auf AIS.chat werden die Schüler nicht nur in die Situation gebracht, sich ein Wort zu erschließen – was selbstverständlich auch durch eine Eingabe des Wortes in das Suchfeld einer Suchmaschine und die anschließende Bildausgabe möglich wäre – , sondern sie tun dies in einer simulierten Dialogsituation. Zusätzlich zu der einfachen Übersetzung erhalten sie gleichzeitig eine kurze Erklärung, die sie sich lesend oder hörend aneignen müssen. Es muss als Sprache bewusst genutzt werden, um Sprache zu erlernen.

Bebilderte Anleitung zur Erstellung des Dialogpartners auf AIS.chat

Dialogpartner erstellen

Unter der AIS.chat-Oberfläche wählt man im linken Menüband den Reiter DIALOGPARTNER. Anschließend klickt man auf +DIALOGPARTNER ERSTELLEN.

Festlegen der Grundeinstellungen

Nun legt man die allgemeinen Einstellungen (Grundeinstellungen) für den Dialogpartner fest, beginnend mit den für die Nutzer sichtbaren Details wie Bild, Name des Dialogpartners und einer Kurzbeschreibung. Das Sprachmodell kann ebenfalls je nach voraussichtlicher Komplexität gewählt werden.

 

Nun folgen die spezifischeren Einstellungen für den Dialogpartner. In diesem Beispiel soll der Dialogpartner eine Übersetzerin für DaZ-Lernenden sein, die Ukrainisch sprechen. Die Konfigurationen lassen sich aber selbstverständlich abhängig vom jeweiligen Bedarf beliebig anpassen.

Der Name der simulierten Person darf frei gewählt werden.
Im Anschluss wird für die zukünftigen Nutzer kurz erläutert, welche Dialogoptionen dieser Dialogpartner bietet. Bei Bedarf kann ein passendes Bild hinzugefügt werden.
Hinweis: AIS.chat bietet die Möglichkeit über Neues Bild ein KI-generiertes Bild nach den benötigten Vorgaben zu erzeugen.

Didaktische Einstellungen

Anschließend folgen in Form der Instruktionen die spezifischeren Einstellungen für den Dialogpartner. In diesem Beispiel soll der Dialogpartner eine Übersetzerin für DaZ-Schüler sein, die Ukrainisch sprechen. Die Konfigurationen lassen sich aber selbstverständlich abhängig vom jeweiligen Bedarf beliebig anpassen.

Im diesem Abschnitt wird kurz aber klar formuliert, welchen Lernerfolg die Anwender durch die Nutzung des Dialogpartners gewinnen sollen. Darüber hinaus gibt man an, in welcher Unterrichtssituation der erstellte Dialogpartner genutzt werden soll und welche Ergänzungen zum Lernprozess im Schulunterricht er bietet. Ebenfalls bietet sich hier die Möglichkeit, klare Parameter anzugeben, in denen der Dialogpartner den Anwendern zu antworten hat. Hier gibt man auch an, welche Anfragen nicht zu bearbeiten sind und wie seitens des Dialogpartners darauf reagiert werden soll. Je klarer, desto besser!

Für die oben beschriebenen Abschnitte bietet es sich an, die Instruktionen in folgende Kategorien einzuteilen: „Du solltest folgendes beachten:“, „Folgende Dinge solltest du AUF KEINEN FALL tun:“, „Du wirst in folgendem Lernkontext verwendet:“ und „Die Lernenden sollen folgende Kompetenzen erwerben:“
Das Ganze könnte dann folgendermaßen aussehen:

Darüber hinaus können die Instruktionen noch relevante Informationen enthalten wie etwa den Schultyp, die Klassenstufe und das Fach, in denen der Dialogpartner Anwendung finden soll.

Am Ende der Einstellungen hat man noch die Möglichkeit, eine Einstiegsfrage bzw. einen Einstiegssatz zu formulieren, der die Anwender noch einmal darüber in Kenntnis setzt, welche Art von Dialog nun folgen wird.

