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Abitur 2026… we’re done

08. Juni 2026 um 20:55

Sodale, jetzt neigt sich die Abiturkorrektur so langsam dem Ende zu. Bei mir gab es heute nochmal die mündlichen Prüfungen in Englisch oben drauf, die allesamt ganz ordentlich gelaufen sind. Dennoch: Wenn man sich die Abiture der G8-Jahrgänge anschaut, fallen doch ein paar Unterschiede auf: Die Organisation ist noch einmal deutlich komplexer geworden. Und wenn man auch noch externe Bewerber und Personen mit Zeitzuschlag hinzufügt, stehen die Kollegien und Raumplaner bei einer kompakten Schule schon vor ganz schönen Problemen, die es zu lösen gilt. Die neuen Aufgabenformen stiften eher Unruhe und Konfusion als dass sie neue Kompetenzen abprüfen. Diese cartoon-based composition war vollmundig als etwas umfassend Neues und Kompetenzorientiertes angepriesen worden. Dieser etwas uninspirierte Mix aus Cartoon-Analyse und Mediation geht aber nicht so ganz auf. Auch dass es am ISB jeweils nur eine illustrierende Prüfungsaufgabe pro Leistungsniveau gab, half bei der Vorbereitung nicht wirklich. So wurschtelte man sich als Kursleitung nach bestem Wissen und Gewissen durch – und bog bei der Bewertung alles so gut es ging zu einem glücklichen Ende. Offensichtlich war das auch dem Ministerium so rückgemeldet worden. Denn die ach so neue Aufgabenform war nirgendwo in den Abituraufgaben zu finden. Es ist schier unmöglich, im schriftlichen Abitur eine bodenlos schlechte Note zu bekommen. Das Hörverstehen zählt ganze 20% der Gesamtnote! Das heißt faktisch kommt auch jemand, der in den Schreibaufgaben im Schnitt irgendwo bei vier Punkten rumkrebst, mit einer einigermaßen passablen Listening Comprehension auf 7-8 Punkte. Eine solide Drei. Das ist schon Wahnsinn. Die Schülerschaft wirkte dieses Jahr etwas irritiert und unsicher auf mich. Die häufigste Frage meiner Schützlinge war “Welches Spezialthema würden Sie mir empfehlen?” Und zwar fast durchgängig. Dass man sich mit 19 Jahren nicht selbständig zu einer Entscheidung durchringen kann, war mir völlig neu. Dabei bietet die Oberstufe in Englisch schon sehr interessante Themen, die eigentlich jedem Gusto etwas bieten sollten. Schade… In den mündlichen Prüfungen bekam ich gelegentlich Falschinformationen als Fakten präsentiert – und das mit einer Inbrunst der Überzeugung, dass sich der Verdacht aufdrängt, dass ein paar Leute die Vorbereitung mit KI bestreiten, die gelegentlich einfach durchdreht. Wenn mir die Ukraine als NATO-Mitglied angepriesen wird, die nun alle anderen Mitglieder zum Eingreifen zwingt, bimmelt da bei mir ein gewisser Propaganda-Apparat durch. Unheimlich. Hast du eine Meinung dazu? Dann hinterlasse einen Kommentar oder eine Wertung. 5

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Alles neu: Abitur 2026

04. Mai 2026 um 22:52

Tja, und da liegt es wieder. Ein schöner Stapel mit Abiturprüfungen. Das erste G9-Abi, das sich in Englisch beweisen muss. Das letzte Mal habe ich viel über die Korrekturen geschrieben und getrackt, was denn ein komplettes Abitur so an Zeit bedeutet. Das habe ich jetzt hinter mir und sehe deswegen auch keinen großen Sinn, darüber noch einmal zu schreiben. Viel interessanter fand ich in diesem Zusammenhang die neuen Regelungen  mit der Abschlussprüfung. Denn aufgrund des Themas KI und Handynutzung während Prüfungen wird dieses Mal ein ganz schöner Aufwand betrieben:. Schülern ist zum ersten Mal zur Prüfung ein gewisser Dresscode vorgeschrieben worden. Alles mit Knöpfen oder Kapuzen ist verboten. Stifte muss die Schule selbst stellen. Wenn die Schüler mit ihren eigenen Schreibgeräten schreiben wollen, weil es der Glücksfüller vom Lieblingsonkel ist, müssen die Stifte im Vorhinein abgegeben und inspiziert werden. Auch Radiergummis und Spitzer haben wir dieses Mal  zur Verfügung gestellt. An manchen Schulen ist auch die Rede davon gewesen, Frequenzscanner einzusetzen, die die Umgebung nach eventuellen Handystrahlen absuchen für den Fall, dass jemand am Klo ein Smartphone deponiert hat, um ins Internet zu gehen. Allein dieser vororganisatorische Aufwand ist immens und stellt uns in der Prüfungzeit gleich nochmal ein paar neue Hindernisse in den Weg. Die Abiturprüfung selbst ist auch gleich wieder so ein Din: Das Hörverstehen wird wie immer am Tag vor der eigentlichen Prüfung Probe gehört. Vor knapp 7-8 Jahren trudelten deswegen immer gepresste CDs vom Ministerium ein, die es dann abzuhören galt. Seit ein paar Jahren macht man das einfach per Download-Portal, das aber auch nicht so einfach ist: Die ZIP-Datei mit den enthaltenen Audiodateien kann man schon Tage vorher herunterladen. Das dazugehörige Passwort wird separat verschickt – und zwar am Tag vor der Abiturprüfung. Allerdings ist es jetzt nicht so, dass man einfach diese Datei auf einen Stick zieht und das war’s. Der Schulleiter muss die ZIP-Datei in ein extra zur Verfügung gestelltes Tool hochladen mit dem Passwort “füttern”, sodass die darin enthaltene MP3-Datei entschlüsselt wird. Diese wird dann auf USB-Sticks gezogen, die hinterher mit einem weiteren Passwort per BitLocker gesperrt sind. Was für ein Aufwand. Die Prüfung selbst ist, zumindest soweit wir sehen können, insgesamt ganz machbar. Allerdings ist uns nicht klar, warum gewisse Aufgaben, die seit zwei Jahren penibel mit Probeabituren und illustrierenden Prüfungsaufgaben eingeübt werden sollen, auf einmal in der eigentlichen Prüfung gar keine Rolle spielen. Die Cartoon-Based Composition, die uns ja als große Neuerung als Aufgabentyp angekündigt worden war, taucht in keiner der Textproduktionsaufgaben auf. Weder im grundlegenden noch im erhöhten Aufforderungsniveau. Das ist schon ein bisschen schräg.   Hast du eine Meinung dazu? Dann hinterlasse einen Kommentar oder eine Wertung. 4.3

