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Digitales Lernen in Bewegung: Technologie ohne Bildschirm in der Schule

03. November 2026 um 16:52

Digitalisierung in der Schule bedeutet oft mehr Bildschirme. Tablets und Laptops gehören zum Unterricht, während sich Kinder und Jugendliche immer weniger bewegen. Laut der deutschen MoMo-2.0-Studie des Karlsruher Instituts für Technologie erreichen nur etwa 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen die WHO-Empfehlung von mindestens 60 Minuten Bewegung pro Tag (KIT, MoMo 2.0).

Picoo zeigt, dass digitales Lernen auch ohne Bildschirm funktioniert. Die Technologie steckt nicht in einem Tablet, sondern in den Picoo-Controllern, die die Schülerinnen und Schüler in der Hand halten. So verbindet Picoo den Reiz des Gamings mit Bewegung und Zusammenspiel, und die Aufmerksamkeit bleibt beim Miteinander und beim Lernstoff.

 

Von der Forschung auf den Schulhof

Die Idee hinter Picoo stammt aus der Wissenschaft. Picoo entstand aus einer Doktorarbeit über Motivation, soziale Interaktion und aktives Spielen an der Technischen Universität Eindhoven. Dieser forschende Ansatz ist geblieben: Wir entwickeln neue Spiele noch immer gemeinsam mit den Menschen, die damit spielen. Deshalb testen wir sie mit Schülerinnen und Schülern sowie Betreuungskräften an Schulen und in der Ganztagsbetreuung. So wissen wir sicher, dass ihnen die Spiele Spaß machen und verständlich sind.

Technologie, die du siehst, hörst und fühlst

Jede Spielerin und jeder Spieler bekommt einen Picoo-Controller. Licht, Ton und Vibration zeigen, was im Spiel passiert, zum Beispiel in welchem Team du bist oder wann du an der Reihe bist. Manche Spiele spielst du im Team, andere allein. Bei Teamspielen stellt Picoo die Teams automatisch zusammen. In jedem Spiel leitet Picoo den Ablauf, sodass die Schülerinnen und Schüler selbstständig nach klaren Regeln spielen. Der Controller erfasst auch Bewegung. Beim Spiel „Ampel“ rennst du zum Beispiel auf die andere Seite des Spielfelds. Leuchtet der Picoo-Controller rot, musst du stehen bleiben, und der Controller misst, ob du das auch wirklich tust.

Eigener Lernstoff im Spiel

Neben Bewegung bringt der Controller auch Lernstoff aufs Spielfeld. Dafür nutzen Lehrkräfte die Smartsleeves. Ein Smartsleeve ist eine Karte mit RFID-Chip in einer durchsichtigen Hülle. Neben die Karte schiebst du eine eigene Druckvorlage, zum Beispiel mit Rechenaufgaben, englischen Wörtern oder Begriffen aus Erdkunde. Die Picoo-Controller scannen den Chip und verarbeiten den Inhalt direkt in Spielen wie Doppelpack, Dreiklang und Linienlauf. Bei Doppelpack und Linienlauf üben die Schülerinnen und Schüler einzeln, während sie über den Schulhof rennen. Bei Dreiklang suchen zwei Teams im Staffellauf die drei Karten, die zusammengehören. In unserer Online-Bibliothek findest du fertige Sets mit Druckvorlagen, erstellt von Picoo und von anderen Lehrkräften.

Immer aktuell mit der Picoo-App

Wie andere digitale Lernmittel bleibt Picoo über Software auf dem neuesten Stand. Mit der kostenlosen Picoo-App spielst du die neueste Version auf die Controller. Manche Spiele startest du direkt aus der App. Die Spielebibliothek umfasst mehr als 60 Spiele und wächst jedes Quartal. Mit dem Infinite Play Pass erhältst du Zugang zu mehr als 55 Spielen.

Aus der Praxis: Eine Klasse testet Picoo

Wie das in einer echten Klasse aussieht, zeigte Lehrer Bernd Heilgemeir. Er ist bekannt durch den Instagram-Account @bewegtes_lernen und hat Picoo Anfang dieses Jahres mit seinen Schülerinnen und Schülern getestet. Sie spielten unter anderem Zombierun, Ampel, Maulwurfsmanie und die Pfannkuchenparade. In diesem letzten Spiel sammeln die Kinder Zutaten, mixen sie, indem sie den Controller kräftig schütteln, und backen so schnell wie möglich drei Pfannkuchen. Zwei Kinder nannten dieses Spiel ihren Favoriten! Bernd beschreibt Picoo als vielseitig und schnell in den Unterricht einzubauen. Nach einer kurzen Einführung in den Startablauf hatte seine Klasse viel Spaß. Sein Fazit: eine klare Empfehlung. Sieh dir seine Erfahrungen im Video auf YouTube an.

Für den ganzen Schultag

Bernds Erfahrung zeigt, wie schnell Picoo seinen Platz im Schultag findet. Du setzt Picoo als bewegte Lernform im Unterricht ein, als kurze Bewegungspause, auf dem Schulhof oder im Sportunterricht. Für die Grundschule und die weiterführenden Schulen gibt es eigene Spielepakete mit jeweils 15 Spielen. Im Ganztag bringt Picoo Kinder unterschiedlichen Alters in einem Spiel zusammen. Pädagogische Fachkräfte bleiben mit ihrer Aufmerksamkeit bei den Kindern, statt ein Spiel erklären und organisieren zu müssen. Die Spiele sind kontaktlos und es geht nicht darum, wer am stärksten ist, sodass alle mitmachen können.

Erst erleben, dann entscheiden

Erlebe selbst, wie digitales Lernen ohne Bildschirm an deiner Schule funktioniert. Mit deiner Schule oder deinem Ganztagsangebot probierst du Picoo zunächst in einer Testphase von 2 oder 4 Wochen aus. Entscheidest du dich innerhalb von 2 Monaten nach der Testphase für den Kauf eines Premium Sets, ziehen wir die Kosten der Testphase vom Kaufpreis ab.

Ein guter Vorsatz für 2027: mehr Bewegung im Klassenzimmer. Wir helfen dir gern dabei. Mit dem Code N4T-2026-PC erhältst du als Leserin oder Leser von News4teachers 25 % Rabatt auf eine Testphase. Plane Picoo direkt nach den Weihnachtsferien ein und sieh zu, wie deine Schülerinnen und Schüler ins neue Jahr rennen. Buchen und spielen kannst du bis einschließlich 28. Februar 2027.

Testphase anfragen

Mehr erfahren? Vereinbare ein unverbindliches Online-Meeting über https://meetings.hubspot.com/sjannet/introduction-picoo oder schreib an info@picoo.com.

Dies ist eine Pressemeldung/ein Advertorial der Infinite Play B.V.

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Lernen in Bewegung und ohne Bildschirm: Wie Picoo in der Schule die Fähigkeiten für das 21. Jahrhundert fördert

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Digitalpakt 2.0: Jetzt entscheidet sich, wie Schulen künftig digital arbeiten – der News4teachers-Themenmonat bietet Orientierung

03. November 2026 um 06:14

DÜSSELDORF. Der Digitalpakt 2.0 ist auf den Weg gebracht, die Verwaltungsvereinbarung unterzeichnet. Damit beginnt für Schulen und Schulträger eine entscheidende Phase: Welche Investitionen sind notwendig, welche Technologien sinnvoll – und wie lässt sich sicherstellen, dass digitale Ausstattung den Unterricht tatsächlich verbessert? News4teachers greift diese Fragen im November mit dem Themenmonat „Digitales Lehren und Lernen“ auf. Geplant sind tägliche Beiträge mit Analysen, Praxisbeispielen und Orientierungshilfen. Auch Unternehmen, Stiftungen und andere Akteure aus der Bildungslandschaft können sich beteiligen.

Orientierungshilfe (Symbolbild.) Foto: Shutterstock

Mit der Unterzeichnung der Verwaltungsvereinbarung durch Bundesbildungsministerin Karin Prien ist der Digitalpakt 2.0 einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Bund und Länder wollen in den kommenden fünf Jahren insgesamt fünf Milliarden Euro für die Digitalisierung der Schulen bereitstellen. Während die Länder die Förderverfahren konkretisieren, beginnt für die Schulträger die heiße Phase der Entscheidungsfindung: Welche Investitionen sollen vorbereitet, welche Schwerpunkte gesetzt werden?

Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Anschaffung von Computern oder Tablets. Leistungsfähige Netzwerke, digitale Lernplattformen, interaktive Displays und zuverlässige IT-Betreuung gehören ebenso zu den Voraussetzungen zeitgemäßen Unterrichts wie geeignete Software und die Qualifizierung von Lehrkräften.

Hinzu kommt die rasante Entwicklung Künstlicher Intelligenz. KI-Anwendungen können Lehrkräfte bei der Unterrichtsvorbereitung, der Differenzierung von Lernangeboten und der individuellen Förderung unterstützen. Gleichzeitig stellen sich neue Fragen nach Datenschutz, Urheberrecht, Prüfungskultur und Chancengerechtigkeit.

Welche Technologien brauchen Schulen wirklich?

Die Herausforderungen sind erheblich – nicht zuletzt, weil die Ausgangsbedingungen höchst unterschiedlich sind. Während manche Schulen bereits über eine leistungsfähige digitale Infrastruktur verfügen, fehlt es andernorts noch an stabilem WLAN, zeitgemäßen Endgeräten oder verlässlichem technischem Support.

Vor allem aber stellt sich eine pädagogische Frage: Welche digitalen Werkzeuge helfen Schülerinnen und Schülern tatsächlich beim Lernen? Welche Anwendungen erleichtern Lehrkräften die Arbeit? Und wie können Schulen verhindern, dass Investitionen in Technik an den Bedürfnissen des Unterrichts vorbeigehen?

Diesen Fragen widmet News4teachers im November einen eigenen Themenmonat unter dem Titel „Digitales Lehren und Lernen“. An jedem Werktag erscheinen redaktionelle Beiträge, die aktuelle Entwicklungen aufgreifen, wissenschaftliche Erkenntnisse einordnen und Beispiele aus der Schulpraxis vorstellen.

Geplant sind unter anderem folgende Schwerpunkte:

  • Digitalpakt 2.0: Was jetzt auf Schulen und Schulträger zukommt
  • Digitale Infrastruktur: WLAN, Netzwerke, Cloudlösungen und technischer Support
  • Digitale Ausstattung: Endgeräte, interaktive Displays und Präsentationstechnik
  • Lernplattformen und Unterrichtssoftware: Welche Lösungen sich im Schulalltag bewähren
  • Künstliche Intelligenz: Chancen für Unterrichtsvorbereitung, Diagnostik und individuelle Förderung
  • Neue Lernwelten: Robotik, 3D-Druck, Virtual und Augmented Reality
  • Schulorganisation: Wie digitale Anwendungen Kollegien entlasten können
  • Datenschutz und digitale Souveränität: Wie Schulen ihre Handlungsfähigkeit sichern
  • Fortbildung: Welche Kompetenzen Lehrkräfte für den digitalen Wandel benötigen
  • Praxisbeispiele: Wie Schulen digitale Technologien pädagogisch sinnvoll einsetzen

Der Themenmonat knüpft an einen Schwerpunkt an, den News4teachers bereits im November 2025 veröffentlicht hat. Auch damals standen die Erfahrungen von Schulen, aktuelle Entwicklungen und konkrete Lösungen für die Praxis im Mittelpunkt.

Gute Ideen und Erfahrungen aus der Praxis sind gefragt

Mit dem Themenmonat möchte News4teachers nicht nur über politische Entscheidungen und technische Entwicklungen informieren, sondern auch den Austausch zwischen Schulen, Wissenschaft, Bildungsverwaltung und Bildungswirtschaft fördern.

Denn die Digitalisierung von Schule ist eine gemeinsame Gestaltungsaufgabe. Schulträger müssen Investitionen planen und finanzieren, Schulleitungen tragfähige Konzepte entwickeln, Lehrkräfte neue Werkzeuge in ihren Unterricht integrieren. Wissenschaft und Bildungswirtschaft können dazu Erkenntnisse, Erfahrungen und Lösungen beitragen.

