Geschützt: Luis will nicht zur Bundeswehr
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Der Beitrag Geschützt: Soll ich den Kriegsdienst verweigern? erschien zuerst auf webcompetent.
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Wissenschaftliche und praxisorientierte Abschlussarbeiten aus dem deutschsprachigen Raum, die sich mit aktuellen, innovativen Aspekten aus dem Medienbereich, der Medienpädagogik und Pädagogik oder Themen des Jugendmedienschutzes auseinandersetzen, werden mit dem medius gewürdigt. Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK), das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. (DKHW), die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) und die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen e. V. (fsf) verleihen diesen Preis, der mit insgesamt 3.000 Euro dotiert ist. Der medius 2025 wurde am 19.06.2025 im Rahmen des Sommerforums Medienkompetenz zum Thema WIDERSTANDSFÄHIG. Die Bedeutung von Resilienz für unser Medienerleben verliehen. In diesem Jahr hat die Jury drei Arbeiten ausgezeichnet und jeweils 1.000 Euro als Preisgeld zugesprochen.
Die Masterarbeit Repräsentation kindlicher Lebenswelten durch Moderation im öffentlich-rechtlichen Kinderfernsehen aus Perspektive von Grundschulkindern von Theresa Pape und Sebastian Stöcker von der Universität Erfurt zeigt anhand einer qualitativen Studie mit Grundschulkindern, dass Moderatorinnen und Moderatoren im Kinderfernsehen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch als wichtige Repräsentantinnen und Repräsentanten kindlicher Lebenswelten wirken.
Mit ihrer Bachelorarbeit Medienpädagogik in der stationären Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen zwischen Hilfe und Kontrolle. Eine empirische Untersuchung über die Relevanz der Haltung von Sozialarbeiter*innen auf Digitalität und die Vermittlung von Medienkompetenz in Wohngruppen macht Charlotte Claus von der Technischen Hochschule Köln deutlich, wie stark die Haltung von Fachkräften die Vermittlung von Medienkompetenz in stationären Jugendhilfeeinrichtungen beeinflusst – und welche Herausforderungen der digitalen Teilhabe dabei bestehen.
Und die Bachelorarbeit Augmented Reality im Waldkindergarten. Einsatzmöglichkeiten von AR zur Unterstützung von Bildungsprozessen in ausgewählten Bildungsbereichen von Cassandra Bunte von der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Holzminden untersucht das Potenzial von Augmented Reality in der frühkindlichen Bildung und zeigt, wie diese Technologie sinnvoll in die naturpädagogische Praxis von Waldkindergärten integriert werden kann.
Der medius ist ein Preis für innovative, wissenschaftliche und praxisorientierte Abschlussarbeiten, die sich mit aktuellen Aspekten aus dem Medienbereich, der (Medien-)Pädagogik oder Themen des Jugendmedienschutzes beschäftigen. Er wird durch die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK), die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) und das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) vergeben.
Neben einer sinnvollen Theorie-Praxis-Verbindung und der Förderung internationaler Perspektiven ist dabei eines der Hauptkriterien für die Auszeichnung stets die Interdisziplinarität. Vor diesem Hintergrund richtet sich die Ausschreibung des medius ausdrücklich auch an alle fachfremden Disziplinen, die eine Relevanz für Medienpädagogik und Jugendmedienschutz geltend machen können.
Es können Abschlussarbeiten von Universitäten, Fachhochschulen und Hochschulen eingereicht werden, die im Jahr oder im Vorjahr der Ausschreibung abgeschlossen worden sind (i. d. R. Bachelor, Master, Magister, Diplom, Staatsexamen). Vorschlagsberechtigt sind die betreuenden Dozentinnen und Dozenten. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert. Einsendeschluss ist jedes Jahr der 28. bzw. 29. Februar. Eingereicht werden können die Bewerbungen bei der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (Kleine Präsidentenstr. 1, 10178 Berlin), vorzugsweise per Mail an: medius@mabb.de.
Den Bericht zur Verleihung des medius im Vorjahr können Sie hier nachlesen.
Textquelle: fsf.de
Hinweis: Der Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz ist Vertreter der Katholischen Kirche im Kuratorium der fsf.
Der Beitrag medius 2025 an wissenschaftlichen Nachwuchs verliehen erschien zuerst auf medienkompetenz.katholisch.de.
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Liebe Leserinnen und Leser,
auch wer mit der katholischen Kirche rein gar nichts am Hut hat, konnte vor exakt vier Wochen nicht umhin wahrzunehmen, dass das Konklave innerhalb kürzester Zeit den 267. Nachfolger Petri gewählt hatte. „Ein nahezu undenkbarer Papst“ titelte die FAZ und brachte damit die faustdicke Überraschung auf den Punkt, denn Robert Francis Prevost ist der erste US-Amerikaner, der dieses Amt innehat. Bei näherem Hinsehen dürfte seine bisherige Funktion als Präfekt des Dikasteriums für Bischöfe sicherlich nicht geschadet haben, denn so hatte er in den letzten beiden Jahren Kontakt zu vielen der 133 versammelten Kardinäle, die sich zum großen Teil untereinander (noch) nicht kannten.
Alle seine Worte, seine Gesten und die Wahl seiner Kleidung sowie andere Details wurden in den ersten Tagen exegetischer Prüfung unterzogen: Wie tickt Leo XIV? Sagt die Namenswahl mit Bezug auf den „Arbeiterpapst“ Leo XIII. und dessen Sozialenzyklika Rerum novarum schon alles? Wird er die Reformansätze von Franziskus fortführen, worauf seine erste Ansprache an das Kardinalskollegium zwei Tage nach seiner Wahl schließen lässt?