Weitere Hintergrundinformationen werden für die Erstellung dieses Dialogpartners grundsätzlich nicht benötigt. Bei Bedarf kann aber auch auf zusätzliches Informationsmaterial zurückgegriffen werden.

Nun könnte noch die allgemeine Freigabe des Dialogpartners eingestellt werden.

Dialogpartner im Unterricht einsetzen

Um den erstellten Dialogpartner nun zielgerichtet im Unterricht einsetzen zu können wählt man im linken Menüband erneut Dialogpartner, dann aus der Liste vorhandener Dialogpartner den zuvor erstellten Übersetzer für DaZ-Schüler und stellt anschließend ein, für wie lange dieser durch die Anwender genutzt werden kann und welches Tokenvolumen durch gestellte Fragen verbraucht werden darf.

 

Der Beitrag Dialogpartner mit ais.chat – Praktischer Übersetzer für DaZ-Lernende erschien zuerst auf kits.

Leseprompter

11. Mai 2026 um 16:19

Der Leseprompter ist ein kostenloses, webbasiertes Tool zur gezielten Förderung grundlegender Lesekompetenzen, von der Leseflüssigkeit über die Lesegenauigkeit bis hin zum Textverständnis, in der Primarstufe und Sekundarstufe  I.

Dieser digitale Leseprompter ist ein von Helmut Pecher unter Mithilfe von Angelika Rusznak entwickeltes und von Schooltools bereitgestelltes, webbasiertes Tool zur Leseförderung in der Primar- und Sekundarstufe. Es ist ohne Registrierung, werbefrei und direkt im Browser nutzbar und eignet sich somit besonders gut für den flexiblen Einsatz im schulischen Alltag. Ähnlich wie bei einem Teleprompter werden die Texte vertikal scrollend dargestellt und ermöglichen ein lautes, gestaltendes Lesen in individuellem Tempo. Dadurch unterstützt der Leseprompter die Leser*innen beim Aufbau von Leseflüssigkeit, Lesegenauigkeit, Ausdruck sowie beim Übergang zum sinnerfassenden Lesen.

Funktionen

Der Leseprompter bietet vielfältige Funktionen, die eine differenzierte, kompetenzorientierte Leseförderung ermöglichen:

  • Vertikal scrollender Text
    fördert einen gleichmäßigen Lesefluss und erleichtert das laute Vorlesen.
  • Individuell anpassbare Textparameter
    erlauben eine Anpassung an unterschiedliche Lesestufen. Textgröße, Scrolltempo, Buchstaben‑ und Zeilenabstand können flexibel eingestellt werden. 
  • Automatische Silbenfärbung (rot/blau)
    fördert gezielt die phonologische Bewusstheit und unterstützt Lesegenauigkeit sowie Worterkennung.
  • Auswahl geeigneter Schriftarten
    unterstützt die Leseförderung, darunter die Wiener Schulschrift Prima sowie OpenDyslexic.
  • Gezielte Wort‑ und Satzarbeit
    trainiert das Satzverständnis und Sinnentnahme. Wörter lassen sich manuell einfärben oder im Lückentextmodus ausblenden.
  • Kreative Lese‑Modi
    ermöglichen spielerische Zugänge zum Lesen. Beispiele dafür sind Spiegelschrift, Hüpfschrift, Wortchaos oder Stolperwörter.
  • Emoji‑Ersetzung
    unterstützt als visuelle Lesehilfe, insbesondere im Anfangsunterricht oder bei DAF/DAZ.
  • Wortzähler und Aufnahmefunktion
    ermöglichen Lese‑Challenges, Lernstandsbeobachtung und Reflexion der eigenen Lesestimme.
  • Import‑ und Exportfunktionen (TXT/HTML)
    Texte können einfach übernommen und weiterverarbeitet werden.
  • Zwei Farbschemata & Vollbildmodus
    unterstützen konzentriertes und barrierearmes Arbeiten.