Deshalb sind auch Hinweise auf interessante Projekte, innovative Anwendungen und gelungene Praxisbeispiele willkommen. Unternehmen, Stiftungen, Verbände und andere Einrichtungen können sich darüber hinaus als Partner am Themenmonat beteiligen und passende Angebote vorstellen. Entsprechende werbliche Beiträge werden selbstverständlich transparent gekennzeichnet.

Die Beiträge erscheinen im November gebündelt auf der Startseite von News4teachers und bleiben anschließend dauerhaft online verfügbar.

Wer Anregungen zum Themenmonat hat, ein interessantes Praxisbeispiel vorstellen oder sich als Partner beteiligen möchte, kann sich an die Redaktion wenden: redaktion@news4teachers.de.

Eine Information der Agentur für Bildungsjournalismus.

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„Zukunftsstudie Schulmanagement 2026“ von Wolters Kluwer: Schon neun von zehn Schulleitungen nutzen Künstliche Intelligenz

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„Zukunftsstudie Schulmanagement 2026“ von Wolters Kluwer: Schon neun von zehn Schulleitungen nutzen Künstliche Intelligenz

03. November 2026 um 16:07

KI gehört für viele zum Arbeitsalltag – doch rechtliche Unsicherheiten und fehlende gemeinsame Strategien bremsen die weitere Entwicklung

HÜRTH. Künstliche Intelligenz ist im Schulleitungsalltag angekommen: Rund 91 Prozent der befragten Schulleitungen nutzen inzwischen KI für ihre Leitungsarbeit. Rund 62 Prozent greifen täglich oder regelmäßig darauf zurück. Gleichzeitig zeigt sich: Die Nutzung ist vielerorts weiter fortgeschritten als die Entwicklung gemeinsamer Strategien und verlässlicher Rahmenbedingungen. Datenschutz- und Haftungsfragen sowie fehlende Zeit zur Einarbeitung erschweren einen stärkeren oder sichereren Einsatz.

Dies sind Ergebnisse der „Zukunftsstudie Schulmanagement 2026 – Digitalisierung im Schulleitungsalltag“ von Wolters Kluwer, führender Anbieter von Fachinformationen, Software und Services. Die mittlerweile fünfte Untersuchung der Studienreihe beleuchtet, wie Schulleitungen und Schulträger den digitalen Wandel erleben und welche Unterstützung sie benötigen.

„Schulleitungen benötigen nicht nur leistungsfähige Werkzeuge, sondern vor allem verlässliche Informationen, praxisnahe Unterstützung und rechtssichere Handlungsmöglichkeiten“, erklärt Thomas Henseler, Verlagsleiter Bildungswesen bei Wolters Kluwer Deutschland. „Unser Ziel bleibt es, Schulleitungen und Schulträger dabei zu unterstützen, fundierte Entscheidungen zu treffen und die Chancen der Digitalisierung verantwortungsvoll zu nutzen.“

KI wird bislang vor allem für Textarbeit, Recherche und Informationsaufbereitung sowie zur Ideenfindung und Strukturierung eingesetzt. Rund 43 Prozent der Schulleitungen geben an, dass KI ihnen vor allem hilft, Zeit zu sparen. Weitere 31 Prozent sehen den wichtigsten Nutzen in der Unterstützung bei organisatorischen Aufgaben. Nur rund vier Prozent betrachten die Unterstützung strategischer Entscheidungen als ihren wichtigsten Anwendungsbereich.

Von der individuellen Nutzung zur gemeinsamen Strategie

„Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Frage nicht mehr lautet, ob KI genutzt wird. Entscheidend ist vielmehr, wie Schulen diese Nutzung pädagogisch, organisational und ethisch reflektieren“, sagt Prof. Dr. Mandy Schiefner-Rohs, Professorin für Allgemeine Pädagogik mit Schwerpunkt Schulentwicklung an der RPTU Kaiserslautern-Landau. Sie gehört zu den drei wissenschaftlichen Berater:innen der Studie.

An vielen Schulen fehlen bislang verbindliche Konzepte, Leitlinien oder gemeinsame Strategien für den KI-Einsatz im Schulleitungs- und Schulverwaltungsbereich. Nur rund sechs Prozent der befragten Schulleitungen berichten hier von einer klaren Strategie. Die große Mehrheit bewegt sich dagegen zwischen ersten Absprachen und Überlegungen, einzelnen Initiativen ohne Gesamtkonzept oder dem Fehlen einer bewussten Strategie. Die verbreitete individuelle Nutzung ist damit vielerorts noch nicht durch ein gemeinsames Vorgehen abgesichert.

„Die Herausforderung der Digitalisierung verschiebt sich von der technischen Ermöglichung zur institutionellen Verarbeitung. Entscheidend ist, wie Verantwortlichkeiten, Unterstützungssysteme und professionelles Handeln miteinander verbunden werden“, erklärt Prof. Dr. Kai Maaz, Geschäftsführender Direktor des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation und ebenfalls wissenschaftlicher Berater der Studie.

Rechtliche Orientierung und praxisnahe Fortbildungen gefragt

Rund 46 Prozent der befragten Schulleitungen nennen Datenschutz- und Haftungsfragen als Hürde für einen stärkeren oder sichereren KI-Einsatz. Rund 40 Prozent fehlt die Zeit zur intensiveren Einarbeitung, 38 Prozent sind unsicher, welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten. Eine grundsätzliche Skepsis gegenüber KI nennen dagegen nur rund neun Prozent.

Entsprechend deutlich fällt der Unterstützungsbedarf aus: Rund 84 Prozent wünschen sich speziell auf die Aufgaben von Schulleitungen zugeschnittene Fortbildungen. Nahezu ebenso viele halten praxisnahe Beispiele aus der Schulleitungsperspektive für hilfreich. Rund 81 Prozent wünschen sich rechtssichere Orientierungshilfen.

Die eigene KI-Kompetenz bewerten die Schulleitungen im Durchschnitt mit der Schulnote 2,84. Rund 40 Prozent schätzen ihre Fähigkeiten als gut oder sehr gut ein. Etwa jede fünfte befragte Schulleitung bewertet die eigene KI-Kompetenz dagegen nur als ausreichend, mangelhaft oder ungenügend.

Digitale Werkzeuge entlasten und schaffen neue Aufgaben

Auch über KI hinaus ist Digitalisierung fest in der Leitungsarbeit verankert. Rund 82 Prozent der Schulleitungen bezeichnen digitale Werkzeuge als festen Bestandteil ihres Leitungshandelns, 68 Prozent halten Digitalisierung dafür inzwischen für unverzichtbar. Zugleich berichten rund 65 Prozent, dass digitale Prozesse ihre Arbeit grundsätzlich erleichtern, aber auch zusätzlichen Aufwand verursachen. Weitere 32 Prozent erleben sie überwiegend als Erleichterung.

Dabei unterscheiden sich die Wahrnehmungen von Schulleitungen und Schulträgern: Nur rund 42 Prozent der befragten Schulträger sehen digitale Werkzeuge als festen Bestandteil des Leitungshandelns – gegenüber 82 Prozent der Schulleitungen selbst. Die beiden Gruppen beurteilen allerdings nicht zwingend dieselben Schulen. Schulträger setzen bei der Unterstützung vor allem auf schnellen, verlässlichen Support sowie geprüfte und datenschutzkonforme Werkzeuge.

„Die Studie zeigt, dass Schulleitungen den digitalen Wandel längst gestalten. Die eigentliche Zukunftsaufgabe besteht nun darin, aus persönlichen Erfahrungen gemeinsames Lernen in der Organisation hervorzubringen“, sagt Prof. Dr. Michael Schratz, Gründungsdekan der School of Education und ehemaliger Leiter der Leadership Academy an der Universität Innsbruck, der dritte wissenschaftliche Berater der Studie.

Fünfte Untersuchung zur Digitalisierung im Schulmanagement

An der Zukunftsstudie Schulmanagement 2026 beteiligten sich insgesamt 577 Personen. Darunter waren 389 Schulleitungen und 79 Vertreter:innen von Schulträgern. Weitere 109 Teilnehmende, etwa Lehrkräfte und Beschäftigte der Schulaufsicht, ordneten sich der Kategorie „Sonstiges“ zu. Die Zahl der Antworten variiert je nach Frage; die Angaben zur Häufigkeit der KI-Nutzung beruhen auf den Antworten von 342 Schulleitungen.

Die vollständige Studie steht hier zum Download bereit. 

Für das Schul- und Kitamanagement bietet Wolters Kluwer in Deutschland unter anderem hochwertige Fachinformationen auf Wolters Kluwer Online sowie praxisnahe Lösungen.

Pressekontakt

Steffen Martini
Senior Communications Specialist Wolters Kluwer Deutschland GmbH
Telefon: +49 (0) 2233 3760-7706
E-Mail: presseinfo@wolterskluwer.com

Dies ist eine Pressemiteilung von Wolters Kluwer Deutschland. 

 

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„Schulen müssen immer mehr zu lernenden Organisationen werden“ – Wie eine Ex-Lehrerin Kollegien bei der Digitalisierung berät

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Wenn KI schwierigste Beweise führt: Was bedeutet das für den Mathe-Unterricht?

03. November 2026 um 11:41

BERLIN. Künstliche Intelligenz löst mathematische Probleme, an denen Wissenschaftler teilweise jahrelang gearbeitet haben. Doch unter Mathematiker*innen stößt diese Entwicklung nicht nur auf Begeisterung. Denn ein korrektes Ergebnis bedeutet noch lange nicht, dass die zugrunde liegenden Zusammenhänge verstanden wurden. Die Debatte wirft damit auch eine grundsätzliche Frage für die Schulen auf: Was müssen Kinder und Jugendliche künftig in Mathematik lernen, wenn Maschinen die Lösungen in Sekunden liefern können?

Vorrechner. (Symbolbild.) Foto: Shutterstock

Damit war wohl zu rechnen: Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) will OpenAI Antworten zu fast 400 mathematischen Rätseln gefunden haben, an denen die Fachwelt seit langem tüftelt. Was nach bahnbrechendem Erfolg klingt, feiern jedoch gerade viele Mathematikerinnen und Mathematiker nicht. Die Veröffentlichungen im Oktober und andere in den Monaten davor haben eine Debatte ausgelöst, die weit über die Mathe- und KI-Bubbles hinausreicht.

Es geht um viele grundlegende Fragen, etwa nach technischen Revolutionen und wie altehrwürdige Wissenschaften damit umgehen. Um Wissensklau und -austausch, Urheberrecht sowie Gefahren, wenn Ergebnisse ungeprüft sind.

Aktueller Anlass der Diskussion: Der ChatGPT-Entwickler OpenAI hat im Oktober mehr als 700 Manuskripte zu über 370 Themenkomplexen veröffentlicht, die nach seinen Angaben unter anderem mit einem noch nicht veröffentlichten KI-Modell erzielt worden sind – im Schnitt in drei Stunden pro Manuskript.

Dabei geht es etwa um die Riemannsche Vermutung, eines der berühmtesten ungelösten Probleme der Mathematik, das im Zusammenhang mit Primzahlen eine Rolle spielt. Auch das Unternehmen Anthropic hatte sich dem Thema vor einigen Monaten mit einem KI-Modell gewidmet. Gelöst ist das Problem zwar nicht, aber die Ergebnisse gelten als Fortschritte auf dem Gebiet.

Arbeitet KI unwissenschaftlich?

Was nach einer mehr oder weniger großen Sensation klingt, stößt allerdings auf heftige Kritik: „Mathematiker haben diese Arbeit nicht in Auftrag gegeben“, schrieb die von namhaften und preisgekrönten Fachleuten aus aller Welt gegründete Vereinigung für menschliche Mathematik in einer Reaktion. Die gleichzeitige Publikation von über 700 Dateien sei kein Beweis für wissenschaftliche Kompetenz, sondern eine Machtdemonstration.

Die Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV) argumentierte unter anderem, KI arbeite bisher rein ergebnisorientiert, im Fokus stünden schnelle Lösungen. Bei mathematischer Forschung gehe es aber um den Weg dorthin. Darum, neue Methoden anzuwenden oder zu entwickeln – statt um maximale Rechenpower. „Der Beweis an sich liefert herzlich wenig Einsichten“, bringt es Demian Nahuel Goos im Podcast „Geschichten aus der Mathematik“ auf den Punkt.