Eines aber scheint schon jetzt klar zu sein: Papst Leo XIV. „kann“ Medien und versteht deren Relevanz in einer modernen Welt. Und bereits in den ersten Tagen hat er sich zum Thema Künstliche Intelligenz geäußert. Er stellt sie in den Kontext der katholischen Soziallehre, „um auf eine weitere industrielle Revolution und auf die Entwicklungen der künstlichen Intelligenz zu antworten, die neue Herausforderungen im Hinblick auf die Verteidigung der Menschenwürde, der Gerechtigkeit und der Arbeit mit sich bringen.“ (ebd.)
Damit bringt er ein Anliegen auf den Punkt, das zuletzt Ende Januar 2025 in der gemeinsamen Note Antiqua et nova der Vatikan-Behörden für die Glaubenslehre und für Kultur und Bildung über das Verhältnis von künstlicher Intelligenz und menschlicher Intelligenz geäußert wurde: Es kann und darf nicht darum gehen, revolutionäre Entwicklungen wie die auf dem Gebiet der KI zu verteufeln. Im Gegenteil: „Die Kirche fördert den Fortschritt in Wissenschaft, Technik, Kunst und allen anderen menschlichen Unternehmungen“ (ebd.), da sie darin eine Mitwirkung am Schöpfungsauftrag sieht. Allerdings muss die Verschiedenheit von menschlicher und künstlicher Intelligenz ebenso betont werden wie die genuine Beziehungsfähigkeit der Menschen – was die Maschine bei entsprechender Programmierung und Training bestenfalls simulieren, aber niemals empathisch nachvollziehen kann.
Es wird spannend sein, zu verfolgen, welche Chancen für Kirche und Pastoral noch in KI liegen und wie sie genutzt werden können. Schon jetzt ist aber klar, dass für eine kompetente Nutzung von KI-Diensten auch erhebliche Kompetenzen vonnöten sind. Das Vatikan-Dokument hebt dabei vor allem auf Transparenz, Rechenschaftspflicht der Anbieter und Betreiber sowie kritisches Denken und Urteilsvermögen der Nutzer:innen ab.
Dass dabei – wie auch bei der kompetenten Nutzung – durchaus noch „Luft nach oben“ ist, zeigen auch die aktuellen Studien des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs), die in den letzten beiden Wochen erschienen sind: Sowohl bei den Kindern (KIM-Studie 2024) wie bei den Senior:innen (SIM-Studie 2024 – unser mekomat des Monats) spielt KI bisher noch kaum eine Rolle.
Herzliche Grüße
Prof. Andreas Büsch
Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz
Direkt zu den einzelnen Rubriken:
Am 15. Mai 2025 trafen sich in der Katholischen Hochschule Mainz bei einer Veranstaltung u. a. der Clearingstelle Medienkompetenz Expert:innen aus Wissenschaft und Forschung, um mit mehr als 60 Gästen über die Chancen, Herausforderungen und Risiken von KI in der Sozialen Arbeit zu diskutieren.
Spätestens mit dem Feldzug des US-Präsidenten Donald Trump gegen die freie Presse in den USA wird der Ton für Journalisten rauer. Fake-News und Hetz-Kampagnen in Sozialen Netzwerken sind neue Herausforderungen. Umso wichtiger ist die Rolle der Medien als kontrollierende 4. Gewalt in unserem Rechtsstaat.
Die Ergebnisse der SIM-Studie 2024 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs) zeigen einen deutlichen Anstieg der digitalen Teilhabe der Personen ab 60 Jahren im Vergleich zu den Vorjahren. Dennoch besteht ein hoher Bildungsbedarf vor allem im Bereich der digitalen Gesundheitskompetenz.
In der nächsten Woche findet in Siegburg die dritte und letzte Präsenzphase des aktuellen Kurses #mepps24 statt. Die Teilnehmenden aus den verschiedensten Handlungsfeldern präsentieren dann vor dem Plenum ihre Projekte. Diese werden anschließend auf unserer Projektwebsite zu finden sein. Wir sind gespannt!
Interessierte können sich jetzt noch bewerben für den 11. Durchgang unseres Zertifikatskurses. Beginn ist im Herbst. Alle Informationen zu Programm, Terminen und Kosten finden sich auf unserer Website. Außerdem gibt es dort den Link zu unserem Online-Bewerbungsformular, das noch bis 15. Juni freigeschaltet ist.
Hier geht’s zur Ausschreibung …
Wie bewegen und verhalten sich junge Menschen bei der Suche nach Informationen in komplexen Online-Räumen? Dr. Georg Materna vom JFF stellt auf der Veranstaltung im Rahmen von toneshift – Netzwerk gegen Hass im Netz und Desinformation Erkenntnisse aus einer aktuellen Explorationsstudie vor.
Seit 1999 führt der mpfs jährlich eine Studie zum Stellenwert von Medien im Alltag von Kindern durch. Die neue Studie zeigt: Mehr als die Hälfte aller internetnutzender Kinder ist täglich online und dabei auch häufig auf Social Media, obwohl das laut den Nutzungsbedingungen erst ab 13 erlaubt ist.
Zum mekomat-Beitrag zur KIM-Studie …
Mit KI lassen sich Bilder, Videos, Audios und Texte gezielt manipulieren oder komplett neu erstellen. Solche Deepfakes können täuschend echt wirken! In 16 Beispielen kann man testen, wie gut man dagegen gewappnet ist. Zu jeder Antwort gibt es ein Feedback mit hilfreichen Erklärungen und weiteren Informationen.
