❌

Normale Ansicht

Trugbild: Männer, die auf Frauen starren

01. November 2026 um 11:23

Smartphones und Smartglasses bringen einen im Internet geformten Blick auf die Straße. Das erschwert die Bewegung im öffentlichen Raum.

Gemälde: Zwei Männer starren auf eine nackte Frau.
Frauen sind nirgendwo sicher, auch nicht beim Baden – Gemeinfrei: Artemisia Gentileschi

Drei Männer trübten den Ausblick auf den wohl schönsten Strand am Gardasee. Der erste, nackt bis auf ein rotes Bandana, stand bis zur Hüfte im Wasser und ließ seinen Blick schweifen. Nummer zwei räkelte sich nur wenige Meter weiter auf einem Handtuch, scrollte und griff sich in kurzen Handypausen zwischen die Beine. Auch er war nackt. Der Dritte im Bunde hatte es sich im Schatten der Bäume gemütlich gemacht. Die kleinen schwarzen Linsen seines Smartphones zeigten auf mich und meine Freundin. Wir hielten die Stellung.

Natürlich wunderten wir uns, dass ausschließlich Männer diesen atemberaubenden Strand bevölkerten. Nachdem wir nur einige Meter weiter einem schwulen Pärchen begegnet waren, glaubte ich, dass es sich hier um einen Cruising-Spot handeln müsste. Also um einen Ort, an dem Männer andere Männer für Sex treffen. Als tolerante, in der Queer-Hauptstadt Berlin sozialisierte Weltbürger fühlten wir uns damit nicht nur sicher, sondern auch ausgesprochen gut.

„Das ist unser Safe Space“, sagten wir. Wie entspannend das doch sei, endlich keine heterosexuellen Männer um sich zu haben. Ich war eitel genug, die Blicke unserer nackten Nachbarn und die anderer männlicher „Spaziergänger“ nur auf mich zu beziehen. Als der Mann auf dem Handtuch schließlich aufstand und uns mehr oder weniger offensiv seine privaten Körperteile präsentierte, kamen uns erste Zweifel.

Später stellte sich über die Rezensionen auf Google Maps heraus, dass unser vermeintlicher „Queer-Safe-Space“ auch ein Strand für heterosexuelle Lüstlinge war, wo nach den Schilderungen immer wieder Frauen heimlich gefilmt und belästigt wurden. Die Dreistigkeit, mit der uns unsere Nachbarn angafften und mit Smartphones vor uns herumfuchtelten, fühlte sich sonderbar digital an.

Das unablässige Starren hatte einen gewissen „Online-Charakter“. Die Männer am Strand waren ein Sinnbild dafür, wie sich der jahrzehntelang in sozialen Medien und auf Pornoplattformen geformte und enthemmte Blick ins analoge Leben überträgt. Dabei kann ein Smartphone oder eine einfache Sonnenbrille schnell zur Bedrohung werden – denn selten ist klar, ob man gerade gefilmt oder fotografiert wird.

Bildschirme und Smartglasses als Schutzschilde

Hinter Bildschirmen und Smartglasses verschanzt lassen sich andere betrachten und konsumieren, ohne den eigenen Blick rechtfertigen zu müssen. Mit fehlender Selbstwahrnehmung ergreifen Männer so Besitz von ihrer Umwelt. Das Recht, alles anglotzen zu dürfen, gibt es eigentlich nur im Netz. Und dort verstärken die Empfehlungsalgorithmen der Plattformen sogar den Konsum solcher Inhalte.

Auch nach der hundertsten Abwahl mit „Nicht interessiert“-Button spülen soziale Medien wie Instagram noch sexualisierte Videos in den Feed, wahrscheinlich weil sie gut funktionieren. Viele der Inhalte sind aus der Ich-Perspektive gefilmt, die auch als POV, kurz für Point of View, bekannt ist. Mit Smartglasses können „Hobby-Filmer“ und sogenannte Pick-up-Artists diese Bildperspektive nun im öffentlichen Raum reproduzieren.