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Osterferien

07. April 2026 um 11:28

Die Osterferien beginnen, wie es sich für einen ordentlichen Beamten gehört: Nämlich krank. Wie aus dem Nichts kommt eine Fetzenerkältung ums Eck und setzt mich für Tage außer Gefecht. Ist nicht weiter wild, die Ferien waren ohnehin auf ereignislos geplant gewesen. Nerven tut es trotzdem. Naja, zumindest kann man im Krankenstand die nächsten Schulwochen planen. Dem Hirn ist die Schnupfennase ja herzlich egal. Worum sich jetzt vorrangig erstmal alles in der Oberstufe dreht, ist ohnehin klar: Das erste G9-Abitur rollt an. Und es wird groß. Nicht nur, dass die Termine für die Prüfungen der einzelnen Fächer sich auf einmal vervielfacht haben. Auch die Anzahl der Prüflinge ist gut angestiegen. Zumindest bei uns. Neben unseren eigenen Leuten kommt jetzt auch eine nicht zu vernachlässigende Zahl an externen Abiturienten dazu, die wir mehr oder weniger zum Nulltarif mitprüfen dürfen. Halt, man darf das ja abrechnen. Für 2,20 Euro pro Zeitstunde. Und 2,80 bei zwei. Danke fürs Gespräch. Vor den Ferien ging es traditionsgemäß mit den Kolloquiumskandidaten in ein erstes Grundgespräch, da sich diese möglichst bald für ein Spezialthema festlegen sollten. Für mich völlig ungewohnt war dieses Jahr grundsätzlich die häufigste Frage: Welches Spezialthema würden Sie mir empfehlen? Und genau so häufig wie auch einhellig war jeweils die Reaktion auf meine Antwort “Wähle einfach das Thema, das dir am meisten zusagt”. Nämlich ungläubige Blicke. Eins kann man dem Lehrplan in Englisch in der Oberstufe nämlich nicht ankreiden: Nämlich, dass er uninteressant ist. Vor allem in diesen unruhigen Zeiten ist da so viel dabei, was am Puls der Zeit ist und bei jungen Leuten so viel wachrütteln sollte: Social media, fake news, globalisation, media literacy, the American Dream, generational gaps. Da ist so viel für einen selbst drin. Und letztlich sehe ich dann die Leute sich für die Themen entscheiden, die am wenigsten Unterrichtszeit in Anspruch genommen haben – vermutlich in der Hoffnung, dass der Lernstoff dann möglichst überschaubar bleibt. Das ist schon ein bisschen traurig. Egal, schaut mal: Frühlingsboten! Hast du eine Meinung dazu? Dann hinterlasse einen Kommentar oder eine Wertung. 0

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Vom Deutsch-Abitur zum Handwerksmeister: Eine gelungene Bildungsbiographie

13. Februar 2026 um 21:27
Vor vielen Jahren machte er bei mir das Abitur im Fach Deutsch. Als ich ihn heute – seitdem zum ersten Mal – in der Stadt traf, erzählte er mir von dieser Prüfung, an die er sich erinnert, die er spannend fand. Er erkannte mich und sprach mich an – wir aßen zufällig am gleichen Imbiss. Dabei erfuhr ich, dass er ein Handwerk gelernt, seinen Meister gemacht und Anfang des Jahres einen Betrieb übernommen hat. Ich habe es schon oft gesagt: Ich feiere alle, die nach der Schule wirklich ihren eigenen Weg suchen und dabei zum Handwerk finden.  Auch er wollte
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Die glatte Oberfläche des Ungefähren: Warum Plausibilität in der Oberstufe nicht reicht

03. Februar 2026 um 00:37
Wenn ich mir anschaue, was KI zu leisten in der Lage ist, beeindruckt mich (in den unterschiedlichen Modellen mit deutlichen Abstufungen, die hier aber nicht näher analysiert werden sollen) die rhetorische Eleganz, mit der diese generativen, rein auf Statistik beruhenden Sprachmodelle Leerstellen füllen. Wir sprechen bei der KI bei einer solchen Füllung von Leerstellen von »Halluzinationen«. Dabei erfindet eine KI Fakten, die statistisch wahrscheinlich, aber inhaltlich falsch sind. – Das ist im schulischen Kontext nicht neu. Als Deutsch- und Religionslehrer, als Philologe und Theologe, begegnet mir diese Form der Spekulation vor allem im schulischen Kontext regelmäßig. Und dennoch ist das,
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