Die GMK sucht medienpädagogische Projekte mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Fluchtgeschichte, um sie einer breiten Öffentlichkeit als Good-Practice-Bespiele zugänglich zu machen. Die Projekte werden nach Schwerpunkt, Medien, Zielgruppe und Methode kategorisiert. Senden Sie hre Vorschläge!
„Mit unserer Arbeit möchten wir das Verständnis unterschiedlicher Generationen füreinander stärken und Familien fit für einen sicheren und verantwortungsbewussten Medienumgang machen“, so die Medienpädagogin Erika Bartsch vom Projekt MEiFA, das u. a. intergenerationelle Workshops anbietet.
Das 42. Forum Kommunikationskultur findet vom 14. bis 16. November 2025 in Oldenburg statt. Das diesjährige Motto lautet: Don’t Panic! Der Fokus liegt auf Ansätzen, die herausfordernde Themen nicht nur ernst nehmen, sondern souverän und proaktiv angehen, und helfen, Ängste zu überwinden und Resilienz zu stärken.
Auf der Open Source-Plattform LocalSend kann man Dateien einfach, fast intuitiv und ohne zentralen Server teilen. Sie ist für Windwows, macOS, Linux, Android und iOS kostenlos verfügbar – ohne Werbung und Tracking. Sicherheit und Datenschutz sind durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gewährleistet.
Nicht bloß ein netter Zeitvertreib für Web-Nerds: Zu einer vorgegebenen Farbe muss der passende RGB-Wert im Hexadezimal-Format geraten werden. Nach jeder Eingabe gibt es eine Hilfestellung, ob und wie sehr der Versuch korrigiert werden muss. Bei der Auflösung gibt es dann die Bezeichnung des Farbtons im Klartext.
Mittlerweile sind die Bild-Generatoren so gut geworden, dass es selbst für Profis schwierig wird, KI-Produkte zu erkennen. Wie das geht und warum das so schwierig geworden ist, erklärt c’t-Redakteur Jan-Keno Janssen. Das You-Tube-Tutorial lässt genügend Zeit, um mitzuraten, welche der 20 Bilder KI-generiert sind. Verblüffend!
Dass auf Social Media nicht alle Inhalte den Anspruch haben, gehaltvoll zu sein, dürfte inzwischen allgemein bekannt sein. Laut Webhelm gibt es dafür sogar einen Begriff: Brainrot (Gehirnfäule), was auf den mentalen Zustand nach übermäßigem Konsum geistloser Inhalte anspielt. Leider nicht nur lustig …
Extremist:innen greifen KI-Bildertrends wie „Ghiblification“ (die Umwandlung von Fotos durch KI in Comicfiguren, die denen des japanischen Anime-Studios Ghibli ähnlich sehen) auf, zur heroisierenden Selbstdarstellung und um sich humorvoll zu geben. Durch die Verniedlichung lenken sie von ihrer Menschenverachtung ab.
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Bildnachweise Editorial: Angelika Kamlage | Themen und Termine: Clearingstelle Medienkompetenz – Tamara Dimdik | Filmtipp: BR RESPEKT/Eigener Screenshot | mekomat: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs) | Zertifikatskurs: Bettina Berres und #mepps21 | fovito-fotolalia | Kooperationspartner: Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) | mpfs | klicksafe | GMK | Initiative Gut Aufwachsen mit Medien (GAmM) | GMK | Tool des Monats: Tien Do Nam | Fundstücke: Hannah and Ekim | Heise Medien GmbH & Co. KG | webhelm | jugendschutz.net/Instagram
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Der Beitrag Woran wir gerade arbeiten – Juni 2025 erschien zuerst auf medienkompetenz.katholisch.de.

Am Abend des 15. Mai 2025 trafen sich im Rahmen einer Veranstaltung des forum sociale, des Katholischen Büros Mainz und der Clearingstelle Medienkompetenz in der Aula der Katholischen Hochschule Mainz Expert:innen aus Wissenschaft und Forschung, um mit den über 60 Gästen über KI und Soziale Arbeit, die Chancen, Herausforderungen und Risiken in diesem Themenfeld zu diskutieren.
Prof.in Dr. Nicole Biedinger vom forum sociale der Katholischen Hochschule Mainz eröffnete die Veranstaltung mit einem Experiment. Ihre Begrüßungsrede hatte sie sich von ChatGPT schreiben lassen. Die Rede wirkte verblüffend „echt“ und so KI- bzw. selbstkritisch, dass die Teilnehmenden kaum feststellen konnten, wann das KI-Zitat endete und die Vorsitzende des forum sociale wieder selbst sprach. Lediglich eine namentlich benannte Mitarbeiterin der Hochschule hatte die KI halluziniert, was nur den Kolleg:innen der KH auffallen konnte.
Prof. Dr. Nils Köbel, Professor für Pädagogik an der KH Mainz, begrüßte die Expert:innen: Prof.in Dr. Doris Aschenbrenner, Professorin für „Human in Command“ an der Hochschule Aalen, Prof. Andreas Büsch, Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz und Professor für Medienpädagogik und Kommunikationswissenschaft an der KH Mainz, sowie Dr. Nora Schleich, Programmkoordinatorin und Konzeptgestalterin EwB Luxemburg. Der Moderator erläuterte das Format der Veranstaltung: In einem sogenannten Fishbowl-Setting nehmen die Expert:innen auf dem Podium Platz, auf dem ein Stuhl frei bleibt für Teilnehmende, die sich jederzeit mit ihren Fragen und Beiträgen in die Diskussion einbringen konnten.
