Beim letzten Besuch bei meinen Eltern habe ich mein Handy-Ladegerät bei ihnen vergessen. Zuhause habe ich erst mal ein zusätzliches Kabel besorgt, so dass ich Frau Raus Ladegerät benutzen konnte; das ging auch erst einmal und später nicht mehr so gut. Es ist das gleiche Problem wie mit dem eigenen Ladegerät: wenn ich das USB-C-Kabel in das Telefon stecke, muss ich erst einmal wackeln und schubsen, bis es Kontakt findet, und selbst dann klappt das nicht immer. Das hatte mich schon seit einer ganzen Weile gestört.
Also habe ich das halbvoll geladene Telefon ausgeschaltet und ein USB-C-Ersatzteil bestellt in der Hoffnung, dass das das Problem lösen wird. Diese Ersatzmodule sind bei meinem Fairphone ja sehr leicht auszutauschen, mit Versand kostet das 30 Euro.
Das Modul hängt aber noch in der Post, so dass ich jetzt eine Woche ohne Smartfon lebe. Es lebt sich überraschend gut.
Ich vermisse es, beim Einkaufen in der Stadt Podcasts zu hören, aber nicht sehr; es ist eher so, dass ich jetzt weniger Podcasts höre.
In der Schule brauche ich das Smartphone zur Anwesenheitskontrolle, aber da tut es mein Dienstgerät (ThinkPad Linux) auch.
Am störendsten ist das fehlende Deutschlandticket, das ich auf das iPad (privat) umgelegt habe, welches deshalb mitunter in der Tasche dabei sein muss.
Das einzige, was gar nicht geht, sind Bankgeschäfte, für die ich mein Telefon zur 2-Faktor-Authentifizierung verwenden muss.
Signal, WhatsApp, ByCS Messenger: Nutze ich ohnehin wenig, geht alles auch im Browser, aber bei WhatsApp habe ich das aktuell nicht konfiguriert und bei den anderen mir das Hineinschauen noch nicht angewöhnt. Ich lebe sehr gut ohne Direktnachrichten.
Fotos mache ich auch wenige, eher als Notizenersatz.
Gelesen habe ich in dieser Woche mehr auf Papier.
Gezahlt mehr per Karte oder bar.
Nachdem das recht kleine Austauschteil aus der Post kam, hat der Austausch keine fünf Minuten gedauert. Ich brauchte einen sehr kleinen Kreuzschlitz-Schraubenzieher, wie er im Haus war, also so größere Brillenschraubengröße, kein echtes Spezialwerkzeug. Und jetzt lädt das Gerät wieder problemlos. Der größe Aufwand war das Ein- und Ausräumen des Werkzeugskosten, wobei ich mir erlaubt habe, die Fahrradflicksets daraus zu entfernen und getrennt davon aufzubewahren. Wir lassen reparieren inzwischen.
Im Podcast von Bill Nighy gibt es eine Kolumne, die heißt: You don’t understand, I’m, like, with the band. Darin stellen Hörer und Hörinnen Namen, Texte und Titel ihrer ersten Bands vor, sofern sie peinlich genug sind. Der Tonfall des vorgetragenen Titels macht die Situation klar, nämlich dass da jemand im Rahmen eines Bandauftritts am Eingang zurückgehalten wird, oder an der Kasse, oder beim Weg hinter die Bühne, weil er da nichts zu suchen hat und sich mit diesem Satz, er möge wahr sein oder nicht, die Erlaubnis zum Passieren einholen möchte.
So ähnlich war das am Samstag, den 24. Oktober 2026, als es in München eine Bloglesung gab, so ganz wie früher. Mequito, Novemberregen,die Kaltmamsell, Vannessa Giese (Draußen nur Kännchen) lasen aus Blogeinträgen vor, organisiert von Frau Klugscheißer. Unter dem Titel Rocky. Die Lesung traf man sich, denn der Schauplatz war das Boxwerk.
