Ein Video zum Zeitvertreib, ein kurzer Blick in die Kommentare oder die Suche nach einem Tutorial – und schon ist mehr Zeit vergangen als ursprünglich geplant. YouTube gehört für viele Jugendliche zum digitalen Alltag und bietet neben Unterhaltung auch zahlreiche Möglichkeiten, sich zu informieren, Neues zu lernen oder selbst kreativ zu werden. Gleichzeitig bringt die Nutzung der Videoplattform verschiedene Herausforderungen mit sich. Dazu zählen unter anderem eine übermäßige Bildschirmzeit, der Umgang mit beleidigenden Kommentaren sowie Fragen rund um Datenschutz, Privatsphäre und Urheberrecht. Um Jugendliche für diese Themen zu sensibilisieren, hat klicksafe in Kooperation mit Handysektor den vorliegenden Flyer erstellt.
Welche Hardware brauchst Du für die Videobearbeitung am PC? Tipps für die passende Ausstattung – je nach Videoschnitt-Software – gibt's in diesem Beitrag …
Künstliche Intelligenz verändert unsere Welt rasant – und sorgt zugleich für wachsende Unruhe. Fachleute warnen vor Jobverlust, Kontrollverlust über autonome Systeme und sogar vor einer künftigen „Superintelligenz“. Während die EU mit dem AI Act strengere Regeln einführt, setzen andere Staaten eher auf Selbstverpflichtungen der Konzerne. Doch reicht das aus?
Wie viel Freiheit darf Künstliche Intelligenz haben – und ab wann braucht es strengere Regeln? Die Debatte darum, wie gefährlich KI ist, wird immer intensiver geführt. Selbst führende KI-Unternehmer warnen davor, dass sich KI-Systeme bald verselbstständigen könnten, und fordern eine verlangsamte Weiterentwicklung. Könnte sogar die Menschheit gefährdet sein?
Die Europäische Union reagiert mit der KI-Verordnung, einem umfassenden Gesetzespaket, das die Sicherheit und den verantwortungsvollen Einsatz von KI garantieren soll. Kritiker befürchten jedoch, dass strenge Vorschriften Innovationen ausbremsen und Europa im Wettbewerb mit den USA und China zurückfallen lassen. Dort setzt man stärker auf freiwillige Selbstkontrolle der großen Tech-Konzerne. Doch reicht das aus? Oder braucht es eine internationale Kontrolle – ähnlich wie bei Atomwaffen –, bevor Risiken entstehen, die niemand mehr beherrscht?
Mit der Debatte des Monats und unserem kostenlosen Arbeitsblatt können eure Schülerinnen und Schüler verschiedene Argumente zu diesem topaktuellen Thema gegeneinander abwägen und sich selbst positionieren.
Ein Foto von Freund in die WhatsApp-Gruppe schicken, eine gemeine Nachricht beantworten oder etwas in einem Onlinespiel kaufen: Was im Internet mit wenigen Klicks möglich ist, ist nicht automatisch auch erlaubt. Gerade jüngere Kinder können häufig noch nicht einschätzen, welche Regeln im digitalen Raum gelten und wann sie vorsichtig sein sollten. Das interaktive Quiz „Klick & Klar: Was ist im Internet erlaubt?“ von Saferinternet.at greift typische Situationen aus dem digitalen Alltag von Kindern im Grundschulalter auf und vermittelt auf spielerische Weise grundlegende Regeln für einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet.
Digitale Angebote eröffnen neue Zugänge zur Geschichte des Nationalsozialismus und der Shoah: Sie verbinden historische Quellen, biografische Geschichten und Formen digitaler Erinnerung. Welche Angebote eignen sich für den Unterricht und wie lassen sie sich sinnvoll in historische Lernprozesse einbinden? Im zweiten Teil der Reihe „Geschichtsvermittlung digital“ stellen wir euch sechs Angebote vor, die neue Impulse für euren Unterricht bieten können.
Die Plattform „Shoah Stories“ bündelt Kurzvideos unterschiedlicher Anbieterinnen und Anbieter und eröffnet deinen Schülerinnen und Schülern einen niedrigschwelligen Zugang zu Themen und Perspektiven rund um die Shoah. Die Plattform wird vom Anne Frank Zentrum Berlin bereitgestellt, durch die Alfred Landecker Foundation gefördert und von TikTok unterstützt, indem die Videos technisch zur Verfügung gestellt werden.
Wenn du nach geeigneten Videos für deinen Unterricht suchst, kannst du die differenzierte Such- und Filterstruktur nutzen. Die Beiträge lassen sich u. a. nach Themen, Gruppen, Altersgruppen, Dauer und Sprache auswählen. Für deinen Unterricht sind die Videos vor allem als Startpunkt für historisches Lernen interessant. Viele Beiträge fokussieren einzelne Personen, Ereignisse, Orte oder Quellen. Du kannst sie deshalb nutzen, um Fragen aufzuwerfen, Interesse an einem Thema zu wecken und anschließend weiterführend zu arbeiten. Dabei kannst du zugleich die Darstellung von Geschichte im digitalen Medium thematisieren: Welche Informationen werden ausgewählt? Welche Perspektiven werden sichtbar? Welche Quellen kommen zum Einsatz? Und welchen Einfluss haben Bild, Sprache, Musik oder Text auf die Darstellung?
„Shoah Stories“ können als umfangreiche Sammlung digitaler Lernanlässe fungieren. Erkunde die Plattform zunächst selbst und prüfe, welche historische Fragestellung sich mit welchem Video bearbeiten lässt und welche Quellen oder Materialien du zur weiteren Vertiefung einsetzen kannst.
Mit „Mit Stempel und Unterschrift“ kannst du deine Schülerinnen und Schüler anhand historischer Dokumente an die Geschichte der NS-Zwangsarbeit heranführen. Das interaktive Tool der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) arbeitet mit 20 Dokumenten aus den Anträgen ehemaliger NS-Zwangsarbeiterinnen und NS-Zwangsarbeiter, die Entschädigungsleistungen erhielten. Die Dokumente geben Einblicke in individuelle Lebensgeschichten und in die historischen Bedingungen von Zwangsarbeit während des Nationalsozialismus.
Nutze die Dokumente insbesondere für eine quellenkritische Auseinandersetzung: Was bedeutete die Deportation und Zwangsarbeit konkret für den betroffenen Menschen? Wer hat das Dokument wann und im Auftrag welcher Institution ausgestellt? Welchem Zweck diente es? Welche Informationen enthält es und welche fehlen? Welche Angaben erscheinen glaubwürdig und welche Fragen bleiben offen? Auf diese Weise verbindest du die Beschäftigung mit der Geschichte der NS-Zwangsarbeit mit grundlegenden Fragen historischer Quellenkritik.
Für die Arbeit mit den Quellen stehen deinen Schülerinnen und Schülern verschiedene digitale Zugänge zur Verfügung. Du kannst Dokumente über ein Karussell, eine Weltkarte oder eine filterbare Liste auswählen. Interaktive Spots ermöglichen eine detaillierte Erkundung einzelner Dokumente. Abbildungen lassen sich vergrößern und werden durch Bildunterschriften und Quellennachweise ergänzt. Teilweise stehen Transkriptionen und Übersetzungen zur Verfügung. Eine Lebenslinie, ein Zeitstrahl und eine begleitende Story helfen, die Dokumente biografisch und historisch einzuordnen. Ein Glossar, Fragen und Quizaufgaben unterstützen die weitere Auseinandersetzung.
Wenn du die Quellenarbeit weiter vertiefen möchtest, kannst du außerdem das kostenlose didaktische Begleitprogramm nutzen. Im Workspace „Mit Stempel und Unterschrift“ findest du einen Onlinekurs für Lehrkräfte mit Hintergrundwissen und Impulsen für die Bildungsarbeit. Ergänzend werden didaktische Handreichungen mit konkreten Stundenabläufen und Materialien entwickelt sowie begleitende Webinare angeboten.
Mit der digitalen Lernplattform „Werde Zweitzeug:in“ von ZWEITZEUGEN e.V. kannst du deinen Schülerinnen und Schülern ab dem 12. Lebensjahr multimediale Lebensgeschichten von Überlebenden der Shoah zugänglich machen. Die Plattform ist frei zugänglich und verbindet Digital Storytelling mit einem Lerntool zu Antisemitismus und dem Podcast „Geschichten, die bleiben“.
Die Idee von „Zweitzeug:en“: Die Lebensgeschichten werden über kurze Videos von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Illustrationen, Texte und Audioaufnahmen aus Gesprächen vermittelt. Dadurch kannst du deinen Schülerinnen und Schülern einen persönlichen Zugang zu den Erfahrungen der Überlebenden eröffnen. Zugleich werden die individuellen Geschichten historisch eingeordnet. Im Verlauf lernen die Schülerinnen und Schüler zentrale Aspekte der Zeit des Nationalsozialismus, der NS-Verfolgung verschiedener Gruppen und des Zweiten Weltkriegs kennen.
Nutze die zusätzlichen Informationsebenen und das Glossar, um einzelne Begriffe und historische Zusammenhänge gemeinsam zu vertiefen. Interaktive Fragen regen deine Schülerinnen und Schüler dazu an, über das Erfahrene nachzudenken und Bezüge zu ihrer eigenen Lebenswelt herzustellen. Die unterschiedlichen medialen Zugänge ermöglichen es, die Auseinandersetzung mit einer Lebensgeschichte individuell zu gestalten.
Wenn du mit deinen Schülerinnen und Schülern darüber sprechen möchtest, wie sich Erinnerungskultur durch digitale Medien verändert, bietet dir die 2025 produzierte NDR-Reportage „Holocaust digital. Wie erinnern wir uns in Zukunft?“ einen geeigneten Ausgangspunkt. Die gemeinsam mit ARTE produzierte Reportage beschäftigt sich auf einer Metaebene mit der Frage, wie digitale Erinnerung an die Shoah gestaltet werden kann. Im Mittelpunkt stehen die Weitergabe von Erinnerung an kommende Generationen sowie Möglichkeiten und Herausforderungen neuer digitaler Vermittlungsformen.
Du kannst die Reportage bzw. Teile der Reportage nutzen, um mit deinen Schülerinnen und Schülern unterschiedliche Formen digitaler Gedenkarbeit zu untersuchen. Thematisiert werden u. a. die mobile Ausstellung „In Echt? Virtuelle Begegnung mit NS-Zeitzeuginnen und NS-Zeitzeugen“ (auch nach einfacher Registrierung online zugänglich: https://fragnach.org/wie-kann-ich-das-interview-online-nutzen) sowie die Arbeit von Content-Creatorinnen und Content-Creatoren. Am Beispiel von Marie Zachger von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme wird außerdem die Frage aufgegriffen, wie historische Inhalte in sozialen Medien angemessen und verantwortungsvoll vermittelt werden können.
Nutze diese Beispiele, um mit deiner Lerngruppe darüber zu diskutieren, wie Erinnerung in einer digitalisierten Gesellschaft hergestellt, vermittelt und verändert wird. Dabei kannst du auch die aktive Herstellung und Gestaltung von Geschichte und Erinnerung als soziale und demokratische Praxis thematisieren (als Doing History und Memory bezeichnet, siehe dazu Berg, Lorenz & Oswald 2025).