Nils Köbel eröffnete die Diskussion mit dieser Frage. Die Informatikerin Doris Aschenbrenner erklärte, dass es keine eindeutige Definition von KI gebe. Letztlich sei KI nur ein „dummes Programm“ in einer „Kiste mit vielen Drähten“, das auf sehr guter Mathematik basiert. In der Industrie 4.0 könne sie tatsächlich viele Aufgaben, die einst von Menschen erledigt wurden, effizient meistern. Ein Beispiel hierfür ist ihr Projekt zur Sortierung von Plastikmüll. In einem anderen Projekt in der Pflege hat Aschenbrenner jedoch auch gelernt, dass KI zwar Abläufe verbessern, die Nähe und Berührung durch einen Menschen, beispielsweise beim Pulsfühlen oder Blutdruckmessen, aber niemals ersetzen kann und auch nicht sollte.
Die Philosophin Nora Schleich führt das Bestreben des Menschen, eine ihm ähnliche Maschine zu bauen, auf seine immanente Sehnsucht nach Anerkennung und Liebe zurück. Der Mensch bleibe jedoch, im Gegensatz zur Maschine, „ein Mysterium mit Unverfügbarkeiten“, das ihn als Menschen ausmache. Sie warnt davor, dass alles, was wir digital tun, kartografierbar und damit kontrollierbar ist. Daten würden permanent erfasst und ausgewertet. Dies in Bezug auf vulnerable Menschen zu tun, hält sie für „perfide und ethisch verwerflich“.
Die Haltung der Technikerin Aschenbrenner dazu ist keineswegs konträr. Sie hält eine Begrenzung der KI für unabdingbar, wie sie mit dem EU AI Act bereits vorgenommen wurde. Aschenbrenner arbeitet gemeinsam auch mit Ethiker:innen an einer Normierung der EU, die 2026 fertiggestellt sein soll. Nicht die Technik an sich sei das Böse, „sondern das, was wir damit machen“. Aschenbrenner vertraut auf die Menschen und blickt optimistisch in eine Zukunft, in der die Technikzentriertheit der vergangenen Jahre in den Hintergrund tritt und die Welt des Analogen, „Echten, nicht KI-generierten“, wieder mehr an Bedeutung gewinnt.

Eine Teilnehmerin nimmt in der Fishbowl Platz und äußert ihre Bedenken, dass etwa 80 % derjenigen, die KI programmieren, Männer sind. Sie fragt sich, ob dadurch nicht Fehler gemacht und Frauen diskriminiert werden. Nora Schleich entgegnet, dass Diskriminierung auf Fehlern basiert, die bereits vorab im Analogen gemacht wurden. „KI ist nur so gut wie die Daten und der Code“, sagt sie. „Die Welt ist komplizierter als das, was programmiert wird“, bestätigt Doris Aschenbrenner. Sie betont die Notwendigkeit von Diversität und Interdisziplinarität bei der Entwicklung, Programmierung und Begrenzung von KI.
Ob ein Chatbot nicht in der Beratung unterstützen könne, so die Frage eines Pädagogikstudenten in der Fishbowl. Und ließe sich dafür nicht eine KI programmieren, die jenseits der Interessen von Tech-Oligarchen arbeitet? Angesichts knapper werdender Ressourcen und des damit verbundenen Handlungsdrucks wäre das in der „besten aller Welten“ wünschenswert, so Andreas Büsch. Doris Aschenbrenner verweist jedoch darauf, dass für eine solche Programmierung jenseits der großen Player schlicht die finanziellen Mittel in sozialen Feldern kaum zur Verfügung stehen dürften. Und Nora Schleich entlarvt das Narrativ, dass eine KI könne, was ein Mensch kann.
Andreas Büsch steht der KI angesichts zahlreicher Fehler und politischer, sozialer, ethischer und ökologischer Fragen skeptisch bis kritisch gegenüber. Das dürfe aber keine Ausrede sein, um sich nicht mit KI auseinanderzusetzen. Für die Soziale Arbeit sieht er Anwendungsmöglichkeiten vor allem in der Arbeitsorganisation, Administration, Datenauswertung und im Erstellen von kleineren Texten wie z. B. Teasern für Social Media oder Zusammenfassungen. Allerdings verwahrt er sich gegen eine „naive Nutzung“ von KI. Ihren Output gilt es immer kritisch zu prüfen. Schließlich steht hinter der KI ein digitaler Kapitalismus, dessen Interessen man sich bewusst sein muss. In der Arbeit mit Klient:innen ebenso wie bei kreativen Prozessen kann KI eine Unterstützung sein. Keinesfalls aber sollte KI die Beziehungsarbeit – als Kern sozialarbeiterischer Profession – übernehmen dürfen, so Büsch, weil sie Beziehung nur aufgrund entsprechender Programmierung simulieren kann.
Denn schließlich gehe es beim Einsatz von KI in der Sozialen Arbeit – wie ein Teilnehmender aus der praktischen Arbeit in der Fishbowl treffend bemerkte – nicht in erster Linie um das Wohl der Klient:innen, sondern um ihre „Marktförmigkeit“, d. h. ihr Funktionieren in unserer kapitalistischen Gesellschaft.
Soziale Arbeit ist Hilfe zur Lebensbewältigung, die auf Interaktion und Beziehungsarbeit beruht. Beziehungsarbeit an die KI zu delegieren, beispielsweise in einem kritischen Notfall in der Seelsorge, ist gefährlich. KI kann soziale Arbeit unterstützen. Eine Beziehung zum Menschen aufbauen kann sie nicht, sie kann sie nur simulieren. Rat geben und wirklich helfen auf der Grundlage von Emotionen und Empathie kann die Maschine nicht. Das ist und bleibt dem Menschen in seiner einzigartigen Würde vorbehalten.