Daher gehe es der Fachwelt auch darum: „Wer soll das jemals alles kontrollieren?“, erklärte Alke Martens, Professorin für Praktische Informatik und Didaktik der Informatik an der Uni Rostock, jüngst auf Instagram. Fragen seien, warum eine Antwort stimme, auf welchem Weg sie erreicht worden sei und was auch falsche Annahmen gezeigt hätten. Wenn Menschen die Ergebnisse der KI nicht alle durchgucken könnten, „dann sind diese automatisierten Ergebnisse quasi das virtuelle Papier nicht wert, auf dem sie entstanden sind“.

Goos betonte zudem die wissenschaftliche Integrität: Wer etwa Arbeiten anderer nutzt, müsse dies kenntlich machen. „Diesen Regeln nicht zu folgen, das ist halt unwissenschaftlich“, sagte der Mathematiker von der Humboldt-Universität zu Berlin. Bei einem Lösungsansatz für ein anderes Mathe-Problem gibt es genau hierüber Streit. Zwei Mathematiker fühlen sich übergangen.

Neue Schwerpunkte nötig?

Ein weiterer Punkt der DMV: KI-Modelle nutzten meist ungefiltert vorhandenes Wissen. Darunter auch solches, das Experten des jeweiligen Teilgebiets noch nicht geprüft und für korrekt befunden haben. „Abgesehen von dem Raub geistigen Eigentums bedeutet das auch, dass solches Wissen noch nicht gesichert ist, und daher bei der Beweisführung mit Vorsicht zu genießen ist“, so die Vereinigung.

Manche Forschende stellten ihre Erkenntnisse schon nicht mehr ins Internet. „Dies bremst den Fortschritt bei der mathematischen Forschung deutlich aus und verhindert einen offenen Austausch innerhalb der mathematischen Community, der für den Fortschritt des Faches jedoch von zentraler Bedeutung war und ist“, erklärte DMV-Präsident Jürg Kramer.

Der Stuttgarter Mathematik-Professor Christian Hesse, der derzeit als Gastwissenschaftler an der University of California in Los Angeles ist, teilt die Sorge um den wissenschaftlichen Nachwuchs. Wenn Doktoranden jahrelang an mathematischen Problemen arbeiteten, die eine KI in wenigen Minuten löse, gerate die bisherige Praxis unter Druck, erläuterte er. „Die mathematische Doktorarbeit wird sich neu erfinden müssen.“ Künftig sollten die Entwicklung neuer Fragestellungen, mathematisches Verständnis und die kritische Einordnung von Ergebnissen stärker zählen.

Was bedeutet das für den Mathematikunterricht?

Das berührt auch eine grundlegende Frage schulischer Bildung: Welche mathematischen Fähigkeiten müssen Kinder und Jugendliche künftig erwerben, wenn KI-Systeme selbst hochkomplexe Aufgaben in kürzester Zeit bearbeiten können?

Der Deutsche Verein zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts (MNU) warnt davor, mathematisches Wissen angesichts der technischen Entwicklung für verzichtbar zu halten. „Wer Ergebnisse beurteilen will, muss etwas wissen. Wer Fehler erkennen will, braucht fachliche Maßstäbe“, heißt es in einem Beitrag des MNU-Landesverbands Nordrhein. Die Fähigkeit, KI-generierte Lösungen zu überprüfen, setze gerade jene fachlichen Kenntnisse voraus, die Schülerinnen und Schüler im Unterricht erwerben sollen.

Für den Mathematikunterricht bedeutet das: Nicht allein das richtige Ergebnis zählt, sondern auch die Fähigkeit, Rechenwege nachzuvollziehen, Annahmen zu hinterfragen und Ergebnisse zu begründen. KI-generierte Lösungen könnten deshalb selbst zum Gegenstand des Unterrichts werden – etwa indem Schülerinnen und Schüler untersuchen, ob ein von der KI vorgeschlagener Rechenweg tatsächlich korrekt ist, wo möglicherweise Fehler liegen und ob sich das Ergebnis auf anderem Wege bestätigen lässt.

Diese Perspektive findet inzwischen auch bildungspolitischen Rückhalt: Die Bildungsministerkonferenz hat im Oktober ihren Kompetenzrahmen „Bildung in der digitalen Welt“ um KI-bezogene Kompetenzen erweitert und ausdrücklich festgelegt, dass Schülerinnen und Schüler KI-Ergebnisse kritisch bewerten und die Grenzen der Systeme erkennen können sollen (News4teachers berichtete).

Damit stellt sich auch die Frage nach der Leistungsbewertung neu: Wie lässt sich feststellen, ob Schülerinnen und Schüler mathematische Zusammenhänge tatsächlich verstanden haben, wenn KI-Systeme die geforderten Lösungen selbst erzeugen können? Und wie müssen Aufgaben gestaltet sein, damit nicht nur das Ergebnis, sondern auch die dahinterstehende mathematische Kompetenz sichtbar wird?

„Was OpenAI in der Mathematik derzeit vorführt, ist sensationell“

Nichtsdestotrotz finden manche Fachleute auch lobende Worte. „Was OpenAI in der Mathematik derzeit vorführt, ist sensationell“, erklärte Hesse. Gewiss müssten die präsentierten Beweise auf Richtigkeit und Neuheit überprüft werden. Aber wenn KI zunehmend Probleme löse, an denen menschliche Mathematiker jahrelang gearbeitet haben, scheine ihm zunächst einmal Beifall angebracht. Auch erwachse Mathematikern aus bisherigen Mankos der KI-Resultate „kein Recht auf einen wissenschaftlichen Artenschutz“.

Die Debatte würde es so auch nicht geben, wenn 500 Krankheiten mit KI geheilt worden wären, sagte Robert Lange, KI-Forscher und Gründungsmitglied beim japanischen Unternehmen Sakana AI, auf dem YouTube-Kanal „Everlast AI“. Hier gehe es aber noch um reine Wissenschaft, die Umwandlung in ein Gemeingut sei relativ weit weg.

Vielleicht werden Maschinen schon bald elegantere Beweise finden, überraschendere Vermutungen formulieren und Zusammenhänge entdecken, auf die Menschen nie gekommen wären, meint Hesse. „Und vielleicht müssen wir dann ausgerechnet von Maschinen lernen, was mathematische Kreativität wirklich bedeutet.“

Dass die Begeisterung unter Mathematikern nicht überall überschäumt, sei verständlich, so der Professor. „Wer zehn Jahre an einem Problem herumgewissenschaftelt hat und dann zusehen muss, wie eine KI es in zehn Minuten löst, dürfte erst einmal ziemlich bedient sein.“

Wie kann es weitergehen?

Aus Sicht der DMV könnte klassischen Wissenschaftsverlagen eine neue Rolle zukommen, weil sie nur Arbeiten veröffentlichen, die im Zuge eines Begutachtungsprozesses für gut befunden wurden. Diese Ergebnisse lägen dann hinter einer Bezahlschranke, die von den KI-Modellen bisher noch nicht einfach umgangen werden könne. Hesse hat dafür wenig Verständnis: „Wissenschaft lebt schließlich vom Austausch, nicht vom Aussperren.“

Auch OpenAI argumentierte bei der Präsentation: „Wir möchten mit diesen Fortschritten die Grenzen des menschlichen Wissens erweitern und weitere Fortschritte in der Mathematik ermöglichen.“ Die internen Modelle sollten in der Mathematik und anderen Wissenschaften evaluiert werden. „So können wir schneller Werkzeuge entwickeln, die diese Fachgebiete voranbringen.“

Die eigentliche Revolution könnte aus Hesses Sicht darin liegen, dass Mathematiker neu bestimmen müssen, worin mathematisches Verstehen eigentlich besteht. „Ein korrekter Beweis ist schließlich noch nicht dasselbe wie die Einsicht, warum ein Satz gilt, welche Zusammenhänge er offenlegt und welche neuen Fragen er aufwirft.“ KI werde die Mathematik nicht abschaffen, ist er überzeugt. „Aber sie wird uns Mathematikern einiges abnehmen – möglicherweise auch manche Illusion über unsere Unersetzlichkeit.“ News4teachers / mit Material der dpa

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„Physikunterricht muss Geschichten erzählen“:  Wie Gamification die MINT-Fächer beleben kann – ein Interview

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Geschichtsvermittlung digital (Teil 2): Sechs Angebote zu NS und Shoah

26. Oktober 2026 um 06:00

Digitale Angebote eröffnen neue Zugänge zur Geschichte des Nationalsozialismus und der Shoah: Sie verbinden historische Quellen, biografische Geschichten und Formen digitaler Erinnerung. Welche Angebote eignen sich für den Unterricht und wie lassen sie sich sinnvoll in historische Lernprozesse einbinden? Im zweiten Teil der Reihe „Geschichtsvermittlung digital“ stellen wir euch sechs Angebote vor, die neue Impulse für euren Unterricht bieten können.

Die Plattform „Shoah Stories“ bündelt Kurzvideos unterschiedlicher Anbieterinnen und Anbieter und eröffnet deinen Schülerinnen und Schülern einen niedrigschwelligen Zugang zu Themen und Perspektiven rund um die Shoah. Die Plattform wird vom Anne Frank Zentrum Berlin bereitgestellt, durch die Alfred Landecker Foundation gefördert und von TikTok unterstützt, indem die Videos technisch zur Verfügung gestellt werden.

Wenn du nach geeigneten Videos für deinen Unterricht suchst, kannst du die differenzierte Such- und Filterstruktur nutzen. Die Beiträge lassen sich u. a. nach Themen, Gruppen, Altersgruppen, Dauer und Sprache auswählen. Für deinen Unterricht sind die Videos vor allem als Startpunkt für historisches Lernen interessant. Viele Beiträge fokussieren einzelne Personen, Ereignisse, Orte oder Quellen. Du kannst sie deshalb nutzen, um Fragen aufzuwerfen, Interesse an einem Thema zu wecken und anschließend weiterführend zu arbeiten. Dabei kannst du zugleich die Darstellung von Geschichte im digitalen Medium thematisieren: Welche Informationen werden ausgewählt? Welche Perspektiven werden sichtbar? Welche Quellen kommen zum Einsatz? Und welchen Einfluss haben Bild, Sprache, Musik oder Text auf die Darstellung?

„Shoah Stories“ können als umfangreiche Sammlung digitaler Lernanlässe fungieren. Erkunde die Plattform zunächst selbst und prüfe, welche historische Fragestellung sich mit welchem Video bearbeiten lässt und welche Quellen oder Materialien du zur weiteren Vertiefung einsetzen kannst.

Mit „Mit Stempel und Unterschrift“ kannst du deine Schülerinnen und Schüler anhand historischer Dokumente an die Geschichte der NS-Zwangsarbeit heranführen. Das interaktive Tool der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) arbeitet mit 20 Dokumenten aus den Anträgen ehemaliger NS-Zwangsarbeiterinnen und NS-Zwangsarbeiter, die Entschädigungsleistungen erhielten. Die Dokumente geben Einblicke in individuelle Lebensgeschichten und in die historischen Bedingungen von Zwangsarbeit während des Nationalsozialismus.

Nutze die Dokumente insbesondere für eine quellenkritische Auseinandersetzung: Was bedeutete die Deportation und Zwangsarbeit konkret für den betroffenen Menschen? Wer hat das Dokument wann und im Auftrag welcher Institution ausgestellt? Welchem Zweck diente es? Welche Informationen enthält es und welche fehlen? Welche Angaben erscheinen glaubwürdig und welche Fragen bleiben offen? Auf diese Weise verbindest du die Beschäftigung mit der Geschichte der NS-Zwangsarbeit mit grundlegenden Fragen historischer Quellenkritik.

Für die Arbeit mit den Quellen stehen deinen Schülerinnen und Schülern verschiedene digitale Zugänge zur Verfügung. Du kannst Dokumente über ein Karussell, eine Weltkarte oder eine filterbare Liste auswählen. Interaktive Spots ermöglichen eine detaillierte Erkundung einzelner Dokumente. Abbildungen lassen sich vergrößern und werden durch Bildunterschriften und Quellennachweise ergänzt. Teilweise stehen Transkriptionen und Übersetzungen zur Verfügung. Eine Lebenslinie, ein Zeitstrahl und eine begleitende Story helfen, die Dokumente biografisch und historisch einzuordnen. Ein Glossar, Fragen und Quizaufgaben unterstützen die weitere Auseinandersetzung.