Literatur
Berg, M./ Lorenz, A./ Oswald, K. (Hrsg., 2025): Geschichte auf Instagram und TikTok. Perspektiven auf Quellen und Praktiken. Berlin: de Gruyter.
Mit der App „Stolpersteine Digital“ kannst du deine Schülerinnen und Schüler dazu anregen, sich mit den Biografien von Menschen zu beschäftigen, die während des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Die Schülerinnen und Schüler können Stolpersteine einscannen und Informationen zu den jeweiligen Biografien abrufen. Außerdem können sie Stolpersteine in ihrer Umgebung suchen und eine virtuelle Gedenkkerze mit einer persönlichen Erinnerungsbotschaft hinterlassen.
Die App bietet dir damit insbesondere die Möglichkeit, historische Erinnerung mit dem unmittelbaren Lebensumfeld deiner Schülerinnen und Schüler zu verbinden. Ergänzend findest du auf der Website Unterrichtsmaterialien. Dazu gehören z. B. Materialien zum Untergang der „Cap Arcona“ für die Sekundarstufe I oder zum Film „Den Nazis eine schallende Ohrfeige versetzen“ für die Sekundarstufe II.
Wie können Schülerinnen und Schüler mit Zeitzeugen ins Gespräch kommen, wenn diese nicht mehr persönlich für Interviews zur Verfügung stehen? Eine Möglichkeit bietet das digitale Projekt „Frag nach“ des Deutschen Exilarchivs 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek. Dieses ermöglicht es, Fragen an die Zeitzeuginnen Inge Auerbacher und Kurt S. Maier zu richten und passende Ausschnitte aus ihren aufgezeichneten Aussagen abzurufen. Die möglichen Antworten thematisieren Erinnerungen an ihre Kindheit, antisemitische Verfolgung im Nationalsozialismus, Exilerfahrungen nach 1933, das Ankommen in einem neuen Land (USA), aber auch ihr Engagement und ihre Rolle als Zeitzeugen.
Nach einer kurzen Registrierung können Nutzerinnen und Nutzen Fragen über die Tastatur oder ein Mikrofon eingeben. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz und Spracherkennung werden passende Ausschnitte aus den Videoaufnahmen ausgewählt. Die Videoaufnahmen werden dann abgespielt. Die Nutzerinnen und Nutzer sehen die beiden vor sich im Sessel sitzen.
„Frag nach“ ersetzt weder persönliche Begegnungen mit Zeitzeugen noch die Arbeit mit historischen Quellen. Es eröffnet aber einen zusätzlichen Zugang, um historisches Lernen mit einer kritischen Auseinandersetzung zu KI-gestützter Geschichtsvermittlung zu verbinden. Lehrkräfte sollten die Nutzung dieses digitalen Angebots vorbereiten und begleiten. Wichtig ist, die Aussagen historisch einzuordnen und individuelle Erinnerungen als subjektive Momente einzuordnen. Das Projekt bietet Handreichungen und Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte an. In Frankfurt am Main und Essen können zudem entsprechende Ausstellungen besucht werden.
„Schulferien werden deutschlandweit um vier Wochen gekürzt!“ oder „Trink jeden Morgen ein Glas Apfelessig und du verbrennst Bauchfett im Handumdrehen!“ – solchen oder so ähnlichen Desinformationen begegnet man online ständig (die Verbraucherzentrale und Quarks haben weitere Informationen zum Thema Apfelessig zusammengetragen, falls du mehr dazu wissen möchtest). Auch aus unserer Community hat uns dazu eine […]
Filme sind längst nicht nur Gegenstand des Deutschunterrichts. Auch wenn es um Medienbildung, gesellschaftliche Themen oder die eigene Produktion audiovisueller Inhalte geht, spielen sie eine wichtige Rolle. Dabei reicht Filmbildung von der Analyse einzelner Gestaltungsmittel bis hin zur Frage, wie Filme Geschichten erzählen und welche Wirkung Bild, Ton oder Schnitt entfalten können. Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) bündelt auf seiner Themenseite „Lernangebote und Medien zur Filmbildung“ verschiedene Materialien, Projekte und Weiterbildungsangebote rund um diese Themen.
Die folgende Unterrichtseinheit ist je nach verfügbarer Zeit flexibel umsetzbar. Auch die Ergebnissicherung kann kreativ und vielseitig erfolgen, z.B. als (kleine) Präsentation, als Plakat für eine kleine Ausstellung oder als digitale Version für die Website der Schule oder die Schülerzeitung.
Zum Einstieg: Schüleraktivierung
Recherchiert im Klassenverband oder in Kleingruppen Beispiele für Fehler, die Journalistinnen oder Journalisten gemacht haben. Wichtig vorab: Grenzt im Plenum die folgenden zwei Begrifflichkeiten voneinander ab:
Falschmeldung: Eine Meldung/Nachricht oder andere mediale Inhalte, die unwahr sind bzw. nicht den Tatsachen entsprechen; sie werden (meist) unabsichtlich veröffentlicht. Früher nannte man sie „Zeitungsente“.
Fake News: Bewusst unwahrer Inhalt, der falsche Tatsachen verbreitet und Fakten ignoriert in der Absicht, Menschen zu täuschen oder zu manipulieren. Eine weitere Bezeichnung ist „Desinformation“.
Stellt klar, dass es um die erste Kategorie „Falschmeldung“ geht. Mögliche Suchergebnisse könnten sein:
Das Nachrichtenmagazin „stern“ veröffentlicht 1983 Auszüge aus den angeblichen Original-Tagebüchern von Adolf Hitler, für die sie Millionen D-Mark an Konrad Kujau zahlen. Nur wenig später stellt sich heraus, dass dieser die Dokumente gefälscht hat. Die gesamte Chefredaktion muss daraufhin zurücktreten (Anmerkung: Auch wenn die Dokumente selbst gefälscht waren, hielt die Redaktion sie für echt, also eine typische „Falschmeldung“).
Die damalige US-Regierung unter George W. Bush begründete ihren militärischen Einmarsch im Irak und den darauffolgenden Krieg mit der Behauptung, Diktator Saddam Hussein verfüge über Massenvernichtungswaffen. Die meisten Medien übernahmen dieses politisch motivierte Narrativ (Erzählung) unwidersprochen. Später stellte sich die Behauptung tatsächlich als unwahr heraus.
2005 liegt der damalige Papst auf dem Sterbebett, die ganz Welt blickt schon seit Tagen auf den Vatikan in Rom. Schon Stunden vor seinem tatsächlichen Tod vermelden die italienische Nachrichtenagentur Ansa und der amerikanische Nachrichtensender CNN jedoch bereits per Eilmeldung sein Ableben.
Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ veröffentlicht über Jahre Reportagen des vielfach preisgekrönten Reporters Claas Relotius. Der erfindet jedoch jahrelang Zitate, Protagonistinnen und Protagonisten. Ein Kollege überführt ihn 2018 schließlich. (Anmerkung: Auch wenn Claas Relotius seine Texte bewusst manipuliert hat, wollte er Menschen nicht desinformieren, sondern sein eigenes Ansehen als „Starjournalist“ weiter unterfüttern.)
Im Februar 2026 sendet die Nachrichtensendung „heute-journal“ einen Beitrag über die Abschiebepraktiken der US-Behörde ICE. Dabei wird eine Sequenz aus einem alten Video von 2022 als aktuell verwendet. Zudem werden mit der KI „Sora“ erstellte Sequenzen nicht als KI-generiert gekennzeichnet, wozu sich seit dem Launch von ChatGPT 2022 fast alle Qualitätsmedien freiwillig verpflichtet haben.
Alternative: Falls die Zeit fehlt oder die Recherche für eure Gruppe zu herausfordernd sein könnte, gebt diese Ergebnisse von Beginn zur Hand. Dann bietet es sich an, jeden „Fall“ an einzelne Lernende oder kleine Gruppen zu verteilen, die sich kurz einlesen und dann im Plenum schildern, was genau passiert ist und den Unterschied zwischen Falschmeldung und Fake News nochmals herausarbeiten.
Blick hinter die Kulissen: Warum passieren im Journalismus Fehler?
Diskutiert nun, warum Journalistinnen und Journalisten Fehler machen. Die wichtigsten Punkte sollten sein:
Auch Journalistinnen und Journalisten sind Menschen und machen Fehler, so wie wir alle; auch sie haben vielleicht zu wenig geschlafen, sind selbst erkältet und deshalb unaufmerksam oder haben einfach einen schlechten Tag.
Der Journalismus steht unter Druck, viele Menschen haben nicht mehr so viel Vertrauen in die Berichterstattung etablierter Medien. Viele Medienschaffende haben Angst, dass dieser Vertrauensverlust weiter zunimmt, wenn sie Irrtümer oder Fehler öffentlich machen.
Gerade in Nachrichtenredaktionen muss es oft schnell gehen und man arbeitet mit Informationen, die gerade erst veröffentlicht wurden. Gleichzeitig herrscht der Druck, möglichst als erste Medium eine Neuigkeit zu verbreiten: Wer zu langsam ist, erreicht oft weniger Menschen. Weniger Reichweite wiederum bedeutet weniger Erlöse durch Werbeeinnahmen im Internet.
Durch die immer geringeren Einnahmen können viele Medien immer weniger Personal beschäftigen. Gleichzeitig ist die Flut an Informationen – besonders auch an Desinformation (Fake News) – im Internet enorm gestiegen. Es müssen also von immer weniger Menschen immer schneller Fakten überprüft werden.
Die Welt wird, nicht zuletzt durch neue Technologien wie KI immer komplexer. Es wird herausfordernder, politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche oder wissenschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und verständlich aufzubereiten.
Der sogenannte „confirmation bias“ sorgt dafür, bevorzugt all jene Informationen wahrzunehmen und als richtig einzuordnen, die das eigene Weltbild bestätigen. Informationen, die diesen widersprechen, werden weniger stark wahrgenommen oder sogar verneint. Auch Journalistinnen und Journalisten ignorieren mitunter Hinweise, die ihrer Hypothese für einen Beitrag widersprechen, oder sogar nur nach Fakten und Quellen suchen, die ihre Hypothese bestätigen.
Wie geht es besser? Der richtige Umgang mit Fehlern
Sammelt in Kleingruppen oder direkt im Plenum Vorschläge, wie Journalistinnen und Journalisten mit Fehlern umgehen sollten. Mögliche Leitfragen:
Was würden sie selbst tun, wenn sie einen Fehler gemacht haben?
Was würden sie sich von anderen wünschen, wenn diese einen Fehler gemacht haben?
Warum könnte eine gute Fehlerkultur besonders im Journalismus wichtig sein (Stichwort: Vertrauen in den Journalismus)?
Tragt danach die Ergebnisse an Tafel oder Whiteboard zusammen. Diese sollten sein:
Flucht nach vorn: Sobald klar ist, dass ein (gravierender) Fehler passiert ist, sollte ein Medium das auch öffentlich machen und sich klar dazu bekennen.