Der Beitrag Symposium „KI und Soziale Arbeit“ erschien zuerst auf medienkompetenz.katholisch.de.
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Liebe Leserinnen und Leser,
nun wird es also ein eigenes Digitalministerium geben, mit einem Manager —„Technikfreak“ titelte der Spiegel zur Besetzung mit Karsten Wildberger — an der Spitze. Die Erwartungen sind hoch: „Sie müssen verstehen, dass wir so ein bisschen dauerenttäuscht sind“, hielt Markus Beckedahl auf der re:publica 2023 dem bis diese Woche noch amtierenden Minister für Digitales und Verkehr, Volker Wissing, vor. Der wollte sich seinerseits an den Ergebnissen am Ende der Amtszeit messen lassen — die allerdings durch den Bruch der Ampelkoalition früher zu Ende ging als gedacht. Insofern bleiben zahlreiche Baustellen für seinen designierten Nachfolger.
Denn wie steht es um die Digitalisierung in Deutschland? Die Lücken in der Infrastruktur sind immer noch immens (Stichworte wie Glasfaserausbau, 5G-Verfügbarkeit oder öffentliche Accesspoints mögen genügen). Zudem stehen immerhin 52 % der Bevölkerung dem Thema Digitalisierung skeptisch gegenüber, so der Befund des aktuellen Digitalindex der Stiftung D 21. Die Gründe dafür sind vielfältig; die sozioökonomische Spaltung ist nach wie vor ein großes Problem, denn Digitalkompetenzen korrelieren — keine Überraschung — mit Bildungsniveaus. „Digitale (Basis-)Kompetenzen sind ein zentraler Treiber für Resilienz im digitalen Wandel und eines der Hauptziele der Digitalen Dekade der EU. Bis 2030 sollen mindestens 80 Prozent der Bevölkerung über diese Fähigkeiten verfügen. Deutschland liegt mit seit 2 Jahren stagnierenden 49 Prozent weit zurück.“ (D 21 (2025), S. 23).
Zu diesen digitalen Basiskompetenzen zählen so alltägliche Dinge wie die Nutzung eines Textprogramms, das Versenden von Bildern vom Smartphone, die Nutzung starker Passwörter oder die Informationssuche online. Dass es hier nach wie vor solche Defizite gibt, ist ein Armutszeugnis für die „digitale Bildung“, denn 50 % der Befragten geben an, dass sie sich Kompetenzen „durch Ausprobieren“ — neudeutsch: trial and error — selbst beigebracht, aber nur 2 %, dass sie Kompetenzen im Rahmen einer Ausbildung oder 9 % durch kostenlose Schulungen und Online-Angebote erworben haben (ebd., S. 22).
Nun ist es ja nicht so, dass es keine Angebote gäbe — aber die sind in der großen Wundertüte Internet nicht für jede:n einfach zu finden. Und wenn es an Recherchekompetenzen fehlt, beißt sich die Katze erst recht in den Schwanz. Insofern braucht es unbedingt eine Stärkung formaler Bildungsangebote, was wiederum eine systematische Vermittlung von Kompetenzen an Multiplikator:innen erfordert — seien es Lehrer:innen, Erzieher:innen, Erwachsenbildner:innen, Sozialarbeiter:innen … wovon wir leider immer noch weit entfernt sind.
Nicht zuletzt gibt es viele Menschen, die eben nicht online sind. Das Statistische Bundesamt spricht von 2,8 Mio. Offliner:innen, so das Ergebnis einer Erhebung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in privaten Haushalten. Der Digitalindex spricht sogar von 4,2 Mio. „Offlinern“ und 10 Mio. „Vermeider:innen“, die nach dem Motto „kann ich nicht — brauche ich nicht“ kaum oder gar nicht am digitalen Leben teilnehmen. Dabei ist es weniger Desinteresse als Überforderung durch die Komplexität digitaler Anwendungen und der Wunsch, digitale Aufgaben von anderen erledigen zu lassen (D 21 (2025), S.15). Traditionell stark vertreten ist dabei die laut den Statistiken seit Jahrzehnten am ehesten digital abgehängte Altersgruppe der Älteren und Alten aka 65+.
Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche Initiativen und Aktivitäten, die genau diese Zielgruppe in den Blick nehmen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Zum zweiten Mal veranstaltet die Körber-Stiftung Anfang Juni in Hamburg (und online) das Aging with tech-Festival, das die beiden gesellschaftlichen Megatrends Digitalisierung und Alter konstruktiv zusammen denkt und die wechselseitigen Potenziale auslotet. Dies wird die Chancenungleichheit sicherlich nicht allein beseitigen, aber ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist das sehr wohl. Interessanterweise zielt das Thema der re:publica, des „Festivals der digitalen Gesellschaft“ (Selbstbeschreibung laut Website) zwei Wochen zuvor quasi in die andere Richtung: Generation XYZ. Aber das ist wieder eine andere Geschichte …
Herzliche Grüße
Prof. Andreas Büsch
Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz
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Beim Symposium am 15. Mai um 18 Uhr diskutieren wir darüber, was der Einsatz von KI für die Soziale Arbeit bedeutet. Die Veranstaltung findet in Präsenz an der Katholischen Hochschule in Mainz statt. Ein Lifestream ist leider nicht möglich. Jetzt noch rasch anmelden oder einfach spontan vorbeischauen!
Wie geht sexuelle Medienbildung jenseits von Tabu und Verbot? In der Reihe „Liebe.Sozial.Digital — Gespräche über die Liebe in Zeiten der Digitalisierung“ war der Leiter der Clearingstelle zu Gast beim Digitalen Espresso des Katholisch-Sozialen Instituts in Siegburg. Nachzuhören dort, wo es Podcasts gibt, z. B. bei podcast.