Die Technologie macht es so leicht wie nie, beliebte Pornografie-Formate wie „Public Agent“ oder „Czech Streets“ – dabei spricht ein Mann Frauen auf der Straße an bietet ihnen etwa Geld für Sex – nachzustellen und Menschen dabei ohne ihr Wissen zu filmen. Die geskripteten Begegnungen sollen durch die POV-Perspektive möglichst spontan und realistisch wirken. Erst kürzlich berichtete eine junge Frau in der taz, wie sie von einem Pick-up-Artist angesprochen und dabei unbemerkt aufgenommen wurde. Das Video stellte der Mann später ins Netz, um Klicks zu generieren.

Forscher der University of Sydney haben 350 Instagram-Videos dieser Art aus den letzten drei Jahren ausgewertet. In rund 60 Prozent stuften sie das Verhalten des Filmenden als mögliche Belästigung ein, und in 43 Prozent wurden die Frauen danach in den Kommentaren abgewertet oder sogar identifiziert. Die Clips bedienen eine einschlägige Bildsprache, die vielen männlichen Zuschauern aus Pornografie und sozialen Medien längst vertraut ist.

Dauerüberwacht in öffentlichen Räumen

Wer mit privater Dauerbeobachtung durch seine Mitmenschen rechnen muss, verhält sich lieber unauffällig. Die Möglichkeit, jederzeit heimlich gefilmt oder fotografiert zu werden, verändert das eigene Verhalten. Besonders betroffen sind Frauen und all jene, die nicht der Norm entsprechen, sich visuell etwas trauen oder einfach nur mit ihrer Erscheinung spielen wollen.

Bei Frauen reicht es dabei schon, wenn sie einfach nur U‑Bahn fahren, in der Sauna entspannen oder joggen gehen wollen. Die bestehenden Gesetze stellen heimliches Filmen nur in bestimmten Fällen unter Strafe. Und das lässt sich teils gar nicht erst durchsetzen, wenn Betroffene oft nicht wissen können, dass sie gefilmt wurden.

Da die Videos Reichweite und Engagement bringen, ist auch von den Betreibern sozialer Medien wenig Unterstützung zu erwarten. Instagram hat im Juli angekündigt, derartige Inhalte zu löschen. Nur einen Monat später fand eine Journalistin von 404 Media trotzdem noch Dutzende davon.

Industrialisierung des Sehens

Eine Besserung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Unternehmen wie Meta bewerben mit großem Budget und Prominenten wie Kylie Jenner eine neue Art der Überwachungsästhetik, in der das permanente Aufzeichnen der eigenen Umgebung als progressiv und gar stylisch verkauft wird. Meta hat ein Interesse daran, dass möglichst viele Menschen dauerhaft filmen und die Aufnahmen teilen. Mit Smartglasses, die das heimliche Filmen besonders einfach machen, lässt sich das alltägliche Sehen regelrecht industrialisieren.

Vor allem Frauen, die im öffentlichen Raum ohnehin einer ständigen Beobachtung ausgesetzt sind, arbeiten letztlich umsonst und unfreiwillig für die Plattformen und die Männer hinter Kameras und Bildschirmen. Damit leisten sie nichts weniger als unbezahlte Stare-Arbeit.

Wer weiß, ob der Mann unter den Bäumen am Strand nur Candy Crush gespielt oder heimlich Aufnahmen gemacht hat? Und was war das eigentlich für eine schwarze Sonnenbrille mit auffällig dicken Bügeln? Die Antwort auf diese großen Fragen der Zukunft bleibt ungewiss.

–––

Deine Spende für digitale Freiheitsrechte
Wir berichten über aktuelle netzpolitische Entwicklungen, decken Skandale auf und stoßen Debatten an. Dabei sind wir vollkommen unabhängig. Denn unser Kampf für digitale Freiheitsrechte finanziert sich aus den Spenden unserer Leser:innen. Jetzt spenden.