Wenn du die Quellenarbeit weiter vertiefen möchtest, kannst du außerdem das kostenlose didaktische Begleitprogramm nutzen. Im Workspace „Mit Stempel und Unterschrift“ findest du einen Onlinekurs für Lehrkräfte mit Hintergrundwissen und Impulsen für die Bildungsarbeit. Ergänzend werden didaktische Handreichungen mit konkreten Stundenabläufen und Materialien entwickelt sowie begleitende Webinare angeboten.

Mit der digitalen Lernplattform „Werde Zweitzeug:in“ von ZWEITZEUGEN e.V. kannst du deinen Schülerinnen und Schülern ab dem 12. Lebensjahr multimediale Lebensgeschichten von Überlebenden der Shoah zugänglich machen. Die Plattform ist frei zugänglich und verbindet Digital Storytelling mit einem Lerntool zu Antisemitismus und dem Podcast „Geschichten, die bleiben“.

Die Idee von „Zweitzeug:en“: Die Lebensgeschichten werden über kurze Videos von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Illustrationen, Texte und Audioaufnahmen aus Gesprächen vermittelt. Dadurch kannst du deinen Schülerinnen und Schülern einen persönlichen Zugang zu den Erfahrungen der Überlebenden eröffnen. Zugleich werden die individuellen Geschichten historisch eingeordnet. Im Verlauf lernen die Schülerinnen und Schüler zentrale Aspekte der Zeit des Nationalsozialismus, der NS-Verfolgung verschiedener Gruppen und des Zweiten Weltkriegs kennen.

Nutze die zusätzlichen Informationsebenen und das Glossar, um einzelne Begriffe und historische Zusammenhänge gemeinsam zu vertiefen. Interaktive Fragen regen deine Schülerinnen und Schüler dazu an, über das Erfahrene nachzudenken und Bezüge zu ihrer eigenen Lebenswelt herzustellen. Die unterschiedlichen medialen Zugänge ermöglichen es, die Auseinandersetzung mit einer Lebensgeschichte individuell zu gestalten.

Wenn du mit deinen Schülerinnen und Schülern darüber sprechen möchtest, wie sich Erinnerungskultur durch digitale Medien verändert, bietet dir die 2025 produzierte NDR-Reportage „Holocaust digital. Wie erinnern wir uns in Zukunft?“ einen geeigneten Ausgangspunkt. Die gemeinsam mit ARTE produzierte Reportage beschäftigt sich auf einer Metaebene mit der Frage, wie digitale Erinnerung an die Shoah gestaltet werden kann. Im Mittelpunkt stehen die Weitergabe von Erinnerung an kommende Generationen sowie Möglichkeiten und Herausforderungen neuer digitaler Vermittlungsformen.

Du kannst die Reportage bzw. Teile der Reportage nutzen, um mit deinen Schülerinnen und Schülern unterschiedliche Formen digitaler Gedenkarbeit zu untersuchen. Thematisiert werden u. a. die mobile Ausstellung „In Echt? Virtuelle Begegnung mit NS-Zeitzeuginnen und NS-Zeitzeugen“ (auch nach einfacher Registrierung online zugänglich: https://fragnach.org/wie-kann-ich-das-interview-online-nutzen) sowie die Arbeit von Content-Creatorinnen und Content-Creatoren. Am Beispiel von Marie Zachger von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme wird außerdem die Frage aufgegriffen, wie historische Inhalte in sozialen Medien angemessen und verantwortungsvoll vermittelt werden können.

Nutze diese Beispiele, um mit deiner Lerngruppe darüber zu diskutieren, wie Erinnerung in einer digitalisierten Gesellschaft hergestellt, vermittelt und verändert wird. Dabei kannst du auch die aktive Herstellung und Gestaltung von Geschichte und Erinnerung als soziale und demokratische Praxis thematisieren (als Doing History und Memory bezeichnet, siehe dazu Berg, Lorenz & Oswald 2025).

Literatur

Berg, M./ Lorenz, A./ Oswald, K. (Hrsg., 2025): Geschichte auf Instagram und TikTok. Perspektiven auf Quellen und Praktiken. Berlin: de Gruyter.

Mit der App „Stolpersteine Digital“ kannst du deine Schülerinnen und Schüler dazu anregen, sich mit den Biografien von Menschen zu beschäftigen, die während des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Die Schülerinnen und Schüler können Stolpersteine einscannen und Informationen zu den jeweiligen Biografien abrufen. Außerdem können sie Stolpersteine in ihrer Umgebung suchen und eine virtuelle Gedenkkerze mit einer persönlichen Erinnerungsbotschaft hinterlassen.

Die App bietet dir damit insbesondere die Möglichkeit, historische Erinnerung mit dem unmittelbaren Lebensumfeld deiner Schülerinnen und Schüler zu verbinden. Ergänzend findest du auf der Website Unterrichtsmaterialien. Dazu gehören z. B. Materialien zum Untergang der „Cap Arcona“ für die Sekundarstufe I oder zum Film „Den Nazis eine schallende Ohrfeige versetzen“ für die Sekundarstufe II.

Wie können Schülerinnen und Schüler mit Zeitzeugen ins Gespräch kommen, wenn diese nicht mehr persönlich für Interviews zur Verfügung stehen? Eine Möglichkeit bietet das digitale Projekt „Frag nach“ des Deutschen Exilarchivs 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek. Dieses ermöglicht es, Fragen an die Zeitzeuginnen Inge Auerbacher und Kurt S. Maier zu richten und passende Ausschnitte aus ihren aufgezeichneten Aussagen abzurufen. Die möglichen Antworten thematisieren Erinnerungen an ihre Kindheit, antisemitische Verfolgung im Nationalsozialismus, Exilerfahrungen nach 1933, das Ankommen in einem neuen Land (USA), aber auch ihr Engagement und ihre Rolle als Zeitzeugen.

Nach einer kurzen Registrierung können Nutzerinnen und Nutzen Fragen über die Tastatur oder ein Mikrofon eingeben. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz und Spracherkennung werden passende Ausschnitte aus den Videoaufnahmen ausgewählt. Die Videoaufnahmen werden dann abgespielt. Die Nutzerinnen und Nutzer sehen die beiden vor sich im Sessel sitzen.

„Frag nach“ ersetzt weder persönliche Begegnungen mit Zeitzeugen noch die Arbeit mit historischen Quellen. Es eröffnet aber einen zusätzlichen Zugang, um historisches Lernen mit einer kritischen Auseinandersetzung zu KI-gestützter Geschichtsvermittlung zu verbinden. Lehrkräfte sollten die Nutzung dieses digitalen Angebots vorbereiten und begleiten. Wichtig ist, die Aussagen historisch einzuordnen und individuelle Erinnerungen als subjektive Momente einzuordnen. Das Projekt bietet Handreichungen und Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte an. In Frankfurt am Main und Essen können zudem entsprechende Ausstellungen besucht werden.

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Deutschklausur im Selbstversuch: Karoline von Günderrodes „Die eine Klage“

20. Oktober 2026 um 17:32
Karoline von Günderrode Die eine Klage1 (1806 entstanden) Aufgabe: Interpretieren Sie das vorliegende Gedicht unter Berücksichtigung zentraler inhaltlicher sowie sprachlich-formaler Aspekte. Arbeiten Sie dabei heraus, wie das Verhältnis von Liebe und Verlust gestaltet ist, und deuten Sie die Funktion der Schlussstrophe. Anmerkungen zu Wörtern: bittrer (V3): ältere Form für „bitter“ erkoren (V5): gewählt, auserwählt. Gemeint ist der Mensch, den man sich zur Liebe gewählt hat. Lust (V7): im älteren Sinn von Freude oder Glück, nicht vorrangig sexuell. Zweiheit (V11): der Zustand, zwei getrennte Wesen zu sein. Pein (V12): Qual, schmerzhaftes Leiden. Sinnen (V13): alte Pluralform von „Sinn“, hier etwa Gemüt
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Maria im Christentum und im Islam – ein Vergleich

30. September 2026 um 07:00

Die Bedeutung Marias im Christentum als Mutter Jesu ist unumstritten. Doch ist Maria im Islam ebenfalls eine exponierte Glaubensfigur? Durch das Vergleichen von Textstellen aus Bibel und Koran könnt ihr gemeinsam mit euren Lernenden Unterschiede reflektieren und ein Verständnis für religiöse Vielfalt entwickeln.

Es dürfte für viele überraschend sein, dass Maria im Koran nicht nur häufig erwähnt wird, sondern die einzige Frau ist, die namentlich genannt wird. Daher lohnt sich eine nähere Betrachtung, die Parallelen zur lukanischen Maria aufweist. In Sure 3,42-47 kündigt ein Engel, ebenfalls wie im Lukasevangelium, Maria eine jungfräuliche Empfängnis und die Geburt eines Sohnes an. Maria stellt auch im Koran eine Rückfrage: „Wie soll ich einen Jungen bekommen, wo mich kein Mensch berührt hat und ich keine Hure gewesen bin?“1 Jesus wird im Koran als „Zeichen Gottes für die Menschen“ bezeichnet, parallel zum Titel „Sohn des Höchsten“ bei Lukas.2

Allerdings gibt es auch Unterschiede zwischen der christlichen und der islamischen Version. Im Koran erscheint Maria „der von Gott gesandte Geist ‚als‘ ein stattlicher Mensch, womit deutlich wird, dass Maria ihren Sohn nicht vom Geist empfängt und Jesus mithin nicht der Sohn Gottes ist, als den ihn das Christentum bekennt.“3 Jesus wird laut Koran nicht in einem Stall geboren, sondern in der Wüste unter einer Palme. In Sure 19 erkennt man die Sorge Gottes für die schwangere und gebärende Maria.

„Gott kümmert sich darum, dass Maria eine Palme hat, die sie während der Geburt mit Datteln versorgt – der gemäß den islamischen Autoritäten besten Nahrung für eine Frau in den Wehen. Es ist Wasser vorhanden, um den Durst zu stillen und wohl auch, um sich und das Kind nach der Geburt zu waschen.“4 Jedoch bleibt Maria im Koran eher in einer passiven Rolle, in völliger Gottergebenheit. In Sure 3,45–47 wird von Empfängnis und Geburt Jesu konkreter berichtet als in Sure 19. Maria wird von Kindheit an als Auserwählte Gottes, die rein und sündenlos ist, ausgewiesen. Maria ist theozentrisch ausgerichtet: „Gott erwählt sie von Anfang an und sie verkörpert in idealer Weise die Haltung des Gehorsams gegenüber Gott, dem Barmherzigen. Diese hohe Wertschätzung der Mutter Jesu im Koran spiegelt sich nicht zuletzt darin, dass sie als einzige Frau mit Namen genannt wird.“5

Für den Unterricht ergeben sich daraus folgende Zielsetzungen: Die Lernenden erkennen, dass Maria sowohl im Christentum als auch im Islam eine herausragende Rolle spielt. Indem die Lernenden zentrale Textstellen vergleichen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede reflektieren, entwickeln sie ein Verständnis für religiöse Vielfalt, das letztlich in einen interreligiösen Dialog münden kann.

Verlaufsplanung für eine Unterrichtsstunde zum Thema Maria im Christentum und im Islam

Einstieg

Impulsfrage: Wusstet ihr, dass Maria im Koran öfter erwähnt wird als im Neuen Testament?
oder: Methode: Think-Pair-Share: Wer ist Maria?