Transparente Korrektur: Während Tipp- oder Orthografiefehler kommentarlos berichtigt werden, sollten gröbere Fehler benannt und markiert werden, beispielsweise durch einen hervorgehobenen Zusatz im Text oder direkt über/unter dem fehlerhaften Beitrag. Auch Datum und Uhrzeit der Korrektur sollten vermerkt werden.
Sich entschuldigen: Journalistinnen und Journalisten oder die Chefredaktion eines Mediums sollten sich für den Fehler bei ihrem Publikum entschuldigen, vor allem aber bei möglichen Betroffenen, die durch den Fehler in einem falschen Licht dargestellt wurden.
Ursachenforschung: Die Journalistin oder der Journalist sollte recherchieren, wie es zu dem Irrtum kommen konnte, um diesen künftig zu vermeiden. Auch die Redaktion sollte intern ihre Abläufe und redaktionellen Standards überprüfen: Wurden falsche Quellen zitiert? Oder das „Vier-Augen-Prinzip“ missachtet, hat also niemand anderes den Beitrag nochmals kontrolliert und die Fakten überprüft?
Für höhere Klassenstufen: Ein Blick in Pressekodex und Medienrecht
Wenn Medien falsch über Personen, Institutionen oder Unternehmen berichten, sind sie zur Korrektur verpflichtet. Hierbei wird zwischen der rechtlichen (juristischen) und ethischen Verpflichtung unterschieden.
Lasst die Lernenden arbeitsteilig zu folgenden Begriffen recherchieren:
Beschwerde
Richtigstellung/Berichtigung
Gegendarstellung
Tragt im Plenum die Ergebnisse zusammen. Als Ergebnissicherung könnt ihr auch die Kopiervorlage nutzen. Alternativ kann diese Aufgabe auch als Hausarbeit, Referat oder besondere Lernleistung gestellt werden.
Felix Rohrbeck hat Volkswirtschaftslehre und Kommunikationswissenschaften studiert und ein Volontariat beim NDR absolviert und arbeitet als freier Wirtschaftsjournalist. Im Rahmen eines Fellowships des Media Lab Bayern hat er sich sechs Monate mit der Fehlerkultur im Journalismus beschäftigt.
Im Oktober 2025 hat er einen in der Medienbranche viel beachteten Artikel zum Thema Fehlerkultur im Branchenmagazin „journalist“ veröffentlicht. Darin schreibt er unter anderem: „Die Menschen nehmen es uns nicht übel, wenn wir Fehler machen, weil auch wir nur Menschen sind und mit wirtschaftlichen und strukturellen Zwängen zu kämpfen haben. Wohl aber, wenn sie dahinter Manipulation, Fremdsteuerung oder bewusstes Lügen vermuten. Gerade weil wir Journalisten so wenig über unsere Fehler, Versäumnisse und die tatsächlichen Gründe sprechen, reimen sich viele Menschen eigene Erklärungen zusammen. Sie vermuten dann oft eine böse Absicht, auch wenn das in den allermeisten Fällen nicht zutreffend ist.“
Zu hören ist Rohrbach zum selben Thema in der Folge „Vertrauen – Das passiert, wenn Journalisten Fehler ehrlich zugeben“ aus dem Podcast „Nice & Nötig“ des Branchenmagazins „Übermedien“. Sein Tenor, um verloren gegangenes Vertrauen in etablierte Medien zurück zu gewinnen: „Ich glaube wirklich, dass das Eingeständnis von eigenen Fehlern eine der wirksamsten Waffen gegen Polarisierung ist.“
Ihr braucht noch mehr Unterstützung aus der Praxis?
Wendet euch an den Verein „Journalismus macht Schule“ – er vermittelt Schulbesuche von Journalist:innen zu vielen verschiedenen Themen, auch zu einem guten Umgang mit Fehlern im Journalismus.
Digitalisierung und das neue Schuljahr *Dieser Text besteht mehr aus hingeworfenen Notizen, weniger hat er den Anspruch, ein komplexes Ganzes zu bilden. Das sollte man...
Wenn ich mir anschaue, was KI zu leisten in der Lage ist, beeindruckt mich (in den unterschiedlichen Modellen mit deutlichen Abstufungen, die hier aber nicht näher analysiert werden sollen) die rhetorische Eleganz, mit der diese generativen, rein auf Statistik beruhenden Sprachmodelle Leerstellen füllen. Wir sprechen bei der KI bei einer solchen Füllung von Leerstellen von »Halluzinationen«. Dabei erfindet eine KI Fakten, die statistisch wahrscheinlich, aber inhaltlich falsch sind. – Das ist im schulischen Kontext nicht neu. Als Deutsch- und Religionslehrer, als Philologe und Theologe, begegnet mir diese Form der Spekulation vor allem im schulischen Kontext regelmäßig. Und dennoch ist das,
Die Masterarbeit Repräsentation kindlicher Lebenswelten durch Moderation im öffentlich-rechtlichen Kinderfernsehen aus Perspektive von Grundschulkindern von Theresa Pape und Sebastian Stöcker von der Universität Erfurt zeigt anhand einer qualitativen Studie mit Grundschulkindern, dass Moderatorinnen und Moderatoren im Kinderfernsehen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch als wichtige Repräsentantinnen und Repräsentanten kindlicher Lebenswelten wirken.
Mit ihrer Bachelorarbeit Medienpädagogik in der stationären Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen zwischen Hilfe und Kontrolle. Eine empirische Untersuchung über die Relevanz der Haltung von Sozialarbeiter*innen auf Digitalität und die Vermittlung von Medienkompetenz in Wohngruppen macht Charlotte Claus von der Technischen Hochschule Köln deutlich, wie stark die Haltung von Fachkräften die Vermittlung von Medienkompetenz in stationären Jugendhilfeeinrichtungen beeinflusst – und welche Herausforderungen der digitalen Teilhabe dabei bestehen.
Und die Bachelorarbeit Augmented Reality im Waldkindergarten. Einsatzmöglichkeiten von AR zur Unterstützung von Bildungsprozessen in ausgewählten Bildungsbereichen von Cassandra Bunte von der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Holzminden untersucht das Potenzial von Augmented Reality in der frühkindlichen Bildung und zeigt, wie diese Technologie sinnvoll in die naturpädagogische Praxis von Waldkindergärten integriert werden kann.
Zum Preis
Der medius ist ein Preis für innovative, wissenschaftliche und praxisorientierte Abschlussarbeiten, die sich mit aktuellen Aspekten aus dem Medienbereich, der (Medien-)Pädagogik oder Themen des Jugendmedienschutzes beschäftigen. Er wird durch die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK), die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) und das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) vergeben.
Neben einer sinnvollen Theorie-Praxis-Verbindung und der Förderung internationaler Perspektiven ist dabei eines der Hauptkriterien für die Auszeichnung stets die Interdisziplinarität. Vor diesem Hintergrund richtet sich die Ausschreibung des medius ausdrücklich auch an alle fachfremden Disziplinen, die eine Relevanz für Medienpädagogik und Jugendmedienschutz geltend machen können.
Es können Abschlussarbeiten von Universitäten, Fachhochschulen und Hochschulen eingereicht werden, die im Jahr oder im Vorjahr der Ausschreibung abgeschlossen worden sind (i. d. R. Bachelor, Master, Magister, Diplom, Staatsexamen). Vorschlagsberechtigt sind die betreuenden Dozentinnen und Dozenten. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert. Einsendeschluss ist jedes Jahr der 28. bzw. 29. Februar. Eingereicht werden können die Bewerbungen bei der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (Kleine Präsidentenstr. 1, 10178 Berlin), vorzugsweise per Mail an: medius@mabb.de.
Den Bericht zur Verleihung des medius im Vorjahr können Sie hier nachlesen.
Bild: Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e. V. (GMK)
Smartphones gehören heute selbstverständlich zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Und angesichts wachsender Herausforderungen im Schulkontext – von Ablenkung über Cybermobbing bis Datenschutzfragen – wird ein generelles Verbot in der Schule aktuell intensiv diskutiert. Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK) und der Verband der Sonderpädagogik Landesverband Schleswig-Holstein e.V. (vds SH) warnen und positionieren sichdeutlich gegen ein pauschales Verbot von Smartphonenutzung an Schulen: Regulieren statt verbieten lautet die Forderung.
„Wir brauchen keine pauschalen Verbote, sondern kluge, bedarfsgerechte Regeln und pädagogische Konzepte, die den vielfältigen Bedingungen des schulischen Miteinanders sowie dem Auftrag zeitgemäßer Bildung in einer zunehmend durch digitale Medien geprägten Gesellschaft gerecht werden“, so lautet die zentrale Botschaft des gemeinsamen Positionspapiers. Statt eines Verbots sind pädagogisch fundierte, differenzierte und gemeinsam mit den Schüler:innen entwickelte Regelungskonzepte gefordert, die sich an der Lebenswelt der Schüler:innen orientieren und ihre Partizipation und Medienkompetenz fördern. Das Positionspapier ist zentraler Bestandteil des neuen Webangebots Regulierung braucht Medienbildung der GMK.
Medienkultur statt Medienverbot
Für eine verantwortungsvolle Medienkultur in der Schule haben GMK und vds SH neun konkrete Forderungen formuliert, an denen sich Schulen und Bildungspolitik orientieren können:
Partizipation stärken: Schüler*innen an Medienregeln beteiligen
Medienbildung verankern: Medienkompetenzförderung in alle Lehrpläne
Schulen personell ausstatten: Medienpädagog*innen im Kollegium etablieren
Lehrkräfte qualifizieren: Medienpädagogik in Aus- und Fortbildung integrieren
Situativ regeln: Gezielte und bewusste Smartphonenutzung ermöglichen
Inklusion fördern: Vertraute Geräte für Teilhabe einsetzen
Lebensweltorientierung gewährleisten: Smartphone als integralen Alltagsbestandteil anerkennen
Eltern einbeziehen: Medienbildung gemeinsam mit Erziehenden gestalten
Unterschiede berücksichtigen: Regelungen an jede Schule anpassen
Fazit
„Schule braucht Regeln – aber keine Pauschalverbote“, denn Verbote lösen keine Probleme, sondern verlagern sie nur. Gerade vulnerablen Gruppen wie Schüler:innen mit Förderbedarf oder solche aus benachteiligten Familien bieten Smartphones (mit schulischer Begleitung) Lernzugänge und Möglichkeiten der Teilhabe, Kommunikation und Selbständigkeit. Ziel ist eine chancengerechte und lebensweltnahe Medienbildung, die Kinder dazu befähigt, mit Medien verantwortungsvoll, selbstbestimmt, reflektiert und kreativ umzugehen. Deshalb sollen in der Schule Medien nicht verdrängt, sondern im Gegenteil pädagogisch sinnvoll eingebettet werden.
auch wer mit der katholischen Kirche rein gar nichts am Hut hat, konnte vor exakt vier Wochen nicht umhin wahrzunehmen, dass das Konklave innerhalb kürzester Zeit den 267. Nachfolger Petri gewählt hatte. „Ein nahezu undenkbarer Papst“ titelte die FAZ und brachte damit die faustdicke Überraschung auf den Punkt, denn Robert Francis Prevost ist der erste US-Amerikaner, der dieses Amt innehat. Bei näherem Hinsehen dürfte seine bisherige Funktion als Präfekt des Dikasteriums für Bischöfe sicherlich nicht geschadet haben, denn so hatte er in den letzten beiden Jahren Kontakt zu vielen der 133 versammelten Kardinäle, die sich zum großen Teil untereinander (noch) nicht kannten.