Einsatz im Unterricht

Eingesetzt kann der Leseprompter in unterschiedlichen Unterrichtskontexten werden. Im Förderunterricht ermöglicht er eine gezielte und individuell anpassbare Unterstützung bei Leseschwierigkeiten. Im Regelunterricht lässt sich das Tool sowohl als Übungsinstrument zur Leseförderung als auch als Präsentationshilfe für die gesamte Klasse nutzen. Im Rahmen von Projektarbeiten eröffnet der Leseprompter kreative Zugänge, etwa beim Arbeiten an eigenen Texten, bei Theaterformaten oder bei der Gestaltung von Audio‑Geschichten. Auch für Hausaufgaben eignet sich das Tool, da Texte und Lesetempo individuell angepasst werden können und so ein selbstständiges Üben zu Hause unterstützt wird. Darüber hinaus kann der Leseprompter zur Diagnose und Dokumentation eingesetzt werden, indem Leseleistungen sichtbar gemacht, Fortschritte nachvollzogen und gemeinsam reflektiert werden.

Hinweise zur Nutzung

  • Nutzung über aktuelle Webbrowser (z. B. Chrome, Safari, Edge).
  • Besonders geeignet für Tablets, Laptops und interaktive Whiteboards.
  • Texte werden ausschließlich lokal im Browser verarbeitet, keine Speicherung personenbezogener Daten.

Leseprompter
+ kein Download nötig – funktioniert direkt im Browser
+ keine Anmeldung erforderlich
+ kostenlos nutzbar
+ motivierende Förderung der Lesekompetenz

Der Beitrag Leseprompter erschien zuerst auf Medienfundgrube.

Literarisches Lernen mit »mindwendel« in der Grundschule

14. April 2026 um 14:55

Die Kinder der »Eulenklasse« haben sich in Zweier-Grüppchen im Klassenraum verteilt; einige liegen auf Teppichen am Boden, hocken am kleinen Tisch in der Mitte des Sitzkreises, andere sitzen zu zweit am Tisch. Was sie alle gemeinsam haben: Vor ihnen liegt die gemeinsame Klassenlektüre und ein Tablet.

Die Klasse 3b gehört an dieser Grundschule zu den wenigen Klassen, die eine 1:1‑Ausstattung mit digitalen Endgeräten dauerhaft in ihrem Klassenraum zur Verfügung stehen hat. Ein Griff in den Schrank und die Arbeit mit den digitalen Geräten kann losgehen!

Ein Schüler und eine Schülerin arbeiten in der Grundschule mit einer Lektüre und einem Tablet

Möglich wurde dies durch die Teilnahme am »kits«-Projekt der Medienberatung Niedersachsen. Die Klassen- und gleichzeitig auch Deutschlehrerin der 3. Klasse hatte sich bei »kits« mit einer Projektidee beworben.

Ihre Idee überzeugte und das »kits«-Team stellte zur Umsetzung ein Jahr lang einen Klassensatz Tablets zur Verfügung. Noch in der 2. Klasse lernten die Kinder der jetzigen 3b den grundlegenden Umgang mit den Geräten. Schnell waren die Schülerinnen und Schüler in der Lage, erste digitale Werkzeuge eigenständig sinnvoll einzusetzen, um z. B. Ergebnisse zu präsentieren, ihre Meinung zu teilen und kollaborativ zu arbeiten. Immer mit viel Begeisterung und Motivation – vornehmlich in den Fächern Deutsch und Sachunterricht.