Breakpoint: Verboten emanzipatorisch?

25. Oktober 2026 um 07:52

Hunderttausende junge Menschen rufen in Europa zu Massenprotesten auf. Soziale Medien spielen dabei eine entscheidende Rolle. Emanzipatorisch sind TikTok, Instagram und Co. trotzdem nicht. Aber immerhin sind sie wirksam genug, dass so manch einer sie abschalten möchte.

Monument à la République mit gelber Weste und Rauchwolken
Das Monument à la République in Paris trägt gelb. – Alle Rechte vorbehalten: ABACAPRESS / Imago

Rauch verdunkelt den Himmel über Paris. Bengalos beleuchten die Köpfe Tausender Menschen, die dicht gedrängt durch die Straßen laufen. Das Monument à la République trägt eine gelbe Signalweste, Leuchtraketen schießen über den Platz. Viele der Demonstrierenden sind schwarz gekleidet, einige tragen ebenfalls gelbe Westen, andere Sturmhauben.

In einer Seitenstraße brennen Mülleimer, die Glasscherben eingeschlagener Autofenster liegen auf dem Asphalt. Im Hintergrund spielt „Smooth Criminal“ von Michael Jackson: „So, Annie, are you okay – are you okay – you’ve been hit by – by a smooth criminal“, tönt es aus meinen Handylautsprechern. „God dammit! Vive la révolution!“, zerfetzt eine Stimme die Musik. Ich scrolle zum nächsten Reel.

Seit etwa zwei Wochen protestieren junge Menschen in ganz Frankreich für Investitionen in Bildung und bessere Zukunftschancen. Und nicht nur dort: Auch in Rom, Lissabon, Bergamo, Brüssel und Tirana finden sich Tausende, meist junge Menschen zu teils gewalttätigen Protesten zusammen.

Ich bekomme davon vor allem über soziale Medien mit – so wie viele junge Protestierende auch. Sie nutzen TikTok, Instagram und Co., um sich städte- und länderübergreifend auszutauschen, zu vernetzen und zu organisieren. Sie sprechen sich in den Kommentarspalten gegenseitig Mut zu, teilen Treffpunkte, Daten und Demokonzepte sowie Videos mit Freund:innen und Bekannten.

Blackout und Polizeigewalt

Mit Verweis auf die Gewalt hat sich Gabriel Attal, einer der vielen ehemaligen Premierminister Frankreichs, für einen temporäres Social-Media-Blackout in Regionen ausgesprochen, die von Ausschreitungen betroffen sind. „Es gibt junge Menschen, die zu Hause miterleben, wie ihre Freunde losziehen, um zu plündern, was den Eindruck erweckt, dass sie damit durchkommen“, so Attal in einem Interview mit dem französischen Radiosender RTL. „Sie sehen das in den sozialen Medien und gehen dann selbst auch los.“ Dass ein „Blackout“ aber maßgeblich in die Grundrechte aller Protestierenden und Bewohner:innen der entsprechenden Regionen eingreifen würde und damit unverhältnismäßig ist, kommt Attal offenbar nicht in den Sinn.

Attals Forderung richtet sich gegen politische Teilhabe, Mündigkeit und Emanzipation. Proteste sind in Demokratien aber ausdrücklich erwünscht. Sie sind ein legitimes Mittel, mit denen der Souverän seine Meinung ausdrückt. Gewaltsame Übergriffe durch Demonstrierende müssen dabei kritisiert und verhindert werden. Soziale Medien können diese Proteste verstärken – und auch gewaltsame Ausschreitungen befördern. Das rechtfertigt aber keinen „Blackout“ ebenjener Medien, die für die friedliche politische Mobilisierung genutzt werden.