Kirchliche Strukturen und pastorale Handlungsfelder stehen unter massivem Veränderungsdruck. Kann KI dabei helfen, auch künftig adäquate Angebote zu machen und in immer größeren Handlungsräumen gut zu kommunizieren? Gerne bieten wir für Ihre Zielgruppe dazu einen praxisorientierten Workshop an.
Vor exakt 10 Jahren wurde am 11.05.2015 unser erster von mittlerweile 92 Filmtipps veröffentlicht. Der Film konnte damals als DVD mit Vorführrecht ausgeliehen werden. Es ging um das Fernsehen und das Fernsehverhalten in der Familie: Sientje streitet mit ihrem Vater, der Fußball schauen möchte, um die Fernbedienung.
Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie sehr alte Menschen von Vereinsamung bedroht sind und wie hilfreich digitale Kommunikationsmittel sein können. Die Handreichung „Digitale Teilhabe in Einrichtungen der Altenhilfe“ unterstützt Fachkräfte in Senioreneinrichtungen dabei, digitale Lernangebote zu gestalten.
Alle #mepps-Interessierten aufgepasst: Im Herbst dieses Jahres beginnt der neue Durchgang unseres Zertifikatskurses. Alle Informationen zu Programm, Terminen und Kosten finden sich auf unserer Website. Außerdem gibt es dort den Link zu unserem Online-Bewerbungsformular, das noch bis Mitte Juni 2025 freigeschaltet ist.
Hier geht’s zur Ausschreibung …
Das Katholische Filmwerk in Frankfurt sucht zum 1. August eine Fachreferent:in Medienbildung in Vollzeit oder je nach Bewerbungslage in Teilzeit. Zu den Aufgaben gehören die Gestaltung von innovativen Bildungsprojekten und die Schulung von Menschen aller Altersgruppen im Umgang mit Medien.
Zum Stellenangebot …
Die Fachgruppe Netzpolitik der GMK lädt für den 16. Juni ein zu einem Online-Austausch zum Thema Medienpädagogik und BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung). Als Auftakt zum Austausch gibt es zwei kurze fachliche Inputs. Den Link zur Veranstaltung erhalten Interessierte über den Verteiler der GMK.
Der Familientalk richtet sich an Eltern von Kindern der Klassen 1 bis 4, die ihre Kinder sicher und kompetent in der digitalen Welt begleiten möchten. In kostenfreien Online-Elternabenden erhalten sie praxisnahe Informationen, Empfehlungen und die Möglichkeit zum Austausch mit medienpädagogischen Expert:innen.
Die ersten Artikel aus dem Handbuch „Haltung zeigen, Gesellschaft gestalten — Mit Medienpädagogik für Demokratie und Menschenrechte“ sind bereits online im Open Access verfügbar. Darunter: „NEXT LEVEL?! Was junge Menschen über Künstliche Intelligenz denken.“ Weitere Artikel folgen sukzessive.
Meta hat seine KI-Funktionen in WhatsApp, Instagram und Facebook nun auch für Nutzende in Europa ausgerollt. klicksafe hat die neuen Tools unter die Lupe genommen und gibt Tipps, wie man die neuen Funktionen nutzen kann, was man dabei beachten sollte und was Eltern ihren Kindern mit auf den Weg geben sollten.
Vom 13. bis 15. Mai ist die GAmM am Messestand C30 auf der Messe in Leipzig präsent und bietet mehrere Vorträge und Workshops an. Darunter ein Workshop zu Memes und Humor als Mittel von Hass, Hetze und Propaganda sowie Vorträge und Impulse zu Cybermobbing, Missbrauch und Fragen des Kinderrechts.
530 Fachpersonen und Institutionen, darunter auch die Clearingstelle Medienkompetenz, unterzeichneten das Berliner Pläydoyer für eine nationale Bildungsoffensive zur Stärkung von Medienkompetenz und Demokratiebildung. Damit setzten sie ein deutliches Signal für Akteur:innen in Politik und Gesellschaft.
In seiner Workshop-Spielesammlung gibt Caspar Siebel tolle Anregungen, wie man den Paradoxien und Spannungen der Arbeit in Organisationen mit Humor begegnen und damit Empathie und Kreativität fördern kann. Von Kennenlern- und Bewegungs- bis zu Teamspielen ist alles dabei. Sehr empfehlenswert, finden wir.
Das Deutsche Kinderhilfswerk hat das Medienquiz für Kinder und Jugendliche von 8 bis 16 Jahre neu aufgelegt. Die einzelnen Quizze gibt es in verschiedenen Schwierigkeitsgraden und die Themen reichen von Kommunikation, Gaming und Fake News über Social Media und Cybergrooming bis hin zu KI.
Das Projekt wurde für den Goldenen Spatz 2025 nominiert. Die Clips laden Kinder dazu ein, in bunten Shortstorys gute Webseiten für Kinder zu entdecken. In den Clips beschäftigt sich das Seitenstark-Maskottchen „Starky“ u. a. mit den Themen Gesellschaft, Politik, Schule, Umwelt, Kinderrechte und Medien.
Im Google Lab wird das KI-Experiment TextFX entwickelt, um zu zeigen, wie generative KI die Kreativität und Arbeitsweise von Künstler:innen und Kreativen bereichern kann. In neun Tools, alle open source, kann man mit Worten, Text und Sprache spielen und bspw. Wortketten und Alliterationen bilden.