  • Lernende schreiben Stichworte auf Kärtchen oder digital auf ihr Tablet

  • Austausch in Partnerarbeit

  • Sammeln im Plenum (z. B. Tafelbild mit den Spalten: Christentum/Islam/Eigene Fragen)

Erarbeitung

Arbeitsauftrag in Kleingruppen: Textvergleich Bibel – Koran (Vgl. KV „Maria in der Bibel und im Koran – Textvergleich“)

  • Lk 1,26–38

  • Sure 3:42–47

  • Sure 19:23–30

Sicherung und Vertiefung

Präsentation und Austausch

  • Maria in Bibel und Koran.
    Mögliche Präsentationsformen: Plakat-Galerie – Gruppen hängen ihre Ergebnisse auf, Gallery Walk mit Klebepunkten oder Mindmap (Tafel oder digital)

Reflexion

Persönliche Relevanz?
Methode: Schreibimpuls oder UG

  • Was habe ich heute über Maria gelernt?

  • Was überrascht mich?

  • Welche Auswirkungen könnte diese Erkenntnis auf den Umgang Gläubiger beider Religionen miteinander haben?

Materialvorschlag

Marienbilder aus christlicher und islamischer Tradition (Ikone, arabische Kalligrafie)

Optionale Erweiterung

  • Rollenspiel: „Maria wird interviewt“ – Lernende schlüpfen in Rollen (Maria, Christin, Muslimin, Journalistin)

  • Einladung eines Gastes einer muslimischen Gemeinde zum Unterrichtsgespräch

Die Feststellung, dass Maria sowohl im Christentum als auch im Islam eine wichtige Rolle einnimmt und wertgeschätzt wird, kann einen Beitrag zum interkulturellen und interreligiösen Dialog leisten.

Quellen

1 Der Koran. Übers. v. Hans Zirker. WBG Darmstadt 2018
2, 3, 5 Mirja Kutzer, Peter Walter: Maria in Geschichte und Gegenwart. Befreiende Perspektiven auf die Mutter Jesu. Hrsg. v. Michael Hauber. Herder Freiburg 2022, S. 223
4 Mirja Kutzer, Peter Walter: Maria in Geschichte und Gegenwart. Befreiende Perspektiven auf die Mutter Jesu. Hrsg. v. Michael Hauber. Herder Freiburg 2022, S. 225

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Community-Frage: Ist Zocken schädlich oder gut für uns?

14. September 2026 um 17:41
Ob auf der PlayStation, dem PC, der Nintendo Switch oder dem Smartphone – Videospiele gehören für viele von uns zum Alltag. Manche spielen nur gelegentlich, andere verbringen mehrere Stunden pro Woche oder sogar am Tag damit. Oft hört man von Eltern und Lehrer*innen, dass Gaming schlecht für uns ist und aggressiv macht. Aber stimmt das […]

Ein Guter Plan 2026/27

26. August 2026 um 18:40

Nach einer kleinen Odyssee (danke, DHL!) erreichte mich ein Monat nach Bestellung nun  zum dritten Mal in Folge die EDU-Version vom guten Plan. Da hat sich dieses Mal ganz schön was geändert, womit ich persönlich so gar nicht gerechnet hatte. Das gute Stück war bis auf ein paar Mankos wirklich perfekt für mich und für meine Arbeitsorganisation ein echter Erfolg. Aber eins nach dem anderen. Das (nicht mehr ganz so schöne) Äußere Anders als in den Vorjahren ist das Design dieses Mal ein bisschen schlanker. Das handschmeichelnde Hardcover aus leider sehr fleckenanfälligem Leinen ist mittlerweile einem Softcover gewichen, das leider nicht mehr so gut in der Hand liegt wie das bisherige. Das betrifft auch ein bisschen das Innenleben. Die erste Doppelseite des Planers war mit dem schwarzen Reliefpapier ein echter Handschmeichler. Ich kann gar nicht zählen, wie häufig ich unbewusst immer wieder darüber gestrichen habe. Das ist jetzt alles mausgrau und aalglatt. Aber natürlich wie immer alles hervorragend verarbeitet. Woran sich designtechnisch allerdings die meisten stören, stößt auch mir bitter auf: Nämlich der Sinnspruch direkt auf dem Cover. Gefällt mir überhaupt nicht – sowohl in Font als auch in Bedeutung. Ich weiß, er zielt ganz und gar auf Achtsamkeit, aber suggeriert unbewusst, dass der Besitzer des guten Plans nicht so recht weiß, was er da tut. Das hätte ich gerne im nächsten Schuljahr gerne einfach weg. Für dieses Jahr überklebe ich das besser – zum Beispiel mit einem Sinnspruch aus dem Demotivationskalender von Zero Potential. Das Innenleben Am Innenleben hat sich indes kaum etwas geändert – bis auf die tollen Aufkleber, die dieses Mal einfach wegrationiert wurden (😮). Schade! Die bekannte Drei-Teilung in Achtsamkeitsteil – Terminkalender – Listen ist dafür geblieben. In Ersterem finden sich über weite Strecken dieselben Achtsamkeitsübungen wie in den Vorjahren – was ich keineswegs für ein Manko halte. So kann man über die Jahre wunderbar einsehen, was sich in dieser Hinsicht getan hat. Bin ich zu Beginn dieses Schuljahres gestresster als noch vor zwei Jahren? Wie hoch ist jetzt mein Glücksindex im Vergleich zu vor 12 Monaten? Diese Stringenz hilft mir persönlich ganz wunderbar, mich weiter zu organisieren. Oder die Zügel auch mal locker zu lassen. Was leider immer noch fehlt, sind in den Planer gebundene Seiten für Klassennoten. Die gibt es wie immer zum Download, aber die muss man wieder extra irgendwo einkleben. Genau wie letztes Jahr habe ich dafür durchsichtige Klebehüllen in Dreiecksform in den Einband ans Ende geklebt. Das hat schon letztes Jahr gut geklappt. Aber trotzdem: in einem EDU-Kalender für Lehrkräfte sowas nicht zu integrieren, ich echt schwach. Natürlich kann man argumentieren, dass die EDU-Version auch für Dozenten, Studierende oder Schülerinnen und Schüler geeignet sein soll. Aber auch diese Gruppen könnten derartige Vorlagen für ihre Zwecke nutzen… oder ignorieren. So ist man gezwungen, Notenlisten separat in loser Blattform zu führen. Sollten die mal verloren gehen, ist datenschutztechnisch die Hölle los.   Tipps für Schnickschnack Zur zusätzlichen Aufhübschung kann ich auch wieder mal den Drehgriffel von Leuchtturm 1917 und einen dazugehörigen Pen Loop empfehlen. Die passen farblich immer wunderbar zu dem Planer und sind jedes Mal aufs Neue ein haptisches Erlebnis. Man muss sich ja auch irgendwie zur analogen Entschleunigung motivieren. Hast du eine Meinung dazu? Dann hinterlasse einen Kommentar oder eine Wertung. 5

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Abitur 2026… we’re done

08. Juni 2026 um 20:55

Sodale, jetzt neigt sich die Abiturkorrektur so langsam dem Ende zu. Bei mir gab es heute nochmal die mündlichen Prüfungen in Englisch oben drauf, die allesamt ganz ordentlich gelaufen sind. Dennoch: Wenn man sich die Abiture der G8-Jahrgänge anschaut, fallen doch ein paar Unterschiede auf: Die Organisation ist noch einmal deutlich komplexer geworden. Und wenn man auch noch externe Bewerber und Personen mit Zeitzuschlag hinzufügt, stehen die Kollegien und Raumplaner bei einer kompakten Schule schon vor ganz schönen Problemen, die es zu lösen gilt. Die neuen Aufgabenformen stiften eher Unruhe und Konfusion als dass sie neue Kompetenzen abprüfen. Diese cartoon-based composition war vollmundig als etwas umfassend Neues und Kompetenzorientiertes angepriesen worden. Dieser etwas uninspirierte Mix aus Cartoon-Analyse und Mediation geht aber nicht so ganz auf. Auch dass es am ISB jeweils nur eine illustrierende Prüfungsaufgabe pro Leistungsniveau gab, half bei der Vorbereitung nicht wirklich. So wurschtelte man sich als Kursleitung nach bestem Wissen und Gewissen durch – und bog bei der Bewertung alles so gut es ging zu einem glücklichen Ende. Offensichtlich war das auch dem Ministerium so rückgemeldet worden. Denn die ach so neue Aufgabenform war nirgendwo in den Abituraufgaben zu finden. Es ist schier unmöglich, im schriftlichen Abitur eine bodenlos schlechte Note zu bekommen. Das Hörverstehen zählt ganze 20% der Gesamtnote! Das heißt faktisch kommt auch jemand, der in den Schreibaufgaben im Schnitt irgendwo bei vier Punkten rumkrebst, mit einer einigermaßen passablen Listening Comprehension auf 7-8 Punkte. Eine solide Drei. Das ist schon Wahnsinn. Die Schülerschaft wirkte dieses Jahr etwas irritiert und unsicher auf mich. Die häufigste Frage meiner Schützlinge war “Welches Spezialthema würden Sie mir empfehlen?” Und zwar fast durchgängig. Dass man sich mit 19 Jahren nicht selbständig zu einer Entscheidung durchringen kann, war mir völlig neu. Dabei bietet die Oberstufe in Englisch schon sehr interessante Themen, die eigentlich jedem Gusto etwas bieten sollten. Schade… In den mündlichen Prüfungen bekam ich gelegentlich Falschinformationen als Fakten präsentiert – und das mit einer Inbrunst der Überzeugung, dass sich der Verdacht aufdrängt, dass ein paar Leute die Vorbereitung mit KI bestreiten, die gelegentlich einfach durchdreht. Wenn mir die Ukraine als NATO-Mitglied angepriesen wird, die nun alle anderen Mitglieder zum Eingreifen zwingt, bimmelt da bei mir ein gewisser Propaganda-Apparat durch. Unheimlich. Hast du eine Meinung dazu? Dann hinterlasse einen Kommentar oder eine Wertung. 5

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Von Glaubenssätzen

26. April 2026 um 21:44

Wenn der Chef in der Pause anruft, steht etwas Akutes an. Und so ist es auch. “Kann ich nach der Pause in Ihren Englischunterricht kommen?” Der berühmte Unterrichtsbesuch steht an – ein essenzieller Baustein für die anstehende Beurteilung. Und auf einmal fühlt es sich wieder wie früher an: Der Seminarlehrer im Unterrichtsversuch, die Lehrprobe, die Besuche vor der Lebenszeitverbeamtung, vor den Beförderungen. Man ist sofort im alten Muster. Und der Körper ist es auch: Stress breitet sich aus. Adrenalin. Ein bisschen Panik. Denn meine Stunde in der Oberstufe so kurz vor dem Notenschluss ist jetzt nicht so der Brüller. Um genau zu sein besteht mein Konzeptpapier in Evernote für die Stunde aus exakt drei Wörtern: Wiederholung – Text interpretieren – Video. Ich setze mich sofort hektisch hin und versuche, das Konzept zu erweitern, für den Fall, dass mir in der Aufregung etwas durch die Lappen geht oder ich den Faden verliere… bis ich plötzlich innehalte. Aus dem Nichts schält sich auf einmal ein Gedanke aus dem Panikwust. Ein bislang ungekannter, den ich in solchen Situationen noch nie hatte: Was soll dir denn passieren? Ich bin Studiendirektor, ich bin Systembetreuer, ich habe mittlerweile über 15 Jahre Unterrichtserfahrung. Sofern ich niemanden aus dem Fenster werfe, wird mir nichts passieren. Und wie aus dem Nichts geht mein Puls sofort runter. Das Adrenalin versiegt. Ich atme durch. Und mach mich auf in die Stunde. Und sie lief. Warum auch nicht? Shakespeare ist Selbstläufer. Aber ich bin das auch. Aus dem Stegreif fallen mir Kniffe ein, um die Stunde aufzulockern, zu öffnen, kollaborativer zu gestalten. Für die Textanalyse schicke ich den Kurs in Dreiergruppen nach draußen, um die Szene zu dritt zu spielen und vorzusprechen und hinterher mit den Ergebnissen reinzukommen. Irgendwann stehe ich mit dem Chef im leeren Klassenzimmer und müssen beide kichern. Um in einen leeren Klassenraum zu starren – dafür ist er nicht vorbeigekommen. Aber alles klappt besser als erwartet. Auch das Zeitmanagement. Ich ende mit dem Gong. Ohne ein einziges Mal auf die Uhr zu schauen. Man fühlt irgendwann, wenn sich die Stunde dem Ende zuneigt. Mittlerweile hat man ja schon tausende gehalten. Aber spannend ist das schon, wie eingefahren man ist. Dass Trigger von damals auch die Verhaltensweisen von damals aufrufen. Klar, der Trigger ist derselbe. Die Situation ist es nicht. Der Kopf weiß das. Das Nervensystem aber nicht. Hast du eine Meinung dazu? Dann hinterlasse einen Kommentar oder eine Wertung. 5

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John Stepper: Working out loud – Aha-Momente nach 22 Jahren Bloggen

05. April 2026 um 16:06

Ich habe vor kurzem das Buch „Working out Loud“ von John Stepper gelesen. Dabei hatte ich einige Aha-Momente, denn ich habe festgestellt, dass Stepper mit seinen fünf Elementen des Working out Loud (WOL) ein Konzept entwickelt hat, dessen Elemente mich in unterschiedlicher Intensität schon seit vielen Jahren begleiten, ohne dass ich sie als Gesamtkonzept hätte benennen können.