Blackouts beziehungsweise Shutdowns von sozialen Medien oder dem gesamten Internet sind ein beliebtes Instrument autoritärer Staaten, um etwa Proteste zu verhindern, staatliche Gewaltübergriffe zu verschleiern oder das politische Narrativ zu kontrollieren. In der Vergangenheit haben sich unter anderem Iran und Afghanistan derartiger Mittel bedient. Der französischen Regierung steht es selbstverständlich offen, sich ebenfalls in diese Reihe zu stellen.

Gleichzeitig geht die französische Regierung mit einem enormen Polizeiaufgebot und teils gewaltsam gegen die Protestierenden vor. Immer mehr von ihnen berichten von schweren Verletzungen durch Polizeigewalt. Die Beamt:innen setzen Tränengas, Blendgranaten und Gummigeschosse ein. Einem 15-Jährigen wurde von einer Polizeigranate die Hand abgerissen.

Baukasten der Emanzipation

In seinem „Baukasten zu einer Theorie der Medien“ erstellte der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger einen Leitfaden für emanzipatorische Medien. Demnach kann in emanzipatorischen Medien jeder Empfänger auch Sender sein. Diese Medien sind von Interaktion und Austausch geprägt und tragen so zu einer gesellschaftlichen Politisierung und Mobilisierung bei.

–––

Gegen Ausweiskontrollen im Netz.
Wir kämpfen für ein offenes Internet. Das geht nur mit deiner Unterstützung.

–––

Im Unterschied dazu zeichnet Enzensberger das Bild von „repressiven Medien“. Hier konsumieren Empfänger Informationen und Meinungen nur passiv. Diese Medien seien im Ergebnis entpolitisierend. Enzensbergers Beschreibung repressiver Medien richtet sich vornehmlich auf klassische Massenmedien.

Gerade diese klassischen Massenmedien verzerrten die anhaltenden europaweiten Proteste in den vergangenen Wochen auf fragwürdige Weise. Die BILD-Zeitung etwa schreibt: „Kommunisten, radikale Linke und internationale Aktivistennetzwerke wollen ein Land nach dem anderen anzünden!“

Ganz anders stellt sich die Lage in den sozialen Medien dar. Hier nutzen die Protestierenden soziale Medien wie TikTok, Snapchat oder Instagram auf emanzipatorische Weise, ganz so, wie Enzensberger es vor mehr als fünfzig Jahren beschrieben hat. Sie interagieren miteinander, tauschen sich über sozialpolitische Fragen aus, politisieren sich und gehen zumeist friedlich demonstrieren.

Es gibt keine neutrale Haltung

Dennoch behaupten gerade klassische Medien, es seien soziale Medien, in denen sich junge Menschen gegenseitig vor allem aufstacheln würden. Hinter dieser Behauptung stecken auch zwei große Missverständnisse.

Erstens hängen gerade in Deutschland noch immer viele Menschen der Idee an, dass Medien neutral sein können und sollten. Dabei übersehen sie, dass selbst das Gutheißen des Status quo eine politische Haltung voraussetzt. Bereits wenn Journalist:innen auf das Grundgesetz verweisen, folgen sie einer Werteordnung. Persönlich halte ich diese Werteordnung für richtig. Sie ist aber Ausdruck einer politischen Haltung und alles andere als neutral.

Auch Enzensberger plädiert dafür, die vermeintliche Neutralität kritisch zu hinterfragen: „Ein unmanipuliertes Schreiben, Filmen und Senden gibt es nicht. Die Frage ist daher nicht, ob die Medien manipuliert werden oder nicht, sondern wer sie manipuliert.“

Bitte nicht stören

Zweitens haben es soziale Medien geschafft, die bisherige Passivität von Medienkonsumenten teilweise zu durchbrechen. Doch die politischen Möglichkeiten und Kräfte, die sich aus dieser neuen Mediennutzung ergeben, gefallen offenbar nicht allen.

Junge Menschen können es dabei nicht allen recht machen. Sie galten lange Zeit als unpolitisch. Nun werden sie wegen ihrer Politisierung kritisiert. Und sozialen Medien wurde viele Jahre nachgesagt, sie seien bloße Unterhaltungsmaschinen, entkoppelt von der Wirklichkeit. Nun werden sie dafür kritisiert, Menschen zum Nachdenken und zu politischen Handlungen zu verleiten.