Alle seine Worte, seine Gesten und die Wahl seiner Kleidung sowie andere Details wurden in den ersten Tagen exegetischer Prüfung unterzogen: Wie tickt Leo XIV? Sagt die Namenswahl mit Bezug auf den „Arbeiterpapst“ Leo XIII. und dessen Sozialenzyklika Rerum novarum schon alles? Wird er die Reformansätze von Franziskus fortführen, worauf seine erste Ansprache an das Kardinalskollegium zwei Tage nach seiner Wahl schließen lässt?
Eines aber scheint schon jetzt klar zu sein: Papst Leo XIV. „kann“ Medien und versteht deren Relevanz in einer modernen Welt. Und bereits in den ersten Tagen hat er sich zum Thema Künstliche Intelligenz geäußert. Er stellt sie in den Kontext der katholischen Soziallehre, „um auf eine weitere industrielle Revolution und auf die Entwicklungen der künstlichen Intelligenz zu antworten, die neue Herausforderungen im Hinblick auf die Verteidigung der Menschenwürde, der Gerechtigkeit und der Arbeit mit sich bringen.“ (ebd.)
Damit bringt er ein Anliegen auf den Punkt, das zuletzt Ende Januar 2025 in der gemeinsamen Note Antiqua et nova der Vatikan-Behörden für die Glaubenslehre und für Kultur und Bildung über das Verhältnis von künstlicher Intelligenz und menschlicher Intelligenz geäußert wurde: Es kann und darf nicht darum gehen, revolutionäre Entwicklungen wie die auf dem Gebiet der KI zu verteufeln. Im Gegenteil: „Die Kirche fördert den Fortschritt in Wissenschaft, Technik, Kunst und allen anderen menschlichen Unternehmungen“ (ebd.), da sie darin eine Mitwirkung am Schöpfungsauftrag sieht. Allerdings muss die Verschiedenheit von menschlicher und künstlicher Intelligenz ebenso betont werden wie die genuine Beziehungsfähigkeit der Menschen – was die Maschine bei entsprechender Programmierung und Training bestenfalls simulieren, aber niemals empathisch nachvollziehen kann.
Es wird spannend sein, zu verfolgen, welche Chancen für Kirche und Pastoral noch in KI liegen und wie sie genutzt werden können. Schon jetzt ist aber klar, dass für eine kompetente Nutzung von KI-Diensten auch erhebliche Kompetenzen vonnöten sind. Das Vatikan-Dokument hebt dabei vor allem auf Transparenz, Rechenschaftspflicht der Anbieter und Betreiber sowie kritisches Denken und Urteilsvermögen der Nutzer:innen ab.
Dass dabei – wie auch bei der kompetenten Nutzung – durchaus noch „Luft nach oben“ ist, zeigen auch die aktuellen Studien des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs), die in den letzten beiden Wochen erschienen sind: Sowohl bei den Kindern (KIM-Studie 2024) wie bei den Senior:innen (SIM-Studie 2024 – unser mekomat des Monats) spielt KI bisher noch kaum eine Rolle.
Herzliche Grüße
Prof. Andreas Büsch Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz
Am 15. Mai 2025 trafen sich in der Katholischen Hochschule Mainz bei einer Veranstaltung u. a. der Clearingstelle Medienkompetenz Expert:innen aus Wissenschaft und Forschung, um mit mehr als 60 Gästen über die Chancen, Herausforderungen und Risiken von KI in der Sozialen Arbeit zu diskutieren.
Medien – warum die 4. Gewalt für die Demokratie so wichtig ist
Spätestens mit dem Feldzug des US-Präsidenten Donald Trump gegen die freie Presse in den USA wird der Ton für Journalisten rauer. Fake-News und Hetz-Kampagnen in Sozialen Netzwerken sind neue Herausforderungen. Umso wichtiger ist die Rolle der Medien als kontrollierende 4. Gewalt in unserem Rechtsstaat.
Die Ergebnisse der SIM-Studie 2024 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs) zeigen einen deutlichen Anstieg der digitalen Teilhabe der Personen ab 60 Jahren im Vergleich zu den Vorjahren. Dennoch besteht ein hoher Bildungsbedarf vor allem im Bereich der digitalen Gesundheitskompetenz.
In der nächsten Woche findet in Siegburg die dritte und letzte Präsenzphase des aktuellen Kurses #mepps24 statt. Die Teilnehmenden aus den verschiedensten Handlungsfeldern präsentieren dann vor dem Plenum ihre Projekte. Diese werden anschließend auf unserer Projektwebsite zu finden sein. Wir sind gespannt!
Interessierte können sich jetzt noch bewerben für den 11. Durchgang unseres Zertifikatskurses. Beginn ist im Herbst. Alle Informationen zu Programm, Terminen und Kosten finden sich auf unserer Website. Außerdem gibt es dort den Link zu unserem Online-Bewerbungsformular, das noch bis 15. Juni freigeschaltet ist.
GMK: Einladung zur Online-Veranstaltung am 27. Juni
Wie bewegen und verhalten sich junge Menschen bei der Suche nach Informationen in komplexen Online-Räumen? Dr. Georg Materna vom JFF stellt auf der Veranstaltung im Rahmen von toneshift – Netzwerk gegen Hass im Netz und Desinformation Erkenntnisse aus einer aktuellen Explorationsstudie vor.
Seit 1999 führt der mpfs jährlich eine Studie zum Stellenwert von Medien im Alltag von Kindern durch. Die neue Studie zeigt: Mehr als die Hälfte aller internetnutzender Kinder ist täglich online und dabei auch häufig auf Social Media, obwohl das laut den Nutzungsbedingungen erst ab 13 erlaubt ist.
Mit KI lassen sich Bilder, Videos, Audios und Texte gezielt manipulieren oder komplett neu erstellen. Solche Deepfakes können täuschend echt wirken! In 16 Beispielen kann man testen, wie gut man dagegen gewappnet ist. Zu jeder Antwort gibt es ein Feedback mit hilfreichen Erklärungen und weiteren Informationen.
Die GMK sucht medienpädagogische Projekte mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Fluchtgeschichte, um sie einer breiten Öffentlichkeit als Good-Practice-Bespiele zugänglich zu machen. Die Projekte werden nach Schwerpunkt, Medien, Zielgruppe und Methode kategorisiert. Senden Sie hre Vorschläge!
„Mit unserer Arbeit möchten wir das Verständnis unterschiedlicher Generationen füreinander stärken und Familien fit für einen sicheren und verantwortungsbewussten Medienumgang machen“, so die Medienpädagogin Erika Bartsch vom Projekt MEiFA, das u. a. intergenerationelle Workshops anbietet.
Das 42. Forum Kommunikationskultur findet vom 14. bis 16. November 2025 in Oldenburg statt. Das diesjährige Motto lautet: Don’t Panic! Der Fokus liegt auf Ansätzen, die herausfordernde Themen nicht nur ernst nehmen, sondern souverän und proaktiv angehen, und helfen, Ängste zu überwinden und Resilienz zu stärken.
Auf der Open Source-Plattform LocalSend kann man Dateien einfach, fast intuitiv und ohne zentralen Server teilen. Sie ist für Windwows, macOS, Linux, Android und iOS kostenlos verfügbar – ohne Werbung und Tracking. Sicherheit und Datenschutz sind durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gewährleistet.
Nicht bloß ein netter Zeitvertreib für Web-Nerds: Zu einer vorgegebenen Farbe muss der passende RGB-Wert im Hexadezimal-Format geraten werden. Nach jeder Eingabe gibt es eine Hilfestellung, ob und wie sehr der Versuch korrigiert werden muss. Bei der Auflösung gibt es dann die Bezeichnung des Farbtons im Klartext.
Mittlerweile sind die Bild-Generatoren so gut geworden, dass es selbst für Profis schwierig wird, KI-Produkte zu erkennen. Wie das geht und warum das so schwierig geworden ist, erklärt c’t-Redakteur Jan-Keno Janssen. Das You-Tube-Tutorial lässt genügend Zeit, um mitzuraten, welche der 20 Bilder KI-generiert sind. Verblüffend!
Dass auf Social Media nicht alle Inhalte den Anspruch haben, gehaltvoll zu sein, dürfte inzwischen allgemein bekannt sein. Laut Webhelm gibt es dafür sogar einen Begriff: Brainrot (Gehirnfäule), was auf den mentalen Zustand nach übermäßigem Konsum geistloser Inhalte anspielt. Leider nicht nur lustig …
Extremist:innen greifen KI-Bildertrends wie „Ghiblification“ (die Umwandlung von Fotos durch KI in Comicfiguren, die denen des japanischen Anime-Studios Ghibli ähnlich sehen) auf, zur heroisierenden Selbstdarstellung und um sich humorvoll zu geben. Durch die Verniedlichung lenken sie von ihrer Menschenverachtung ab.
Welche medienpädagogischen Themen werden im Film angesprochen?
Medienwirkung
Medienkritik
Fake News
Kritische Medienarbeit
Berichterstattung
Pressefreiheit
Medienkompetenz
Medien als wichtige gesellschaftliche Komponente
Medien spielen in jeder Gesellschaft eine wichtige Rolle. Sie stellen eine zentrale Schnittstelle zwischen der Bevölkerung, politischen Akteur:innen und der Welt dar. In einer demokratischen Gesellschaft kommen den Medien diverse Aufgaben zu. Die bekanntesten sind die Unterhaltung und Information der Öffentlichkeit. Zu diesen Funktionen kommen weitere hinzu, die eine hohe gesellschaftliche Relevanz besitzen. Medien sollen nicht nur Neuigkeiten zur Verfügung stellen, sondern eine Einordnung der aktuellen Geschehnisse leisten und Rezipient:innen wichtige Hintergrundinformationen geben. Durch ein breites Spektrum von Informationsquellen schafft die Medienlandschaft eine Vielfalt, welche es den Menschen ermöglicht, kritisch auf Nachrichten zu blicken und diese einzuordnen. Dadurch wirken die Medien an der Befähigung der Bevölkerung mit, dem politischen und gesellschaftlichen Diskurs zu folgen, was wiederum eine fundierte Meinungsbildung ermöglicht.
Zudem lassen die Medien Menschen zu Wort kommen, die ohne sie keine große Reichweite hätten. Damit ermöglichen sie Teilhabe und politische Willensbildung. So kommt es zu einem Austausch zwischen Bürger:innen und Politik und es entstehen Vernetzungen innerhalb der Gesellschaft.
Schließlich ist die Kontrolle eine zentrale Funktion der Medien. Denn eine der Aufgaben der Medien ist es, die Handlungen und Pläne von Politik und Machthaber:innen der Gesellschaft transparent zu machen und kritisch zu hinterfragen. Meinungsfreiheit und die Freiheit zur Kritik an Menschen und Institutionen, die durch politische, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Positionen Macht besitzen, müssen in einer demokratischen Gesellschaft gewährleistet sein, um den Missbrauch von Macht aufzudecken und zu verhindern. Insofern sind Kritik und Kontrolle durch Medien eine wichtige Grundlage der Demokratie und ein Grundpfeiler unseres Rechtstaates.