Während der letzten gemeinsamen Klassenlektüre Fach Deutsch nutzte die Lerngruppe intensiv mindwendel, um erste Leseeindrücke festzuhalten, Fragen an den Text zu formulieren und Stellung zum Verhalten der literarischen Figuren zu beziehen. In der Lektüre stand zum Beispiel eine Gruppe Kinder vor der »Dilemma-Situation«, dass sie eine größere Summe Bargeld gefunden hatten. Zunächst hatten die Kinder keinen Hinweis auf einen möglichen Besitzer des Geldes. Untereinander sind sie sich uneinig: »Dürfen sie das Geld ausgeben? Müssen sie es zurückgeben? — Aber wem?«

Die Kinder der Klasse 3b nutzten bei der Auseinandersetzung mit diesem kniffligen Thema mindwendel, um Argumente für beide Möglichkeiten zu sammeln und sich diese gegenseitig mitzuteilen.

Die Nutzung von mindwendel ermöglichte, dass die Lernenden ihre persönlichen Gedanken zunächst anonym zu den Dilemma-Situationen äußern konnten. So mussten sie keine moralische Verurteilung fürchten. Dennoch konnten sie ihre eigenen Gedanken dazu mit ihrer Lerngruppe teilen. So entstand eine umfangreiche Sammlung von Gründen, für oder gegen das Ausgeben des gefundenen Geldes.

Im nächsten Schritt bei der Auseinandersetzung mit dieser Dilemma-Situation konnte die Lerngruppe ihre selbst erstellte Auflistung als Grundlage für das Verfassen einer E‑Mail an eine der Hauptfiguren des Buches nutzen. Die für alle über einen QR-Code leicht zugängliche Sammlung stellte besonders für Kinder mit sprachlichem Förderbedarf eine große Unterstützung dar! So kamen alle Kinder zum angestrebten Arbeitsergebnis und es entstanden gelungene Nachrichten an die Figur aus dem Buch. In diesen Nachrichten formulierten die Lernenden einen begründeten Rat, wie mit mit dem gefunden Geld zu verfahren sei.

mindwendel wurde im Rahmen dieser gemeinsamen Klassenlektüre aber auch genutzt, um Fragen und Erwartungen an den gelesenen Text zu formulieren. Diese haben die Kinder mit Nennung ihrer Vornamen auf der digitalen Tafel der Klasse veröffentlicht, so dass sie im anschließenden Unterrichtsgespräch direkt aufeinander Bezug nehmen konnten. Dadurch haben junge Lesende mehr Interesse an der Teilnahme an Diskussionen über das Gelesene gezeigt, und die Qualität ihrer Beiträge hat sich verbessert.

Abschließend stellt die durchführende Lehrkraft fest, dass die Lernenden durch die Nutzung von mindwendel bei der Bearbeitung der gemeinsamen Klassenlektüre…

  • in ihrer Fähigkeit zur Zusammenarbeit gefördert wurden, indem gegenseitiger Austausch und zielgerichtete Rückmeldung schnell und unkompliziert auf digitalem Weg möglich war.
  • dazu motiviert wurden, sich zum literarischen Text in Beziehung zu setzen, indem sie ihre Gedanken und Gefühle parallel zum eigenen Lesen strukturierten und sie sprachlich formulierten und sie dann mit anderen teilen zu konnten.
  • ermutigt wurden, persönliche Erfahrungen und Emotionen mit den Inhalten des Textes zu verknüpfen und damit zu einem vertiefenden Lesen geführt wurden.
  • sich in ihrer Medienkompetenz weiterentwickeln konnten, indem sie ausgewählte digitale Tools eigenständig anwenden können.

Natürlich konnten die Lernenden ihre Lesekompetenz dabei auch weiter steigern! Sie zeigten viel Freude daran, sich einen literarischen Text mit Hilfe digitaler Tools zu erschließen und arbeiteten während der gesamten Unterrichtseinheit motiviert und engagiert. So wünscht man sich das als begleitende Lehrkraft!