Und zum Schluss ein Tipp von Nele Hirsch für eine schöne Prokrastination: Auf der Website verwandelt sich der Bildschirm in eine Höhlenwand, die man mit seinen Händen, von der Kamera erkannt und erfasst, bemalen kann. Die ganz persönliche Höhlenmalerei lässt sich downloaden und weiterverarbeiten.
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Bildnachweise Editorial: Angelika Kamlage | Themen und Termine: Katholische Hochschule Mainz | Katholisch-Soziales Institut (KSI)| Clearingstelle Medienkompetenz – Andreas Büsch | Filmtipp: kfw DVD-Coverbild | mekomat: Evangelische Heimstiftung GmbH | Zertifikatskurs: fovito-fotolalia | Kooperationspartner: Medienanstalt Hessen | Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) | GMK | GMK | Katholisches Filmwerk GmbH (kfw) | klicksafe | Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe e. V. | Tool des Monats: Caspar Siebel | Fundstücke: Deutsches Kinderhilfswerk (DKHW) | Seitenstark e. V. | Google Ireland Ltd.| Joel Simon (Bild selbst kreiert)
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Der Beitrag Woran wir gerade arbeiten – Mai 2025 erschien zuerst auf medienkompetenz.katholisch.de.
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Liebe Leserinnen und Leser,
drei Eindrücke aus jüngster Zeit, die alle um das gleiche Problem kreisen: Elternabend einer ersten Grundschulklasse; die Eltern werden darüber informiert, dass ab der zweiten Klasse die Kinder iPads erhalten werden. Die Eltern haben auf die seitens der Schule administrierten Tablets keinen Zugriff, können also keine App-Sperren oder Nutzungsbeschränkungen einstellen. Die Geräte werden aber nicht etwa am Ende des Schultages zur Verwahrung in der Schule wieder eingesammelt, sondern dürfen zur freien Nutzung mit nach Hause genommen werden. Eltern, die auch Kinder in höheren Klassen haben, berichten resigniert, dass darauf gar nichts gesperrt sei, nicht einmal Porno-Seiten.
Dass es mit eigenen Geräten (BYOD: Bring Your Own Device) auch nicht wirklich besser wird, zeigt die derzeit an vielen Stellen erbittert geführte Debatte um Smartphone-Verbote an Schulen. Abgesehen davon, dass private Geräte in institutionellen Zusammenhängen eine Reihe von datenschutzrechtlichen und Sicherheits-Problemen mit sich bringen, hat diese pädagogische Bankrott-Erklärung durch „Kontrolle und Struktur“ (Axel Krommer: Wie man mit Kant gegen Handyverbote argumentiert) etwas von einer Verzweiflungstat.
Ja, ich weiß um die Hölle der WhatsApp-Klassenchats, die von übereifrigen Helikoptereltern noch befeuert werden. Ja, mir ist das Ablenkungspotenzial Suchtverhalten fördernder Dark Patterns in Social-Media-Plattformen bekannt. Und ja, sowohl US-amerikanische wie chinesische Plattformanbieter scheren sich nicht um DSGVO-Bestimmungen und den Digital Services Act — womit die Frage nach Regulierungsmöglichkeiten einigermaßen absurd wird, sofern wir nicht direkt große Plattformen bzw. den Zugang von Menschen unter 16 Jahren (Mindestalter für die informierte Zustimmung laut DSGVO) dazu sperren wollen oder können.
Eine ebenso vernünftige wie tatsächlich wirksame Regulierung bräuchten wir aber ebenso wie das Bemühen um Förderung von Medienkompetenz im Umgang mit digitalen Geräten und Angeboten. Denn alles zu verbarrikadieren und zu sperren verhindert auch die notwendige Auseinandersetzung mit Entwicklungen und entzieht damit Kompetenzvermittlung unmittelbar und qualifizierter Beurteilung und Stellungnahme mittelbar jede Grundlage.
Fast schon ironisch mutet es dann an, wenn Holger Sievert im Rahmen der Studie „Digitalisierung im Raum der Kirche“ feststellt: „Insgesamt erweist sich das privat eingebrachte Smartphone dabei als das wichtigste Kommunikationsinstrument (59,4 Prozent im katholischen Kontext zu 65,5 Prozent im evangelischen).“ (in: ZPTh 2024-2, S. 305). Gibt es etwa doch eine Doppelmoral oder wird mit zweierlei Maß gemessen?
Herzliche Grüße
Prof. Andreas Büsch
Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz
Direkt zu den einzelnen Rubriken:
KI verändert das Verhältnis Mensch-Maschine grundlegend und fordert damit Soziale Arbeit zu einer kritisch-konstruktiven Positionierung heraus. Beim Symposium am 15. Mai reflektieren wir die Chancen, Herausforderungen und Risiken, die sich aus dem Einsatz von KI in der Sozialen Arbeit ergeben.
Wie geht sexuelle Medienbildung jenseits von Tabu und Verbot? Zu dieser Frage ist der Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz am 4. April 2025 zu Gast beim Digitalen Espresso des KSI. Kurzentschlossene können noch live dabei sein; ansonsten gibt es den Podcast in einigen Tagen zum Nachhören.
Zur Anmeldung und zum Podcast …
Kirchliche Strukturen und pastorale Handlungsfelder stehen unter massivem Veränderungsdruck. Kann KI dabei helfen, auch künftig adäquate Angebote zu machen und in immer größeren Handlungsräumen gut zu kommunizieren? Gerne bieten wir für Ihre Zielgruppe dazu einen praxisorientierten Workshop an.