Unabhängige Medien als Grundlage der Demokratie
Nachdem in der deutschen Geschichte vor allem das nationalsozialistische Regime eine freie Berichterstattung verhindert hatte und die Machthaber:innen Massenmedien wie das Radio nutzten, um Propaganda und Manipulation zu betreiben, hebt die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland den Schutz der Meinungs- und Pressefreiheit besonders hervor (Art. 5 GG). Die Geschichte hatte gelehrt, dass eine unabhängige Berichterstattung ohne Einschränkung und Zensur für die Demokratie unabdingbar ist. Aufgrund ihrer Kontrollfunktion werden die Medien als 4. Gewalt bezeichnet. Denn neben der Judikative, der Exekutive und der Legislative sind sie im Hinblick auf die Gewaltenteilung ein bedeutender Grundpfeiler unseres Rechtsstaates. Zentral ist dabei ihre Unabhängigkeit von Parteien, Politik oder anderen Akteur:innen.
Der Auftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ist die Berichterstattung sowie die Bildung, Beratung und Unterhaltung der Bevölkerung. Dazu muss eine unabhängige Finanzierung gesichert sein. Diese finanzielle Unabhängigkeit wird u. a. durch den Rundfunkbeitrag gewährleistet, der von den Bürger:innen entrichtet wird. Ein Kontrollorgan der öffentlich-rechtlichen Medien ist der Rundfunkrat. Er besteht aus Personen aus diversen gesellschaftlichen Bereichen, die gemeinsam mit unabhängigen Expert:innen darüber entscheiden sollen, in welche Projekte die Mittel fließen.
Das Konstrukt der öffentlich-rechtlichen Medien kann eine Einflussnahme nicht gänzlich ausschließen. Dennoch kommt es durch dieses komplexe System zu deutlich weniger Einflussnahme und Zensur als bei einem Staatsfunk.
Anders verhält es sich bei privat finanzierten Sendern und Medien. Die privaten Rundfunkanbieter zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Finanzierung durch andere Mittel und Methoden wie beispielsweise Werbeschaltungen, Produktplatzierungen und Abonnements gesichert wird. Sie können damit frei entscheiden, welche Projekte und Programme sie durchführen und anbieten. Gleichzeitig sind sie unmittelbar abhängig von den Geldgeber:innen, die direkt auf ihr Programm Einfluss nehmen und damit eigene Interessen durchsetzen können. Mittelbar sind sie zudem auf entsprechende Zuschauerquoten zur Rechtfertigung ihrer Werbepreise angewiesen.
Zur Medienkompetenz gehört der Aspekt des Medienwissens und damit auch das Verständnis für Strukturen und Zusammenhänge unser Mediensystem. Dieses „Struktur- und Orientierungswissen“ (Schorb) ist die Grundlage für die kritische Kompetenz (Medienkritik), die Bürger:innen einen kompetenten und selbstbestimmten Umgang mit Medien und Informationen ermöglicht. Es ist daher wichtig, Medienbildung für alle Bürger:innen zu ermöglichen und mit politischer Bildung zu verknüpfen – dies vor allem, da Politik und Parteiarbeit gerade in den letzten Jahren vermehrt in den Sozialen Medien stattfinden und diese neben den klassischen Medien für viele eine wichtige Informationsquelle sind.
Zum Einsatz in der (außer-)schulischen Medienarbeit mit Kindern und Jugendlichen
Medien sind im Alltag stets präsent. Seien es Zeitungen, das Autoradio, der Fernseher im Wohnzimmer, der Laptop oder das Smartphone. Von jedem dieser Geräte sind rund um die Uhr Informationen zugänglich, und es werden ständig neue Beiträge geteilt. Diese Fülle an Informationen besonders im Internet ist kaum kontrollierbar. Verbotene, fragwürdige oder falsche Inhalte können sich – nicht zuletzt aufgrund entsprechender Haltung der Plattform-Betreiber – nahezu ungehindert verbreiten.
Auch Kinder und Jugendliche sind von dieser Informationsflut betroffen. Umso wichtiger ist es, die Herausforderungen der digitalen Medien mit ihnen zu thematisieren. Eine wichtige Grundlage für die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Problemfeldern ist ein Verständnis für das System der Medien und der Berichterstattung in Deutschland. Die Entstehung und Entwicklung der Massenmedien und ihre kritische Vergangenheit in den Zeiten eines totalitären Regimes sollen mit Kindern und Jugendlichen thematisiert und reflektiert werden. Gleichzeitig bieten seriöse Medien ein notwendiges Gegengewicht zur tendenziell unkontrollieren Information aus Social Media-Kanälen. So können Kinder und Jugendliche durch das Verständnis der Geschichte und den Bezug zu aktuellen medialen Ereignissen eine fundierte und kritische Medienkompetenz erwerben.
Medienbildung und Medienkompetenz als Voraussetzung
Das Aneignen von Medienbildung und Medienkompetenz vom Kindesalter an ist in einer modernen Gesellschaft von zentraler Bedeutung, insbesondere angesichts der komplexen weltpolitischen Geschehnisse. Es ist wichtig, dass Kinder und Jugendliche lernen, Informationen und Berichte kritisch zu hinterfragen und zu bewerten. Dazu gehört es auch, einordnen zu können, welche Quellen verlässlich und seriös sind und welche nicht. Auch das Erkennen von Propaganda oder Fake News zählt zu diesen Kompetenzen. Es ist für eine demokratische Gesellschaft unerlässlich, nachfolgende Generationen dazu zu befähigen, sich in der Fülle von Informationen zurechtzufinden und gezielt hilfreiche und wahre Berichte und Fakten erkennen und herausfiltern zu können. Denn nur so wachsen die Kinder zu mündigen Büerger:innen heran, die sich kompetent an demokratischen Prozessen beteiligen können.
Ein weiteres Themenfeld des Films ist die Beeinflussung durch Influencer:innen, besonders auf der Plattform Youtube. Die selben Muster können aber auch auf weitere Social Media-Plattformen wie TikTok und Instagram übertragen werden. Gerade diese Plattformen sind Teil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Sie verbringen viel Zeit auf den Plattformen und knüpfen teilweise parasoziale Beziehungen mit Creator:innen. Das nutzen diese, um durch bewusst gesetzte Kaufempfehlungen oder Produktplatzierungen Geld mit ihren Beiträgen zu verdienen. Kinder und Jugendliche sollen lernen, kritisch zu hinterfragen, was die Beweggründe der Influencer:innen sind und wie ihr Content einzuschätzen ist.
Zum Einsatz mit Erwachsenen und Senior:innen
Genauso wie Kinder sind auch Erwachsene und Senior:innen im Alltag nahezu ständig mit Medien und den darin geteilten Beiträgen konfrontiert. Im Laufe ihres Lebens hat sich die Medienwelt durch die Digitalisierung sehr gewandelt. Aus diesem Grund ist es auch für Erwachsene relevant, sich mit der Medienwelt zu beschäftigen und ihre Medienkompetenz zu schärfen und an neue Umstände anzupassen.
Auch Erwachsene und Senior:innen mit langer Medienerfahrung und gefestigter Persönlichkeit sind nicht davor gefeit, auf Fake News, Verschwörungen oder Propaganda hereinzufallen. Im Laufe eines Lebens kann es immer wieder zu Phasen und Umbrüchen kommen, die Menschen auch anfällig für derartige Praktiken machen können. Deshalb ist es für Erwachsene wichtig, aufmerksam zu sein und sich aktiv mit der Medienwelt auseinanderzusetzen. Zudem stehen Erwachsene, hier besonders Erziehungsberechtigte, in der Verantwortung, die künftige Generation auf ihre Rolle in der demokratischen und medialen Gesellschaft vorzubereiten. Um dieser Aufgabe gerecht werden zu können, müssen Erwachsene über aktuelle mediale Phänomene informiert bleiben und sich mit den aktuellen Chancen und Risiken beschäftigen.
Die Teilnehmer:innen arbeiten in Kleingruppen zusammen. Die Gruppen werden einem Medium wie Radio, Zeitung, Fernsehen oder soziale Medien zugeteilt. Die Teilnehmer:innen recherchieren zu den Anfängen und der Entwicklung ihres Mediums. Wenn es der Zeitrahmen erlaubt, können alte Versionen, gerade der Printmedien, in Bibliotheken ausgeliehen oder aus dem privaten Besitz mitgebracht werden. Als Abschluss erstellen die Teilnehmer:innen eine Präsentation zu der Entwicklung, z. B. in Popplet, und zeigen in dieser die Veränderungen und Unterschiede bei klassischen Medien im Laufe der Geschichte sowie zwischen traditionellen Massenmedien und Sozialen Medien auf.
Debatte zu Medien und Demokratie
Unter den Teilnehmer:innen soll eine Debatte über das Zusammenspiel von Medien und Demokratie angeregt werden. Ausgangspunkt dafür können verschiedene Fragestellungen sein, z. B. „Sollten die Sozialen Medien stärker kontrolliert werden?“ oder „Sind die Sozialen Medien förderlich oder hinderlich für die demokratische Gesellschaft?“. Die Teilnehmenden werden dafür in jeweils eine Pro- und eine Contra-Gruppe eingeteilt.Sie recherchieren online und reflektieren gemeinsam Perspektiven und Argumente. Dabei übernimmt ein:e Teilnehmer:in oder die Leiterin die Rolle der Moderator:in. Die Argumente können anschließend digital gesammelt werden, beispielsweise auf Taskcards.
Meinung oder Fakt
Die Teilnehmer:innen schauen sich in Kleingruppen eine Auswahl an Social Media-Beiträgen zu einem aktuellen Thema an. Ihre Aufgabe ist es, die Beiträge zu analysieren und zu unterscheiden, welche Aussagen auf Fakten basieren und welche Aussagen Meinungen oder persönliche Ansichten darstellen. Dabei sollen sie konkrete Hinweise in den Beiträgen, wie Quellenangaben, Sprache und Formulierung, identifizieren, die auf Fakten oder Meinungen hindeuten und diese schriftlich festhalten. Anschließend präsentieren die Gruppen ihre Ergebnisse, z. B. in Classroomscreen, und es wird im Plenum diskutiert, warum es wichtig ist, zwischen Fakten und Meinungen zu unterscheiden.
Die Reportage „Medien – warum die 4. Gewalt für die Demokratie so wichtig ist“ bietet einen Kurzüberblick über die Entstehung und die Aufgaben von Medien. Die geschichtliche Einordnung und die darauf begründete Relevanz der Medien für die Demokratie werden gut erklärt. Die Dokumentation bietet einen strukturierten Überblick über die Geschehnisse und die Gefahren, welche hinter der Zensur und der Beschneidung der Pressefreiheit stehen. Dabei kommen Menschen mit verschiedenen Perspektiven und Rollen in der Medienwelt zu Wort. „Medien – warum die 4. Gewalt für die Demokratie so wichtig ist“ schafft damit einen guten Einstieg in die komplexe Welt der Medien und spricht grundlegend relevante Themengebiete an. Für ein tieferes Verständnis empfiehlt sich eine weitergehende und facettenreichere Auseinandersetzung im Anschluss.