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Das Nichtverstehen ist Verstehen: Annäherung an Samuel Becketts »Molloy«

02. März 2026 um 22:04
Ich beginne Samuel Becketts Roman »Molloy« zu verstehen. Oder auch nicht, denn ich bin mir nicht sicher, ob das, was ich mir zu verstehen einbilde, tatsächlich Teil des Romans ist oder ob das alleine in meinem Kopf stattfindet. Und doch hatte ich im Lauf der Lektüre, vielleicht so ab Seite 82, aber das weiß ich auch nicht mehr genau, vielleicht auch schon auf den Seiten davor, obwohl ich deren Inhalt kaum erinnere und schon gar nicht zusammenfassen könnte, diese innere Erkenntnis, dass die sinnlose Paradoxie der Sätze des höchst unzuverlässigen Erzählers letztlich absurd ist. Aber was heißt das schon. Und
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Mein Lesejahr 2025

27. Dezember 2025 um 21:36

Nach 2023 & 2024 gibt es nun wieder einen Rückblick auf mein Lesejahr.

getrackt mit Reado

Ich hatte wieder das Vorhaben, jeden Monat ein Buch zu lesen, also 12. Tatsächlich habe ich mir dieses Jahr sehr viel mehr Zeit genommen – was richtig gut war! – und bin nun auch voll in die BookTok-Bubble abgetaucht. Mein Stapel ungelesener Bücher und meine Wunschliste wachsen.

  • 25 Bücher gelesen
  • 18 der Bücher sind von Autorinnen
  • 13 der Bücher waren aus der hiesigen Bücherei ausgeliehen
  • ca. 7300 Seiten, etwa 607 Seiten pro Monat
  • kein Hörbuch gehört

Am Nachhaltigsten geprägt hat mich „Kinder-Minderheiten ohne Schutz“. Daraus habe ich sehr viel für meine tägliche Arbeit (vor allem die 5 Erfolgsfaktoren für Schule: darunter mindestens eine Person, die dich sieht und der du wichtig bist) und für die Stadtratsarbeit (Kinder mitdenken. immer.) mitgenommen.

Die krasseste Geschichte fand ich „Lea“ – kaum vorhersehbar. Wenn man denkt, es geht nicht mehr schlimmer, kommt der nächste Hammer. Ich mochte auch „Nachtzug nach Lissabon“ von ihm. Ein Philosoph (Peter Bieri), der es versteht, Romane zu schreiben.

Die eindrücklichsten Geschichten waren „Am Himmel die Flüsse“ und „Eine Frage der Chemie“.

Von einer Autorin (Susanne Abel) habe ich zwei Bücher in diesem Jahr gelesen. Ich mag ihren Stil sehr und fand beide sehr gut zu lesen (auch sehr krasse Geschichten jeweils).

Frau Einstein begegnete mir im März und erneut im November (Beklaute Frauen).

Ich habe etliche Bücher angefangen, aber noch nicht fertig gelesen, u.a. das tolle #Edubuchklub-Buch „Haltung„. Ansonsten habe ich leider sehr wenige der dort gelesenen Bücher gelesen. Ich schaffte es nicht, schaute mir die Bücher aber immer zumindest an.

Hier kommt nun mein Überblick:

Und hier ist für euch der Link zur Übersicht für 2026, falls ihr eure Bücher auch so dokumentieren wollt: pdf / png

KI im mehrsprachigen Klassenraum

24. November 2025 um 08:00

Die zunehmende sprachliche Heterogenität an Schulen stellt eine der zentralen Herausforderungen zeitgemäßer Bildungsarbeit dar. Kann die Nutzung von KI darauf eine Antwort geben?