Zur Workshop -Anfrage KI und Pastoral …
Zur Trauerbewältigung nutzen Menschen aus aller Welt bereits Online-Dienste, die mithilfe von KI Tote „zum Leben erwecken“. Der Film „Eternal You“ begleitet die Pionier:innen und ersten User:innen einer Technologie, die den Tod obsolet machen will. Und zeigt, dass das Thema keineswegs unumstritten ist.
Medienbildung ist eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe — und das über alle Altersgruppen hinweg. Unser mekomat des Monats, herausgegeben vom Netzwerk Bibliothek Medienbildung, zeigt auf, wie auch Bibliotheken als offene und niedrigschwellige Lernorte diesen Bildungsauftrag wahrnehmen können.
Alle #mepps-Interessierten aufgepasst: Im Herbst dieses Jahres beginnt der neue Durchgang unseres Zertifikatskurses. Alle Informationen zu Programm, Terminen und Kosten finden sich auf unserer Website. Außerdem gibt es dort den Link zu unserem Online-Bewerbungsformular, das ab sofort bis 6. Juni freigeschaltet ist.
Hier geht’s zur Ausschreibung …
Die Teilnehmenden trafen sich vom 18. bis 22. März in Siegburg. Themen waren u. a. Kinder- und Jugendmedienschutz, Gaming-Plattformen für Bildungsarbeit sowie ethische Aspekte der Medienbildung. Außerdem gab es aktive Medienarbeit in Workshops und die Teilnehmenden haben ihre Projektskizzen vorgestellt.
Die bundesweite Auszeichnung für medienpädagogische Projekte in sechs Kategorien ist ausgeschrieben. Das Motto des diesjährigen Sonderpreises lautet: „Aufwachsen zwischen Alexa und AI Companion – Junge Menschen für Datenschutz sensibilisieren“. Jetzt Projekte einreichen bis zum 31. Juli 2025!
Was heißt es, in einer Zeit von KI, extremistischer Radikalisierung, Hass und Fake im Internet wirklich sozial zu handeln? Mehr denn je steht politische Medienbildung vor der Herausforderung, digitaler Hetze etwas entgegenzusetzen. Das „Soziale“ soll dabei wieder zurück in die sozialen Netzwerke geholt werden.
Schüler:innen nutzen KI längst. Lehrer:innen tun sich dagegen noch schwer. Der Lehrer, Schulentwickler und KI-Experte Joscha Falck analysiert neun paradoxe Effekte des Einsatzes von KI an Schulen, gibt Tipps zum schulischen Umgang mit Widersprüchen und zeigt Wege, der Herausforderung zu begegnen.
Hessen und Baden-Württemberg kündigen einheitliche Regelungen für Smartphones an Schulen an. Damit ist die Debatte wieder neu entbrannt. Ein ausdrückliches Verbot wird es aber nicht geben. Vielmehr werden Schulen auch weiterhin ihre eigenen Regelungen treffen können. Klicksafe hat dafür ein paar gute Tipps.
Um junge Menschen für das Thema KI zu sensibilisieren, hat das Gallus Zentrum das o. g. partizipative Projekt durchgeführt und dafür den Dieter Baacke Preis 2024 gewonnen. Dabei konnten die Jugendlichen KI kreativ ausprobieren und wurden zu einem kritisch-reflexiven Umgang mit der Technik angeregt.
Mithilfe von Googles Vision API werden die Inhalte eines hochgeladenen Fotos von einer Person analysiert. Die Ergebnisse enthalten auch Information zu Alter, Einkommen, politischer Orientierung, Merkmalen der Persönlichkeit, Interessen etc. der abgebildeten Personen – überraschend bis gruselig!
US-amerikanische Tech-Konzerne lenken Information und öffentliche Debatte. Die rasante Einführung von KI beschleunigt diesen Prozess. Damit sind das Grundrecht auf Meinungs- und Informationsfreiheit und unsere Demokratie in Gefahr. Die Politik muss deshalb alternative Angebote und Netzwerke stärken und ausbauen.
Auf TikTok ist die AfD die stärkste Kraft. Der WDR hat undercover in der Bubble der AfD-Untersützer:innen recherchiert und zeigt, wie sie gezielt versuchen, die Plattform mit (häufig KI-generierten) Inhalten zu fluten und so den Algorithmus zu manipulieren. Auch nach der Bundestagswahl noch hochbrisant!
Forschende unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung haben in 20 Ländern die Einstellungen zum Einsatz von KI am Arbeitsplatz untersucht. Die Ergebnisse können helfen, einzuschätzen, wie neue KI-Entwicklungen aufgenommen werden, um Bedenken fundiert und kulturell sensibel adressieren zu können.
Mit zahlreichen Aktionen fördert der Digitaltag am 27. Juni digitale Teilhabe in ganz Deutschland. Das Motto lautet „Digitale Demokratie. Mitreden, Mitgestalten, Mitwirken“. Außerdem ist ein Preisgeld von 5000 € für Projekte für digitales Miteinander ausgeschrieben. Bewerbungsschluss ist der 14. April.
Algorithmen können u. a. sortieren – aber wie? 19 verschiedene Sortieralgorithmen listet das Projekt Visual Sorting auf, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Der Sortiervorgang kann auf Wunsch mit Sound unterlegt werden – und so erschließen sich beim Zusehen die unterschiedlichen Herangehensweisen visuell und akustisch.
Die Audioimpulse auf der Website von Nele Hirsch helfen bei der Entwicklung von Ideen. Auf der Website kann man Zufallssounds abspielen lassen. Jeder Sound ist rund 10 Sekunden lang. Zu welcher Idee inspiriert er? Wenn sich die Ideen erschöpfen, kann der nächste Sound gespielt werden.
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