Diesen Blog habe ich 2004 gestartet. Schon damals habe ich als Erklärung für den etwas kryptischen Namen rete-mirabile.net erklärt:

Rete Mirabile ist lateinisch und bedeutet wörtlich „wundersames Netz“. In der Biologie steht der Begriff für eine bestimmte Anordnung von Blutgefäßen.

Ich habe den Begriff aber nicht aufgrund seiner biologischen Bedeutung gewählt. Die wörtliche Übersetzung als „wundersames Netz“ oder auch „wunderbares Netzwerk“ trifft schon eher den Punkt und kann auf zweierlei Art gedeutet werden:

  1. Unser Gehirn besteht aus einem wundersamen Netz unzähliger Neurone, die uns bei dem Versuch, die Welt zu verstehen, in der Regel recht gute Dienste leisten.
  2. Viele Menschen gemeinsam können die Fähigkeit eines einzelnen Gehirns beträchtlich erweitern, indem sie (mit oder ohne Computer) zusammenarbeiten und ihrerseits ein wunderbares Netzwerk bilden.

Der Name Rete-Mirabile.net ist also einerseits eine Hommage an das großartige Organ in unserem Kopf und andererseits eine Aufforderung (u.a. an Dich), Teil einer vernetzten „Denkgemeinschaft“ zu werden.

Beim Lesen von WOL ist mir klar geworden, das ich damit schon etliche Elemente des Konzepts formuliert habe. Das ist natürlich auch nicht allein auf meinen Ideen gewachsen. Die damals aufkommende Blogger-Szene und die sich etwas später entwickelnde Lehrer:innen-Blogger-Community war genau von diesen Gedanken inspiriert: Wir haben Dinge im Unterricht ausprobiert (meist im Kontext digitales Lernen und Arbeiten), haben darüber geschrieben und uns so gegenseitig Ideen gegeben, uns miteinander vernetzt und voran gebracht.

Dabei habe ich immer wieder interessante Leute und Ansätze entdeckt, mit der Zeit haben sich in den Kommentaren und auf Twitter unterschiedlich intensive Beziehungen ergeben: manche sind reine Online-Bekanntschaften geblieben, andere Leute hat man dann irgendwann mal persönlich getroffen. Durch die Offenheit und weitgehende Authentizität der Kommunikation hatte man aber auch bei reinen Online-Beziehungen bald das Gefühl, das Gegenüber zu kennen und einschätzen zu können, wie er oder sie als Lehrer:in und Mensch tickt. In vielen Situationen haben Leute großzügig Material, Wissen und Hilfe angeboten, was gerade in den Anfangsjahren digitalen Arbeitens sehr hilfreich war. Und schließlich wurden viel Material und viele Ideen im Netz sichtbar gemacht – in Blogs, Wikis, auf Twitter –, worauf man bei Bedarf zurückgreifen konnte, wenn man etwas brauchte.

In dieser Darstellung sind vier der fünf Elemente von WOL schon klar beschrieben:

  1. Purposeful Discovery: Sich gezielt auf die Suche nach Themen, Menschen und Möglichkeiten machen, die zum eigenen Ziel passen – statt passiv darauf zu warten, dass sich etwas ergibt.
  2. Relationships: Echte Beziehungen aufbauen, nicht als Mittel zum Zweck, sondern als Grundlage für gegenseitiges Lernen und Unterstützung.
  3. Generosity: Anderen etwas anbieten – Wissen, Aufmerksamkeit, Hilfe –, ohne eine direkte Gegenleistung zu erwarten.
  4. Visible Work: Die eigene Arbeit sichtbar machen, auch und gerade im unfertigen Zustand, damit andere davon lernen oder darauf aufbauen können.
  5. Growth Mindset: Die Überzeugung, dass Fähigkeiten durch Anstrengung und Feedback wachsen – und die Bereitschaft, sich öffentlich als Lernende:r zu zeigen.

Das fünfte Element „Growth Mindset“ ist mir zuerst 2012 in Carol Dwecks Buch „Mindset“ begegnet, das ich jedem nur wärmstens ans Herz legen kann.

„This growth mindset is based on the belief that your basic qualities are things you can cultivate through your efforts. Although people may differ in every which way – in their initial talents and aptitudes, interests, or temperaments – everyone can change and grow through application and experience.“ — Carol Dweck: Mindset

Es ist eines der Bücher, die meine Perspektive auf die Welt, vor allem auf die Menschen, mit denen ich zu tun habe, grundlegend positiv verändert haben. Umso schöner ist es, dass auch Stepper das Prinzip des Growth Mindsets als zentrales Element von WOL formuliert. Es passt natürlich auch sehr gut zu seinem Ansatz des persönlichem Wachsens durch Austausch, Lernen und das Sichtbarmachen der eigenen (unfertigen) Arbeit:

„The passion for stretching yourself and sticking to it, even (or especially) when it’s not going well, is the hallmark of the growth mindset. This is the mindset that allows people to thrive during some of the most challenging times in their lives.“ — Carol Dweck: Mindset

An Working out Loud spricht mich an, dass es zwei Dinge verbindet, die manchmal als Gegensätzlich empfunden werden: (1) großzügig eigene Beiträge für den Nutzen anderer zur Verfügung zu stellen und (nicht „aber“) (2) dabei auch das eigene Wachsen und Weiterkommen nicht vernachlässigen.

„WOL isn’t about megaphones and self-promotion. It’s about offering something of yourself as a gift, about being helpful without the expectation of applause.“ – John Stepper: Working Out Loud

Der zweite Aspekt ist dabei nicht das zentrale Ziel, sondern ein zuverlässig eintretender und erwünschter Nebeneffekt.

„It seems counterintuitive, but the more altruistic your attitude, the more benefits you will gain from the relationship.“ — Reid Hoffman, zitiert in Working Out Loud

Das heutige Internet

Das Internet hat sich in den letzten Jahren tiefgreifend verändert. Blogs sind in vielen Bereichen kommerziell geworden; die Lehrer:innen-Blogger-Community hat sich ausgedünnt, der Spirit, die Speerspitze digitaler Lehrer:innen zu sein, ist verflogen – u.a. weil inzwischen sehr viele Kolleg:innen digital arbeiten; durch Social Media ist es unüblich geworden, unfertige Ideen zu publizieren – auf den großen Plattformen gibt es an Material nur Geschliffenes und Poliertes; Twitter ist kein Ort des respektvollen und konstruktiven Austauschs mehr; durch Kommerzialisierung ist das großzügige Teilen von Materialien eine Nebenerscheinung geworden: fast jeder, der etwas entwickelt, will es auf eduki oder sonstwo verkaufen. (Diese Darstellung ist überspitzt, im Kern aber meines Erachtens korrekt).

Trotzdem …

Aber: die Prinzipien von WOL sind weiterhin gut, sinnvoll, erstrebenswert und vor allem: für die Person, die sie praktiziert und für ihre vernetzten Personen, nützlich und hilfreich.

Insofern habe ich mich nun neulich auf LinkedIn angemeldet. Das ist zwar auch eine kommerzielle Plattform eines Mega-Digitalkonzerns, aber es scheint abseits von shameless self-promotion auch Nischen von echtem, interessiertem, thematisch fokussiertem Austausch zu geben, der alle Beteiligten weiterbringt. Außerdem habe ich mir vorgenommen, hier wieder regelmäßiger zu schreiben, Ideen und Gedanken sichtbar und hoffentlich auch anschlussfähig zu machen und damit den Spirit von WOL wieder mehr zu kultivieren.

Und Ihr so?

Was ist Eure Perspektive? Würde mich sehr interessieren!

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Wissensvermittlung vs. 4K – Was muss man in Zeiten von KI noch wissen?

24. Februar 2026 um 10:59

In vielen Beiträgen, die sich als „progressiv“ verstehen, wird die Wissensvermittlung den 4K-Kompetenzen – Kreativität, kritisches Denken, Kollaboration und Kommunikation – gegenübergestellt. Die Argumentation geht ungefähr so: In einer VUCA-Welt, also einer Welt voller Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität, bräuchten wir „neue Antworten“ anstatt der „Vermittlung bestehender Antworten“. Schule müsse sich daher von der Wissensvermittlung lösen und stattdessen die 4K in den Mittelpunkt stellen. Das halte ich für einen Trugschluss und argumentiere in diesem Beitrag für eine anderen Ansatz.

Kürzlich bin ich bei Nele Hirsch auf Vortragsfolien zum Thema „Selbstgesteuertes Lernen in einer KI-geprägten Welt“ gestoßen, die genau diese Gegenüberstellung zeigt (Folie 7 im dortigen PDF). Die Vermittlung bestehender Antworten ist in diesem Kontext in der Regel negativ konnotiert, was z.B. am Symbol des Trichters erkennbar ist.

Ich schätze Nele Hirschs Arbeit sehr – ich kenne kaum jemanden, der beständig so viele gute Ideen im Bereich Bildung hat und sie frei teilt wie Nele – aber an dieser Stelle möchte ich widersprechen.

Zuvor möchte ich aber klarstellen, wo ich mit den Aussagen von Neles Folien übereinstimme: Die Grundaussagen, die Nele ihrem Vortrag voranstellt, kann ich gänzlich unterstützen:

Vor allem Punkt zwei ist meines Erachtens zentral: selbst lernen zu können und auch Freude daran zu haben ist in einer extrem dynamischen Welt eine der wichtigsten Fähigkeiten, die Menschen haben können. Und auch Neles übrige Ausführungen darüber, was wichtig ist und wie man das erreicht, kann ich gänzlich unterschreiben: die Bedeutung von Empathie, Resilienz und Begeisterungsfähigkeit, die Wege, wie man Selbstlernfähigkeit in Schüler:innen fördern kann, die Rolle, die KI beim Lernen sinnvollerweise spielen sollte.

Nur eben diese Gegenüberstellung von „bestehende Antworten“ und „Herausfinden neuer Antworten“ greift mir zu kurz. Denn natürlich müssen in dynamischen Zeiten neue Antworten auf viele Fragen gefunden werden, aber: Viele Wissensbestände bleiben eben doch auch wahr und sind weiterhin Grundlagen beim Verständnis der Welt. Und vor allem: Schüler:innen können meines Erachtens keine neuen Antworten herausfinden, wenn sie nichts von den etablierten Fakten wissen.

Wissen sind keine „bestehenden Antworten“

In der Schule werden oft keine „bestehenden Antworten“ vermittelt, sondern grundlegende Fakten über die Welt. In den Naturwissenschaften lernen Schüler:innen, wie z.B. biologische Systeme funktionieren. In den Sprachen lernen sie, wie man sich in einer Fremdsprache verständigt und was die Zielkulturen ausmacht. In Geographie lernen sie, wie die Erde aufgebaut ist, welche Prozesse sie prägen, wie der Mensch mit dem Planeten und diesen Prozessen interagiert. In den anderen Gesellschaftswissenschaften lernen sie zum Beispiel, wie ein Staat funktioniert, wie Wirtschaftssysteme aufgebaut sind, wie die Welt und menschliche Gesellschaften so geworden sind, wie wir sie heute vorfinden. Das sind keine „bestehenden Antworten“, die man durch „neue Antworten“ ersetzen könnte. Es ist das Lernen darüber, was existiert und wie es sich entwickelt hat.