In nahezu allen Klassen treffen Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Erstsprachen, variierenden Kompetenzen in Deutsch als Bildungs- und Unterrichtssprache sowie heterogenen Vorerfahrungen im Bereich der Fremdsprachen aufeinander. Für Lehrkräfte resultiert daraus die die Notwendigkeit, einerseits sprachliche Fördermaßnahmen zu etablieren, andererseits aber auch fachliches Lernen zu ermöglichen, das diesen disparaten Voraussetzungen gerecht wird. Vor diesem Hintergrund rücken digitale Technologien und insbesondere die in den letzten Jahren massiv weiterentwickelten Anwendungen Künstlicher Intelligenz (KI) zunehmend in den Fokus fachdidaktischer Diskussionen. KI-Systeme bieten nicht nur eine prinzipielle Entlastung der Lehrkraft bei der Erstellung und Differenzierung von Materialien, sondern eröffnen neue Formen der aktiven Sprachförderung, die Schüler:innen selbstgesteuert nutzen können.

Im Folgenden sollen ausgewählte KI-gestützte Tools und Plattformen vorgestellt und hinsichtlich ihres Potenzials für den mehrsprachigen Klassenraum diskutiert werden. Dabei geht es nicht allein um die technischen Funktionalitäten, sondern in erster Linie um die Frage, wie diese Werkzeuge didaktisch reflektiert eingesetzt werden können, um Sprachförderung, Schüleraktivierung und Mehrsprachigkeitsbewusstsein produktiv zu unterstützen. Ergänzend wird auf die unabdingbaren datenschutzrechtlichen Dimensionen eingegangen, die den Rahmen für jede pädagogisch verantwortbare Nutzung bilden.

Lernen mit Assistenten

Ein besonders schülernahes und zugleich datenschutzsensibel entwickeltes Beispiel ist der Fobizz KI-Assistent. Seine Besonderheit liegt darin, dass er auf zwei Ebenen operiert: Zum einen können Lehrkräfte die Assistenten eigenständig »programmieren«, indem sie gezielte inhaltliche Beschreibungen und Prompts formulieren, die das Verhalten der KI steuern.

So lässt sich etwa ein Assistent einrichten, der als Rollenspielpartner für Hotelgespräche agiert, ein anderer, der Vokabeln abfragt und erklärt, oder ein weiterer, der Quizfragen moderiert. Die Steuerbarkeit durch die Lehrkraft gewährleistet, dass die KI nicht unkontrolliert reagiert, sondern in den didaktischen Rahmen eingebunden bleibt.

Zum anderen steht auf der Ebene der Lernenden ein geschütztes Chat-Umfeld zur Verfügung, in dem eigenständiges Sprachhandeln erprobt werden kann. Hier interagieren die Lernenden mit der KI, üben Dialoge und erhalten unmittelbares Feedback. Wenn Verständnisschwierigkeiten auftreten, kann die KI auf Wunsch auch Hilfen in der jeweiligen Herkunftssprache geben, wodurch ein niedrigschwelliger Zugang zum Lerngegenstand entsteht. Der Fobizz KI-Assistent fungiert somit gleichzeitig als Werkzeug der Unterrichtsgestaltung und als interaktiver Sparring Partner für Sprachpraxis – eine doppelte Funktionalität, die ihn für den mehrsprachigen Klassenraum besonders wertvoll macht.

Darüber hinaus eröffnen Sprachmodelle wie ChatGPT und andere – wenngleich in datenschutzrechtlich eingeschränkter Form – neue Möglichkeiten für die Förderung mündlicher und schriftlicher Sprachkompetenzen. In anonymisierten Szenarien lassen sich alltagsnahe Kommunikationssituationen simulieren: Bewerbungsgespräche, Restaurantbesuche oder Beratungsgespräche im Laden. Lernende profitieren hier von der adaptiven Steuerung des Sprachniveaus: Die KI kann auf einfachem A2-Niveau kurze Antworten liefern oder auf B1- und B2-Niveau komplexere sprachliche Strukturen einfordern.

Hinzu kommt der Nutzen als Reflexionspartner im Schreibprozess: Lernende können eigene Texte eingeben und die KI um Verbesserungsvorschläge bitten. So erhalten sie individuelle Rückmeldungen, die im klassischen Unterrichtsgeschehen in dieser Intensität kaum zu leisten wären. Gleichzeitig können translanguaging-orientierte Aufgabenstellungen integriert werden, indem die KI gebeten wird, Begriffe oder Redewendungen in der Fremdsprache, in Deutsch und in der Herkunftssprache gegenüberzustellen.