Natürlich sagt niemand direkt, dass die Politisierung junger Menschen grundsätzlich schlecht sei. Die Kritiker:innen belassen es lieber dabei, die Ausdrucksform dieser Politisierung herabzusetzen.

Begrenzte Freiheit

Was folgt nun daraus? Werden wir alle engagierter, demokratischer und emanzipierter, je mehr wir auf TikTok herumscrollen? So einfach ist es leider nicht.

–––

Die Arbeit von netzpolitik.org finanziert sich aus den Spenden unserer Leser:innen.
Unterstütze auch du unseren gemeinwohlorientierten, werbe- und trackingfreien Journalismus. Spende jetzt..

–––

Denn dafür müssten kommerzielle soziale Medien tatsächlich emanzipatorisch sein – und von denen kontrolliert werden, die sie nutzen. Es bräuchte eine Freiheit des gegenseitigen Austauschs, der Interaktion, Vernetzung und Mobilisierung, die unabhängig von Autoritäten ist. Die dominierenden sozialen Medien sind das nicht.

Im Gegenteil: Die Plattformen, auf denen wir kommunizieren, gehören Tech-Giganten, die wirtschaftliche Interessen verfolgen. Sie wollen das Nutzungsverhalten zu Geld machen.

Und auch eine zunehmend repressiv agierende Regierung und ihre Anhänger haben wenig Interesse daran, dass Menschen gegen ihre Politik protestieren. Regierungen haben zwar die Macht, soziale Plattformen zu regulieren. Sie könnten den Bürger:innen große Freiräume für den politischen Austausch geben. Sie können diese Freiräume aber auch jederzeit wieder schließen. So wie es auch die EU mit dem geplanten Social-Media-Verbot für junge Menschen und Alterskontrollen tut – statt die Konzerne hinter den Plattformen strenger zu kontrollieren.

Es gibt somit keine Freiheit von Nutzer:innen in kommerziellen sozialen Medien. Sie agieren vielmehr – auch aktuell – in jenen Grenzen, die ihnen Staat und Plattformbetreiber zugestehen. Der Blick auf unsere Nachbarländer zeigt: Ihr Ruf nach gesellschaftlichen Veränderungen ist nicht zu überhören.

Und auch in Deutschland soll er bald lauter werden. Für den 31. Oktober hat die Initiative „GenZ regelt“ zu Demonstrationen aufgerufen. Sie will unter anderem für mehr Klimaschutz und gegen steigende Lebenshaltungskosten protestieren.

Emanzipatorisch sind kommerzielle soziale Medien nicht. Aber immerhin sind die Bewegungen, die sich mit ihrer Hilfe formen, wirksam genug, dass so manch einer sie abschalten möchte.

–––

Deine Spende für digitale Freiheitsrechte
Wir berichten über aktuelle netzpolitische Entwicklungen, decken Skandale auf und stoßen Debatten an. Dabei sind wir vollkommen unabhängig. Denn unser Kampf für digitale Freiheitsrechte finanziert sich aus den Spenden unserer Leser:innen. Jetzt spenden.