2. Das Boxwerk
Das Boxwerk in der Maxvorstadt, Haltestelle Theresienstraße, kannte ich bisher quasi nicht einmal dem Namen, sondern nur dem Aufkleber nach. Mit dem Slogan: „Tired of being fat and ugly? Just be ugly!“ werben sie seit 2009 in München für ihr Box-Etablissement. Also, Box-Studio, oder Box-Club. Wie heißt so etwas? Ich kenne das nur aus alten Filmen: Sandsäcke, punching balls, grunzendes Training, und in der Mitte ein Boxring (München 1972), mit einer Glocke in einer Ecke (saved by the bell) und Seilen an den Seiten (hanging on the ropes). Obligatorischer Verweis auf die Nummer „Baby, You Knock Me Out“ aus It’s Always Fair Weather (1955). Und als ich ankam, hörte ich noch das letzte das Klatschen von Leder auf Leder. Eher Clubatmosphäre als olympische Ziele, aber ich verstehe ja nichts davon.
Neben dem Boxen dient das auch noch als Kleinkunstbühne. Am zweiten Samstag im Monat gibt es Jazz, und auch sonst immer wieder Veranstaltungen.
3. Das Vorgeschehen
Ich hatte mit der Veranstaltung organisatorisch und auch sonst eigentlich nichts zu tun, gehöre also nicht wirklich zur Band, aber ich war für Eingang und Spendenbox vorgesehen (wenn auch nicht gebraucht), und wenn die Veranstaltung Eintritt gekostet hätte, hätte ich mich mit dem Sprüchlein an den Türstehern wohl durchschlängeln können. Der Eintritt war aber frei.
Eine lesende Partei war herzlich willkommener Übernachtungsgast bei uns, so dass ich bereits am Vorabend mit den Lesenden in einer Wirtschaft war (Linsen mit Spätzle in München! wenn auch die merkwürdigsten Spätzle, die ich je sah), früh ins Bett ging, während einige andere sich noch die halbe Nach, und eher mehr davon, um die Ohren schlugen.
4. Die Bloglesung
Bei der Lesung selber wurde nicht fotografiert, da war es draußen und drinnen dunkler, mit Beleuchtung auf der Bühne, also dem Boxring. Frau Klugscheißer moderierte den Abend und läutete die Glocke, die nautischer auf mich wirkte, als ich es erwartet hätte.
Drei der vier Texte kannte ich schon, einer war noch gar nicht veröffentlicht. Ich war da etwas befangen, aber ich glaube, inhaltlich und auch sonst kam die Veranstaltung sehr gut beim Publikum an.
Das Publikum war für mich ohnehin der Star der Veranstaltung. Das waren so 120, 140 Leute, aus bis zu siebenhundert Kilometer Entfernung eingereist. Alles Bloglesende und auch Bloggende, die Hälfte davon kannten einander, und ich auch, aber teilweise nur namentlich, teilweise auch nur spitznamentlich, teilweise von Mastodon, teilweise vom Sehen alle paar Jahre einmal (wenn das auch bei mir bei meinem schlechten Gesichtsgedächtnis peinlich wenig hilft), manchmal lag das letzte Treffen Jahrzehnte zurück. Es war eine merkwürdige Mischung aus Fremdeln und Vertrautheit, wie ich sie nur von Blogtreffen kenne. Nicht nur ich kann mit so vielen Menschen nicht gut umgehen, aber es wärmte mein Herz, das alles zu sehen. Ich steckte ja mit einem Bein im Auge des Orkans, ich weiß nicht, wie es den anderen ging.
Nicht dass es so viele Blogtreffen gibt. Vor zwanzig Jahren war ich mal bei einem solchen Treffen in München, auch von Frau Klugscheißer organisiert, und wenn sich die Internet-Lehrkräfte alle zwei in Kassel treffen, ist das anders, quasi fast schon dienstlich. Und vor zwanzig Jahren, da gab es noch viele Blogs, noch wenig oder gar nicht vermarktet, keine Influencer:innen, kein Instagram, kein Youtube, kein Tiktok. Die Leute von damals, sie behalten einander im Auge.