Schreiben trainieren

Die schriftliche Sprachförderung wird durch digitale Schreibtools wie DeepL Write auf eine neue Ebene gehoben. Anders als herkömmliche Rechtschreibprogramme bietet dieses Tool stilistische Variationen, Synonyme und kohärenzsteigernde Vorschläge. Für Lernende im mehrsprachigen Kontext eröffnet sich damit die Möglichkeit, Ausdrucksrepertoires zu erweitern und Sprachbewusstheit zu entwickeln.

Didaktisch interessant ist etwa eine Aufgabe, bei der ein Text in der Fremdsprache geschrieben und anschließend durch die Anwendung stilistisch optimiert wird. Anschließend können Schülerinnen und Schüler reflektieren, welche Unterschiede zwischen der eigenen Fassung und der KI-Variante bestehen, und daraus Erkenntnisse über Sprachgebrauch gewinnen. Die Nutzung verlangt jedoch eine datenschutzsensible Vorgehensweise: Da die Texte über externe Server verarbeitet werden, sollten nur anonymisierte oder fiktive Inhalte verwendet werden.

Die Förderung mündlicher Ausdrucksfähigkeit profitiert von KI-Bildgeneratoren wie DALL·E, Perchance AI oder Stable Diffusion. Indem Lernende Beschreibungen eingeben – idealerweise in der Fremdsprache –, entstehen visuelle Impulse, die wiederum als Grundlage für Sprech- oder Schreibaufgaben dienen.

Ein Beispiel wäre die Aufgabe, »una plaza con muchos turistas y un mercado« zu beschreiben und anschließend das generierte Bild zu präsentieren. Besonders motivierend ist die Möglichkeit, auch in der Muttersprache Eingaben vorzunehmen und anschließend das entstandene Bild in der Ziel- oder Bildungssprache zu bearbeiten. So werden kreative Sprechanlässe geschaffen, die Mehrsprachigkeit nicht verdrängen, sondern produktiv in den Unterricht integrieren.

Aus Datenschutzperspektive ist hier zu beachten, dass DALL·E servergestützt arbeitet, während Stable Diffusion lokal betrieben werden kann und somit datenschutzrechtlich vorzuziehen ist.

Sprechen und Aussprache

Für die gezielte Ausspracheförderung erweisen sich digitale Anwendungen wie Speechling und TalkPal AI als vielversprechend. Diese Tools analysieren Betonung, Intonation und Akzent und geben individuelles Feedback. Didaktisch können sie nach der Vorbereitung von dialogischen Rollenspielen oder kurzen Präsentationen eingesetzt werden:

Die Schülerinnen und Schüler üben ihre Aussprache zunächst in einem geschützten Rahmen mit der KI, bevor sie ihre Ergebnisse im Plenum vorstellen. Auf diese Weise gewinnen sie Sicherheit und treten in der Vorstellungsphase deutlich selbstbewusster auf.

Für die Arbeit am Leseverstehen und am Wortschatz bietet Readlang innovative Ansätze. Lernende können digitale Texte lesen, unbekannte Wörter markieren und direkt Übersetzungen sowie personalisierte Lernkarten generieren. Auf diese Weise wird authentisches Lesen möglich, ohne dass Sprachbarrieren den Prozess abbrechen. Didaktisch kann die Lehrkraft gezielt Texte auswählen und zugleich den Lernenden die Freiheit geben, eigene Übersetzungsentscheidungen zu treffen – sei es in die Zielsprache oder in die Herkunftssprache. Dadurch wird nicht nur Sprachförderung betrieben, sondern auch die Eigenverantwortung im Lernprozess gestärkt.