Jenseits der 4K: Was Bildung wirklich bedeutet

16. Februar 2026 um 23:59
Wenn Kompetenz zur Ideologie wird Wem dient Bildung: Dem Arbeitsmarkt oder dem Individuum auf dem Weg zu einer ganzheitlich gedachten Persönlichkeit? Diese Frage stellt sich angesichts der allenthalben in Bildungsdebatten auftauchenden Future Skills, die oft in den 4K zusammengefasst werden: Kreativität, kritisches Denken, Kommunikation, Kollaboration. Diese gelten dann als Schlüsselkompetenzen für das 21. Jahrhundert, als unverzichtbare Fähigkeiten für eine digitalisierte, vernetzte Arbeitswelt. Aber statt von Kompetenzen, die in der Bildungsdebatte der Nullerjahre des 21. Jahrhunderts eine große Rolle spielten und sich bis heute in den Bildungsstandards der KMK finden, spricht man in Abgrenzung oder Ergänzung zu diesen nun also von
Related posts:
  1. Über »Bildung« – oder: Wissen, Bildung, Toleranz Der Bildungsbegriff ist umfassender (und im Diskurs auch umstrittener) als der kleine Aspekt, der hier reflektiert wird. Da der hier vertretene...
  2. ChatGPT und die Bildung. (»Gastbeitrag« von ChatGPT und dessen Reflexion, inkl. Verweise auf LdL und TZI.) Ich habe ChatGPT gebeten, einen Gastbeitrag für meinen Blog zu schreiben, in dem es darum geht, dass die Bedeutung von...
  3. Noten ≠ Bildung Noten im Schulkontext sind, wenn sich der Blick vor allem auf die Noten richtet und man meint, an diesen den...
  4. Was ist Bildung? Ein Vorschlag Im Nachdenken über Jean-Pol Martins Vorschlag zum Bildungsbegriff ist dieser Audiobeitrag entstanden. Jean-Pol Martin sagt: „Bildung ist das gemeinsame Erstellen...
  5. Strukturen allgemeiner Bildung und das Auswendiglernen von Gedichten Im Deutschen gibt es so schöne zusammengesetzte Worte. »Allgemeinbildung« ist ein solches Wort. Mit dem Anspruch, dieses Wort einmal praktisch...

Die glatte Oberfläche des Ungefähren: Warum Plausibilität in der Oberstufe nicht reicht

03. Februar 2026 um 00:37
Wenn ich mir anschaue, was KI zu leisten in der Lage ist, beeindruckt mich (in den unterschiedlichen Modellen mit deutlichen Abstufungen, die hier aber nicht näher analysiert werden sollen) die rhetorische Eleganz, mit der diese generativen, rein auf Statistik beruhenden Sprachmodelle Leerstellen füllen. Wir sprechen bei der KI bei einer solchen Füllung von Leerstellen von »Halluzinationen«. Dabei erfindet eine KI Fakten, die statistisch wahrscheinlich, aber inhaltlich falsch sind. – Das ist im schulischen Kontext nicht neu. Als Deutsch- und Religionslehrer, als Philologe und Theologe, begegnet mir diese Form der Spekulation vor allem im schulischen Kontext regelmäßig. Und dennoch ist das,
Related posts:
  1. Das Zusammenspiel von Wissen und Kompetenz: Warum Bildung beides braucht In der gegenwärtigen bildungspolitischen Debatte erleben wir eine polarisierende Entwicklung: Auf der einen Seite steht die Überzeugung, im Zeitalter digitaler...
  2. ChatGPT und die Bildung. (»Gastbeitrag« von ChatGPT und dessen Reflexion, inkl. Verweise auf LdL und TZI.) Ich habe ChatGPT gebeten, einen Gastbeitrag für meinen Blog zu schreiben, in dem es darum geht, dass die Bedeutung von...
  3. Computerräume, Schultaschen und „BYOD“ oder: Warum jeder Schüler und jede Schülerin einen mobilen Computer bekommen sollte Schulen sind wirklich nicht so schlecht, wie ihr Ruf. Es kann bereits heute digital gearbeitet werden, denn die Ausstattung mit...
  4. Mir fehlen Sofas in der Schule. Oder: Wie ich gerne Lernprozesse an Schulen hätte. Mir fehlen Sessel, ein Sofa (Couch) in der Schule. Da sind keine Sitzsäcke oder Teppiche, auf denen man auf dem...
  5. Zwischen Impuls und Illusion – KI als Kreativitätsbooster für Leher:innen? Künstliche Intelligenz, von der so viel gesprochen wird, macht mich neugierig – und skeptisch. Ich beobachte: Während die einen KI...
❌