Begrüßung zum Symposium „KI und Soziale Arbeit“ durch die Vorsitzende von forum sociale, Prof.’in Dr. Nicole Biedinger. Auf dem Podium (v.l.n.r.): Prof. Dr. Nils Köbel (Moderation), Prof.’in Dr. Doris Aschenbrenner, Dr. Nora Schleich, Prof. Andreas Büsch Foto: Clearingstelle Medienkompetenz – Tamara Dimdik
Am Abend des 15. Mai 2025 trafen sich im Rahmen einer Veranstaltung des forum sociale, des Katholischen Büros Mainz und der Clearingstelle Medienkompetenz in der Aula der Katholischen Hochschule Mainz Expert:innen aus Wissenschaft und Forschung, um mit den über 60 Gästen über KI und Soziale Arbeit, die Chancen, Herausforderungen und Risiken in diesem Themenfeld zu diskutieren.
Prof.in Dr. Nicole Biedinger vom forum sociale der Katholischen Hochschule Mainz eröffnete die Veranstaltung mit einem Experiment. Ihre Begrüßungsrede hatte sie sich von ChatGPT schreiben lassen. Die Rede wirkte verblüffend „echt“ und so KI- bzw. selbstkritisch, dass die Teilnehmenden kaum feststellen konnten, wann das KI-Zitat endete und die Vorsitzende des forum sociale wieder selbst sprach. Lediglich eine namentlich benannte Mitarbeiterin der Hochschule hatte die KI halluziniert, was nur den Kolleg:innen der KH auffallen konnte.
Prof. Dr. Nils Köbel, Professor für Pädagogik an der KH Mainz, begrüßte die Expert:innen: Prof.in Dr. Doris Aschenbrenner, Professorin für „Human in Command“ an der Hochschule Aalen, Prof. Andreas Büsch, Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz und Professor für Medienpädagogik und Kommunikationswissenschaft an der KH Mainz, sowie Dr. Nora Schleich, Programmkoordinatorin und Konzeptgestalterin EwB Luxemburg. Der Moderator erläuterte das Format der Veranstaltung: In einem sogenannten Fishbowl-Setting nehmen die Expert:innen auf dem Podium Platz, auf dem ein Stuhl frei bleibt für Teilnehmende, die sich jederzeit mit ihren Fragen und Beiträgen in die Diskussion einbringen konnten.
Was ist KI, was kann sie und was kann sie nicht?
Nils Köbel eröffnete die Diskussion mit dieser Frage. Die Informatikerin Doris Aschenbrenner erklärte, dass es keine eindeutige Definition von KI gebe. Letztlich sei KI nur ein „dummes Programm“ in einer „Kiste mit vielen Drähten“, das auf sehr guter Mathematik basiert. In der Industrie 4.0 könne sie tatsächlich viele Aufgaben, die einst von Menschen erledigt wurden, effizient meistern. Ein Beispiel hierfür ist ihr Projekt zur Sortierung von Plastikmüll. In einem anderen Projekt in der Pflege hat Aschenbrenner jedoch auch gelernt, dass KI zwar Abläufe verbessern, die Nähe und Berührung durch einen Menschen, beispielsweise beim Pulsfühlen oder Blutdruckmessen, aber niemals ersetzen kann und auch nicht sollte.
Die Philosophin Nora Schleich führt das Bestreben des Menschen, eine ihm ähnliche Maschine zu bauen, auf seine immanente Sehnsucht nach Anerkennung und Liebe zurück. Der Mensch bleibe jedoch, im Gegensatz zur Maschine, „ein Mysterium mit Unverfügbarkeiten“, das ihn als Menschen ausmache. Sie warnt davor, dass alles, was wir digital tun, kartografierbar und damit kontrollierbar ist. Daten würden permanent erfasst und ausgewertet. Dies in Bezug auf vulnerable Menschen zu tun, hält sie für „perfide und ethisch verwerflich“.
Die Haltung der Technikerin Aschenbrenner dazu ist keineswegs konträr. Sie hält eine Begrenzung der KI für unabdingbar, wie sie mit dem EU AI Act bereits vorgenommen wurde. Aschenbrenner arbeitet gemeinsam auch mit Ethiker:innen an einer Normierung der EU, die 2026 fertiggestellt sein soll. Nicht die Technik an sich sei das Böse, „sondern das, was wir damit machen“. Aschenbrenner vertraut auf die Menschen und blickt optimistisch in eine Zukunft, in der die Technikzentriertheit der vergangenen Jahre in den Hintergrund tritt und die Welt des Analogen, „Echten, nicht KI-generierten“, wieder mehr an Bedeutung gewinnt.
Angeregte Gespräche beim Empfang im Anschluss an das Symposium „KI und Soziale Arbeit“ im Foyer der KH Mainz Foto: Clearingstelle Medienkompetenz – Tamara Dimdik
Chancen und Risiken von KI
Eine Teilnehmerin nimmt in der Fishbowl Platz und äußert ihre Bedenken, dass etwa 80 % derjenigen, die KI programmieren, Männer sind. Sie fragt sich, ob dadurch nicht Fehler gemacht und Frauen diskriminiert werden. Nora Schleich entgegnet, dass Diskriminierung auf Fehlern basiert, die bereits vorab im Analogen gemacht wurden. „KI ist nur so gut wie die Daten und der Code“, sagt sie. „Die Welt ist komplizierter als das, was programmiert wird“, bestätigt Doris Aschenbrenner. Sie betont die Notwendigkeit von Diversität und Interdisziplinarität bei der Entwicklung, Programmierung und Begrenzung von KI.
Ob ein Chatbot nicht in der Beratung unterstützen könne, so die Frage eines Pädagogikstudenten in der Fishbowl. Und ließe sich dafür nicht eine KI programmieren, die jenseits der Interessen von Tech-Oligarchen arbeitet? Angesichts knapper werdender Ressourcen und des damit verbundenen Handlungsdrucks wäre das in der „besten aller Welten“ wünschenswert, so Andreas Büsch. Doris Aschenbrenner verweist jedoch darauf, dass für eine solche Programmierung jenseits der großen Player schlicht die finanziellen Mittel in sozialen Feldern kaum zur Verfügung stehen dürften. Und Nora Schleich entlarvt das Narrativ, dass eine KI könne, was ein Mensch kann.
KI und Soziale Arbeit? KI kann Beziehung nur simulieren
Andreas Büsch steht der KI angesichts zahlreicher Fehler und politischer, sozialer, ethischer und ökologischer Fragen skeptisch bis kritisch gegenüber. Das dürfe aber keine Ausrede sein, um sich nicht mit KI auseinanderzusetzen. Für die Soziale Arbeit sieht er Anwendungsmöglichkeiten vor allem in der Arbeitsorganisation, Administration, Datenauswertung und im Erstellen von kleineren Texten wie z. B. Teasern für Social Media oder Zusammenfassungen. Allerdings verwahrt er sich gegen eine „naive Nutzung“ von KI. Ihren Output gilt es immer kritisch zu prüfen. Schließlich steht hinter der KI ein digitaler Kapitalismus, dessen Interessen man sich bewusst sein muss. In der Arbeit mit Klient:innen ebenso wie bei kreativen Prozessen kann KI eine Unterstützung sein. Keinesfalls aber sollte KI die Beziehungsarbeit – als Kern sozialarbeiterischer Profession – übernehmen dürfen, so Büsch, weil sie Beziehung nur aufgrund entsprechender Programmierung simulieren kann.
Denn schließlich gehe es beim Einsatz von KI in der Sozialen Arbeit – wie ein Teilnehmender aus der praktischen Arbeit in der Fishbowl treffend bemerkte – nicht in erster Linie um das Wohl der Klient:innen, sondern um ihre „Marktförmigkeit“, d. h. ihr Funktionieren in unserer kapitalistischen Gesellschaft.
Soziale Arbeit ist Hilfe zur Lebensbewältigung, die auf Interaktion und Beziehungsarbeit beruht. Beziehungsarbeit an die KI zu delegieren, beispielsweise in einem kritischen Notfall in der Seelsorge, ist gefährlich. KI kann soziale Arbeit unterstützen. Eine Beziehung zum Menschen aufbauen kann sie nicht, sie kann sie nur simulieren. Rat geben und wirklich helfen auf der Grundlage von Emotionen und Empathie kann die Maschine nicht. Das ist und bleibt dem Menschen in seiner einzigartigen Würde vorbehalten.
nun wird es also ein eigenes Digitalministerium geben, mit einem Manager —„Technikfreak“ titelte der Spiegel zur Besetzung mit Karsten Wildberger — an der Spitze. Die Erwartungen sind hoch: „Sie müssen verstehen, dass wir so ein bisschen dauerenttäuscht sind“, hielt Markus Beckedahl auf der re:publica 2023 dem bis diese Woche noch amtierenden Minister für Digitales und Verkehr, Volker Wissing, vor. Der wollte sich seinerseits an den Ergebnissen am Ende der Amtszeit messen lassen — die allerdings durch den Bruch der Ampelkoalition früher zu Ende ging als gedacht. Insofern bleiben zahlreiche Baustellen für seinen designierten Nachfolger.
Denn wie steht es um die Digitalisierung in Deutschland? Die Lücken in der Infrastruktur sind immer noch immens (Stichworte wie Glasfaserausbau, 5G-Verfügbarkeit oder öffentliche Accesspoints mögen genügen). Zudem stehen immerhin 52 % der Bevölkerung dem Thema Digitalisierung skeptisch gegenüber, so der Befund des aktuellen Digitalindex der Stiftung D 21. Die Gründe dafür sind vielfältig; die sozioökonomische Spaltung ist nach wie vor ein großes Problem, denn Digitalkompetenzen korrelieren — keine Überraschung — mit Bildungsniveaus. „Digitale (Basis-)Kompetenzen sind ein zentraler Treiber für Resilienz im digitalen Wandel und eines der Hauptziele der Digitalen Dekade der EU. Bis 2030 sollen mindestens 80 Prozent der Bevölkerung über diese Fähigkeiten verfügen. Deutschland liegt mit seit 2 Jahren stagnierenden 49 Prozent weit zurück.“ (D 21 (2025), S. 23).
Zu diesen digitalen Basiskompetenzen zählen so alltägliche Dinge wie die Nutzung eines Textprogramms, das Versenden von Bildern vom Smartphone, die Nutzung starker Passwörter oder die Informationssuche online. Dass es hier nach wie vor solche Defizite gibt, ist ein Armutszeugnis für die „digitale Bildung“, denn 50 % der Befragten geben an, dass sie sich Kompetenzen „durch Ausprobieren“ — neudeutsch: trial and error — selbst beigebracht, aber nur 2 %, dass sie Kompetenzen im Rahmen einer Ausbildung oder 9 % durch kostenlose Schulungen und Online-Angebote erworben haben (ebd., S. 22).