„Wer zählt die Völker, nennt die Namen?“, hätte mein Großvater vielleicht gesagt, dessen Schillerliebe sich im Sprachschatz meiner Mutter niederschlug. Frau Herzbruch war da, Susanne Opel, der Stadtneurotiker, Joriste, Cloud&gut, Dentaku, Cucina Casalinga, DonnerBella, Frau Croco und Partner, Giardino und die Möwe, Hafensonne & Fischköppi (von denen ich leider so gut wie nichts mitgekriegt habe), Oskar im Keller, Dirgis, Frau Stedtenhopp, Lilo, Findusine, und viele, die nicht kannte oder nicht traf, oder die mich erkannten und ich sie nicht. Die Weithergereisten trafen sich teilweise auch schon am Vorabend in Hotels. – Und sicher habe ich jemanden vergessen. Ich bitte um Entschuldigung.
(Ich war natürlich gerührt und verwirrt dass mich ein paar Leute auch auf mich ansprachen. Dass es tatsächlich Leute gibt, die hier gelegentlich mitlesen, mit Folgen in Form von Linuxinstallationen und anderem. Ich habe Pralinen gekriegt, und einen Keksanteil.)
4. Nach der Bloglesung
Nach der Bloglesung war man wieder aus, ich zwar auch bereits um Mitternacht wieder im Bett, aber andere machten wild Party, wie man Mastodon entnehmen konnte. Mit einer Energie, die ich nicht mehr habe; außerdem habe ich gerade Rücken und Familie.
5. Warum bei Feedly kein Thumbnail zu meinem Blog erscheint
Man nahm mich auf der Bloglesung, vielen Dank, zur Seite und zeigte mir, dass bei Feedly im Feedreader bei allen abonnierten Blogs ein kleines Bildchen, ein Thumbnail oder Icon, erscheint – nur bei meinem nicht!
Feedly setzt generische RSS-Bildchen, wenn vom abonnierten Feed keines kommt. Bei meinem Blog ist da aber einfach nur nichts beziehungsweise wohl ein kleines weißes Bild, das wie nichts aussieht. Eine Recherche im Web ergab gleichfalls nichts, außer dass manche Leute bei Feedly ähnliche Beobachtungen machten. Bei anderen Feedreadern womöglich auch, aber ich habe nur nach Feedly gesucht.
Bei Frau Croco steht zum Beispiel im RSS-Code im Image-Element innerhalb des Channel-Elements:
Das verlinkte Bildchen (cropped-ava2square-32x32.jpg) taucht auch in meinem Feedreader (Inoreader) nicht auf: Stattdessen wird die auf dem Server liegende und lang vergessene Datei favicon.ico verwendet. Bei Mequito steht im Feed gar kein Image, angezeigt wird trotzdem eines, aber das durchaus vorhandene favicon.ico ist es auch wieder nicht. Sein Favicon erscheint da, wo es hingehört, im Browsertab; meine Seite zeigt im Tab dagegen just jene im Feed und fürs Blog angegebene Datei, die es bei Feedly nicht gibt, und eben nicht das Favicon.
Dass der Feedreader sich die Bilder aus verschiedenen Quellen ziehen kann, weiß ich; dass es vielleicht auch auf die RSS-Version oder gar Atom ankommt, auch. Wird das Bild einfach nicht aktualisiert, wenn es einmal falsch gespeichert ist? Aber auch bei einem neuen Abonnement zeigt Feedly bei mir nur das weiße Kästchen an. Sperre ich irgendetwas per htaccess aus? Ich glaube nicht. Sachdienliche oder auch andere Hinweise gerne an mich; ich nehme an, dass alle Feedly-Accounts das gleich handhaben, ich habe das nur bei Frau Rau testen können.
Ich beginne Samuel Becketts Roman »Molloy« zu verstehen. Oder auch nicht, denn ich bin mir nicht sicher, ob das, was ich mir zu verstehen einbilde, tatsächlich Teil des Romans ist oder ob das alleine in meinem Kopf stattfindet. Und doch hatte ich im Lauf der Lektüre, vielleicht so ab Seite 82, aber das weiß ich auch nicht mehr genau, vielleicht auch schon auf den Seiten davor, obwohl ich deren Inhalt kaum erinnere und schon gar nicht zusammenfassen könnte, diese innere Erkenntnis, dass die sinnlose Paradoxie der Sätze des höchst unzuverlässigen Erzählers letztlich absurd ist. Aber was heißt das schon. Und
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