Schließlich verdient Whisper besondere Beachtung. Dieses Open-Source-Modell für automatische Spracherkennung kann lokal betrieben werden, wodurch datenschutzrechtliche Bedenken minimiert werden. Lernende können Sprachaufnahmen in ihrer Herkunftssprache oder in der Fremdsprache erstellen, transkribieren lassen und mit den Transkriptionen weiterarbeiten. So lassen sich beispielsweise Redebeiträge dokumentieren, die dann ins Deutsche oder in die Fremdsprache übersetzt und analysiert werden können. Damit wird nicht nur die mündliche Sprachproduktion gefördert, sondern auch eine Brücke zwischen Erstsprachen und schulisch relevanten Sprachen geschlagen.

Unterrichtsvorbereitung

Auch die Unterrichtsvorbereitung kann durch KI deutlich effizienter gestaltet werden. Mit Anwendungen wie Eduaide.Ai oder MagicSchool lassen sich Arbeitsblätter, Diskussionsfragen und Aufgaben in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden generieren. Lehrkräfte können so ein und denselben Lerngegenstand auf mehreren Niveaustufen anbieten und damit binnendifferenzierte Settings leichter umsetzen. Zwar ist Eduaide.Ai primär als Tool für Lehrkräfte konzipiert, es trägt jedoch indirekt erheblich zur Sprachförderung bei, indem es Lernenden Aufgaben bereitstellt, die passgenau auf ihre sprachlichen Kompetenzen zugeschnitten sind.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass KI im mehrsprachigen Klassenzimmer eine dreifache Funktion übernehmen kann…

  1. als Sparring Partner, der Lernenden unmittelbare und adaptive Rückmeldungen im Dialog gibt,
  2. als Sprachcoach, der Schreib- und Sprechkompetenz individuell unterstützt,
  3. als Brückenbauer, der Mehrsprachigkeit sichtbar macht und den reflektierten Umgang mit verschiedenen Sprachsystemen ermöglicht.

Voraussetzung für einen erfolgreichen Einsatz ist jedoch eine didaktische Rahmung durch die Lehrkraft, die die Interaktion steuert und reflektiert. Ebenso unabdingbar ist die Berücksichtigung des Datenschutzes: Nur wenn die verwendeten Systeme DSGVO-konform arbeiten, keine personenbezogenen Daten verarbeitet werden und Schülerinnen und Schüler über den verantwortungsvollen Umgang mit ihren Daten aufgeklärt sind, kann KI im Unterricht legitim und zukunftsweisend eingesetzt werden.

Künstliche Intelligenz ist somit nicht als Ersatz pädagogischer Interaktion zu verstehen, sondern als Erweiterung des didaktischen Instrumentariums. Sie ermöglicht individualisierte Förderung, schafft kreative Lernanlässe und erlaubt es, die sprachlich-kulturelle Diversität des Klassenzimmers produktiv zu nutzen.

Für die Fremdsprachendidaktik eröffnet sich damit ein neues Feld, das technologische Innovation und bildungspolitische Verantwortung miteinander verbindet. Entscheidend ist, dass die Lehrkraft die didaktische Regie behält – dann kann KI im mehrsprachigen Klassenzimmer ihr Potenzial entfalten und einen Beitrag zu einer inklusiveren, differenzierteren und zukunftsorientierten Sprachbildung leisten.

Mein finaler Ratschlag: einfach ausprobieren!

Bitte beachte, dass die Inhalte dieses Blogbeitrags in der Verantwortung des Autoren liegen.

Der Beitrag KI im mehrsprachigen Klassenraum erschien zuerst auf kits.

Kurzromane – kostenlos und leicht zu lesen

Von: lehrer
22. März 2020 um 11:50
Das Projekt a³ des Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung hat vier leicht lesbare Kurz-Romane erstellt um Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Spaß am Lesen zu vermitteln. Diese sogenannten Quick-Read-Texte thematisieren jugendorientierte Themen und enthalten aktivierende und
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