Man kann das nicht durch „Herausfinden neuer Antworten“ ersetzen, weil man ohne Wissensgrundlage gar nichts herausfinden kann: Man versteht das Neue nur im Vergleich zum Bisherigen. Wenn man Schüler:innen darauf ansetzt, „neue Antworten“ herauszufinden, ohne dass sie eine Wissensgrundlage haben, kommt dabei in den meisten Fällen unfundierter Quatsch heraus.

Daisy Christodoulou trifft diesen Punkt in ihrem Buch „Seven Myths About Education“ gut. Kritiker des Faktenlernens ziehen gerne ein einzelnes, zufälliges Faktum heraus und fragen: Wer muss schon das Datum der Schlacht von Waterloo kennen? Natürlich wirkt ein einzelnes Faktum isoliert betrachtet sinnlos. Aber es geht nicht um ein einzelnes Faktum – es geht darum, Hunderte von Fakten zu lernen, die zusammen ein Schema bilden, das uns hilft, die Welt zu verstehen:

„Just learning the date of the Battle of Waterloo will be of limited use. But learning the dates of 150 historical events from 3000 BC to the present day and learning a couple of key facts about why each event was important will be of immense use, because it will form the fundamental chronological schema that is the basis of all historical understanding.“ (Christodoulou)

Das Gleiche gilt für die Naturwissenschaften, die Mathematik, die Sprachen: Einzelne Fakten erscheinen immer beliebig. Erst in ihrer möglichst gut vernetzten Gesamtheit bilden sie die Grundlage, auf der Verstehen und Denken überhaupt möglich werden. Natürlich liegt der Schlüssel in dieser „gut vernetzten Gesamtheit“. Die zu erreichen ist schwierig und die Schule scheitert oft daran, so dass die gelernten Fakten isoliert bleiben und dann tatsächlich kaum sinnvolle Wirkung entfalten. Daraus allerdings den Schluss zu ziehen, dass man die Fakten auch weglassen könnte, halte ich für falsch. Der Schlüssel ist, nicht bei den Fakten stehen zu bleiben, sondern an ihrer Vernetzung, Vertiefung, Integration und kreativen Anwendung zu arbeiten.

Kritisches Denken ohne Wissen ist leeres Denken

Daniel Willingham legt in seinem Buch „Why Don’t Students Like School?“ dar, dass Denkprozesse und Faktenwissen untrennbar miteinander verwoben sind. Er schreibt:

„Thinking well requires knowing facts, and that’s true not simply because you need something to think about. The very processes that teachers care about most – critical thinking processes such as reasoning and problem solving – are intimately intertwined with factual knowledge that is stored in long-term memory.“ (Willingham)

Das ist ein Punkt, der in der 4K-Debatte gerne übersehen wird: Kritisches Denken ist kein allgemeiner Skill, den man einmal lernt und dann auf beliebige Themen anwenden kann. Willingham vergleicht das mit einem Taschenrechner – viele Menschen glauben, Denken funktioniere wie Rechenoperationen, die man auf beliebige Zahlen anwenden kann. Aber das Gehirn arbeitet anders:

„When we learn to think critically about, say, the geopolitics of Europe resulting from World War II, it does not mean we can also think critically about a chess game or about the current situation in the Middle East. Critical thinking processes are tied to background knowledge.“ (Willingham)

Das bedeutet: Wer in Physik kritisch denken können soll, braucht physikalisches Wissen. Wer in Geschichte kritisch denken können soll, braucht historisches Wissen. Die 4K sind keine Abkürzung, die an dieser Notwendigkeit vorbeiführt.

(Hier ist übrigens ein frei zugänglicher kurzer Aufsatz von Willingham zum Thema „Why don’t students like school“).

Christodoulou bringt das auf den Punkt, indem sie E.D. Hirschs Metapher zitiert: Die Beziehung zwischen Wissen und Kompetenzen sei wie ein Rührei – man könne sie nicht mehr voneinander trennen.

IKEA

Willingham bringt eine Analogie, die ich sehr anschaulich finde. Man stelle sich vor, man kauft ein Möbelstück bei IKEA, kippt die Teile auf den Boden, und in der Anleitung steht lediglich:

„Before you start, think about other pieces of furniture you’ve seen in the past. Then put stuff together. Take it slow and don’t force anything.“ (Willingham)

Das ist tatsächlich hilfreicher Rat! Aber er reicht nicht. Man muss schon genau wissen, welche Teile wiezusammengeschraubt werden müssen. Wenn wir Schüler:innen beibringen wollen, kreativ und kritisch zu denken, ohne ihnen das nötige Fachwissen mitzugeben, ist das aber wie ein IKEA-Möbel ohne genaue Aufbau-Anleitung. Die Metastrategien sind nützlich – aber ohne die Inhalte, auf die sie sich beziehen, bleiben sie leer.

„Gute Fragen stellen“

Nun könnte man einwenden: In einer Welt mit KI geht es doch gar nicht mehr um Wissen, sondern um die Fähigkeit, gute Fragen zu stellen! In einem Gastbeitrag bei fobizz argumentiert Alicja Gulcz, dass „die eigentliche Kompetenz nicht mehr die Reproduktion von Wissen [sei], sondern die Fähigkeit, relevante Fragen zu stellen“.

Das klingt erst einmal wie ein Gegenargument zu meiner These. Ist es aber nicht. Gulcz selbst liefert das beste Beispiel dafür: Sie vergleicht die Frage „Erstelle eine Präsentation über Radioaktivität“ mit der Frage „Kannst du mir erklären, warum Alphastrahlung gefährlich ist, wenn sie nicht mal durch ein Blatt Papier kommt?“ Die zweite Frage zeigt echtes Nachdenken und den Wunsch, Zusammenhänge zu verstehen.

Aber diese Frage kann nur stellen, wer weiß, was Alphastrahlung ist und dass sie durch Papier gestoppt wird. Ohne vermitteltes Wissen wäre diese Frage nie entstanden. Das Beispiel zeigt nicht, dass Wissen unwichtig geworden ist. Es zeigt, dass Wissen die Voraussetzung dafür ist, die Qualität von Fragen zu haben, die in einer KI-geprägten Welt entscheidend ist.

Anfänger brauchen Anleitung

Es gibt noch ein weiteres Forschungsergebnis, das die pauschale Forderung „weniger Wissensvermittlung, mehr 4K“ in Frage stellt: den sogenannten Expertise-Reversal-Effekt. Eine aktuelle Meta-Analyse von Tetzlaff et al. (2025) in der Fachzeitschrift „Learning and Instruction“ zeigt: Anfänger:innen profitieren von viel Anleitung und Instruktion, Fortgeschrittene hingegen profitieren von weniger Anleitung.

Das heißt: Dieselbe Methode, die bei Fortgeschrittenen zu besserem Lernen führt (weniger Anleitung, mehr Selbststeuerung, die ich hier als Ausdrucksform von „4K-Aktivitäten“ verwende), schadet Anfänger:innen. Und umgekehrt. Die Schlussfolgerung ist nicht, dass Instruktion immer besser ist als Selbststeuerung oder umgekehrt. Die Schlussfolgerung ist, dass es auf den Lernstand ankommt. Und dass Schüler:innen, die ein Thema gerade erst kennenlernen, in der Regel eben noch Anfänger:innen sind – und daher erstmal Wissensvermittlung brauchen, bevor sie kreativ, kollaborativ, kommunizierend und kritisch aktiv werden können.

Im Podcast „Psychologie fürs Klassenzimmer“ wird dieser Punkt auf die Metaebene gehoben: Lernen ist immer ein aktiver Konstruktionsprozess. Es gibt kein passives Lernen. Daher lässt sich aus dem Konstruktivismus keine bestimmte didaktische Praxis ableiten, etwa die, dass Unterricht generell offen, problemorientiert oder minimal instruiert sein müsse. Die Vorstellung, dass „Wissensvermittlung = passiv“ und „4K = aktiv“ sei, ist ein lernpsychologischer Kurzschluss.

„Neue Antworten herausfinden“

Willingham warnt auch ganz konkret vor einem zu großzügigen Einsatz von Entdeckungslernen:

„If students are left to explore ideas on their own, they may well explore mental paths that are not profitable. If memory is the residue of thought, then students will remember incorrect solutions.“ (Willingham)

„Memory is the residue of thought“ – Schüler:innen erinnern sich an das, worüber sie nachgedacht haben. Wenn sie ohne ausreichende Wissensgrundlage über ein Thema nachdenken, denken sie möglicherweise über Falsches nach – und genau das bleibt dann hängen. Das ist kein Argument gegen Entdeckungslernen an sich, aber es ist ein Argument dafür, dass Entdeckungslernen eine solide Wissensbasis voraussetzt.

Auch die Hoffnung, man könne „allgemeine Problemlösekompetenz“ oder „Kreativität an sich“ trainieren und diese würde dann auf alle Fächer ausstrahlen, hat die Forschung wiederholt enttäuscht. Willingham fasst zusammen:

„If you want children to think logically about science, teach them how science works. If you want them to learn to evaluate an argument in expository prose, teach that. Don’t teach a different skill in the vain hope that it will burnish some other skill.“ (Willingham)

Christodoulou ergänzt diesen Punkt mit einem Beispiel, das ich sehr nachvollziehbar fand. Sie beschreibt, wie sie im Geschichtsunterricht Schüler:innen bat, historische Porträts zu analysieren, und ihnen den Tipp gab, das Wort „because“ in ihren Antworten zu verwenden – ein Ratschlag, den sie in der Lehrerausbildung bekommen hatte. Die Hoffnung war, dass das Wort „because“ analytisches Denken fördern würde, weil es die Schüler:innen dazu bringen sollte, ihre Positionen zu begründen. Was sie bekam, waren Antworten wie „because his jacket is funny“ und „because he is wearing weird clothes“. Die Schüler:innen hatten die Aufgabe, eine Begründung zu finden, also haben sie das gemacht. Aber weil sie wenig über die zu analysierenden Personen wussten, haben wie eben mit oberflächlichen Aspekten „begründet“. Christodoulous Fazit:

„Generic strategies such as ‚try and use the word because‘ cannot make up for lack of knowledge. […] Good analytical answers depend on a body of knowledge, not on abstract advice to use a certain word in your answer.“ (Christodoulou)

Anfänger:innen und Expert:innen denken unterschiedlich

Es gibt eine grundsätzliche kognitive Asymmetrie zwischen Lernenden und Expert:innen, die in der 4K-Debatte oft übersehen wird. Willingham formuliert das Prinzip so:

„Cognition early in training is fundamentally different from cognition late in training.“ (Willingham)

Expert:innen sehen die Tiefenstruktur von Problemen, Anfänger:innen sehen die Oberfläche. Expert:innen können kreativ und kritisch mit ihrem Fach umgehen, weil sie über reichhaltiges, gut organisiertes Wissen verfügen. Schüler:innen sind in den allermeisten Fächern Anfänger:innen. Zu erwarten, dass sie „wie Wissenschaftler:innen“ arbeiten, überspringt eine kognitive Entwicklungsstufe.

Das bedeutet nicht, dass Schüler:innen nie kreativ sein oder forschen dürfen. Willingham differenziert sinnvoll zwischen Wissensverständnis (knowledge comprehension) und Wissenserzeugung (knowledge creation): Schüler:innen können und sollen bestehende Theorien tiefgehend verstehen – aber die Erwartung, dass sie dann auch schnell kreativ mit diesem Verständnis hantieren können, ist für Anfänger:innen oft unrealistisch. Und natürlich kann man Schüler:innen auch das Forschen ausprobieren lassen – man darf nur nicht erwarten, dass dabei dann auch inhaltlich korrekte Ergebnisse herauskommen. In diesem Fall ginge es dann eher um die Methode des Forschens und nicht darum, korrektes Wissen herauszufinden.

Und KI?