Nun ist es ja nicht so, dass es keine Angebote gäbe — aber die sind in der großen Wundertüte Internet nicht für jede:n einfach zu finden. Und wenn es an Recherchekompetenzen fehlt, beißt sich die Katze erst recht in den Schwanz. Insofern braucht es unbedingt eine Stärkung formaler Bildungsangebote, was wiederum eine systematische Vermittlung von Kompetenzen an Multiplikator:innen erfordert — seien es Lehrer:innen, Erzieher:innen, Erwachsenbildner:innen, Sozialarbeiter:innen … wovon wir leider immer noch weit entfernt sind.
Nicht zuletzt gibt es viele Menschen, die eben nicht online sind. Das Statistische Bundesamt spricht von 2,8 Mio. Offliner:innen, so das Ergebnis einer Erhebung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in privaten Haushalten. Der Digitalindex spricht sogar von 4,2 Mio. „Offlinern“ und 10 Mio. „Vermeider:innen“, die nach dem Motto „kann ich nicht — brauche ich nicht“ kaum oder gar nicht am digitalen Leben teilnehmen. Dabei ist es weniger Desinteresse als Überforderung durch die Komplexität digitaler Anwendungen und der Wunsch, digitale Aufgaben von anderen erledigen zu lassen (D 21 (2025), S.15). Traditionell stark vertreten ist dabei die laut den Statistiken seit Jahrzehnten am ehesten digital abgehängte Altersgruppe der Älteren und Alten aka 65+.
Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche Initiativen und Aktivitäten, die genau diese Zielgruppe in den Blick nehmen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Zum zweiten Mal veranstaltet die Körber-Stiftung Anfang Juni in Hamburg (und online) das Aging with tech-Festival, das die beiden gesellschaftlichen Megatrends Digitalisierung und Alter konstruktiv zusammen denkt und die wechselseitigen Potenziale auslotet. Dies wird die Chancenungleichheit sicherlich nicht allein beseitigen, aber ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist das sehr wohl. Interessanterweise zielt das Thema der re:publica, des „Festivals der digitalen Gesellschaft“ (Selbstbeschreibung laut Website) zwei Wochen zuvor quasi in die andere Richtung: Generation XYZ. Aber das ist wieder eine andere Geschichte …
Herzliche Grüße
Prof. Andreas Büsch Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz
Für Kurzentschlossene: Symposium KI und Soziale Arbeit
Beim Symposium am 15. Mai um 18 Uhr diskutieren wir darüber, was der Einsatz von KI für die Soziale Arbeit bedeutet. Die Veranstaltung findet in Präsenz an der Katholischen Hochschule in Mainz statt. Ein Lifestream ist leider nicht möglich. Jetzt noch rasch anmelden oder einfach spontan vorbeischauen!
Wie geht sexuelle Medienbildung jenseits von Tabu und Verbot? In der Reihe „Liebe.Sozial.Digital — Gespräche über die Liebe in Zeiten der Digitalisierung“ war der Leiter der Clearingstelle zu Gast beim Digitalen Espresso des Katholisch-Sozialen Instituts in Siegburg. Nachzuhören dort, wo es Podcasts gibt, z. B. bei podcast.
Kirchliche Strukturen und pastorale Handlungsfelder stehen unter massivem Veränderungsdruck. Kann KI dabei helfen, auch künftig adäquate Angebote zu machen und in immer größeren Handlungsräumen gut zu kommunizieren? Gerne bieten wir für Ihre Zielgruppe dazu einen praxisorientierten Workshop an.
Vor exakt 10 Jahren wurde am 11.05.2015 unser erster von mittlerweile 92 Filmtipps veröffentlicht. Der Film konnte damals als DVD mit Vorführrecht ausgeliehen werden. Es ging um das Fernsehen und das Fernsehverhalten in der Familie: Sientje streitet mit ihrem Vater, der Fußball schauen möchte, um die Fernbedienung.
Digitale Teilhabe in Einrichtungen der Altenpflege
Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie sehr alte Menschen von Vereinsamung bedroht sind und wie hilfreich digitale Kommunikationsmittel sein können. Die Handreichung „Digitale Teilhabe in Einrichtungen der Altenhilfe“ unterstützt Fachkräfte in Senioreneinrichtungen dabei, digitale Lernangebote zu gestalten.
Alle #mepps-Interessierten aufgepasst: Im Herbst dieses Jahres beginnt der neue Durchgang unseres Zertifikatskurses. Alle Informationen zu Programm, Terminen und Kosten finden sich auf unserer Website. Außerdem gibt es dort den Link zu unserem Online-Bewerbungsformular, das noch bis Mitte Juni 2025 freigeschaltet ist.
Das Katholische Filmwerk in Frankfurt sucht zum 1. August eine Fachreferent:in Medienbildung in Vollzeit oder je nach Bewerbungslage in Teilzeit. Zu den Aufgaben gehören die Gestaltung von innovativen Bildungsprojekten und die Schulung von Menschen aller Altersgruppen im Umgang mit Medien.
Zum Stellenangebot …
GMK Fachgruppe Netzpolitik: Medienpädagogik & BNE
Die Fachgruppe Netzpolitik der GMK lädt für den 16. Juni ein zu einem Online-Austausch zum Thema Medienpädagogik und BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung). Als Auftakt zum Austausch gibt es zwei kurze fachliche Inputs. Den Link zur Veranstaltung erhalten Interessierte über den Verteiler der GMK.
Medienanstalt Hessen: Digitaler Familientalk am 27. Mai
Der Familientalk richtet sich an Eltern von Kindern der Klassen 1 bis 4, die ihre Kinder sicher und kompetent in der digitalen Welt begleiten möchten. In kostenfreien Online-Elternabenden erhalten sie praxisnahe Informationen, Empfehlungen und die Möglichkeit zum Austausch mit medienpädagogischen Expert:innen.
Die ersten Artikel aus dem Handbuch „Haltung zeigen, Gesellschaft gestalten — Mit Medienpädagogik für Demokratie und Menschenrechte“ sind bereits online im Open Access verfügbar. Darunter: „NEXT LEVEL?! Was junge Menschen über Künstliche Intelligenz denken.“ Weitere Artikel folgen sukzessive.
Meta hat seine KI-Funktionen in WhatsApp, Instagram und Facebook nun auch für Nutzende in Europa ausgerollt. klicksafe hat die neuen Tools unter die Lupe genommen und gibt Tipps, wie man die neuen Funktionen nutzen kann, was man dabei beachten sollte und was Eltern ihren Kindern mit auf den Weg geben sollten.
Vom 13. bis 15. Mai ist die GAmM am Messestand C30 auf der Messe in Leipzig präsent und bietet mehrere Vorträge und Workshops an. Darunter ein Workshop zu Memes und Humor als Mittel von Hass, Hetze und Propaganda sowie Vorträge und Impulse zu Cybermobbing, Missbrauch und Fragen des Kinderrechts.
530 Fachpersonen und Institutionen, darunter auch die Clearingstelle Medienkompetenz, unterzeichneten das Berliner Pläydoyer für eine nationale Bildungsoffensive zur Stärkung von Medienkompetenz und Demokratiebildung. Damit setzten sie ein deutliches Signal für Akteur:innen in Politik und Gesellschaft.
In seiner Workshop-Spielesammlung gibt Caspar Siebel tolle Anregungen, wie man den Paradoxien und Spannungen der Arbeit in Organisationen mit Humor begegnen und damit Empathie und Kreativität fördern kann. Von Kennenlern- und Bewegungs- bis zu Teamspielen ist alles dabei. Sehr empfehlenswert, finden wir.
Das Deutsche Kinderhilfswerk hat das Medienquiz für Kinder und Jugendliche von 8 bis 16 Jahre neu aufgelegt. Die einzelnen Quizze gibt es in verschiedenen Schwierigkeitsgraden und die Themen reichen von Kommunikation, Gaming und Fake News über Social Media und Cybergrooming bis hin zu KI.
Das Projekt wurde für den Goldenen Spatz 2025 nominiert. Die Clips laden Kinder dazu ein, in bunten Shortstorys gute Webseiten für Kinder zu entdecken. In den Clips beschäftigt sich das Seitenstark-Maskottchen „Starky“ u. a. mit den Themen Gesellschaft, Politik, Schule, Umwelt, Kinderrechte und Medien.
Im Google Lab wird das KI-Experiment TextFX entwickelt, um zu zeigen, wie generative KI die Kreativität und Arbeitsweise von Künstler:innen und Kreativen bereichern kann. In neun Tools, alle open source, kann man mit Worten, Text und Sprache spielen und bspw. Wortketten und Alliterationen bilden.
Und zum Schluss ein Tipp von Nele Hirsch für eine schöne Prokrastination: Auf der Website verwandelt sich der Bildschirm in eine Höhlenwand, die man mit seinen Händen, von der Kamera erkannt und erfasst, bemalen kann. Die ganz persönliche Höhlenmalerei lässt sich downloaden und weiterverarbeiten.
drei Eindrücke aus jüngster Zeit, die alle um das gleiche Problem kreisen: Elternabend einer ersten Grundschulklasse; die Eltern werden darüber informiert, dass ab der zweiten Klasse die Kinder iPads erhalten werden. Die Eltern haben auf die seitens der Schule administrierten Tablets keinen Zugriff, können also keine App-Sperren oder Nutzungsbeschränkungen einstellen. Die Geräte werden aber nicht etwa am Ende des Schultages zur Verwahrung in der Schule wieder eingesammelt, sondern dürfen zur freien Nutzung mit nach Hause genommen werden. Eltern, die auch Kinder in höheren Klassen haben, berichten resigniert, dass darauf gar nichts gesperrt sei, nicht einmal Porno-Seiten.
Dass es mit eigenen Geräten (BYOD: Bring Your Own Device) auch nicht wirklich besser wird, zeigt die derzeit an vielen Stellen erbittert geführte Debatte um Smartphone-Verbote an Schulen. Abgesehen davon, dass private Geräte in institutionellen Zusammenhängen eine Reihe von datenschutzrechtlichen und Sicherheits-Problemen mit sich bringen, hat diese pädagogische Bankrott-Erklärung durch „Kontrolle und Struktur“ (Axel Krommer: Wie man mit Kant gegen Handyverbote argumentiert) etwas von einer Verzweiflungstat.
Ja, ich weiß um die Hölle der WhatsApp-Klassenchats, die von übereifrigen Helikoptereltern noch befeuert werden. Ja, mir ist das Ablenkungspotenzial Suchtverhalten fördernder Dark Patterns in Social-Media-Plattformen bekannt. Und ja, sowohl US-amerikanische wie chinesische Plattformanbieter scheren sich nicht um DSGVO-Bestimmungen und den Digital Services Act — womit die Frage nach Regulierungsmöglichkeiten einigermaßen absurd wird, sofern wir nicht direkt große Plattformen bzw. den Zugang von Menschen unter 16 Jahren (Mindestalter für die informierte Zustimmung laut DSGVO) dazu sperren wollen oder können.
Eine ebenso vernünftige wie tatsächlich wirksame Regulierung bräuchten wir aber ebenso wie das Bemühen um Förderung von Medienkompetenz im Umgang mit digitalen Geräten und Angeboten. Denn alles zu verbarrikadieren und zu sperren verhindert auch die notwendige Auseinandersetzung mit Entwicklungen und entzieht damit Kompetenzvermittlung unmittelbar und qualifizierter Beurteilung und Stellungnahme mittelbar jede Grundlage.