Was ich bisher geschrieben habe, gilt meines Erachtens analog für die Nutzung von KI. Regelmäßig wird herausgestellt, dass KI-Nutzung u.a. dann hilfreich sein kann, wenn man die Antworten der KI kritisch hinterfragen kann, wenn man die KI als Lernpartner nutzt und sich nicht blind auf die Antworten verlässt. Um das tun zu können, brauchen Schüler:innen eine Basis von Grundwissen. Teilweise können sie sich die mit Hilfe der KI erarbeiten, wenn sie sich z.B. ein schwieriges Thema schrittweise erschließen und damit einen Wissensschatz dazu aufbauen.

Fazit

Natürlich schreibe ich diesen Text nicht, um für Frontalunterricht und Auswendiglernen zu plädieren. Christodoulou formuliert es so:

„The solution to mindless rote learning is not less teacher instruction; it is different and better teacher instruction.“ (Christodoulou)

Das würde ich modifizieren zu

Die Alternative zu stupidem Auswendiglernen ist nicht, Fakten durch 4K-Skills zu ersetzen. Die Alternative ist, Faktenwissen solide aufzubauen, in nachvollziehbare Zusammenhänge einzubetten – und darauf aufbauend kreativ, kritisch, kommunizierend und kollaborativ zu arbeiten.

Wie dieses Faktenwissen erarbeitet wird, ist damit noch nicht adressiert. Denkbar sind hier natürlich verschiedene Formen, z.B. Instruktion durch Lehrer:innen, selbständiges Erarbeiten und anschließendes Besprechen in Rahmen von selbstorganisiertem Lernen oder im Rahmen einer Informationsphase während eines Projekts. Und welche Mischung aus diesen Formen sinnvoll ist, muss natürlich auch in der jeweiligen Situation ausgehandelt werden.

Der Beitrag Wissensvermittlung vs. 4K – Was muss man in Zeiten von KI noch wissen? erschien zuerst auf rete-mirabile.net.

Digitalisierung ohne Tiefe: Was die Laptop-Generation lehrt

22. Februar 2026 um 13:11
(© Torsten Larbig) Sasha Rogelberg veröffentlichte am 21. Februar 2026 im angesehenen Wirtschaftsmagazin Fortune einen Beitrag über eine ernüchternde Bilanz der digitalen Schuloffensive in den USA; Milliardeninvestitionen in Laptops und Tablets — ohne erkennbaren Lerngewinn: »The U.S. spent $30 billion to ditch textbooks for laptops and tablets: The result is the first generation less cognitively capable than their parents« (Abruf: 22.02.2026). Im Kern geht es um die Frage, was man mit Daten macht, die darauf hinweisen, dass bestimmte kognitive Leistungen erstmals seit Langem nicht mehr steigen, sondern teilweise zurückgehen. Die FAZ hat ebenfalls darüber berichtet und nachgedacht1 (Paywall möglich; Abruf:
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Die glatte Oberfläche des Ungefähren: Warum Plausibilität in der Oberstufe nicht reicht

03. Februar 2026 um 00:37
Wenn ich mir anschaue, was KI zu leisten in der Lage ist, beeindruckt mich (in den unterschiedlichen Modellen mit deutlichen Abstufungen, die hier aber nicht näher analysiert werden sollen) die rhetorische Eleganz, mit der diese generativen, rein auf Statistik beruhenden Sprachmodelle Leerstellen füllen. Wir sprechen bei der KI bei einer solchen Füllung von Leerstellen von »Halluzinationen«. Dabei erfindet eine KI Fakten, die statistisch wahrscheinlich, aber inhaltlich falsch sind. – Das ist im schulischen Kontext nicht neu. Als Deutsch- und Religionslehrer, als Philologe und Theologe, begegnet mir diese Form der Spekulation vor allem im schulischen Kontext regelmäßig. Und dennoch ist das,
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Lernen mit KI: ein Mini-Kurs für Schüler:innen – KI in der Schule

31. Oktober 2025 um 19:23

Bei verschiedenen Gesprächen mit Schüler:innen in letzter Zeit brachten diese immer wieder die Frage auf, wie man denn nun sinnvoll mit KI-Tools lernt. Viele ihrer Lehrer:innen würden ihnen immer unterstellen, sie schummelten nur mit KI, aber kaum jemand zeigte ihnen, wie man KI zum Lernen nutzt.

Daher habe ich einen kleinen Kurs erstellt, mit dem Schüler:innen sich das selbst erarbeiten können – oder auch mit Begleitung ihrer Lehrer:innen.


Die Videos habe ich zum ersten Mal mit Hilf von NotebookLM von Google erstellt, weil ich gerade keine Zeit hatte, selbst Videos aufzunehmen. Die Inhalte basieren auf ca. 20 Quellen, die ich zuvor in das Notebook geladen hatte. Die Qualität ist nicht 100% überzeugend, aber gut genug, dass ich damit leben kann, die Videos einzusetzen.

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Fokus auf Zertifikate oder auf das Lernen – Wann KI dem Lernen einen Strich durch die Rechnung macht – KI in der Schule

20. Juni 2025 um 22:10

Viele Schüler:innen sind bereit zu lernen – solange sie den Sinn dahinter erkennen. Doch sobald Noten und Zertifikate in den Vordergrund rücken, wird Künstliche Intelligenz schnell zur Abkürzung statt zur Lernhilfe. Was bedeutet das für den Unterricht? Und wie können wir Räume schaffen, in denen echtes Lernen mehr zählt als die nächste Note?

In einem Artikel von John Naughton bin ich kürzlich über einen Gedanken gestolpert, der mir einen Aha-Moment verschafft hat: Universitäten – und ich möchte behaupten: auch Schulen – sind zu einem erheblichen Teil darauf ausgerichtet, „Credentials“ zu vergeben. Also Zertifikate, Noten, Zeugnisse. Das ist das, was aus Sicht von Eltern, Lehrer:innen, Schüler:innen, „der Gesellschaft“, am Ende zählt. Und genau an dieser Stelle wird es interessant, wenn wir über den Einsatz von KI im Unterricht sprechen.

Meine These: Wenn wir als Schule den Fokus zu sehr auf das Zertifikat legen, werden Schüler:innen KI sehr schnell als „Abkürzung“ und willkommenen Helfer auf dem Weg zum gewünschten „Zertifikat“ verwenden. Das Lernen rückt im Vergleich dazu immer in den Hintergrund.

Lernbereitschaft

Ich erlebe im Alltag, dass viele Schüler:innen durchaus bereit sind, sich auf das Lernen einzulassen – vorausgesetzt, sie verstehen, warum es sich lohnt. Ich versuche, ihnen zu zeigen, wie bereichernd es sein kann, Dinge zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen oder sich durch Literatur in andere Menschen hineinzuversetzen. Ich hoffe immer, dass meine eigene Begeisterung für diese Momente ansteckend wirkt.

Sobald es allerdings um Noten geht, kommt die Versuchung, KI als „Shortcut“ zu nutzen, sehr schnell ins Spiel. Besonders dann, wenn die Aufgabenlast als hoch empfunden wird, der Zeitplan eng ist oder die Inhalte schwierig erscheinen. Die Notwendigkeit, eine gute Note zu bekommen wird dann zum Hauptmotiv. KI wird nicht als Lernhilfe, sondern als Abkürzung genutzt. Das ist verständlich, aber eben auch bedauerlich.

Es ist dabei aus meiner Sicht unerheblich, ob ich als Lehrer das Gefühl habe, meine Anforderungen seien gerechtfertigt oder „normal“. Entscheidend ist, wie diese Anforderungen von den Schüler:innen empfunden werden – und zwar im Kontext aller Anforderungen, die Schule und Alltag an sie stellen. Die gefühlte Realität ist für eine Person die Realität. Das zeigen auch Studien zu sozio-emotionalen Schulerfahrungen: Emotionen und subjektive Wahrnehmungen prägen maßgeblich, wie Schüler:innen Schule erleben und wie sie auf Anforderungen reagieren. Es bringt also wenig, mich darüber zu ärgern, dass Schüler:innen vermeintlich weniger leistungsbereit sind. Ich werde sie dadurch nicht dazu bekommen, leistungsbereiter zu werden. Stattdessen muss ich Vertrauen aufbauen, damit sie bereit sind, mir zuzuhören. Dann kann ich erklären, warum meine Anforderungen so sind, wie sie sind – und darauf hoffen, dass sie „mitgehen“ und sich, mit meiner Begleitung, anstrengen – in dem Bewusstsein, das für sich selbst zu tun.

Umgang mit KI-„Betrug“

Wenn ich merke, dass Schüler:innen mit KI „betrogen“ haben – ich schreibe das bewusst in Anführungszeichen – bin ich oft erst einmal frustriert. Ich versuche, dieses Gefühl zuzulassen, ihm aber nicht zu viel Raum zu geben. Stattdessen schildere ich den Schüler:innen, was mich ärgert: Dass ich mir gewünscht hätte, sie hätten die Aufgabe als Lernchance gesehen. Und dass ich mich auch frage, ob ich die Aufgabenstellung nicht besser hätte gestalten können, sodass „Betrug“ gar nicht erst attraktiv erscheint. Danach höre ich zu, um zu verstehen, was sie zu diesem Schritt bewegt hat.

Was ich aus diesen Gesprächen mitnehme: Die Versuchung, KI als Abkürzung zu nutzen, ist oft ein Symptom für Überforderung, Zeitdruck oder das Gefühl, dass zu viel auf dem Spiel steht. Es ist selten Faulheit oder Desinteresse am Lernen selbst. Vielmehr zeigt sich hier, wie stark das System auf das Zertifikat ausgerichtet ist – und wie wenig Raum manchmal für echtes Lernen bleibt.

Was können wir tun?

Ich frage mich: Wie können wir als Schule Räume schaffen, in denen das Lernen im Mittelpunkt steht und das Zertifikat nur ein Nebenprodukt ist? Wie können wir Aufgaben so gestalten, dass sie zum Nachdenken und Verstehen einladen – und nicht nur zum schnellen Erledigen? Und wie können wir gemeinsam mit den Schüler:innen einen Umgang mit KI finden, der sie tatsächlich beim Lernen unterstützt?

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Aus Fehlern lernen – auch nach der Klassenarbeit

18. Februar 2025 um 08:11

Wie können Schülerinnen und Schüler aus Fehlern lernen anstatt nur die Klassenarbeit und die Note im Blick zu haben?

Ich versuche seit Längerem, das ineffektive Muster

Lernen auf die Klassenarbeit – Klassenarbeit schreiben – Note bekommen – Thema und Klassenarbeit abhaken

zu durchbrechen und die Schülerinnen und Schüler im Sinne des Growth Mindsets dazu zu motivieren, beständig – auch nach Rückgabe einer Klassenarbeit – aus ihren Fehlern zu lernen und sich zu verbessern.

Bei älteren Schülerinnen und Schülern in Englisch mache ich das mit Hilfe von Audio-Feedback und einer möglichst gezielten Arbeit an den gemachten Fehlern. Bei jüngeren Schülerinnen und Schülern, die noch nicht so lange Texte schreiben bzw. in meinen Fächern, in denen es eher um einzelne fachliche Themen geht, funktioniert dieser Ansatz aber nicht so gut, da es weniger erkennbare Fehlermuster gibt.

Daher ist mein Ansatz z.B. in Geographie oder in Englisch in meiner aktuellen fünften Klasse etwas anders: nach der Klassenarbeit erhalten die Schüler:innen einen Bogen, in dem sie eintragen, bei welcher Aufgabe sie wie viele Punkte bekommen haben und wie viele Punkte es maximal für diese Aufgabe gab. Weichen Sie um einen von mir vorgegebenen Wert von den maximalen Punkten ab, erhalten sie die Aufgabe, dieses Thema noch einmal zu üben und die Aufgabe komplett neu zu schreiben. Außerdem sollen sie sich noch mal einen Aufschrieb mit den wichtigsten Inhalten machen. Beides sammle ich ein und prüfe es kursorisch.

Hier ist ein beispielhaftes Korrekturblatt als Anregung.

Der Beitrag Aus Fehlern lernen – auch nach der Klassenarbeit erschien zuerst auf rete-mirabile.net.

Hilfen zum Distanzunterricht

Von: migraf
07. Januar 2021 um 11:49

Hier haben wir Hilfen/Links zu Flyern für die Zeit des Distanzunterrichts verlinkt, die eventuell interessant sein könnten.

Hilfen für den Distanzunterricht

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