Fast schon ironisch mutet es dann an, wenn Holger Sievert im Rahmen der Studie „Digitalisierung im Raum der Kirche“ feststellt: „Insgesamt erweist sich das privat eingebrachte Smartphone dabei als das wichtigste Kommunikationsinstrument (59,4 Prozent im katholischen Kontext zu 65,5 Prozent im evangelischen).“ (in: ZPTh 2024-2, S. 305). Gibt es etwa doch eine Doppelmoral oder wird mit zweierlei Maß gemessen?
Herzliche Grüße
Prof. Andreas Büsch Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz
KI verändert das Verhältnis Mensch-Maschine grundlegend und fordert damit Soziale Arbeit zu einer kritisch-konstruktiven Positionierung heraus. Beim Symposium am 15. Mai reflektieren wir die Chancen, Herausforderungen und Risiken, die sich aus dem Einsatz von KI in der Sozialen Arbeit ergeben.
Wie geht sexuelle Medienbildung jenseits von Tabu und Verbot? Zu dieser Frage ist der Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz am 4. April 2025 zu Gast beim Digitalen Espresso des KSI. Kurzentschlossene können noch live dabei sein; ansonsten gibt es den Podcast in einigen Tagen zum Nachhören.
Künstliche Intelligenz in pastoralen Handlungsfeldern
Kirchliche Strukturen und pastorale Handlungsfelder stehen unter massivem Veränderungsdruck. Kann KI dabei helfen, auch künftig adäquate Angebote zu machen und in immer größeren Handlungsräumen gut zu kommunizieren? Gerne bieten wir für Ihre Zielgruppe dazu einen praxisorientierten Workshop an.
Zur Trauerbewältigung nutzen Menschen aus aller Welt bereits Online-Dienste, die mithilfe von KI Tote „zum Leben erwecken“. Der Film „Eternal You“ begleitet die Pionier:innen und ersten User:innen einer Technologie, die den Tod obsolet machen will. Und zeigt, dass das Thema keineswegs unumstritten ist.
Medienbildung ist eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe — und das über alle Altersgruppen hinweg. Unser mekomat des Monats, herausgegeben vom Netzwerk Bibliothek Medienbildung, zeigt auf, wie auch Bibliotheken als offene und niedrigschwellige Lernorte diesen Bildungsauftrag wahrnehmen können.
Alle #mepps-Interessierten aufgepasst: Im Herbst dieses Jahres beginnt der neue Durchgang unseres Zertifikatskurses. Alle Informationen zu Programm, Terminen und Kosten finden sich auf unserer Website. Außerdem gibt es dort den Link zu unserem Online-Bewerbungsformular, das ab sofort bis 6. Juni freigeschaltet ist.
Die Teilnehmenden trafen sich vom 18. bis 22. März in Siegburg. Themen waren u. a. Kinder- und Jugendmedienschutz, Gaming-Plattformen für Bildungsarbeit sowie ethische Aspekte der Medienbildung. Außerdem gab es aktive Medienarbeit in Workshops und die Teilnehmenden haben ihre Projektskizzen vorgestellt.
Die bundesweite Auszeichnung für medienpädagogische Projekte in sechs Kategorien ist ausgeschrieben. Das Motto des diesjährigen Sonderpreises lautet: „Aufwachsen zwischen Alexa und AI Companion – Junge Menschen für Datenschutz sensibilisieren“. Jetzt Projekte einreichen bis zum 31. Juli 2025!
GMK: Netzwerktagung „truly social“ am 23./24. September
Was heißt es, in einer Zeit von KI, extremistischer Radikalisierung, Hass und Fake im Internet wirklich sozial zu handeln? Mehr denn je steht politische Medienbildung vor der Herausforderung, digitaler Hetze etwas entgegenzusetzen. Das „Soziale“ soll dabei wieder zurück in die sozialen Netzwerke geholt werden.
Schüler:innen nutzen KI längst. Lehrer:innen tun sich dagegen noch schwer. Der Lehrer, Schulentwickler und KI-Experte Joscha Falck analysiert neun paradoxe Effekte des Einsatzes von KI an Schulen, gibt Tipps zum schulischen Umgang mit Widersprüchen und zeigt Wege, der Herausforderung zu begegnen.
Hessen und Baden-Württemberg kündigen einheitliche Regelungen für Smartphones an Schulen an. Damit ist die Debatte wieder neu entbrannt. Ein ausdrückliches Verbot wird es aber nicht geben. Vielmehr werden Schulen auch weiterhin ihre eigenen Regelungen treffen können. Klicksafe hat dafür ein paar gute Tipps.
GAmM: Next Level?! Was junge Menschen über KI denken
Um junge Menschen für das Thema KI zu sensibilisieren, hat das Gallus Zentrum das o. g. partizipative Projekt durchgeführt und dafür den Dieter Baacke Preis 2024 gewonnen. Dabei konnten die Jugendlichen KI kreativ ausprobieren und wurden zu einem kritisch-reflexiven Umgang mit der Technik angeregt.
Mithilfe von Googles Vision API werden die Inhalte eines hochgeladenen Fotos von einer Person analysiert. Die Ergebnisse enthalten auch Information zu Alter, Einkommen, politischer Orientierung, Merkmalen der Persönlichkeit, Interessen etc. der abgebildeten Personen – überraschend bis gruselig!
US-amerikanische Tech-Konzerne lenken Information und öffentliche Debatte. Die rasante Einführung von KI beschleunigt diesen Prozess. Damit sind das Grundrecht auf Meinungs- und Informationsfreiheit und unsere Demokratie in Gefahr. Die Politik muss deshalb alternative Angebote und Netzwerke stärken und ausbauen.
Auf TikTok ist die AfD die stärkste Kraft. Der WDR hat undercover in der Bubble der AfD-Untersützer:innen recherchiert und zeigt, wie sie gezielt versuchen, die Plattform mit (häufig KI-generierten) Inhalten zu fluten und so den Algorithmus zu manipulieren. Auch nach der Bundestagswahl noch hochbrisant!
Forschende unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung haben in 20 Ländern die Einstellungen zum Einsatz von KI am Arbeitsplatz untersucht. Die Ergebnisse können helfen, einzuschätzen, wie neue KI-Entwicklungen aufgenommen werden, um Bedenken fundiert und kulturell sensibel adressieren zu können.
Mit zahlreichen Aktionen fördert der Digitaltag am 27. Juni digitale Teilhabe in ganz Deutschland. Das Motto lautet „Digitale Demokratie. Mitreden, Mitgestalten, Mitwirken“. Außerdem ist ein Preisgeld von 5000 € für Projekte für digitales Miteinander ausgeschrieben. Bewerbungsschluss ist der 14. April.
Algorithmen können u. a. sortieren – aber wie? 19 verschiedene Sortieralgorithmen listet das Projekt Visual Sorting auf, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Der Sortiervorgang kann auf Wunsch mit Sound unterlegt werden – und so erschließen sich beim Zusehen die unterschiedlichen Herangehensweisen visuell und akustisch.
Die Audioimpulse auf der Website von Nele Hirsch helfen bei der Entwicklung von Ideen. Auf der Website kann man Zufallssounds abspielen lassen. Jeder Sound ist rund 10 Sekunden lang. Zu welcher Idee inspiriert er? Wenn sich die Ideen erschöpfen, kann der nächste Sound gespielt werden.
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Ganz neu ist er ja nicht mehr der DigCompEdu Bavaria, der bereits Ende 2021 vorgestellt wurde. Der „Referenzrahmen (…), der ihnen zur Orientierung bei der Einschätzung der eigenen digitalen und medienbezogenen Kompetenzen dien(en) (soll)“ fasst nun verbindlich zusammen, welche Skills von einer Lehrkraft im „digitalen Segment“ abgedeckt werden sollen. Was zunächst nach Vorgabe und weiterem Arbeitsaufwand klingt, ist aber durchaus nicht so gemeint und kann eine gute Orientierungshilfe im „Online-Unterrichtsdschungel“ offerieren. Im Folgenden habe ich sechs Gründe notiert, die aus meiner Sicht belegen, warum der DCE-B eine gute Sache ist. Außerdem steht unser Dokument, mit dem wir den DCE-B im Studienseminar einführen und mit DiBiS verzahnen als Downloadangebot zur Verfügung. Sicher lässt sich diese Handreichung auch in Ihrem Kollegium – an Ihr Schulentwicklungskonzept angepasst – ggf. einsetzen, um dem DCE-B verständlich und übersichtlich implementieren zu können.
Aber warum ist der DCE-B nun aus meiner Sicht so hilfreich?
Die 22 Teilkompetenzen sehen zunächst recht umfangreich aus und es ist sicher auch keine offensichtlich leichte Kost, wenn man alle 37 Seiten des offiziellen Dokuments ohne Anleitung durcharbeiten soll. Recht schnell wird man aber merken, dass man in vielen Bereichen auf keinen Fall bei Null anfängt. Etliche Aspekte definieren eher die (offene) Haltung einer Lehrkraft oder transferieren Aspekte wie Feedback in ein zeitgemäßes Gewand. Daher keine Angst vor der Erstlektüre – es wird nicht nur „digital“.
Ausdrücklich erwähnenswert ist der „Charakter“ des DCE-B. Das Papier will fördern, nicht Mängel aufdecken. Es geht zunächst um die eigene Einschätzung, die nun schnell erhoben werden kann.
Dies geht ganz einfach mit dem neuen „Selbstevaluationstool“. Im „Selbstversuch“ steht es nun jeder Lehrkraft offen, sich einzuschätzen.
Der DCE-B schafft nun endlich Sicherheit und formuliert einheitliche Standards. Die sechs Kompetenzstufen sind stimmig definiert. Die hohe Granularität lässt auch Spezifizierungen zu und ist aus meiner Sicht motivierend.
Mit dem DCE-B kann Schulentwicklung passgenau ihre schulinternen Fortbildungskonzepte upgraden, wenn der jeweilige Bedarf, ggf. mit dem Selbstevaluationstool, vorab ermittelt wurde. Vorschläge, wie man konkrete Themen den Kompetenzbereichen zuordnen kann, finden sich im Dokument am Ende des Artikels. Außerdem werden z. B. die Fortbildung der Stabsstelle (ALP Dillingen) „getaggt“. Man weiß also, wofür man sich anmeldet und was einen in den Sessions inhaltlich erwartet.
Auch für das Studienseminar konkretisiert der DCE-B z. B. unser DiBiS-Projekt und stellt eine Verbindlichkeit dar, die hilft, unsere Referendar:innen zeitgemäß auszubilden. Hier wäre es sehr wünschenswert, wenn sich auch Kooperationen über die Schulgrenzen hinaus ergeben würden, um dieser Aufgabe gerecht werden zu können.
Leistungsnachweise und Prüfungsformate beschäftigen die Schulfamilie permanent. Dass diese ebenfalls der digitalen Transformation unterliegen, ist daher selbstverständlich. Erfahrungen aus dem Unterricht wurden hier zusammentragen: